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Weiden in der Oberpfalz

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 49° 40′ N, 12° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Höhe: 397 m ü. NN
Fläche: 70,5 km²
Einwohner: 42.577 (30. Sep. 2007)
Bevölkerungsdichte: 604 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92637
Vorwahl: 0961
Kfz-Kennzeichen: WEN
Gemeindeschlüssel: 09 3 63 000
Stadtgliederung: 15 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Dr.-Pfleger-Straße 15

92637 Weiden

Webpräsenz:
www.weiden-oberpfalz.de
Oberbürgermeister: Kurt Seggewiß (SPD)
Im Oberpfälzer Wald 80 km nördlich von Regensburg und 100 km östlich von Nürnberg

Weiden in der Oberpfalz (amtlich: Weiden i.d.OPf.) ist eine kreisfreie Stadt im ostbayerischen Regierungsbezirk der Oberpfalz und liegt 100 km östlich von Nürnberg und 35 km westlich der Tschechischen Republik.

Inhaltsverzeichnis

Wappen

Der Löwe und die bayerischen Rauten erinnern an die frühere Herrschaft der Wittelsbacher. Der Weidenbaum auf einem grünen Dreiberg ist das namengebende Wappensymbol der Stadt.

Geografie

Naturraum und Landschaft

Weiden in der Oberpfalz liegt an der Schnittstelle der Naturräume Oberpfälzer Hügelland und Vorderer Oberpfälzer Wald. Im Stadtgebiet werden diese überregionalen Natureinheiten vertreten durch die weitläufigen, von Wanderwegen gut erschlossenen Waldgebiete Manteler Forst/Altenstädter Wald und Fischerberg. Das Landschaftsbild ist geprägt durch die Tallandschaft der Waldnaab, eingebettet zwischen die welligen, kiefernbestandenen Hügelketten des Oberpfälzer Bruchschollenlandes (dem so genannten Deckgebirge) im Westen und die schroffe Formenvielfalt des uralten kristallinen Grundgebirges im Osten. Der Auenbereich der Waldnaab erstreckt sich als natürlicher Grünzug von Nord nach Süd durch das gesamte Stadtgebiet. Insgesamt befindet sich das Stadtgebiet im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald und ist Ausgangspunkt vieler Wandermöglichkeiten in einer reizvollen und abwechslungsreichen Landschaft.

Stadtteile Weidens

Nachbargemeinden

Die kreisfreie Stadt Weiden umgibt der Landkreis Neustadt an der Waldnaab mit der gleichnamigen Kreisstadt im Norden. In unmittelbarer Nähe zur Stadtgrenze liegen die Gemeinden Altenstadt an der Waldnaab, Schirmitz, Theisseil, Pirk, Bechtsrieth, Luhe-Wildenau, Etzenricht, Weiherhammer, Mantel und Parkstein.

Landesplanung

Die Stadt befindet sich in der Planungsregion Oberpfalz-Nord (6).

Stadtgliederung

Die Stadt Weiden in der Oberpfalz gliedert sich in die 15 Stadtteile: Altstadt, Bahnhof-Moosbürg, Fichtenbühl, Hammerweg, Lerchenfeld, Mooslohe, Neunkirchen, Rehbühl, Rothenstadt, Scheibe, Stockerhut, Weiden-Land, Weiden-Ost I, Weiden-Ost II sowie Weiden-West.

Weiden i.d.Opf aus östlicher Richtung

Geschichte

Das Jahr 1241 gilt als Geburtsjahr von Weiden in der Oberpfalz, obwohl davon ausgegangen werden kann, dass bereits um das Jahr 1000 eine Ansiedlung bestand. Am Schnittpunkt zweier bedeutender Handelsstraßen gelegen, der Goldenen Straße in Ost-West-Richtung und an der Magdeburger Straße von Süden nach Norden, entwickelte sich Weiden in der Oberpfalz schon bald als Handels- und Umschlagplatz. Im Jahr 1531 hatte Weiden in der Oberpfalz bereits 2.200 Einwohner. Zwei Stadtbrände, der Dreißigjährige Krieg und die Pest brachten der Stadt Rückschläge, von denen sie sich erst am Ende des 18. Jahrhunderts wieder erholte.

