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Tim Fischer

Tim Fischer (* 12. März 1973 in Delmenhorst; eigentlich Tim Jiménez Domínguez) ist ein deutscher Chansonnier und Schauspieler. Sein jüngerer Bruder Denis Fischer ist ebenfalls auf Kleinkunstbühnen tätig.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Fischer besuchte die Freie Waldorfschule in Oldenburg. Er entdeckte das Chanson recht früh. Geprägt durch den Film Lili Marleen von Rainer Werner Fassbinder fing er an, Chanson-Platten zu hören.

Im Alter von 15 Jahren trat Tim Fischer das erste Mal vor größerem Publikum auf. In Oldenburg fanden seine ersten Auftritte statt. Eine Schulfreundin begleitete ihn am Klavier.

Mit 17 Jahren ging Tim Fischer nach Hamburg. Er arbeitete im Schmidt-Theater und fing an, seine Karriere als Chansonnier aufzubauen. Zusammen mit Rainer Bielfeldt wurden diverse Auftritte bestritten.

1991 zog es ihn nach Berlin. Seine Bekanntheit wuchs. Durch seine Auftritte im Fernsehen (unter anderem: NDR-Talkshow) wurde er einem noch größerem Publikum bekannt. Innerhalb kürzester Zeit erarbeitete Tim Fischer sich mit den Musikern Rainer Bielfeldt und Thomas Dörschel und den Managern Peter Hahn und Carsten Werner neben vielen Kleinkunstbühnen und einer großen Fangemeinde in Deutschland, der Schweiz und Österreich auch viele Stadttheater und große Konzertsäle als Wirkungsstätte, drehte Filme (u.a. mit Werner Schroeter) und wirkte in Hörspielen mit. Seine ersten CDs entstanden Mitte der 90er-Jahre. Im Februar 1993 stellte er im BKA (Berliner Kabarett Anstalt) unter dem Titel "Wenn die Liebe ausgeht" mit seiner Band den zweiten Chansonabend vor. Zum Programm gehörten neben den Liedern von Rainer Werner Fassbinder und Peer Raben vor allem Texte von Hans Magnus Enzensberger, Wolf Wondratschek und Friedrich Hebbel. Unter dem Titel "Wenn die Liebe ausgeht" entstand seine erste CD, unter anderem mit dem Lied "Rinnsteinprinzessin", Text Edith Jeske, Musik Rainer Bielfeldt.

Das dritte Chansonprogramm "Weil mir so ist" hatte im Oktober 1993 in Berlin Premiere. Am 23. März 1994 präsentierte Tim Fischer in der "Bar jeder Vernunft" in einer unkonventionellen Mischung aus Klassikern und zeitgenössischen Chansons sein viertes Programm "Und habt mich gern". Unter demselben Titel erschien als Mitschnitt eines Konzerts seine zweite CD.

Vom 5. bis 12. Dezember 1994 wurde in einer Coproduktion mit Radio Bremen und "Junges Theater Bremen" die dritte CD von Tim Fischer "Na so was" produziert. Sie enthielt alte und neue Titel und Aufnahmen mit den Gästen Rainer Bielfeldt, Cora Frost und Hildegard Schmahl. Am 13. und 14. Februar 1995 entstand Tim Fischers vierte CD. Gemeinsam mit Rainer Bielfeldt, Cora Frost, Daniel Morgenroth, Hildegard Schmahl und der Wiener Chansonssängerin Lilli Walzer sang er "Duette". Noch im selben Jahr entstand in Co-Produktion mit Radio Bremen, aufgenommen am 8./9. Mai 1995, die fünfte CD "Chansons".

Alle fünf CDs aus diesen ersten Jahren sind mittlerweile im Handel vegriffen und werden nur noch unter "Liebhabern" gehandelt.

1995 erhielt Tim Fischer als jüngster Chansonnier den Deutschen Kleinkunstpreis.

1996 entstand im Alten Sendesaal von Radio Bremen eine Doppel-CD; auf der einen CD befindet sich der Zyklus "Lieder eines armens Mädchens" (Text und Musik Friedrich Holländer), der zum 100. Geburtstag des Texters und Komponisten abermals eingespielt wurde. Die Lieder stammen aus den Jahren 1921/22, Holländer hate sie für seine erste Frau Blandine Ebinger geschrieben. Da die Noten zu den Liedern "Jeheimnis der Blumen" und "Mit einer scheußlichen Puppe" verschollen sind, vertonte sie der Komponist Serge Weber neu. So konnte der komplette Zyklus das erste Mal seit 60 Jahren erneut zu Gehör gebracht werden. Auf der anderen CD befindet sich ein Live-Mitschnitt aus "Junges Theater Bremen", der von dem Pianisten Rainer Bielfeldt begleitet wurde. Herausragend u.a. der Tim Fischer Klassiker "Stroganoff", bei dem man die ganze Bandbreite seines Talents bewundern/hören kann.

