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Bundesautobahn 7

Basisdaten
Gesamtlänge: 945,6 (im Bau: 18) km
Bundesländer: Schleswig-Holstein
Hamburg
Niedersachsen
Hessen
Bayern
Baden-Württemberg
Karte

Die Bundesautobahn 7 (Abkürzung: BAB 7) – Kurzform: Autobahn 7 (Abkürzung: A 7) – ist mit derzeit 945,6 Kilometern die längste deutsche Autobahn, und auch die längste nationale Autobahn in Europa. Sie führt als Nord-Süd-Achse von der dänischen Grenze in Ellund durch Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Hessen, wechselt mehrfach zwischen Bayern und Baden-Württemberg und endet an der österreichischen Grenze bei Füssen.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf

Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal

Auf der Strecke zwischen Flensburg und Hamburg folgt sie dem historischen Ochsenweg und kann hinsichtlich der Bedeutung als Handelsroute von Skandinavien nach Süden als seine Nachfolgerin bezeichnet werden. Zwischen den Anschlussstellen Tarp und Owschlag ist die Autobahn auf zwei Abschnitten als Notlandeplatz für militärische Zwecke ausgebaut. Bei Rendsburg wird auf der 1498 m langen Europabrücke, der zweitlängsten deutschen Straßenbrücke aus Stahl, der Nord-Ostsee-Kanal überquert.

Zwischen der Landesgrenze Hamburg und dem Bordesholmer Dreieck kann auf der Fahrbahnseite Richtung Norden bei Bedarf der Standstreifen als dritte Spur mit Hilfe einer Verkehrsbeeinflussungsanlage freigegeben werden. Dies wird vor allem an den Wochenenden im Sommer genutzt, um Staus aufgrund des Reiseverkehrs Richtung Dänemark zu vermeiden.

Nordeinfahrt des Elbtunnels

In Hamburg wird die Elbe im neuen Elbtunnel unterquert, der sich trotz seiner acht Spuren häufig als Nadelöhr zeigt. Der Verkehr wird in einem Bereich bis zu 20 Kilometer vor den jeweiligen Tunneleinfahrten von der rund um die Uhr besetzten Tunnelbetriebszentrale überwacht und gesteuert. Direkt an den Elbtunnel anschließend passiert die Autobahn in sechs bis acht Metern Höhe auf der mit 4,359 Kilometer längsten Brücke Deutschlands, der Hochstraße Elbmarsch, den Hamburger Hafen, bis sie etwas südlicher die Harburger Berge erreicht.

Zwischen Soltau-Ost und dem Autobahndreieck Walsrode gibt es nur zwei Fahrspuren pro Richtung, was bei der Ferienreisewelle häufig zu Staus führt. In diesem Bereich gibt es seit dem Sommer 2005 eine Verkehrsbeeinflussungsanlage, durch die der Standstreifen als dritte Fahrspur freigegeben werden kann. Zwischen dem Autobahndreieck Hannover-Nord und Hildesheim ist die Fahrbahn auf sechs Spuren verbreitert worden. Auch der Abschnitt zwischen Dreieck Salzgitter und Göttingen soll sechsspurig ausgebaut werden.

Werratalbrücke, links ICE-Trasse Würzburg - Hannover

Von Göttingen bis zum Hattenbacher Dreieck ist die A 7 bereits sechsspurig ausgebaut. Zwischen Hann. Münden/Hedemünden und Hann. Münden/Lutterberg wird mit der 416 m langen Werratalbrücke die Werra in rund 60 m Höhe überquert. Zwischen der Anschlussstelle Kassel-Ost, die mit Fertigstellung der Verlängerung der A 44 von Kassel nach Eisenach zum Dreieck umgebaut werden wird, und dem Dreieck Kassel-Süd ist ein Ausbau auf acht Spuren geplant.

Notbremsweg für LKW vor der Werratalbrücke

Zwischen Bad Windsheim und Feuchtwangen durchquert die A 7 den westlichen Bereich der Frankenhöhe und zwischen Aalen und Ulm den östlichen Bereich der Schwäbischen Alb. Zwischen den Anschlussstellen Dinkelsbühl/Fichtenau und Ellwangen mussten mit dem Virngrundtunnel, sowie zwischen Aalen/Westhausen und Aalen/Oberkochen mit dem Agnesburgtunnel, zwei Tunnelbauwerke errichtet werden. An den Agnesburgtunnel schließt sich der mehrere Kilometer lange Albaufstieg an, dessen Bau aufgrund der Mittelgebirgslage außerordentlich aufwändig war.

Ein Sonderfall ist die Anbindung an die Bundesstraße 28, die über das Autobahndreieck Hittistetten realisiert wird. Die B 28 ist ab dem Dreieck bis nach Ulm komplett als Autobahn beschildert und als Autobahn gebaut. Obwohl die Anbindung von der A 7 zur Bundesstraße eigentlich eine Anschlussstelle sein müsste, hat man diese Anschlussstelle offiziell als Autobahndreieck bezeichnet.

