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Leiden (Stadt)

Gemeinde Leiden

(Flagge von Leiden)

(Wappen von Leiden)
Provinz Südholland
Bürgermeister Henri Lenferink
Sitz der Gemeinde Leiden
Fläche
 – Land
 – Wasser
23,16 km²
21,99 km²
1,16 km²
Einwohner

 – Bevölkerungsdichte
Stadt allein 118.231 Agglomeration 254.000
(1. Juni 2005)

k.A. Einwohner/km²
Koordinaten 52° 9′ N, 4° 30′ O7Koordinaten: 52° 9′ N, 4° 30′ O
Bedeutender Verkehrsweg A44
Vorwahl 071
Postleitzahlen 2300–2334
Website www.leiden.nl

Leidenanhören ?/i) (früher auch Leyden, lat. Lugdunum Batavorum) ist eine Stadt in den Niederlanden in der Provinz Südholland.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Wirtschaft

Die Stadt liegt zwischen Amsterdam und Den Haag an der Autobahn zwischen diesen Städten. Direkte Eisenbahnverbindungen gibt es mit Den Haag, Utrecht (Lokalbahn) und Amsterdam (über Haarlem und über Flughafen Schiphol).

Die Universität Leiden wurde 1575 gegründet und ist damit die älteste Universität in den Niederlanden. Dazu gibt es viele Einrichtungen und Betriebe, die mit dieser Universität in Verbindung stehen, u. a. die Universitätsbibliothek Leiden und das Universitätsklinikum Leids Universitair Medisch Centrum. Druckerei- und Verlagsunternehmen wie Elsevier und Brill sind schon seit Jahrhunderten weltbekannt für Drucke lateinischer, asiatischer und arabischer Werke.

Leiden hat viele Groß- und Kleinhandelsunternehmen. Die einst wichtige Textilindustrie ist mittlerweile nicht mehr von Bedeutung; großes wirtschaftliches Gewicht hat heute der Tourismus. In Leiden leben viele Pendler, die in Den Haag arbeiten.

Geschichte

Obwohl viele behaupten, Leiden sei identisch mit der römischen Siedlung Lugdunum Batavorum, muss davon ausgegangen werden, dass die Stadt erst im 11. Jahrhundert als Siedlung um die Burcht herum entstanden ist. Dennoch bediente sich Leiden dieses lateinischen Namens bis in die frühe Neuzeit.

Der Wollhandel mit England und Flandern brachte Leiden im 13. und 14. Jahrhundert zur Blüte. Der holländische Graf Floris V. verlieh Leiden 1266 das Stadtrecht. Das 15. Jahrhundert war, wegen der Wirren der Hoekse und Kabeljauwse Twisten, ein Bürgerkrieg, eine Epoche des wirtschaftlichen Rückgangs.

Im Achtzigjährigen Krieg schloss sich Leiden dem Aufstand gegen die Spanier an. Nach einer seit dem 25. Mai währenden Belagerung gelang es den Geusen, unter anderem durch Fluten der umliegenden Polder, am 3. Oktober 1574 die Stadt zu befreien. Die Legende will, dass nach der Vertreibung der spanischen Belagerer in deren Lager eine Pfanne mit Möhren-Eintopf (hutspot) gefunden wurde. Damit konnte die ausgehungerte Stadtbevölkerung erstmals wieder eine ordentliche Mahlzeit haben. Darum wird dieses Gericht jedes Jahr bei den Feiern von Leidens ontzet am 3. Oktober in allen Restaurants serviert. Als Dank für den von den Leidenern gezeigten Mut bekam die Stadt kurz darauf, kraft Beschluss der Regierung unter der Führung Wilhelms von Oranien, die erste Universität der Republik der Niederlande.

Darauf flohen viele Protestanten aus Antwerpen, Brüssel und anderen von den Spaniern eroberten Gebieten nach Leiden, so dass die Stadt zwischen 1575 und 1650 mehrmals ihre Stadtmauern erweitern musste. In dieser Epoche erlebte Leiden eine großartige kulturelle und wissenschaftliche Entwicklung: Maler wie Rembrandt und seine Schüler und Wissenschaftler wie Antoni van Leeuwenhoek, der Entdecker der Bakterien, lebten und wirkten in Leiden.

Nach etwa 1700 trat jedoch wieder Verfall ein. Aber bis heute ist die Universität Leiden, an der auch die zur Königswürde bestimmten Mitglieder des niederländischen Königshauses studieren, eine Hochburg der Wissenschaft in Holland geblieben.

Am 12. Januar 1807 ereignete sich mitten in der Stadt eine Katastrophe. Ein mit 17.400 Kilogramm Schießpulver beladenes Schiff explodierte. 151 Personen wurden dadurch getötet, über 2.000 verletzt und etwa 220 Häuser zerstört.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Leiden besitzt einige Museen von nationaler Bedeutung:

Sehenswürdigkeiten

Kanal mit Patrizierhäusern

Die Pieterskerk („St. Petrikirche“), Baubeginn 1121, stammt größtenteils aus dem 16. Jahrhundert. In dieser Kirche befinden sich viele Grabmale berühmter Niederländer. St. Petrus ist der Schutzpatron Leidens, daher die Schlüssel im Stadtwappen (der Heilige Petrus verfügt über die Schlüssel der Himmelspforte).

Das Hauptgebäude der Universität liegt an einer der bekanntesten Grachten in ganz Holland, der Rapenburg, und war ursprünglich eine Klosterkirche.

Verbreitet über die ganze Stadt gibt es viele hofjes. Das sind Gruppen kleiner, oft ihrer Einfachheit wegen sehr beliebter Häuser, meist um einen Hof mit Brunnen oder Kräutergarten, die zwischen 1600 und 1900 von reichen Leuten gestiftet wurden. Gedacht als private Alters-, Witwen-, oder Armenfürsorge-Einrichtungen (vergleiche die Fuggerei in Augsburg), werden diese Häuschen jetzt oft von Studenten oder Krankenschwestern bewohnt. Diese hofjes stehen alle unter Denkmalschutz.

Die Burcht ist ein künstlich aufgeworfener Fluchthügel aus dem 11. oder 12. Jahrhundert, der im 17. Jahrhundert befestigt und ummauert wurde. Er bietet einen Fernblick über die Innenstadt.

In Leiden gibt es mehrere alte Häuser. Das Haus, in dem der Maler Rembrandt geboren ist, besteht jedoch nicht mehr. Lediglich eine Gedenktafel an einem Neubau des 20. Jahrhunderts erinnert an die ersten Jahre dieses Sohnes der Stadt. Sehenswert sind auch zwei Stadttore und eine Windmühle, ähnlich der, die Rembrandts Vater betrieb.

Söhne und Töchter der Stadt

Siehe auch

 Commons: Leiden – Bilder, Videos und Audiodateien