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Waffe

Als Waffe werden in der Regel alle Mittel verstanden, die dazu geeignet sind, Lebewesen in ihrer Handlungsfähigkeit zu beeinträchtigen oder handlungsunfähig zu machen, physisch oder psychisch zu verletzen oder zu töten.

Zu den Waffen zählen auch alle Mittel, die Gegenstände und immaterielle Güter beschädigen, zerstören oder gebrauchsunfähig machen können.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Allgemeine Definition

Die Definition des Begriffs Waffe fällt schwer, da sie von kulturellen und technischen Ansichten abhängt, die sich in den verschiedenen Epochen und Ländern unterschiedlich entwickelt haben.

Im allgemeinen Sprachgebrauch stellen Waffen Mittel dar, die ein Lebewesen seiner Handlungsfähigkeit und Unversehrtheit, sowohl psychisch als auch physisch, berauben können und deren Anwendung im Extremfall zum Tod des betroffenen Lebewesens führt. Die als Waffen eingesetzten Mittel können ebenso Güter beschädigen, zerstören oder in ihrer Gebrauchsfähigkeit einschränken. Waffen können weiterhin ein Mittel sein um eine Person durch Zwang (z. B. Drohung mit einer Waffe) ihrer Entscheidungs- und Handlungsfreiheit zu berauben. Wird dieses durch Amtsträger vorgenommen, spricht man vom unmittelbaren Zwang. Im weiteren Sinne werden auch Gegenstände, die dem Schutz dienen als Waffen bezeichnet. Man spricht dann von passiven oder Schutzwaffen.

Bei der Definition einer Waffe ist es ein wichtiges Kriterium, dass sie (ursprünglich) dazu bestimmt ist, ein Lebewesen zu verletzen/töten oder ein Gut zu beschädigen/zerstören, ohne dass dabei andere Sachverhalte (technisch, medizinisch, usw.) in den Vordergrund treten. So findet z. B. ein Skalpell in der Regel medizinische Anwendung, und ein Fahrzeug ist primär für Transport und Fortbewegung konzipiert. Beide Mittel können jedoch zweckentfremdet zur Verletzung oder Beschädigung von Lebewesen und Gütern eingesetzt werden, womit genau dieses Skalpell oder Fahrzeug zur „Waffe“ wird. Was eine Waffe ist, richtet sich demnach auch nach der Art des Gebrauchs.

Der kulturelle Hintergrund bei der Definition wird im Bereich von Schneidewerkzeugen (Messer) offensichtlich. In den meisten Kulturen wird das Messer (z. B. Küchenmesser) nicht als Waffe angesehen, sondern als Werkzeug (hier: Küchengerät). Ein Schnitzmesser ist in erster Linie als Werkzeug zu sehen, welches zur Holzbearbeitung dient. In Ländern mit Regenwald ist auch das Mitführen einer Machete üblich, in anderen Regionen wird das gleiche Verhalten als Bedrohung angesehen. Den Gebrauchsmessern stehen Messer mit einem Waffencharakter entgegen, wobei eine technische Abgrenzung in den meisten Fällen nicht möglich ist. Viele Staaten reglementieren den Besitz dieser Messer, wobei sich die Verbote an Messertypen die an Straftaten verwendet wurden, orientieren.

Der Begriff „Waffe“ ist auch im nicht-materiellen Sinn zu definieren. In der psychologischen Kriegführung können beispielsweise alle Mittel, die der Schädigung der Moral der gegnerischen Soldaten, aber auch der Zivilbevölkerung des Gegners dienen, als Waffe bezeichnet werden. Weiterhin können alle den Kriegs- und Kampfeinsatz unterstützenden Mittel der Information, Desinformation, Unterwanderung, Sabotage und Ausübung psychologischen Drucks auf Kombattanten als Einsatz von Waffen betrachtet werden.

Im übertragenen Sinn werden als Waffen auch Ideen und andere nichtmaterielle Güter (Informationen) angesehen. Mit rhetorischen Strategien versuchen z. B. Politiker, ihre politischen Gegner in einem schlechten Licht dastehen zu lassen, hier ist auch schnell die Rede von „verbalen Angriffen“ und „Wortgefechten“, in denen das gesprochene Wort der verbalen Aggression dient. Der Begriff „Aggression“ setzt eine soziale Interaktion voraus, die einen Angreifer und ein Opfer kennt. Vom Angreifer wird angenommen, dass er in feindseliger Absicht vorgeht, eine negativ intendierte Handlung vollführt. Während beim Fluchen das Opfer in der Regel verschont bleibt, ist die Drohung eine Vorstufe der tätlichen Auseinandersetzung [1]. Gleichzeitig können Worte auch verletzend wirken. Sie wirken sich auf die psychische Lage des Opfers aus, z. B. auf das Selbstwertgefühl, Angstzustände usw.

Die Kunst wird ebenfalls als Waffe verwendet („Kunst ist Waffe“). Ob in Literatur oder Bildern, als Auftragsarbeit für Propagandazwecke oder als freie Kunst. Als Beispiel sei eine 1937 von Pablo Picasso getätigte Äußerung zitiert: „Was ist in Deinen Augen ein Künstler? […] Er ist gleichzeitig ein politisches Wesen, stets aufnahmebereit für bewegende, brennende oder glückliche Ereignisse, die er in jeder Weise erwidert. […] Nein, Malerei ist nicht dazu da, um Appartements zu schmücken. Sie ist eine Waffe zu Angriff und Verteidigung gegen den Feind.“

Auch Computerprogramme können als Waffe dienen. Der Einsatz von Malware (Viren, Würmer, Trojaner, usw.) als elektronischer Angriff auf Datenverarbeitungsanlagen dient der Zerstörung von Daten. Die direkte Wirkung betrifft nur immaterielle Güter, die Auswirkungen können, je nach Angriffsziel (z. B. eine Kraftwerkssteuerung, ein Großlager, eine Produktionssteuerung einer Firma) jedoch immens sein. Der erste bekannt gewordene Einsatz eines Computer-Virus gegen einen Kriegsgegner fand im Vorfeld des zweiten Golfkrieges, in Vorbereitung zur Operation Desert Storm (1991), statt. Ein Virus wurde von den USA per Chip, verbaut in Druckern, bei den Irakern eingeschleust und soll u. a. für die Störung der irakischen Luftabwehr gesorgt haben.

