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Inge Keller

Inge Keller (* 15. Dezember 1923 in Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin.

Leben

Inge Keller debütierte 1942 im Theater am Kurfürstendamm. Anschließend ging sie nach Sachsen, wo sie in Freiberg und Chemnitz spielte und auch das Kriegsende erlebte. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte sie nach Berlin zurück, zunächst ans Hebbel-Theater. Boleslaw Barlog engagierte Inge Keller schließlich ans Schloßparktheater. Er besetzte sie als Pützchen in Des Teufels General und sie spielte 250 Vorstellungen mit O.E. Hasse in der Titelrolle. 1950 wechselte sie an das legendäre Deutsche Theater im Ostteil der Stadt. Dort spielte sie ununterbrochen bis 2001 und darüber hinaus weiter als Gast. Die Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Wolfgang Langhoff und Wolfgang Heinz, später mit Thomas Langhoff, Peter Stein, Edith Clever, Harry Kupfer, Einar Schleef und Michael Thalheimer machte sie zu einer der bedeutendsten Theaterschauspielerinnen in Ost- und Westdeutschland. Inge Keller gastierte in den 1970er und 1980er Jahren in Westberlin an der Schaubühne und am Renaissance-Theater, u. a. in Inszenierungen von Rudolf Noelte. Auch in Kinofilmen wie z. B. Ärztinnen (1984 Darstellerpreis auf dem 3. Nationalen Spielfilmfestival der DDR) und im Jahr 2000 mit Aimée und Jaguar und Lola und Bilidikid überzeugte Inge Keller mit Stil und Sprache. Darüber hinaus spielte sie in Fernsehfilmen der ARD und des ZDF: Alles Samba, Wilsberg, Commissario Brunetti

Inge Keller ist Ehrenmitglied des Deutschen Theaters Berlin und Mitglied der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg. Von Klaus Wowereit erhielt sie 2006 den Verdienstorden des Landes Berlin.

Zu ihrem 75. Geburtstag im Jahre 1998 konnte im Verlag Das Neue Berlin das langersehnte und inzwischen mehrfach vergriffene Buch von Hans Dieter Schütt unter dem Titel Alles aufs Spiel gesetzt erscheinen. Ermöglicht wurde es durch die Vermittlung des Freundes Uwe Behnisch. Eine erweitere Neuauflage erschien zur Buchmesse in Leipzig 2007. Günter Gaus gelang es, Inge Keller in seiner legendären Interviewreihe „Zur Person“ im rbb im Jahr 2000 zu porträtieren.

1989 gastierte sie bei den Wiener Festwochen als Frau Alving in Ibsens Gespenstern, einer Inszenierung, die mit Ulrich Mühe als Osvald zwölf Jahre im Spielplan des Deutschen Theaters stand. Einen ihrer umjubelten Auftritte hatte sie in der Bayerischen Staatsoper München und der Komischen Oper Berlin als Maria Josefa in Aribert Reimanns Oper Bernarda Albas Haus nach Federico García Lorca in der Regie von Harry Kupfer. Es war die einzige Sprechrolle in diesem modernen Musiktheaterstück. Inge Keller ist eine Schauspielerin der Sprache. Nachhaltig sind vor allem ihre Lesungen mit Werken von Heinrich von Kleist, Theodor Fontane, Thomas Mann, Stefan Zweig, Eva Strittmatter und Christa Wolf. Im Hörbuchverlag PATMOS erschien Die Betrogene von Thomas Mann.

Inge Keller gehörte und gehört keiner Partei an. Sie nannte sich selbstironisch die Diensthabende Gräfin der DDR. Thomas Langhoff bezeichnete sie zu ihrem 75. Geburtstag als den einzigen Vamp der DDR. Die Medien kürten sie zur Grande Dame des Deutschen Theaters. Aus der Ehe mit dem Chefkommentator des DDR-Fernsehens Karl-Eduard von Schnitzler, die bereits 1956 geschieden wurde, ging die Tochter Barbara Schnitzler, ebenfalls Schauspielerin, hervor, deren Tochter Pauline Knof ebenfalls Schauspielerin ist. Am 18. November 2007 beging sie ihr 65. Bühnenjubiläum mit einer Lesung von Kleists „Die Marquise von O.“ im Deutschen Theater Berlin. Aus Anlaß des Todes von Erwin Geschonneck trat sie am 2. April 2008 im Rahmen einer Gedenkveranstaltung in der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg gemeinsam mit Regine Lutz, Hermann Beyer und Thomas Langhoff auf. Inge Keller spielte mit Geschonneck u.a.in dem DEFA-Film Gewissen in Aufruhr"". Am 13.April 2008 liest sie im Deutschen Theater die Novelle von Stefan Zweig "Leporella".

Personendaten
Keller, Inge
deutsche Schauspielerin
15. Dezember 1923
Berlin