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Die Weltwoche

Die Weltwoche
Beschreibung Schweizer Wochenmagazin
Erstausgabe 1933
Erscheinungsweise wöchentlich
(Verkaufte) Auflage
(WEMF 2007)
85'772 Exemplare
Chefredakteur Roger Köppel
Weblink http://www.weltwoche.ch/

Die Weltwoche wurde 1933 als Schweizer Wochenzeitung gegründet und wird seit 2002 als Wochenmagazin herausgegeben. Chefredaktor und Verleger ist Roger Köppel. Bekannte Kolumnisten der Zeitschrift sind unter anderen der SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli sowie der frühere SP-Parteipräsident Peter Bodenmann.

In ihrer Haltung wird die Weltwoche heute als wirtschaftsliberal bis rechtskonservativ bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1933 hatten Manuel Gasser und Karl von Schumacher die Weltwoche nach dem Vorbild französischer Wochenzeitungen gegründet. Die antikommunistische Zeitung trat nach anfänglichen Sympathien für Hitler und Mussolini schliesslich gegen den Nationalsozialismus ein und bot zahlreichen deutschen Autoren Asyl.

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Von 1980 bis 1994 waren Rudolf Bächtold und Jürg Ramspeck die Chefredaktoren.[1] Der Jean Frey Verlag, zu dem die Weltwoche gehörte, wechselte mehrmals den Besitzer. 1987 wurde der Verlag vom Spekulanten Werner K. Rey übernommen. Gegen Rey eröffnete später die Berner Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen betrügerischen Konkurses, woraufhin er sich auf die Bahamas absetzte. Der nächste Besitzer war der Detailwarenhändler Beat Curti, bei dessen Curti Medien Holding AG 1993 die Basler Zeitung (BaZ) einstieg.[2] 1996 erwarb die BaZ schliesslich die Mehrheit der Anteile.[3] Interimschefredaktor war Felix E. Müller. Die Auflage lag zu dieser Zeit bei über 100'000.[2]

Von 1997 bis August 2001 war Fredy Gsteiger Chefredaktor der Weltwoche.[4][5] Unter ihm war die Zeitung linksliberal positioniert.[6] Zu Beginn seiner Amtszeit hatte die Weltwoche eine Auflage von gut 97'000.[7]

2001 wurde Roger Köppel Chefredaktor der Weltwoche und konzipierte sie im Magazinformat neu. Kurz darauf übernahm eine Gruppe von Finanzinvestoren um den Tessiner Financier Tito Tettamanti die Aktienmehrheit an der Jean Frey AG, dem Verlag der Weltwoche. Köppel tauschte die Redaktion fast vollständig aus und führte die Weltwoche auf einen prononciert wirtschaftsliberalen und rechtskonservativen Kurs. Die Auflage stieg bis Herbst 2003 von rund 84'000 auf 91'000 Exemplare[8] und erzielte nach einer Verlustphase von rund zehn Jahren erstmals wieder operativen Gewinn, vor allem dank grossem Zugewinn auf dem Anzeigenmarkt. Das Layout gewann zahlreiche Preise.

Als das Blatt im Herbst 2003 begann, den umstrittenen rechten Politiker Christoph Blocher und seine Schweizerische Volkspartei offen zu unterstützen, und Köppel einen Wahlaufruf für Blocher verfasste, wurde die Weltwoche zum Gegenstand öffentlicher Kritik. Zwischen Herbst 2003 und Sommer 2004 sank die Auflage laut Pressemeldungen um zirka 12'000 Exemplare.[8] Im Frühling 2004 wechselte Köppel als Chefredakteur zur deutschen Tageszeitung Die Welt. Die Ausrichtung der Weltwoche änderte sich durch seinen Weggang nicht. Simon Heusser wurde neuer Chefredaktor, kündigte jedoch bereits im Juni 2005 wieder wegen «nicht überbrückbarer Differenzen in Führungsfragen». Im September 2005 folgte ihm Jürg Wildberger nach. Die beglaubigte Auflage betrug im Jahr 2005 nur noch 80'436 verkaufte Exemplare,[9] stieg jedoch 2006 wieder auf 82'849 Exemplare.[10]

Zum 1. November 2006 übernahm wiederum Roger Köppel die Weltwoche als Verleger und Chefredaktor. Kurz darauf verliessen mehr als ein Dutzend Redaktoren den Verlag. Köppel kaufte zunächst 60 Prozent der neuen «Weltwoche Verlags AG», um sie wenig später ganz zu übernehmen. Die Auflage stieg weiter auf 85'772 im Jahr 2007.[11]

Nach dem Aus für das Nachrichtenmagazin Facts im Sommer 2007 bleiben als Konkurrenten auf dem Deutschschweizer Markt politischer Wochenzeitungen das Magazin (eine Beilage der Samstagsausgabe des Tages-Anzeigers), die Sonntagsblätter SonntagsZeitung (Tages-Anzeiger), NZZ am Sonntag, Sonntag (Mittelland-Zeitung) und Sonntagsblick sowie die Wochenzeitung (WOZ).