Militär

Im militärischen Bereich werden auch verschiedene Einheiten als Waffe bezeichnet. So bezeichnet man die Infanterie als Hauptwaffe im Bodenkampf. In Deutschland werden die Luftstreitkräfte als Luftwaffe bezeichnet.

Bei den technischen Mitteln wird auch zwischen Offensivwaffen und Defensivwaffen unterschieden. Obwohl diese Unterscheidung schwer fällt, da wohl die meisten Waffen sowohl zum Angriff als auch zur Verteidigung genutzt werden können, gibt es zum Teil doch sehr klare Unterscheidungen. Beispielsweise stellen Boden-Boden-Raketen typische Offensivwaffen dar, da diese sich nicht oder nur sehr bedingt zu Verteidigungsgefechten einsetzen lassen. Eine Boden-Luft-Rakete ist hingegen der typische Vertreter einer Defensivwaffe. Letztlich werden die Begriffe Offensiv-/Defensivwaffe über die angewandte Taktik und über den Einsatzort definiert.

Eine Besonderheit stellen im militärischen Bereich die sog. taktischen Waffen und die strategischen Waffen dar. Taktische Waffen dienen in erster Linie der Vorteilsgewinnung im engeren oder weiteren Gefechtsfeld, also bei der direkten oder indirekten Bekämpfung großer militärischer Einheiten; so werden beispielsweise Seeminen eingesetzt, um Passagen in Seegebieten zu behindern oder auf bestimmte, kontrollierbare Routen einzuschränken, was dem Anwender dieser Waffen einen taktischen Vorteil verschaffen soll. Taktische Nuklearwaffen überschreiten zum Teil schon die Schwelle zu den strategischen Waffen, die schon lange vor den taktischen Waffen ihre Wirkung zeigen können. Strategische Waffen sind Hauptbestandteil von militärischen Strategien, die in groben Zügen schon lange vor militärischen Auseinandersetzungen dem potentiellen Gegner bekannt sind und somit einen Teil des Einschüchterungspotentials darstellen.

Nur in Randbereichen werden militärische Waffen gegen Einzelgegner zum Einsatz gebracht; im allgemeinen richten sich militärische Waffen gegen unterschiedlich große Einheiten von gegnerischen Soldaten, Gerät und/oder gegen die Zivilbevölkerung und Infrastrukturen des Gegners sowie dessen Ressourcen. Bisher wurde nur der Einsatz taktischer Waffen, der per Definition direkt gegen gegnerische Einheiten gerichtet ist, als strategisch vorteilhaft angesehen. Der Einsatz strategischer Waffen und Waffensysteme ist bis heute nur in sehr geringem Umfang erfolgt.

Sprachgebrauch

Im Sprachgebrauch wird der Begriff „Waffe“ hauptsächlich für industriell hergestellte Gegenstände wie Kampfmesser, Pistolen, Gewehre, etc., verwendet. Militärisches Großgerät (Waffensysteme) wird oft direkt mit seinem Namen (Panzer, Fregatte, usw.) bezeichnet.

Auch wenn z. B. Küchenmesser von ihrer Art her Waffen sind, so werden sie aufgrund ihrer primären Funktion (Küchenwerkzeug) nicht als solche eingestuft. Ebenso hat ein Baseballschläger die Form einer Keule, wird aber auch als Sportgerät gesehen.

In konkreten Situationen werden aber auch Küchenmesser, Baseballschläger oder andere zweckentfremdete Gegenstände als Waffe bezeichnet, da der Begriff des „gefährlichen Werkzeugs“ meist nur von Juristen verwendet wird.

Der Begriff „Waffe“ findet auch im waidmännischen Sprachgebrauch Verwendung; hier werden Geräte zur Erlegung des Wildes als Jagdwaffe bezeichnet, aber der Waidmann bezeichnet auch die Hauer des Wildschweins als „Waffe“ oder „Gewehr“ (je nach Sprachraum); auch das Geweih/Gehörn eines Tieres kann als „Waffe“ oder „Spieß“ bezeichnet werden.

Soziologische Definition

Aus soziologischer Sicht sind Waffen bearbeitete oder vorgefundene Gegenstände der materialen Kultur, welche die Körperkraft bei Gewaltanwendungen umsetzen und/oder steigern können und so bei bestimmten Formen der Auseinandersetzung mit Jagdwild oder Gegnern der eigenen Spezies zu einem Vorteil führen sollen.

Juristische Definition in Deutschland

Das Waffengesetz (WaffG) der Bundesrepublik Deutschland definiert den Waffenbegriff und regelt den Umgang mit Waffen.

Für militärische Zwecke konstruierte Waffen werden durch das Kriegswaffenkontrollgesetz reglementiert.

Weitere unter die allgemeine Definition einer Waffe fallende Mittel (z. B. Gift) besitzen eigene Gattungsbegriffe und Definitionen und werden z. B. im Strafgesetzbuch (StGB) erwähnt.

Waffen (WaffG §1) sind

Umgang (WaffG §1) mit einer Waffe oder Munition hat, wer diese erwirbt, besitzt, überlässt, führt, verbringt, mitnimmt, damit schießt, herstellt, bearbeitet, instand setzt oder damit Handel treibt.

Gesundheitsschädliche Stoffe (StGB §224 I Nr. 1) sind solche, die auf mechanischem oder thermischem Wege wirken. Als Beispiel seien hier zermahlenes Glas, Bakterien und Viren genannt.

