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Redstone (Rakete)

Die Redstone war die erste US-amerikanische, ballistische Mittelstreckenrakete. Sie basierte auf der Technologie der deutschen A-4-Rakete und wurde wesentlich mit Beteiligung deutscher Raketentechniker unter Walter Dornberger und Wernher von Braun entwickelt.

Die Entwicklung der Redstone erfolgte auf dem Redstone Arsenal in Huntsville (Alabama). Sie wurde als eine Boden-Boden-Rakete für die U.S. Army entworfen. Die Ausschreibung zum Bau der Rakete gewann Chrysler und 1952 wurde mit der Produktion begonnen. Die Rakete konnte einen nuklearen Fusionssprengkopf von 3.000 kg und einer Sprengkraft bis zu 3.750 kT TNT-Äquivalent über 320 km tragen. Der Antrieb verbrannte Ethanol und flüssigen Sauerstoff. Die Stationierung erfolgte in Westdeutschland und der Türkei, wo sie nach der Kubakrise abgebaut wurden. Insgesamt wurden vier mobile Abschussrampen mit der dazugehörigen Ausrüstung und je einer Rakete zum Nachladen in Westdeutschland stationiert. Der Erststart erfolgte 20. August 1953; bis zum letzten Start am 30. November 1965 gab es 56 Starts, davon 28 Fehlstarts.

Im Zuge der Operation Hardtack im August 1958 wurde die Redstone zum Abschuss atomarer Sprengköpfe benutzt. Am 1. August startete Redstone #CC50 den Atombombentest Teak, der in 77,8 km Höhe zur Zündung kam. Der Atombombentest Orange, dessen Sprengsatz von der Redstone #CC51 gestartet wurde, detonierte am 12. August in einer Höhe von 43 km. Beide Sprengsätze hatten eine Sprengkraft von 3,75 Megatonnen. Diese waren die ersten Atombombentests der USA, die mit einer Rakete durchgeführt wurden.

Aufgrund der relativ erprobten Technologie konnte kurzfristig nach dem Sputnik-Schock eine Trägerrakete abgeleitet werden, mit deren Hilfe eine Reihe von Weltraummissionen gestartet wurden. Dazu gehörten der erste US-amerikanische Satellit Explorer 1 und die ersten bemannten suborbitalen Raumflüge mit Mercury-Raumschiffen.

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