Profil

Die Weltwoche ist die derzeit einzige grössere Schweizer Publikation, die ein mehrheitlich nationalkonservatives, dem Wohlfahrtsstaat und staatlichem Interventionismus grundsätzlich skeptisch eingestelltes Profil aufweist. Damit nimmt die Zeitung in vielen Sachfragen Positionen ein, wie sie auch von der Schweizerischen Volkspartei propagiert werden:

Ein Beitritt der Schweiz zur EU sowie zum Schengener Abkommen wird abgelehnt.[12] Die Weltwoche kritisiert regelmässig Missstände im Sozialwesen, wobei nicht einzelne Missbräuche, sondern das System des Sozialwesens als solches in der Kritik steht.[13] Auch mit anderen Gruppen von Subventionsempfängern setzt sich das Blatt kritisch auseinander. Um die Meinungsfreiheit, so wie die Weltwoche sie definiert, zu gewährleisten, tritt das Blatt gegen die Rassismus-Strafnorm ein, der Völkermord an den Armeniern wird nur kontradiktorisch dargestellt[14][15] und das schweizerische Urteil gegen einen Leugner dieses Völkermords als «Peinlichkeit» bezeichnet. «Demokratien», schreibt Köppel, «bekämpfen falsche Meinungen mit Argumenten, nicht mit Paragraphen».[16] In der Familienpolitik ist die Weltwoche vehement gegen staatliche Massnahmen wie einen Mutterschaftsurlaub und setzt sich im Sinne einer Arbeitsteilung der Geschlechter für eine Selbstbescheidung der Frau auf die Rolle als Hausfrau und Mutter ein.[17] Sie lehnt in diesem Zusammenhang auch die Einrichtung staatlich subventionierter Kinderkrippen ab, unter Verweis auf das Engagement totalitärer Regimes im Bereich der Kinderbetreuung. Allgemein stellt die Weltwoche einen vom Menschen verursachten Klimawandel in Frage und wehrt sich gegen jeglichen «Alarmismus» im Umweltbereich.[18][19] Aussenpolitisch ist die Weltwoche klar transatlantisch und israelfreundlich geprägt.

Einzelnachweise

  1. "«‹Interessiert das die Leute?›, fragte Frau Zuppinger»", Die Weltwoche, Ausgabe 30/06.
  2. a b »Schweizer "Weltwoche" torkelt von Krise zu Krise«, Die Zeit, 1996.
  3. Unternehmensgeschichte, Basler Zeitung Medien.
  4. "Fredy Gsteiger: Aus dem Leben eines Frankreich-Korrespondenten. Der Franzose, das unbekannte Wesen", Die Zeit, 1997.
  5. "Abschied von der Weltwoche", Die Weltwoche, Ausgabe 33/01.
  6. David Herrmann: "Niklaus Meienberg, eine Ikone des Schweizer Journalismus? Vergleich des beruflichen Rollenselbstverständnisses Niklaus Meienbergs mit ausgewählten Schweizer Journalisten", Diplomarbeit, Zürcher Hochschule Winterthur, August 2006.
  7. Jean Frey Verlag über die Weltwoche: Juni 1997, Januar 1998.
  8. a b "«Weltwoche» stürzte unter Köppel ab", NZZ am Sonntag, 21. Juli 2006.
  9. "Auflagen-Bulletin 2005", WEMF, Zürich.
  10. "Auflagen Express", Auflagenbeglaubigung WEMF/SW 2006, Ringier.
  11. "Auflagen-Bulletin 2007", WEMF, Zürich.
  12. "Spiel ohne Grenzen", Die Weltwoche, Ausgabe 16/04.
  13. "Zuwanderung in die Sozialsysteme", Die Weltwoche, Ausgabe 14/07.
  14. "Die armenische Tragödie", Die Weltwoche, Ausgabe 42/06
  15. "Es war kein Völkermord", Die Weltwoche, Ausgabe 43/06.
  16. "Freie Rede", Die Weltwoche, Ausgabe 11/07.
  17. "«Wir wollen sensibilisieren»", Die Weltwoche, Ausgabe 02/07.
  18. Dossier zum Thema: Klimaerwärmung, Die Weltwoche, Weltwoche.ch.
  19. "Die Schweiz im Jahr 2050", Die Weltwoche, Ausgabe 05/07.