Gift (StGB §224 I Nr. 1) ist jeder organische oder anorganische Stoff, der unter bestimmten Bedingungen dazu geeignet ist, durch chemische oder chemisch-physikalische Wirkung die Gesundheit zu zerstören.

Werkzeug (StGB §224 I Nr. 2) umfasst nach geltender Meinung nur bewegliche Gegenstände, die durch menschliche Einwirkung gegen einen menschlichen Körper in Bewegung gesetzt werden, um ihn zu verletzen.

In anderen europäischen Ländern (Österreich, Schweiz) ist die Definition ähnlich, der Umgang wird jedoch anders gehandhabt.

Siehe hierzu: Gesetzestext des WaffG (Waffengesetz in Deutschland), Gesetzestext des SprengG (Sprengstoffgesetz in Deutschland)

Waffenwirkung

Die physische Wirkung von Waffen bzw. ihrer Munition beruht auf den verschiedensten physikalischen, biologischen und chemischen Wirkweisen.

Durch Muskelkraft wirkende Waffen

Bei durch Muskelkraft wirkenden Waffen gibt es drei Prinzipien:

Feuer- und Sprengwaffen

Bei Feuerwaffen wird ein Treibladungsmittel in einem abgedichteten Raum verbrannt. Das Geschoss wird mittels der sich ausdehnenden Verbrennungsgase durch den Lauf getrieben. Die aufgenommene Energie gibt das Geschoss im Ziel wieder ab. Es kommt zu typischen Schussverletzungen.

Bei konventionellen Bomben und Minen wird ein Sprengstoff zur Detonation gebracht. Diese extrem schnelle Verbrennung führt zur Bildung großer Mengen von Gasen, so dass ein hoher Druck entsteht. Dieser Druck führt entweder direkt zur Wirkung, oder aber es werden dadurch Bestandteile der Bombenhülle mit hoher Geschwindigkeit in die Umgebung geschleudert. Die Folgen sind schwere Verwundungen und Verbrennungen.

Spreng- und Brandvorrichtungen aller Art wirken auch thermisch. Feuer bzw. Wärmestrahlung wirken dabei direkt auf das Ziel ein. Verbrennungen sind die Folge.

Massenvernichtungswaffen

Atom- oder Kernwaffen wirken gleichzeitig auf unterschiedlichste Weise. Bei einer Kernwaffenexplosion wirken u. a. Druck, Wärmestrahlung, direkte Kernstrahlung, elektromagnetischer Puls und radioaktiver Fallout.

Biologische Waffen wirken durch Krankheitserreger und natürliche Toxine auf Lebewesen ein und bewirken Epidemien und Vergiftungen.

Chemische Waffen wirken in der Regel als Gifte gegen die Atemwege, das Blut, die Haut oder auf die Nerven (Nervengift). Einige Mittel werden auch als sogenanntes Tränengas eingesetzt. Herbizide wirken als chemische Waffen gegen Pflanzen (z. B. Agent Orange).

Diese Waffen wurden früher auch als ABC-Waffen (Atom-, Bio-, Chemiewaffen), im aktuellen Sprachgebrauch (NATO-Terminus) eher als NBC-Waffen (Nuklear, Biological, Chemical Weapons) bezeichnet.

Zeichen von Macht und Reichtum

In verschiedenen Kulturen war und ist das Tragen von Waffen Ausdruck für die soziale, wirtschaftliche oder politische Stellung des Trägers. In der Bronzezeit und der Eisenzeit waren aus diesen Materialien gefertigte Waffen noch sehr teuer, und die Waffen wurden an Schneide und Griff entsprechend verziert. Später dann wurden aufwendige Gravuren, Edelsteinschmuck, Silber und Gold oder Elfenbein eingebracht.

Der Papst überreichte das Reichsschwert des Heiligen Römischen Reiches dem römisch-deutschen Kaiser bei dessen Krönung als Zeichen der weltlichen Macht, die er aus der Hand Gottes erhält. Beim anschließenden Auszug aus der Kirche wurde es dem neuen Kaiser vom Schwertführer mit der Spitze nach oben als Zeichen der weltlichen Macht und Gewalt vorangetragen. Das ebenfalls zu den Herrschaftszeichen zählende Zepter ist eine aus Edelmetallen und Edelsteinen hergestellte Abwandlung des Streitkolbens.

Bis zur heutigen Zeit werden reich verzierte Waffen, z. B. bei Staatsbesuchen, als Geschenk überreicht. Viele Jäger leisten sich ebenfalls häufig Jagdwaffen aus edlen Materialien (Wurzelholz), reich mit Gravuren verziert, die selbst als Großserienanfertigung noch mehrere zehntausend Euro kosten können. Zu besonderen Jubiläen liefern Waffenhersteller oft besondere Versionen oder besonders verzierte Waffen, welche hauptsächlich ästhetischen Ansprüchen genügen sollen und nicht unbedingt zum Gebrauch gedacht sind.

Geschichte

Die Geschichte der Waffen ist so alt wie die Menschheit selbst. Wie bei allen anderen Lebewesen, so bestand auch das Bedürfnis der Menschen darin, die eigene Existenz zu sichern. Dazu gehört die Versorgung mit Nahrung und der Schutz der Spezies. Als Omnivoren (Allesfresser) benötigten die Menschen sowohl Werkzeuge zur Jagd als auch zur Zubereitung von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln.

Neue Bearbeitungsmöglichkeiten, Materialien und Erfindungen führten in den letzten 2,5 Mio. Jahren zu einer stetigen Weiterentwicklung der Waffentechnik. Beeinflusst wurde diese Entwicklung nicht nur von technischen Änderungen, sondern auch auf kultureller Ebene. Jagdmethoden und Waffen änderten sich z. B. dadurch, dass zuerst in Gruppen, später auch alleine und seit der Bildung von Staaten dann in Europa nur noch durch Privilegierte gejagt wurde.

