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Feuerwehrfahrzeug

Ein Feuerwehrfahrzeug ist ein Kraftfahrzeug (nach DIN auch Anhänger), das die Feuerwehr im Rahmen ihrer Einsatztätigkeit verwendet. Um im Straßenverkehr Wegerechte in Anspruch nehmen zu können, sind die Feuerwehrfahrzeuge speziell gekennzeichnet und mit Sondersignalen ausgestattet. In Europa sind die Fahrzeuge meist rot (z. B. RAL 3000) bzw. leuchtrot (z. B. RAL 3024) lackiert. In Großbritannien sind Löschfahrzeuge oftmals lemongelb, das liegt in der besseren Sichtbarkeit innerhalb des UV-Spektrums begründet. Für Farbenblinde sind rote Löschfahrzeuge grau, während der Gelb-Grünton für das menschliche Auge besonders gut wahrnehmbar ist. Sie haben je nach Land ein Folgetonhorn und eine oder mehrere blaue, in Spanien gelbe und in den USA rote Rundumkennleuchten.

Feuerwehrfahrzeuge sind üblicherweise in Feuerwachen untergebracht.

Inhaltsverzeichnis

Anforderungen

Ein Feuerwehrfahrzeug muss besonders gestaltet und eingerichtet sein zur Aufnahme

Die Auswahl eines Feuerwehrfahrzeuges richtet sich nach verschiedenen Gesichtspunkten

Feuerwehrfahrzeuge nehmen als Einsatzfahrzeuge innerhalb der Nutzfahrzeuge von jeher eine Sonderstellung ein. Die Bürger verknüpfen mit ihnen hohe Erwartungen. Dementsprechend hoch sind die Anforderungen, die bezüglich Bau und Ausrüstung gestellt werden.

Varianten

Historisch bedingte Einteilung

Die heute gebräuchliche Einteilung der Löschfahrzeuge in unterschiedliche Varianten beruht weitgehend auf ihrer historischen Entwicklung.

Allround-Fahrzeuge

Fortschritte in der Entwicklung der Fahrzeugtechnik (leichtere Materialien wie Aluminium, stabilere Konstruktionen, leistungsfähigere Motoren) ermöglichen es, Funktionen, die vorher von unterschiedlichen Fahrzeugen wahrgenommen werden mussten, in einem Fahrzeug zusammenzufassen. Als erstes wurden Löschgruppenfahrzeuge mit einem Wassertank ausgestattet, um bei einem Brandeinsatz keine Zeit für den Aufbau einer Löschwasserversorgung zu verlieren. Diese Fahrzeuge hätte man „Tanklöschgruppenfahrzeuge“ nennen können, nannte sie jedoch in Deutschland verwirrenderweise weiterhin Löschgruppenfahrzeuge. Tatsächlich haben heute die meisten Typen von Löschgruppenfahrzeugen Löschwasser an Bord. Waren bei alten Tanklöschfahrzeugen noch die Wassertanks von außen erkennbar, so sind sie heute im Inneren der Geräteräume untergebracht, sodass Löschgruppenfahrzeuge und Tanklöschfahrzeuge heute für den Laien kaum noch voneinander zu unterscheiden sind.

Als nächster Schritt wurden Geräte zur technischen Hilfeleistung (insbesondere der hydraulische Rettungssatz und am Fahrzeugrahmen befestigte Seilwinden) mit in die Beladung von Löschgruppenfahrzeugen aufgenommen. Diese Fahrzeuge heißen beispielsweise Rüstlöschfahrzeuge in Österreich, Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge (HLF) oder Lösch-Hilfeleistungsfahrzeuge (LHF) in Deutschland. Somit sind Allround-Löschfahrzeuge mit hohem taktischen Einsatzwert entstanden. Näheres ist den länderspezifischen Artikeln zu entnehmen.

Bei vielen großen Wehren sieht das langfristig angelegte Fahrzeugbeschaffungskonzept vor, nur noch diese modernen Löschgruppenfahrzeuge (und natürlich Drehleitern) für den Ersteinsatz zu verwenden. Ausrüstung oder Material für größere Einsätze wird in Abrollcontainern oder auf einem Wechselaufbau vorrätig gehalten und im Bedarfsfall von Wechselladerfahrzeugen zur Einsatzstelle gebracht.

Sonderformen dieser Allroundlösungen sind Hilfeleistungstanklöschfahrzeug (HTLF) und Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF).

Die Funktionen „Löschfahrzeug“ und „Drehleiter“ in einem Fahrzeug zusammenzufassen, wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach versucht, doch keines dieser Konzepte konnte sich durchsetzen. Entweder war das Kombinationsfahrzeug zu groß und zu schwer oder die Drehleiter war zu kurz. Hinzu kommt, dass an vielen Einsatzstellen die Positionen für Drehleiter und Löschfahrzeug unterschiedlich sein müssen. Beispielsweise wird die Drehleiter an der Fensterfront benötigt, um Personen zu retten, während das Löschfahrzeug in der Nähe des Hauseingangs aufgestellt werden muss. Mit einem Kombinationsfahrzeug wäre somit oftmals kein optimaler Einsatz möglich.

Trotzdem zeigte sich in den letzten zwei Jahren eine Tendenz zur Anschaffung solcher Kombinationsfahrzeuge. Vor allem kleinere Feuerwehren, die aufgrund von geänderten gesetzlichen Bestimmungen nun doch eine Drehleiter vorhalten müssen, zeigen Interesse an solchen Lösch- Leiterkombinationen. Mittlerweile werden auch Gelenkmast-Rüstwagen-Kombinationsfahrzeuge von verschiedenen Herstellern angeboten.

Sonderlöschfahrzeug

Sonderlöschfahrzeuge sind Feuerwehrfahrzeuge, welche von den üblichen in großer Zahl hergestellten und verwendeten stark abweichen und deshalb nicht den herkömmlichen Fahrzeugtypen zuzuordnen sind. Sie sind zumeist sehr teuer und werden deshalb nur von großen Feuerwehren verwendet. Diese Fahrzeuge sind meistens stark den örtlichen Gegebenheiten angepasst.

Feuerwehrfahrzeuge in verschiedenen Ländern

Es gibt länderspezifisch unterschiedliche Fahrzeugkonzepte, die sich auf Grund des unterschiedlichen Organisations- und Aufgabenspektrums der Feuerwehren und der topographischen Gegebenheiten entwickelt haben:

Siehe auch

 Portal: Hilfsorganisationen/Feuerwehr – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Feuerwehr

Literatur

 Commons: Feuerwehrfahrzeug – Bilder, Videos und Audiodateien
Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern.