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Paul Kagame

Paul Kagame (* 23. Oktober 1957 in der Präfektur Gitarama in Ruanda) ist seit dem 22. April 2000 Präsident von Ruanda.

Leben

Im Jahre 1961 musste Kagame nach Pogromen gegen Tutsis mit seiner Familie aus Ruanda fliehen. In Uganda schloss er sich Yoweri Museveni an und baute dort eine eigene Tutsi-Miliz auf, die später Ruandische Patriotische Front (RPF) genannt wurde. Mit dieser unternahm er in den frühen 1990er Jahren mehrere Invasionsversuche nach Ruanda.

Nachdem der damalige Präsident Juvénal Habyarimana am 6. April 1994 bei einem bis heute nicht geklärten Flugzeugabsturz ums Leben kam, löste dieses Ereignis einen Völkermord aus, bei dem mindestens 800.000 Tutsis und gemäßigte Hutus ermordet wurden und der erst durch das militärische Eingreifen der RPF und die faktische Eroberung des Landes binnen 100 Tagen beendet wurde.

Am 19. Juli 1994 wurde Kagame Vizepräsident und Verteidigungsminister Ruandas. Er wurde am 17. April 2000 mit großer Mehrheit des Parlaments in das Amt des Präsidenten gewählt, das er schon ab dem 24. März 2000 interimsweise ausgeübt hatte.

Bei den Präsidentenwahlen im August 2003 wurde Paul Kagame als Präsident mit 94 % der Stimmen bestätigt. Die Opposition, unter der Führung Faustin Twagiramungu (der selbst den Völkermord von 1994 nur durch Zufall überlebt hat), wirft ihm Wahlbetrug vor und erkennt diese Wahl nicht an.

Der kenianische Ökonom James Shikwati wirft Kagame vor, inzwischen Millionen Menschen im Kongo auf dem Gewissen zu haben.

Literatur

 Commons: Paul Kagame – Bilder, Videos und Audiodateien
Personendaten
Kagame, Paul
Präsident von Ruanda
Oktober 1957
Präfektur Gitarama in Ruanda