Heim

Ems

Dieser Artikel behandelt den Fluss Ems, weitere Bedeutungen unter Ems (Begriffsklärung).

Vorlage:Infobox Fluss/DGWK_fehlt

Ems

Die Ems wenige hundert Meter von ihrer Quelle entfernt

Daten
Lage Nordwestdeutschland
Länge 371 kmdep1
Quelle Schloß Holte-StukenbrockVorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
Quellhöhe 134 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-QUELLE_fehlt
Mündung bei Emden in den Dollart/NordseeVorlage:Infobox Fluss/MÜNDUNGSKOORDINATE_fehlt
Mündungshöhe 0 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-MÜNDUNG fehlt
Höhenunterschied 134 mdep1
Flusssystem Ems
Einzugsgebiet 17.934 km² (lt. Destatis: 12.649)dep1
Mittelstädte Rheda-Wiedenbrück, Gütersloh, Warendorf, Rheine, Lingen, Meppen, Papenburg, Leer, Emden
Rechte Nebenflüsse Leda, Hase
Bekannte Brücken Jann-Berghaus-Brücke
Schiffbar 238 km; Mit dem Europaschiff bis zum DEK[1]
Flussverlauf

Die Ems (lateinisch Amisia; niederdeutsch Eems oder Iems) ist ein Strom im Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland. Er entspringt bei Schloß Holte-Stukenbrock in Westfalen, fließt weiter durch das Bundesland Niedersachsen und mündet bei Emden in die Nordsee.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Flussverlauf

Der Fluss ist 371 km lang, 238 km davon sind schiffbar. In seinem Unterlauf erreicht er eine mittlere Abflussmenge von 80 m³/Sekunde (79,8 m³/s am Pegel Versen). Die Quelle im Ortsteil Stukenbrock-Senne entspricht dem Quelltypus der Sickerquelle, sie schüttet ganzjährig. Der Quellbach entsteht aus einer Vielzahl von Wasseraustritten, die außer auf dem Gemeindegebiet von Schloß Holte-Stukenbrock (Kreis Gütersloh) auch auf dem Gebiet der Gemeinde Hövelhof liegen.

Die Ems wird in drei Abschnitte eingeteilt (siehe Emsland):

Das Ems-Ästuar bildet den Unterlauf der Ems, der dem Gezeiteneinfluss der Nordsee sowie dem Oberwassereinfluss unterliegt. Dieses Gebiet wird in folgende Teilgebiete gegliedert:

Der Flusslauf der Ems hat sich im Laufe der Jahrhunderte vor allem durch das Einwirken der Tide des Meeres, hier Sturmfluten, besonders an seinem unteren Lauf stark verändert. Als 1509 die Cosmas- und Damian-Flut weit ins Innere des Rheiderlandes vordrang, wurde das heutige Nesserland (die Nesse) bei Emden vom Rheiderland abgetrennt. Der Dollart entstand. Dadurch auch bahnte sich die Ems in den folgenden Jahrzehnten einen anderen Lauf. Um den Emder Hafen weiterhin seegängig zu halten, wurde bereits 1583 damit begonnen, die Strömungsverhältnisse in der Ems durch eine Eichenholzspundwand zu regeln. Dennoch versandete der sogenannte Emsbogen bei Emden.


Der Ems-Jade-Kanal verläuft zwischen Emden und Wilhelmshaven und verbindet die Ems mit der Jade.

Bei Gandersum wurde 2002 das Emssperrwerk fertiggestellt, um die sturmflutgefährdeten Regionen an der Unterems besser zu schützen. Zur Überführung von Schiffen der Meyer-Werft in Papenburg wird das Emswasser mit Hilfe des Emssperrwerks aufgestaut.

Bei Bingum unterquert der 945 m lange Emstunnel der Autobahn 31 den Fluss.

Bei Leer überspannt die Jann-Berghaus-Brücke, die längste Klappbrücke Nordeuropas, die Ems.

Der Küstenkanal verbindet die Ems mit der Weser.

Ab der Schleuse Herbrum südwestlich von Papenburg ist die Ems in den Dortmund-Ems-Kanal einbezogen. In Meppen verlässt der Kanal das Flussbett und verläuft bis Hanekenfähr südlich von Lingen etwa 26 km lang parallel östlich der Ems. In Hanekenfähr zweigt auch der Ems-Vechte-Kanal in Richtung Nordhorn ab. Ab Hanekenfähr benutzt der Kanal wieder das Flussbett der Ems für etwa 1,5 km, danach verlässt der Kanal die Ems. In Salzbergen wird die Ems von einer über 100 m langen Brücke der A30 gequert. Weiter Flussaufwärts wird die Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erreicht. Etwa 10 km nördlich von Münster überquert der Dortmund-Ems-Kanal die Ems. Auf der Höhe von Haren (Ems) verläuft von der Ems ausgehend der Haren-Rütenbrocker Kanal in Richtung Niederlande. Dieser Kanal ist zwischen dem Rhein und der Nordsee die einzige schiffbare Verbindung zwischen Deutschland und den Niederlanden. Der Kanal wird heute hauptsächlich von Motorbooten u.ä. befahren.

Gezeiten

Die Gezeiten wirken auf die Ems bis zum Wehr Herbrum, gelegen südwestlich Papenburg, ein, da dieses Wehr zusammen mit der Schleusenanlage Herbrum eine Staustufe bildet. Der mittlere Tidenhub beträgt drei Meter, bei Niedrigwasser kann es zu einer Gezeitenwelle kommen.

Umwelt

Der Mensch hat viele Verläufe der Ems begradigt, einige Stellen des natürlichen Flusslaufs sind allerdings erhalten. Die dort ursprünglich anzufindenden Auen werden in NRW von dem NABU betreut. Es werden Heckrinder und Koniks − Rückzüchtungen alter Nutztierrassen, die den Auerochsen und Wildpferden sehr nahe kommen − zur Auenpflege eingesetzt. Diese natürlichen Fluss- und Landschaftsformen werden in Renaturierungsprojekten von dem begradigten Flusslauf wiederhergestellt.

Nebenflüsse

Die größten Zuflüsse sind die Hase in Meppen und die Leda in Leer.

Linke Nebenflüsse

  1. Ruthenbach
  2. Axtbach
  3. Mussenbach
  4. Maarbecke
  5. Werse
  6. Münstersche Aa
  7. Emsdettener Mühlenbach
  8. Frischhofsbach
  9. Frischebach / Wambach
  10. Randelbach
  11. Elsbach

Rechte Nebenflüsse

  1. Furlbach
  2. Sennebach
  3. Dalke
  4. Lutter
  5. Abrooksbach
  6. Rhedaer Bach
  7. Loddenbach
  8. Hessel
  9. Bever


  1. Saerbecker Mühlenbach
  2. Glane
  3. Bevergerner Aa / Hemelter Bach
  4. Große Aa
  5. Lingener Mühlenbach
  6. Hase
  7. Nordradde
  8. Melstruper Beeke
  9. Leda

Schifffahrt

Schiffbar ist die Ems heute von Rheine (km 44,8) bis zur Mündung. Die schiffbare Strecke wird von Wasser- und Schifffahrtsämtern (WSA) betreut und unterhalten, zunächst vom WSA Rheine, dann vom WSA Meppen und schließlich vom WSA Emden. Bis zur Einmündung des Dortmund-Ems-Kanals bei Gleesen (km 82,7) wird die Ems ausschließlich vom motorisierten Sport- und Freizeitbootverkehr genutzt. Im weiteren Verlauf dient der Fluss der kommerziellen Schifffahrt, unterhalb von Papenburg zudem als Transportweg für Großschiffe der Meyer-Werft. Im Mündungsgebiet der Ems gilt die spezielle Schifffahrtsordnung Emsmündung, die eine Ergänzung der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung (SeeSchStrO) darstellt.

Namensherkunft

Der Name der Ems leitet sich von dem indogermanischen-alteuropäischen Wort „Tamesis“ ab, dessen Wurzel „tem“ wiederum soviel wie dunkel bedeutet (in diesem Sinne für dunkler Fluss). Deutlicher wird diese Verwandtschaft im lateinischen Namen der Ems „Amisia“.

Dem englischen Fluss Themse liegt die gleiche indogermanische Wortherkunft zu Grunde; hier ist die Ähnlichkeit zum Namen der Ems besonders deutlich, wenn die englische Aussprache der Themse berücksichtigt wird. Die Prägung des Wortes Tamesis als vielfach genutzter Name für (Fließ-)Gewässer geht in das 2. Jahrtausend vor Christus zurück.

Tourismus

Die Ems wird von verschiedenen Radfernwanderwegen begleitet und gekreuzt:

Orte an der Ems

(Kreise Gütersloh, Paderborn, Warendorf, Steinfurt) Schloß Holte-Stukenbrock - Hövelhof - Steinhorst - Westerwiehe - Schöning - Rietberg - Rheda-Wiedenbrück - Gütersloh - Harsewinkel - Beelen - Warendorf - Telgte - Greven - Saerbeck - Emsdetten - Rheine

(Landkreise Emsland und Leer, sowie die kreisfreie Stadt Emden) Salzbergen - Emsbüren - Elbergen - Lingen - Biene - Geeste - Meppen - Haren - Heede - Lathen - Kluse - Dörpen - Lehe - Aschendorf - Tunxdorf - Papenburg - Weener - Leer - Jemgum - Midlum - Critzum - Ditzum - Rorichum - Oldersum - Gandersum - Emden - Knock

Kilometrierung

Bilder der Ems

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. http://www.meppen.de/220.asp
 Commons: Ems – Bilder, Videos und Audiodateien