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Auersberg

Auersberg

Aussichtsturm

Höhe 1.019 m
Lage Freistaat Sachsen, Deutschland
Gebirge Erzgebirge
Geographische Lage 50° 27′ 20″ N, 12° 38′ 53″ OKoordinaten: 50° 27′ 20″ N, 12° 38′ 53″ O
DEC
Gestein Eibenstocker Turmalingranit

Der Auersberg ist mit 1019 m ü. NN der zweithöchste Einzelberg Sachsens und liegt unweit der tschechischen Grenze südöstlich von Eibenstock und nordwestlich von Johanngeorgenstadt im Erzgebirge.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Verwaltungstechnisch gehört der Auersberg zu Wildenthal, das seit 1994 ein Ortsteil von Eibenstock ist. Nördlich des Auersberges liegt die Talsperre Sosa. Unterhalb des Gipfels befindet sich ein Parkplatz. An der Auffahrt zum Auersberg durchquert man den Johanngeorgenstädter Ortsteil Sauschwemme.

Geschichte

SREM-Radarstation der DFS
(MSSR Auersberg)

Wie Christian Gottlob Wild berichtete, galt noch um 1800 ein Aufstieg auf den Auersberg als ein Abenteuer. Ein bereits unter Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen im 17. Jahrhundert errichtetes Holzgerüst auf dem "Thurm" genannten Gipfel konnte auf die Dauer nicht befriedigen. So entschloss sich 1860 die königlich-sächsische Landesforstverwaltung, Granitsteine auf den Berg zu bringen und übernahm die Kosten für die Errichtung eines steinernen Turmes - des ersten Aussichtsturmes im Erzgebirge. In erster Linie diente der Turm zur Waldbrandüberwachung und als Station der königlich-sächsischen Triangulation. 1901 wurde er, wohl auch weil er den Anforderungen nicht mehr genügte auf seine jetzige Höhe von 18 m aufgestockt. 1940 bekam schließlich die Aussichtsplattform als Schutz eine hölzerne Haube.

In einer Anzeige Anfang des 20. Jahrhunderts heißt es: "Der Turm ist während der Reisezeit Sonn- und Wochentags geöffnet. Eintritt 20 Pfennige. Turmwärter Heidel in Wildenthal." Dieser Turm lockte viele Wanderer an, die mit Speisen und Getränken versorgt wurden, wochentags durch die Familie Heydel und sonntags sowie feiertags durch die Familie Schneidenbach. Die Verpflegung trugen sie mittels Tragkorb hinauf. Die Überreste wurden in einer ausgebauten und geheimen Erdgrube aufbewahrt.

1907 wurde dem Ansinnen des Erzgebirgsvereins stattgegeben und am 9. November 1907 war dann in der Presse zu lesen: „Ergebene Einladung zur Weihe des Auersberghauses, Sonntag, den 10. November, von 11 Uhr ab, verbunden mit Konzert..." Erster Bergwirt war Albert Heinz, ihm folgte Max Teller aus Johanngeorgenstadt und danach Karl Kiesbauer. Das Auersberggebiet war ein bevorzugtes Jagdgebiet sächsischer Prinzen und Könige, die hier besonders dem Rothirsch und Auerhahn nachstellten. Am 3. Juli 1908 kehrte im Unterkunftshaus auf dem Auersberg auch König Friedrich August III. von Sachsen ein. „Der Blick vom Turme aus war prächtig... ‚Der herrliche Wald!', rief er aus, als er das dunkelgrüne Meer vor sich sah", berichtet das Anzeigeblatt am 5. August 1908. Genau wie er erklommen viele Wanderer und Heimatfreunde in dieser Zeit den Berg, so dass der Zuspruch größer als erwartet war.

Lindenau-Gedenkstein auf dem Gipfel

So wurde 1914 das Unterkunftshaus erweitert, vielleicht auch weil der König, der am 24. August 1912 in Wildenthal weilte, über die räumliche Enge des Hauses erzürnt war. In Wildenthal soll er sich ganz unflätig benommen haben und in aller Öffentlichkeit bei der Schmiedbrücke an ein Wagenrad uriniert haben.

Während des Zweiten Weltkrieges befand sich eine Flak-Stellung auf dem Berg. Zum besseren Schutz des Luftraumbeobachtungspostens vor widrigen Witterungseinflüssen erhielt die Aussichtsplattform des Turmes eine hölzerne Ummantelung.

Bis in die Mitte der 1950er Jahre befand sich im Unterkunftshaus die Jugendherberge "Ernst Schneller", die von Johanngeorgenstadt aufgrund des Uranbergbaus nach Kriegsende hierher verlegt worden war.

Ab August 1983 wurde die beschauliche Atmosphäre auf dem Plateau gestört. Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR entschloss sich zur Errichtung einer Radarstation etwas unterhalb des Gipfels. Der Bau des Betonklotzes dauerte bis November 1985 und wurde fortan aufgrund der Kuppel im Volksmund als "Stasi-Moschee" bezeichnet. Als nach der deutschen Wiedervereinigung Pläne der Gemeinde Wildenthal zur Umnutzung als Stasi-Museum oder auch als Jugendherberge fehlschlugen, ließ in den 1990er Jahren die DFS (Deutsche Flugsicherung) das Gebäude umbauen und nutzt es seitdem für die SREM-Radaranlage Auersberg. Jede der bundesweit sechs Anlagen hat einen Erfassungsradius von etwa 145 NM (Nautischen Meilen entspricht 270 km).

In den Jahren 1992–1994 wurde der Turm und das Auersberghaus umfassend und stilgetreu saniert.

Am östlichen Fuß des Auersberges befanden sich bis zu einem Brand im ausgehenden 19. Jahrhundert die Auersberger Häuser.

Panoramaaufnahme vom Auersberg mit der Talsperre Sosa

Siehe auch