Als historische Waffen werden Waffen bezeichnet, die entweder aus einer kulturellen, traditionellen Entwicklungsgeschichte oder aus einer technisch forschenden und oft kriegerischen Entwicklungsgeschichte her stammen. Meistens bezeichnet man solche Waffen als historisch, deren praktischer Einsatz durch modernere Waffen obsolet geworden ist. Das deutsche Waffengesetz zieht bei Schusswaffen unter dem Gesichtspunkt der Gefährdung im Entwicklungsjahr 1871 eine Grenze.

Moderne Waffen zeichnen sich durch hohen technischen Entwicklungsstand, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, aus. Keine Industrie hat im Verlauf der Geschichte mehr Innovationen hervorgebracht als die Rüstungsindustrie, die hierfür schon sehr früh intensive Forschung auf den Gebieten der Chemie, Physik, Metallurgie, Materialkunde, Zerspanungstechniken, Innen- und Außenballistik, etc., betrieben hat. So gab es seit Beginn industrieller Waffenentwicklung schon die unselige Wechselwirkung zwischen militärischen Erfordernissen an die Waffentechnik und der damit zusammenhängenden Forderungen an die Rüstungsindustrie und den industriellen Entwicklungen, die „im Feld“ getestet und angewendet werden sollten, bis zum heutigen Tage. Zu den modernen Waffen zählen unter anderem halbautomatische und automatische Waffen, Waffen-Großgerät und Waffensysteme sowie alle Formen von Kampfstoffen und Nuklearwaffen sowie nicht zuletzt Laser- und lasergesteuerte Waffen.

Vor- und Frühgeschichte

Schon in der Frühzeit diente die Waffe dem körperlich oder zahlenmäßig unterlegenen Individuum bei der Nahrungsbeschaffung (Jagd auf Wild). Sie diente aber auch bei Angriff und der Verteidigung als Ausgleich körperlicher Unterlegenheit und damit zur Sicherung der individuellen Existenz.

In der Altsteinzeit (Altpaläolitikum) wurde vor ca. 2,5 Mio. Jahren zuerst Geröll benutzt, dem man durch Gegeneinanderschlagen eine Schneide verlieh (Oldowan). Vor 1,5 Mio. Jahren, im Acheuléen, kamen dann schon feiner bearbeitete Faustkeile zum Einsatz. Vor 400.000 Jahren bestand dann beiderseits des Ärmelkanals bereits eine Clactonien genannte Industrie für Waffen aus Silex. Auch Pfeil und Bogen gab es bereits in der Altsteinzeit, wenngleich auch in etwas anderer Form als heute.

Mit den Aurignacien begann vor ca. 35.000 Jahren in Europa die jüngere Altsteinzeit (Jungpaläolithikum). Typische Waffen dieser Zeit sind lange, schmale Klingen (bis ca. 26 cm), die mit Meißel-Hammer-Technik gefertigt sind. Wenn sie einen stumpfem Rücken aufweisen, werden sie als Messer bezeichnet. In diesem Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte finden sich bereits häufig Geräte aus Knochen, Hornsubstanz (Geweihspitzen) und Elfenbein.

Altertum

Folgten die Waffen der Vor- und Frühgeschichte zum Teil noch der Form und Anwendungstechnik der Stein- und Bronzezeit, wurde im Altertum schon sehr viel Wert auf waffentechnische Entwicklungen gelegt. Das römische Kurzschwert Gladius beispielsweise war schon eine clevere waffentechnische Entwicklung, gut ausbalanciert, mit Griffschutz und hölzerner, lederbezogener Scheide, und das als Massenprodukt im 1. Jahrhundert. Bei allen Kulturvölkern dieser Zeit gab es auch schon Schutzwaffen in Form von Schilden, Helmen und Körperpanzerungen aus Holz, Metall und Leder sowie allen Kombinationen aus diesen Materialien. Im Altertum entstanden auch die ersten schweren Kriegsgeräte in Form von Sturmleitern und Belagerungstürmen, welche dem Angriff auf Befestigungen dienten, sowie Wurfmaschinen und Feldgeschütze, die in der Lage waren, Steine, brennende Strohballen und schwere Pfeile zu verschießen.

Mittelalter

Im Mittelalter wurden Waffen schon unter industriellen Bedingungen gefertigt. Geachtet wegen ihres kunstvollen Handwerks, zogen Waffenschmiede ähnlich wie Landsknechte von Dienstherren zu Dienstherren und verkauften ihre Leistungen. Teilweise führten Waffenschmiede dabei ihre Halbzeuge mit sich, die dann zu besonderen Waffen nach den Erfordernissen ihrer Abnehmer fertiggestellt wurden. In Vorbereitung von Feldzügen wurden Waffen in großen Mengen benötigt und von Waffenschmieden in Fertigungsketten hergestellt. So arbeiteten Gießerei, Schmiede und Schleiferei Hand in Hand, hinzu kamen noch Holz und andere Materialien verarbeitende Gewerke hinzu. Die Entwicklung von Kriegsmaschinen und Belagerungsgeräten wie Katapulten und Schleudern wurde bis zur Verwendung des Schießpulvers weiter betrieben.

Auch die Entwicklung von Schutzwaffen (Trutzwaffen) wie Körperpanzerungen wurde bis zu einem gewissen Grad der Unsinnigkeit weiter betrieben; so gab es Rüstungen, die ihre Träger trotz guter Physis im Einsatz schlicht überforderten. Bei dem großen Bedarf an Soldaten und Waffen in dieser kriegerischen Epoche der Menschheit wurde auch gerne auf Bauern und Landarbeiter zur Auffüllung der Armeen zurückgegriffen und mangels ausreichender Bestände an Waffen – und zum Teil auch wegen der Unfähigkeit der einfachen Leute, mit diesen Waffen umgehen zu können – bewaffnete sich das Landvolk mit dem was zur Verfügung stand; hölzerne Mistgabeln, Dreschflegel, Knüppel und Äxte.

