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Syndikat

Dieser Artikel behandelt den allgemeinen Begriff. Für die Krimiautorenvereinigung, siehe Syndikat (Autoren).

Ein Syndikat ist eine Gruppierung von Personen oder Unternehmen.

Inhaltsverzeichnis

Namensherkunft

Der Begriff Syndikat entstammt dem französischen Wort syndicat, welches „Verwalter“ bedeutet, vor allem bei Angelegenheiten eines bestimmten geographischen Gebietes, welches vom lateinischen Wort syndicus entspringt, welches seinerseits vom griechischen Wort σύνδικος (syndikos, „Verwalter einer Angelegenheit“) abstammt.

Wirtschaftskartelle & Kriminelle Vereinigungen

Für gewöhnlich weitet sich die Bedeutung im allgemeinen Sprachgebrauch auf so genannte Trusts, Kartelle oder andere geschäftliche Vereinigungen sowie kriminelle Syndikate aus. Die Europäische Union beschreibt, dass ein Syndikat vorliegt, wenn ein gemeinsamer Ein- und Verkauf von Waren und/oder Dienstleistungen erfolgt. Da der Begriff in der Vergangenheit vor allem durch einschlägige Romane und Filme mit Verbrechersyndikat assoziiert wird, findet er in der deutschen Umgangssprache kaum noch Verwendung.

Bankenkonsortium

Hauptartikel: Konsortialgeschäft

In der Finanzwelt wird der Begriff Syndikat oft gleichgesetzt mit dem Begriff Konsortium. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluss von mehreren Banken zur gemeinsamen Kreditvergabe (Konsortialkredit) oder Übernahme und zum Vertrieb einer spezifischen Neuemission.

Aktiensyndikat

In Investmentbanken gibt es so genannte Syndikats-Abteilungen, die besonders bei Wertpapieremmissionen die Hauptkoordination übernehmen und das Orderbuch, in dem quasi die „Bestellungen“ für neu auszugebende Aktien gesammelt werden, führt. Das Syndikat in Investmentbanken hält ebenfalls engen Kontakt zu den großen Investmentgesellschaften und behält die Übersicht über die einzelnen Marktteilnahmen, Finanzströme und Marktbewegungen.

Rundfunk-Syndikate

Unter einem Rundfunksyndikat versteht man einen organisatorischen Zusammenschluss mehrerer, wirtschaftlich meist unabhängiger Fernseh- oder Radiostationen mit regional begrenztem terrestrischem Sendegebiet. Der Begriff wurde ursprünglich in den USA geprägt, wo Mediensyndikate eine bedeutende Rolle spielen. Fernsehsyndikate unterscheiden sich von den bundesweit sendenden Rundfunkkonzernen (den sog. Networks) wie NBC, CBS, ABC und FOX durch ihre stark regionale Ausrichtung und ihre wirtschaftlich-unternehmerische Eigenständigkeit.

Die Zusammenarbeit der einzelnen Sender konzentriert sich dabei vor allem auf die gemeinsame Produktion kostspieliger Fernsehsendungen oder den gemeinsamen Programmeinkauf, also die Beschaffung von Lizenzware. Während Fernsehsyndikate gemeinsam Filme und Serien, Magazine und Shows produzieren oder einkaufen, beschränken sich die die gemeinsamen Aktivitäten der Radiostationen vor allem auf Nachrichtensendungen, diverse Wortbeiträge oder Genresendungen (Musiksendungen mit namhaften Moderatoren).

Viele unabhängige US-Sender übernehmen auch Programme öffentlicher Rundfunknetze (Public Networks) wie NPR oder PBS oder kaufen gemeinsam Nachrichtensendungen von spezialisierten Content-Anbietern wie CNN. In den USA sind syndizierte Regionalsender überaus erfolgreich, zumal sie regionale Kompetenz mit massenattraktiven Programmen und Special-Interest-Sendungen verknüpfen. Viele TV-Shows (Serien) laufen zunächst in syndizierten Sendern und werden erst später von nationalen Networks übernommen oder werden nach ihrer Absetzung bei den National Networks von syndizierten Regionalsendern nicht selten mit beachtlichem Erfolg fortgeführt oder wiederholt.

Wie schon erwähnt sind Syndikate prinzipiell unabhängig von den großen TV-Networks. Von ihnen unterscheiden sich streng genommen die sog. Affiliates (Partnersender), die zwar tagsüber eigene Programme veranstalten und wirtschaftlich unabhängig sind, aber zumindest das Hauptabendprogramm mit den Tageshöhepunkten zeitgleich von den Networks übernehmen. Die Owned-and-operated stations hingegen befinden sich gänzlich im Eigentum der großen Networks.

Tagsüber greifen jedoch auch die Affiliates meist auf Syndikatsmaterial zurück, weshalb sich in den USA neuerdings viele Mischformen ergeben haben. Durch die Etablierung kleinerer Networks wie The WB und UPN (die mittlerweile zum CW Network fusioniert wurden) und den wachsenden Erfolg reiner Kabelkanäle hat sich die Konkurrenz auf allen Ebenen verschärft.

Auch öffentliche, mittels privater Spenden finanzierte US-Sender sind in der Regel syndiziert und bilden die wirtschaftliche Grundlage renommierter non-kommerzieller Anbieter wie NPR oder PBS. Daneben gibt es auch internationale Syndikationen, die von bekannten Fernsehanstalten wie der BBC oder der Deutschen Welle beliefert werden. Im englisch-, spanisch- und portugiesischsprachigen Raum sind häufig Syndikate über Länder- und Kontinentalgrenzen anzutreffen (z.B. von Sendern in Großbritannien, Australien und/oder Neuseeland oder zwischen Rundfunkgesellschaften lateinamerikanischer Staaten).

Im Deutschen Raum sind Rundfunksyndikate vor allem bei "privaten" Hörfunkprogrammen (BLR oder Radio NRW) verbreitet. Im Fernsehbereich findet man sie bei den meist im Aufbau befindlichen kommerziellen Fernsehsendern mit regional begrenztem Sendegebiet (z.B. Ballungsraum-TV). In der Schweiz hingegen ist man schon weiter. Seit einigen Jahren gibt da die Tele News Combi; ein Syndikat der grössten (im Moment noch rein) deutschschweizer Regionalfernsehsender.

Siehe auch