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Arthur Henderson

Arthur Henderson (* 13. September 1863 in Glasgow; † 20. Oktober 1935 in London) war ein britischer Politiker. Er wurde 1934 mit dem Friedensnobelpreis "Für seine Arbeit als Vorsitzender der Genfer Abrüstungskonferenz und seine Bemühungen um den Frieden" ausgezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Arthus Henderson war der Sohn eines Baumwollspinners und kam 1863 in Glasgow in Schottland zur Welt. Nach seinem Schulbesuch in Newcastle-upon-Tyne wurde er Eisengießer. In seinem Beruf schloss er sich bereits früh der Gewerkschaft an und wurde auch regionalpolitisch aktiv, nachdem er sich dem Methodismus zuwendete. 1892 wurde er zum Delegierten der Gewerkschaft für Northumberland sowie Stadtrat in Newcastle.

Politische Entwicklung

Im Jahr 1900 war er bei der Gründung der britischen Labour Party anwesend und beteiligte sich in der Folge aktiv am Aufbau der Partei. 1903 wurde er zum Schatzmeister der Partei (bis 1912) und als Abgeordneter des House of Commons, des britischen Unterhauses der Regierung, gewählt. Von 1908 bis 1911 sowie später noch zweimal von 1914 bis 1922 und 1931 bis 1934 war er Vorsitzender der Partei. Das Amt des Generalsekretärs hatte er ununterbrochen von 1912 bis 1934 inne.

Da Henderson zu Beginn des Ersten Weltkrieges sowohl Parteiführer sowie Mitglied zahlreicher zentraler Kommissionen der Regierung Großbritanniens war, war er ausschlaggebend für den britischen Kriegseintritt. Neben seiner politischen Bewegung war Henderson Mitglied der 1875 gegründeten sozialen und überkonfessionellen Brotherhood-Bewegung und von 1914 bis 1915 deren Präsident. Von Mai 1915 bis August 1917 gehörte er den Kabinetten von Herbert Henry Asquith und Lloyd George als Erziehungsminister und Berater in Arbeiterfragen an. 1917 bereiste er Russland und trat im Anschluss an diese Reise aus dem Parlament zurück, da die Friedenskonferenz in Stockholm von der britischen Regierung nicht unterstützt wurde.

Im Jahr 1918 kam es zu einer massiven Umstrukturierung innerhalb der Labour Party, bei der Henderson und Sidney Webb versuchten, die bislang als relativ fester Zusammenschluss verschiedener Arbeiterorganisationen bestehende Partei zu einer einheitlichen Partei mit sozialistischem Profil zu machen. Dabei bildete er mit der Mehrheit der Angehörigen der Labour Party die Londoner Internationale, die später in die Sozialistische Arbeiter-Internationale überging. Eine Zusammenarbeit mit der Kommunistischen Internationale sowie der Kommunistischen Partei Großbritanniens lehnte er allerdings ab. Henderson wurde Vorsitzender dieser Gruppe von 1923 bis 1924 und von 1925 bis 1929.

Im Jahr 1924 stellte die Labour Party erstmals die Regierung Großbritanniens, in der Henderson als Innenminister unter der Führung des Premierministers Ramsay MacDonald tätig war. In dieser Funktion beteiligte er sich am Genfer Protokoll über Abrüstungsfragen. In seiner danach folgenden Rolle als Außenminister von 1929 bis 1931 war er an den Young-Plan-Konferenzen zur Neuregelung der Reparationszahlungen des Deutschen Reiches 1929 bis 1930 sowie an der Flottenkonferenz von 1930 beteiligt. 1929 nahm er außerdem erstmalig wieder diplomatische Beziehung zur Sowjetunion auf. Im Jahr 1931 wurde Henderson erneut Führer der Labour Party und plädierte nach parteiinternen Streitigkeiten für einen Ausschluss von mehreren Parteigenossen, darunter Ramsay MacDonald sowie der reformistischen Politiker Philip Snowden.

1932 bis 1933 nahm Henderson als Präsident an der Genfer Abrüstungskonferenz teil, bei der er auch inhaltlich eine zentrale Rolle spielte. Besonders für diese wurde er im Folgejahr 1934 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Literatur

Personendaten
Henderson, Arthur
britischer Politiker
13. September 1863
Glasgow
20. Oktober 1935
London