Eine weitere Entwicklung fand in der Hauptsache bei den Bogenwaffen statt. Die Doppel- und Hornbogen, die sich noch im Altertum großer Beliebtheit erfreuten, wurden von gut durchdachten Konstruktionen mit höherer Federwirkung und damit besserer Energieausnutzung verdrängt. Armbrüste verschiedener Entwicklungsstufen eroberten sich wegen der hohen Durchschlagskraft einen der oberen Plätze in der Beliebtheitsskala, weil sie in der Lage waren, Körperpanzerungen zu durchschlagen, und wurden erst später durch Feuerwaffen verdrängt.

Die Erfindung des Schwarzpulvers (Anfang des 13. Jahrhunderts) hielt sehr bald Einzug in die Waffenentwicklung. Jedoch war die neue Technik noch schwer zu handhaben, so dass es noch einmal ein gutes Jahrhundert brauchte, um effiziente Feuerwaffen entwicklen zu können und schließlich die Verdrängung bisher genutzter Waffen einzuleiten.

Frühe Neuzeit

Mit dem Ende des Mittelalters änderte sich, bedingt durch die Weiterentwicklung der Waffen, auch die Art der Kriegsführung. Das Rittertum mit seinen Lehnsherren, die für ihre Fürsten in die Schlacht zogen, verschwand zugunsten weiter entwickelter militärischer Strategien, die auf neue Waffen zurückgreifen konnten. Der Kampf Mann gegen Mann wurde nach und nach durch die Verwendung von Distanzwaffen überholt. Die Artillerie gewann auf dem Schlachtfeld an Bedeutung, die Waffengattungen wurden neu organisiert und militärische Strategien angepasst. Die Vielzahl der verfügbaren mobilen und stationären Kanonen und Mörser in verschiedenen Kalibern und für die verschiedenen Einsatzzwecke war kaum überschaubar.

Die Waffenhersteller dieser Zeit und im besonderen die Kanonengießer mussten wegen der schon zur Verfügung stehenden beträchtlichen Energien besondere Sorgfalt auf ihre Arbeit verwenden. So war es üblich, dass Kanonengießer beim ersten Beschuss der von ihnen gefertigten Kanonen neben der abzufeuernden Kanone standen, um somit ihr Vertrauen in ihre Arbeit zu demonstrieren. In diese Zeit fällt auch die Entwicklung gezogener Läufe von Schusswaffen, zuerst gerade, dann mit Drall und die Entwicklung von Zündsystemen bei Handfeuerwaffen, vom Luntenschloss zum Steinschloss.

Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert änderte sich aber nicht nur der Einsatz von Waffen bei militärischen Konflikten, sondern auch bei persönlichen Auseinandersetzungen. Adlige und bessergestellte Bürgerliche verwendeten Blankwaffen bei Auseinandersetzungen, wo hingegen Bauern und die ländliche Bevölkerung bei Auseinandersetzungen auf Gegenstände des täglichen Gebrauchs, wie z. B. Messer und Beile, zurückgriffen. Nach und nach änderte sich dieses Bild, und bei Duellen und anderen Auseinandersetzungen wurden vermehrt Schusswaffen eingesetzt, zunächst bei Adligen und Militärangehörigen, dann auch in studentischen Kreisen.

19. Jahrhundert

Mit dem 19. Jahrhundert begann das Zeitalter der modernen Waffen. Die waffentechnische Entwicklung schritt rasant voran und reichte von der Entwicklung der ersten Perkussionswaffen (1808: Forsyth-Richtflächen- oder Flacon-Schloss) bis zur Einführung der ersten Hinterladergewehre, teilweise auch schon mit Magazin. Und die Erfindung des Maschinengewehrs änderte die Führung bei Bodenkriegen. So wurden beim Deutsch-Dänischen Krieg 1864 keine offenen Feldschlachten mehr geführt, sondern man verschanzte sich in Schützengräben.

Auch in der Seekriegsführung änderte sich vieles. Kämpften bei der Schlacht von Trafalgar 1805 noch Segelschiffe als sogenannte Linienschiffe gegeneinander, so waren 1864 bei dem Seegefecht vor Helgoland Schraubenfregatten und sogar ein Raddampfer beteiligt.

Auch in der Luft wurden die ersten Waffen eingeführt. Die Luftschiffertruppen des deutschen Kaiserreichs wurden bereits 1884 als Versuchsabteilung aufgestellt.

20. Jahrhundert

Das 20. Jahrhundert brachte wohl den größten Sprung in der technologischen Entwicklung von Waffen. Auch wenn viele Grundlagen bereits im 19. Jahrhundert gelegt wurden, so wurden im Zug der beiden Weltkriege und des nachfolgenden Kalten Kriegs viele entscheidende Entwicklungen vorangetrieben und perfektioniert. Aber auch die allgemeine technische Entwicklung in Bereichen wie Metallurgie, Materialbearbeitung, Elektrotechnik und Elektronik wurde hier genutzt.

Die beiden Weltkriege sowie der Korea- und der Vietnamkrieg boten den Waffenentwicklern aller Industriestaaten eine geeignete Plattform, um ihre Erzeugnisse von den Militärs testen zu lassen, wovon auch ausgiebig Gebrauch gemacht wurde. Nur so ist zu verstehen, das die waffentechnische Entwicklung dieses Jahrhunderts vom Doppeldeckerflugzeug zu Star Wars (weltraumgestützte Laser- und Raketen-Waffen), von der 4-kg-Bombe mit Aufschlagzünder bis zur Neutronenbombe und von der V2-Rakete bis zum GPS- und computergesteuerten Marschflugkörper geht.

21. Jahrhundert

Im militärischen Bereich steigt die Zahl der „asymmetrischen Kriege“ und stellt die Streitkräfte vor neue Herausforderungen. Stand bis Ende des 20. Jahrhunderts noch das „Gefecht der verbundenen Waffen“, also das Zusammenwirken verschiedenster Waffen auf einem Gefechtsfeld, im Vordergrund, so gibt es nunmehr vermehrt Guerilla- und Bürgerkriege sowie terroristische Bedrohungen, welche den Schwerpunkt auf räumlich eng begrenzte Gebiete, den Häuserkampf und die Sicherung von Objekten legen.