1996 unternahm Tim Fischer auf Einladung des Goethe-Instituts auch seine erste Nahost-Tournee und gab Konzerte in Damaskus/Syrien, Kairo/Ägypten und Khartoum/Sudan.

Im Juli 1997 wurden unter dem Titel "Aus blauem Glase" Aufnahmen mit Liedern von Georg Kreisler, Cora Frost und anderen erarbeitet. Sie enthalten vier Duette mit der Schauspielerin Rosel Zech.

Im August 1997 bewies Tim Fischer sein schauspielerisches Talent in dem Kabarett-Programm "Nichts ist unmöglich" - einer gemeinsamen Theaterproduktion mit Lisa Politt und Gunter Schmidt (Herrchens Frauchen) und Rolf Claussen, die seit ihrem furiosen Start im Hamburger Schmidt-Theater quer durch die Republik erfolgreiche Gastspiele gab. Im Januar 1998 wurde diese Revue in einer Coproduktion mit Radio Bremen und "Junges Theater Bremen" unter demselben Titel auf einer CD aufgenommen.

Im Dezember 1997 ging Tim Fischer - erneut auf Einladung des Goethe-Instituts - in Frankreich auf Tournee und gab Konzerte in Paris, Montpellier, Toulouse und Bordeaux.

Im Herbst 2000 veröffentlichte Tim Fischer die CD "Romeo's Seance" mit neuen Liedern von Georg Kreisler, Cora Frost, Gilbert Bécaud, Leo Ferré und Jackson Browne, die er von seiner Band am Piano, Kontrabass, Keyboard, Fender-Rhodes, Akkordeon, an der Geige, Harfe und Percussion mit einem satten Klangteppich untermalen ließ. Diese CD enthält auch drei Titel von der Benefiz-CD "Songs against Aids", die Tim Fischer mit neuen Arrangements und neuer Instrumentalisierung perfektionierte.

Am 1. Dezember 2000 hatte Tim Fischers neues Programm "Walzerdelirium" im Luftschloß/Berlin Premiere. "Ich liebe Walzer. Dabei wird einem so schön schwindelig", sagt Tim Fischer. Beim Walzerdelirium gibt er seiner Lust nach und seufzt und rockt im Dreivierteltakt mit Tom Waits, Rio Reiser, Freddie Mercury, Cora Frost, Janis Ian, Udo Jürgens, Thomas Pigor und anderen Komponisten.

Im September 2001 präsentierte Tim Fischer in der Berliner Bar jeder Vernunft sein neues Kreisler-Programm mit den Worten: "Jetzt da Georg Kreisler seine umjubelte Abschiedstournee gegeben hat, fühle ich mich aufgerufen, die Fackel der kultivierten Boshaftigkeit zu übernehmen und weiter durch deutsche Lande leuchten zu lassen."

Im Februar 2002 spielte Tim Fischer unter der Regie von Werner Schroeter für den Film "Deux" an der Seite von Isabelle Huppert die Rolle der Josephine Baker. Dieser Film hatte im November 2002 in Paris Premiere.

Anfang Mai 2002 ging Tim Fischer mit Udo Lindenberg an Bord zu einem transatlantischen Unternehmen. Die Welturaufführung von "Atlantic Affairs" fand am 5. Mai 2002 in Bremerhaven statt. Die CD folgte am 27. Mai 2002. Im Februar 2003 begann die Atlantic Affairs-Tour.

Tim Fischer spielte 2002 in der Uraufführung von Georg Kreislers Ein-Mann-Musical „Adam Schaf hat Angst oder: Das Lied vom Ende“ im Berliner Ensemble. Im Jahr 2003 war er in einer Nebenrolle in Leander Haußmanns Film Herr Lehmann (Verfilmung des Romans von Sven Regener) zu sehen, Ende 2005 in einem „Tatort“ der ARD und 2007 in dem Film „Mein Führer - die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“.

Tim Fischer engagiert sich sehr für die Aids-Hilfen in Afrika. Er lebt offen schwul. [1] Am 29. Februar 2008 heiratete er seinen Freund Rolando Jiménez Domínguez und nahm dessen Namen an. Tim Fischer ist aber weiterhin sein Künstlername.

Auszeichnungen

Diskografie

Einzelnachweis

  1. Queer:Tim Fischer will heiraten
Personendaten
Fischer, Tim
deutscher Chansonnier und Schauspieler
12. März 1973
Delmenhorst