Etwa 15 Kilometer nördlich des Autobahnkreuzes Memmingen befindet sich in Fahrtrichtung Ulm die Raststätte Illertal Ost, Deutschlands derzeit einzige Kunstraststätte. Sie wurde von Herbert Maierhofer aus Birkfeld (Österreich) gestaltet.

Derzeit endet die A 7 bei Nesselwang. Eine Erweiterung bis zum Grenztunnel Füssen ist im Bau. Siehe Geplanter Ausbau.

Abschnitte als Europastraße

Geschichte

Diese Autobahn löste als Fernverbindung die vorhergehenden Reichs- und Bundesstraßen 5 (Dänemark–Hamburg), 3 (Hamburg–Kassel) und 27 (Göttingen–Würzburg) ab, die ihrerseits bereits auf mittelalterliche Vorläufer zurück gingen. Planungen einer Schnellstraße von Hamburg in Richtung Süden gab es im Rahmen der HaFraBa ab 1926. Dieses Projekt gilt als Vorläufer der A 7 zwischen Hamburg und dem Hattenbacher Dreieck.

Der erste Streckenabschnitt wurde 1937 zwischen Kassel und Göttingen in Betrieb genommen. Hauptartikel: Autobahnbau in Nordhessen (1933–1945).

Für den Abschnitt Bad HersfeldWürzburg (Strecke 46) entstanden in der Zeit von 1937 bis 1939 diverse Brückenbauwerke. Doch erst 1968 wurde dieses Teilstück auf leicht veränderter Trasse eröffnet. Einige Brückenbauten der Strecke 46 sind im Spessart erhalten geblieben und unter Denkmalschutz gestellt.

Im „Vorentwurf zu einem Kraftwagenstraßennetz Deutschlands“ der „Studiengesellschaft für Automobilstraßenbau (STUFA)“ von 1926 war eine Fernstraße Würzburg–UlmLindau vorgesehen, Detailplanungen fanden von 1935 bis 1941 statt. 1969 konnten sich die Länder Bayern und Baden-Württemberg auf eine Linienführung parallel zur Bundesstraße 19 einigen, doch erst in den 1980ern waren die Finanzmittel bereitgestellt. Nun konnte der Bau in ungewöhnlich kurzer Zeit errichtet werden.

Geplanter Ausbau

Anschlussstelle Norderstedt-Garstedt

Im Zuge der Erweiterung der A 7 auf 6 Fahrspuren wird zur Entlastung der Anschlussstellen Quickborn und Schnelsen-Nord, sowie der B 432 die Anschlussstelle Norderstedt-Garstedt neu gebaut. Der Baubeginn ist frühestens 2011; die Kosten sind auf etwa 20 Millionen Euro angesetzt.

Altonaer Überdeckelung

Im Zuge der Planung der Erweiterung des Elbtunnels um eine vierte Röhre forderten die Anwohner der Hamburger Stadtteile Othmarschen und Bahrenfeld einen besseren Lärmschutz wegen der zu erwartenden Zunahme des Verkehrsaufkommens. Als Ergebnis einer Studie und vieler Verhandlungen wurde eine drei Kilometer lange Überdeckelung der Autobahn vor der nördlichen Einfahrt des Elbtunnels vorgeschlagen. Auf diese sollten die im Umfeld seit 90 Jahren bestehenden Kleingärten „verlagert“ werden und somit dafür sorgen, dass die durch die Autobahn getrennten Stadtteile wieder zusammenwachsen. Finanziert werden sollte der Bau größtenteils durch Verkauf der bisherigen Kleingartenflächen als Wohn- und Gewerbeflächen.

Die Mittel für die Überdeckelung wurden vom Bund bereits bewilligt und die Planung sah vor, die Bauarbeiten 2008 zu beginnen. Der aktuell in Hamburg regierende Senat (CDU) hat die Überdeckelung jedoch an eine Erweiterung der Autobahn auf acht Spuren im Stadtgebiet geknüpft, so dass ein Termin für den Baubeginn momentan ungewiss ist.

Lückenschluss bei Füssen

Im Juli 1999 wurde der Grenztunnel zu Österreich bei Füssen (Grenztunnel Füssen) eröffnet. Dieser Tunnel soll die umliegenden Gemeinden vor allem von dem hohen Verkehrsaufkommen zur Urlaubszeit entlasten. Momentan jedoch wird der Verkehr vom Autobahnende bei Nesselwang über verschiedene Strecken für PKW und LKW zum Grenztunnel geführt, was häufig zu Staus führt. Diese Lücke soll jedoch ein 15 Kilometer langes Teilstück schließen, dessen Fertigstellung für Mitte 2009 geplant ist.

 Commons: Bundesautobahn 7 – Bilder, Videos und Audiodateien