Mit Programmen wie „Future Force Warrior“ (USA), „FIST“ (UK), „FELIN“ (FRA) oder „Infanterist der Zukunft“ (IdZ, Bundeswehr) versucht man, Soldaten in diesem neuen Umfeld nicht nur besser zu schützen, sondern auch mit neuen Waffen auszurüsten. Im Vordergrund stehen dabei kombinierte Waffen aus Gewehr und Granatwerfer, Blendwaffen (welche zwar nicht tödlich sind, aber zur Erblindung führen können) und neue, noch wirksamere Munition.

Es gibt ein klares Bestreben, Soldaten immer mehr aus dem Kampfgeschehen herauszuziehen. Diesen Trend unterstützen, neben fortschreitender Automatisierung, autonome Systeme. Es halten immer mehr Kampfroboter und Drohnen ihren Einzug in die Arsenale und ermöglichen es, von einem Befehlsstand aus ohne Gefahr für die Soldaten Aufklärung zu betreiben oder gegnerische Streitkräfte anzugreifen. Gleichzeitig sind dagegen ärmere Länder immer noch mit Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg oder der unmittelbaren Nachkriegszeit ausgestattet.

Aktuelle Waffensysteme sind meist so konstruiert, dass sie verschiedene Einsatzmuster erfüllen können und so mit einem System mehrere andere Systeme ersetzt werden. Dieses erleichtert auf der einen Seite die Logistik, erhöht aber auf der anderen Seite die Komplexität und damit auch den Preis der Systeme. Beispielsweise soll die F-22 als Jagdflugzeug und Bomber einsetzbar sein.

Besonderes Augenmerk wird auf Tarnung, und dabei insbesondere die Stealth-Eigenschaften, gelegt. Es wird nicht nur versucht, den Radar-Querschnitt von Flugzeugen zu minimieren, sondern es werden auch Schiffe und Kampffahrzeuge so konstruiert, dass sie für Radar-, Infrarot- und andere Sensoren kaum auffindbar sind. Der neue russische Kampfpanzer T-95 soll z. B. nur noch ca. 180 cm hoch sein.

Im polizeilichen und privaten Bereich werden Schusswaffen in Zukunft mit elektronischen Sicherungen ausgestattet werden, die nur den rechtmäßigen Benutzer einen Schuss abfeuern lassen. Ebenso halten technische Innovationen, wie elektronische Abzüge, ihren Einzug in die Serienproduktion.

Kategorisierung

Eine allgemeingültige Kategorisierung zu Waffen gibt es nicht. Im folgenden wird eine Übersicht der gängigen Waffenkategorien nach technischen Gesichtspunkten als vereinfachtes Schema (flache Struktur, Weglassung nicht benötigter Ebenen, besetzte Kategorien) dargestellt. Die Verlinkungen verweisen direkt auf die Kategorien der Wikipedia. Eine detailliertere Gliederung dieser Liste kann unter Portal:Waffen/Waffenkategorien eingesehen werden.

Waffe

Waffengebiete

Gebrauchswaffen

Als Gebrauchswaffen werden Waffen des täglichen Gebrauchs von Bediensteten staatlicher, halbstaatlicher und privatrechtlicher Organisationen, Institutionen oder Einzelpersonen bezeichnet, die nicht dem Zweck der Kriegsführung unterliegen und somit nicht den Kriegswaffen zuzuordnen sind. Bei den Handfeuerwaffen kann es durchaus zu Überschneidungen der Zuordnung geben. Gebrauchswaffen können beispielsweise Handfeuerwaffen, nicht tödliche Waffen, oder Hiebwaffen sein. Wichtige Kriterien für diese Waffen sind eine sichere Bedienung und schnelle Einsatzbereitschaft, ein geringes Gewicht sowie eine sichere Funktion auch unter widrigen Bedingungen (Frost, Schlamm, …). Die Waffe ist hier als Werkzeug zu verstehen.

Jagdwaffen

Hauptartikel: Jagdwaffe

Als Jagdwaffen werden alle Waffen bezeichnet, die speziell für die Bedürfnisse der Jagd entwickelt, gefertigt oder modifiziert wurden. Hauptsächlich werden heute Schusswaffen zur Jagd verwendet. Jagdwaffen dienen in erster Linie zur Jagd auf Wildtiere unter waidmännischen Gesichtspunkten, d. h. das bejagte Wild soll schnell, schonend und – für das Tier – leidensfrei erlegt werden. Aus diesem Grund ist der Gebrauch von Waffen, die diese Kriterien aus verschiedenen Gründen nicht erfüllen, in einigen Ländern verboten oder wird teilweise von der Jägerschaft als bedenklich eingestuft (z. B. Bogen, Armbrust, Saufeder, etc.). Da viele Jagden auch ein gesellschaftliches Ereignis waren und sind, handelt es sich bei Jagdwaffen oft um entsprechend aufwendige Konstruktionen, denen man den Wohlstand ihres Besitzers ansehen soll. So werden bei vielen Jagdgewehren für den Schaft edle Hölzer (z. B. Wurzelholz) verwendet, Metallteile werden mit jagdlichen Motiven graviert, welche durch Edelmetalle hervorgehoben werden. So reicht das Preisspektrum bei Jagdflinten von ca. 300 Euro bis über 30.000 Euro.

Moderne Jagdwaffen sollen u. a. die Jagd auf verschiedene Arten von Tieren ermöglichen. Deswegen wird oft der sogenannte Zwilling bzw. Drilling eingesetzt. Dabei handelt es sich um Gewehre mit zwei bzw. drei Läufen unterschiedlicher Art und Kalibers. Also z. B. ein Flintenlauf für Schrot, ein Kugellauf größeren Kalibers für Rotwild etc. und ein Kugellauf kleineren Kalibers für kleines Raubwild, z. B. Marder.

