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Niederkalifornien

Niederkalifornien (spanisch Baja California) ist eine schmale und langgezogene Halbinsel im Westen Mexikos von 1.200 km Länge und max. 240 km Breite, auf der die mexikanischen Bundesstaaten Baja California (Niederkalifornien) und Baja California Sur (Süd-Niederkalifornien) liegen. Sie ist größer als Italien und etwa doppelt so lang wie der US-Bundesstaat Florida. Der größte Teil der Fläche wird durch die Wüstenvegetation der Sonora bestimmt. Die Herkunft des Namens "Kalifornien" ist unklar, wahrscheinlich ist er aus dem Ritterroman Las Sergas de Esplandián von Garci Rodríguez de Montalvo übernommen oder leitet sich von der Bezeichnung calida forna – „heißer Ofen“ her.

Im Norden wird die Halbinsel vom US-Bundesstaat Kalifornien bzw. den westlichen Ausläufern des mexikanischen Bundesstaates Sonora, im Westen vom Pazifik und im Osten vom Golf von Kalifornien begrenzt. Die beiden Küsten sind dabei sehr unterschiedlich. In den kalten, vom Norden und aus der Tiefe kommenden Strömungen der Pazifikküste beobachtet man Wale, die von und zu ihren südlicheren Fortpflanzungsstätten ziehen.

Der Golf, der nach seinem Entdecker auch als Mar de Cortez bekannt ist, ist dagegen eher mit dem Mittelmeer vergleichbar, da dort das Wasser wärmer ist. In den Norden des Golfs von Kalifornien mündet, was heute unterhalb des Hoover-Staudamms noch vom Colorado River übrig bleibt. Im nördlichen Golf herrschen durch den hohen Tidenhub bei Ebbe und Flut starke Strömungen im flachen Wasser. Weiter südlich ist der Golf von Kalifornien dagegen teilweise sehr ruhig. An einigen Stellen sieht man dort nachts interessante Phänomene der Biolumineszenz, und man kann Robben oder Delfine bei der Fischjagd beobachten. Speziell der Pazifikküste sind bedeutende Fischfanggründe vorgelagert.

Die Halbinsel verfügt über eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Zu nennen sind hier die Handwühlen, Seitenfleckenleguane, Fransenzehenleguane, Diamantklapperschlangen, Seitenwinderklapperschlangen, der Kitfuchs, sowie der Cardón-Kaktus, Ocotillos, der Boojum und der Saguaro-Kaktus.

An der Pazifikküste ist der Himmel oft wolkenbedeckt. Direkt am Pazifik hält sich der Nebel auch im Sommer oft bis über die Tagesmitte hinaus.

Seit 1976 verbindet die einzige Hauptverkehrsstraße – die Transpeninsular – den Norden mit dem Süden. Sie reicht von der US-amerikanischen Grenze bis zum südlichsten Punkt der Halbinsel in Cabo San Lucas, dem viertgrößten Badeort Mexikos nach Cancún, Puerto Vallarta und Acapulco.

Zur Geschichte der Region siehe Kalifornien (historisch).