Kriegswaffen

Per Definition sind Kriegswaffen alle Waffen, die in einem Krieg zum Einsatz kommen können. Sie sind in erster Linie zum Angriff oder zur Verteidigung gedacht.

Bis vor etwa 200 Jahren wurden fast alle tragbaren Waffen und auch viele Werkzeuge, vor allem bei Aufständen, als Kriegswaffe eingesetzt. Erst mit dem verbreiteten Einsatz von Handfeuerwaffen änderte sich dies. Hieb- und Stichwaffen verloren immer mehr ihren Wert, und Pistolen und Gewehre, als persönliche Ausrüstungsgegenstände der Soldaten (Ordonnanzwaffen), wurden speziell für den Kriegseinsatz konzipiert. So gab es z. B. besonders kurze Gewehre (Karabiner) für die Kavallerie.

Großgeräte waren schon sehr viel früher für den Einsatz als Kriegswaffe speziell entwickelt worden. Katapulte, Speerschleudern oder Belagerungstürme haben nur einen Einsatzzweck, nämlich den Krieg.

Mit der industriellen Revolution änderten sich auch die Waffen weiter. Gepanzerte Schiffe, U-Boote, Panzerfahrzeuge und weitreichende Kanonen fanden ihren Weg in die Arsenale der verschiedenen Nationen.

Die Industrienationen setzen in den letzten Jahrzehnten vermehrt auf hochtechnisierte Waffensysteme. Ärmere Länder setzen hingegen oft Waffen ein, die noch aus dem ersten oder zweiten Weltkrieg stammen.

Das deutsche Kriegswaffenkontrollgesetz grenzt Kriegswaffen im wesentlichen auf ABC-Waffen, militärische Großgeräte, vollautomatische Waffen sowie Minen ein.

Viele Waffen zielen dabei nicht direkt auf das Töten eines Gegners ab. Dies nicht nur aufgrund verschiedener internationaler Übereinkommen, sondern auch, weil Verletzte die Logistik des Kriegsgegners stark belasten. Zudem kann z. B. eine in großer Höhe gezündete Kernwaffe durch einen elektromagnetischen Impuls über tausende von Quadratkilometern sämtliche elektronischen Bauteile zerstören. So werden auch Fahrzeuge, elektronisch gesteuerte Waffensysteme usw. unbrauchbar.

Nicht-tödliche Waffen

Hauptartikel: Nicht-tödliche Waffe

Waffen für die Selbstverteidigung von Zivilpersonen, zur Aufruhrkontrolle und zur Hilfe bei Festnahmen sind sehr oft nicht-tödliche Waffen. Ihre Wirkung erreichen sie dabei durch den Einsatz von Mitteln, die als sehr unangenehm empfunden werden oder welche die Handlungsfähigkeit extrem einschränken.

In Deutschland sind hierbei insbesondere Elektroschockwaffen wie z. B. Taser und Reizgassprühgeräte (oft auch als Reizgaspistole) im Handel.

In diesen Bereich gehören aber auch z. B. Wasserwerfer, Tränengas- oder CS-Granaten und Verneblungsgeräte. Außerdem findet in großkalibrigen Schusswaffen teilweise Spezialmunition Verwendung. Diese soll einen Gegner markieren oder aber umwerfen.

Neue Ansätze fand man in der Verwendung von expandierenden, klebrigen Substanzen (ähnlich Isolierschaum) sowie besonders rutschigen Mitteln (ähnlich Spülmittel). Aber auch alte Ideen, wie z. B. das Werfen von Netzen, kommen wieder in Gebrauch.

Neuentwicklungen im elektronischen/akustischen Bereich sind unter anderem Mittel wie das Active Denial System oder das Long Range Acoustic Device (LRAD). Neue nicht-tödliche Waffen verwenden z. B. niederfrequente Töne, Schalldruckwellen, Mikrowellen usw., um Angreifer außer Gefecht zu setzen. Blendwaffen verwenden Licht.

Auch als „nicht tödlich“ eingestufte Waffen können bei unsachgemäßer Anwendung (z. B. zu geringer Abstand, Überdosierung, etc.) letale Wirkung zeigen. Personen mit körperlichen oder gesundheitlichen Einschränkungen tragen als Ziel der Anwendung dieser Waffen ein erhöhtes Risiko.

Sammlerwaffen

Sammlerwaffen sind ein Ausdruck des technologischen und künstlerischen Schaffens der Epoche, in welcher sie hergestellt wurden.

Als erste industriell hergestellte Werkzeuge üben sie, vor allem auf Männer, eine Faszination aus. Da sie in weiten Bereichen gesetzlichen Beschränkungen unterliegen, sind sie auch etwas, „das nicht jeder hat“. Insbesondere Polizei- und Militärwaffen sind dabei Kulturgüter, mit denen unmittelbar Geschichte geschrieben worden ist, auch wenn dies immer kritisch unter dem Gesichtspunkt von Gewalt zu sehen ist.

Viele Waffen wurden und werden auch unter rein ästhetischen Merkmalen hergestellt und sind in erster Linie als Kunstobjekt zu sehen.

Bei den Schusswaffen können dabei einschüssige Waffen, die nicht für Metalleinheitspatronen eingerichtet sind, vor dem Entwicklungsjahr 1871 frei erworben werden, sofern der Erwerber das 18. Lebensjahr vollendet hat. Dieses gilt ebenso für einschüssige Vorderlader-Replika, Luftdruck- und CO2-Waffen unter 7,5 Joule Mündungsenergie sowie die sogenannten Gas- und Schreckschusswaffen. Andere Schusswaffen und Munition müssen von den zuständigen Behörden genehmigt werden.

Kriegswaffen und verbotene Gegenstände (Wurfsterne, Faustmesser, vollautomatische Schusswaffen usw.) bedürfen der Ausnahmegenehmigung durch das BKA.

Waffensammlungen sind meist nach geographischen oder geschichtlichen Merkmalen, Verwendungszweck, Hersteller oder technischen Merkmalen geordnet.

Schutzwaffen

Hauptartikel: Schutzwaffe

Gegenstände, die zu einem Angriff oder zu einer Verletzung nicht geeignet sind, aber vor Verletzungen schützen, werden in der Bundesrepublik Deutschland seit dem Jahr 1989 als Schutzwaffe oder passive Waffe bezeichnet. Dazu gehören beispielsweise schnittfeste Handschuhe und Kleidung, Schutzwesten und Panzerungen.

Sportwaffen

Sportwaffen sind für sportliche Belange optimierte und nicht oder nur eingeschränkt für die Anwendung von Gewalt nutzbare Waffen. Die Jagd oder ein Kampf werden mit diesen Waffen abstrahiert oder simuliert.

Bei Sportwaffen ist es das Ziel, einen oder mehrere der folgenden Punkte im sportlichen Wettkampf zu optimieren:

Bei einigen olympischen Disziplinen werden Waffen eingesetzt, die den meisten Menschen als solche gar nicht mehr bewusst sind, hierzu gehören der Speer und der Diskus. Im Sport wird bei diesen Waffen auch nicht mehr der eigentliche Zweck in der Handhabung verfolgt, wie die Jagd auf Wild oder die Bekämpfung eines Gegners. Vielmehr ist ausschließlich die Erreichung größtmöglicher Weite, bei fehlerfreier Anwendung, das Ziel des Wettkampfes.

Hieb- und Stichwaffen werden z. B. beim Fechtsport verwendet. Als Sportwaffe sind sie weder scharf noch spitz und verfügen meist über elektrische Kontakte zu Ermittlung von Treffern. Teilweise, vor allem im Bereich der asiatischen Kampfsportarten, wird mit gepolsterten Waffen gekämpft.

Bei den Bogenwaffen haben neue Techniken Einzug gehalten. Sogenannte Compound-Bögen erreichen eine hohe Leistung bei relativ wenig Kraftaufwand.

Viele Schusswaffen, wie z. B. die Walther GSP, haben ein deutlich sportliches Aussehen (Schichtholz, bunt, etc.) und damit nur eine geringe Drohwirkung. Viele der Sportwaffen sind durch spezielle Griffe und Anbauteile (Gewichte, usw.) außerdem so unhandlich, dass sie nur schwerlich in einer Hose oder im Holster getragen werden könnten.

Als Munition für Sportwaffen werden oft Kleinkaliberpatronen oder speziell für das sportliche Schießen optimierte Munitionssorten verwendet. Aber auch bei leistungsstarken Kalibern wird das Geschoss im Hinblick auf optimale Flugeigenschaften und Trefferanzeigegenauigkeit, aber nicht auf seine Zielwirkung hin ausgewählt; eine Ausnahme bildet da gegebenenfalls die sogenannte Steel-Challenge, bei der metallische Ziele umgeworfen werden müssen.

Waffenähnliche Gegenstände

Spielzeugwaffen

Bei den Spielzeugwaffen (auch Kriegsspielzeug genannt) handelt es sich um meist aus Kunststoff produzierte Nachbildungen echter Waffen bzw. von Filmwaffen (z. B. aus Science-Fiction-Filmen). Oft werden sie in auffälligen Farben gestaltet und verfügen über Sound-Effekte. Die am meisten erhältlichen Waffen sind Bögen, Messer und Schwerter, Knall-Pistolen sowie Erbsen- und Wasserpistolen.

Die von diesen Waffen ausgehende reale Gefahr ist gering, da die Waffen entweder aus weichen Materialien hergestellt sind oder nur eine geringe Energie abgeben.

Darüber hinaus gibt es noch Spielzeug, bei dem bewaffnete Fahrzeuge oder Figuren nachgebildet sind. Diese sind normalerweise in einem kleineren Maßstab (1:10 bis 1:100) gefertigt und es können damit polizeiliche oder militärische Szenen (nach-)gespielt werden.

Spielzeugwaffen sind umstritten, da man ihnen nachsagt Gewalt zu verherrlichen bzw. aggressives Verhalten zu fördern.

Entwicklungspsychologie

Es gibt eine Vielzahl hochdetaillierter Modelle, die schon nicht mehr als Spielzeug betrachtet werden können. Zum einen gibt es die gängigen Plastikmodelle, die meist bekannte militärische Fahrzeuge, Flugzeuge und Schiffe wiedergeben, zum anderen gibt es Einzelanfertigungen, die oft für Museen oder (oft mit Motor ausgestattet) für Vorführungen und Modellbau-Wettbewerbe gebaut werden.

Dekorationsmittel

Als Dekoration und Gebrauchsgegenstand gibt es eine Vielzahl von Produkten, die in Form einer Waffe angeboten werden. Dieses fängt beim Schlüsselanhänger an und geht bis zum Granatenfeuerzeug.

Des Weiteren gibt es Hieb- und Stichwaffen bzw. unbrauchbar gemachte Schusswaffen, welche gerne als Wanddekoration benutzt werden.

Gefahren

Nachbildungen von Waffen, insbesondere im Maßstab 1:1, können bei anderen Menschen nicht nur Ängste auslösen sondern sogar zu Polizeieinsätzen führen, bei denen die Polizei natürlich damit rechnen muss scharfen Waffen gegenüber zu stehen. Unter Umständen reicht sogar der ausgestreckte Finger in der Tasche eines Kleidungsstücks, um in einem sensiblen Umfeld zu einer Putativnotwehr (vorbeugende Notwehr) führen.

Siehe auch

 Portal: Waffen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Waffen
 Commons: Kategorie:Waffen – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Waffe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
Waffengeschichte
Sonstiges

Quellen

  1. Linse Linguistik-Server Essen
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