Der eigentliche Aufschwung der Stadt begann 1863, als Weiden an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Mit der Ansiedlung bedeutender Glas- und Porzellanbetriebe wuchs die Einwohnerzahl, und um die Jahrhundertwende waren es bereits knapp 10.000 Einwohner. Zwischen 1945 und 1955 stieg die Einwohnerzahl durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen auf über 40.000. Weiden hat diesen Zuwachs gehalten, die Wirtschaftskraft und Infrastruktur ausgebaut und durch den Abbau der Grenze und der folgenden Vereinigung Deutschlands, aber auch durch die Öffnung der Grenze zu Tschechien, seinen ursprünglichen Platz in der Mitte Europas wieder eingenommen.

Politik

Zum 1. September 2007 übernahm Kurt Seggewiß (SPD) das Amt des Oberbürgermeisters von Hans Schröpf (CSU). Nach zwei Verurteilungen wegen Untreue und Steuerhinterziehung zum Nachteil der Stadt trat Hans Schröpf aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurück, so dass es zu einer vorgezogenen Oberbürgermeisterwahl kam. Hier setzte sich Kurt Seggewiß in der Stichwahl gegen den amtierenden Bürgermeister Lothar Höher (CSU) mit 58,37% der Stimmen durch.

Die Sitzverteilung im Stadtrat seit 1946
Stadtratswahl 2. März 2008 3. März 2002 10. März 1996 18. März 1990 18. März 1984 5. März 1978 11. Juni 1972 13. März 1966 27. März 1960 18. März 1956 30. März 1952 30. Mai 1948 26. Mai 1946
SPD 17 13 14 13 14 15 19 14 14 11 11 8 10
CSU 13 24 22 24 23 24 21 15 14 15 12 11 16
Bürgerliste Weiden e. V. 4 - - - - - - - - - - - -
Bündnis 90/Die Grünen 3 1 2 2 2 - - - - - - - -
Freie Wähler Weiden 2 2 2 - - - - - - - - - -
BHE *) - - - - - - - 2 3 3 4 - -
BP - - - - - - - - - 1 2 7 -
F.D.P. 1 - - - 1 1 - 1 1 2 - - -
KPD - - - - - - - - - - - 2 1
REP - - - 1 - - - - - - - - -
Sonstige - - - - - - - - - - 3 4 1
Sitze gesamt 40 40 40 40 40 40 40 32 32 32 32 32 28
Wahlbeteiligung in Prozent 52,8 60,0 64,5 74,5 73,3 79,7 74,1 78,3 81,4 81,4 81,4 83,1 92,4

*) Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten und Parteifreie

Bevölkerung

        Jahr           Einwohner  
1531        2.220
1900        9.959
1910, 1. Dezember   (Volkszählung)       14.921
1939, 17. Mai    (Volkszählung)       28.477
1950, 13. September     (Volkszählung)        37.715
1961, 6. Juni     (Volkszählung)        41.711
1970, 27. Mai     (Volkszählung)        42.302
1987, 25. Mai     (Volkszählung)        42.100
Jahr Einwohner
2000, 31. Dezember        43.030
2001, 31. Dezember        43.071
2002, 31. Dezember        42.821
2003, 31. Dezember        42.684
2004, 31. Dezember        42.775
2005, 31. Dezember        42.672
2006, 31. Dezember        42.496

Wirtschaft

Heute leben im Oberzentrum Weiden in der Oberpfalz knapp 43.000 Menschen auf einer Fläche von 68,5 km². Auch wenn die weltbekannten Unternehmen der Glas- und Porzellanbranche diesen Eindruck vermitteln, war Weiden in der Oberpfalz nie eine typische Industriestadt. So sind im vergangenen Jahr von den 30.000 Beschäftigten lediglich ein Drittel im produzierenden Bereich tätig gewesen, während zwei Drittel im Dienstleistungssektor registriert waren. Natürlich haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten Industrie und Gewerbe stark gewandelt. So ist die zweifellos vorhandene Monostruktur von Glas und Porzellan abgebaut und durch Unternehmen des Fahrzeugbaus, der Kunststoffbe-und -verarbeitung sowie des Bereichs Mikroelektronik ergänzt worden. Unternehmen von Weltruf wie Bauscher, Seltmann und Nachtmann bilden aber auch heute noch ein gewichtiges Standbein für den produzierenden Sektor.

Innerhalb der Region Oberpfalz-Nord nimmt die Stadt Weiden in der Oberpfalz eine Vorrangstellung auf wirtschaftlichem Gebiet ein. Dies beweist die hohe Wirtschaftskraft der Stadt. Das Bruttoinlandsprodukt der Stadt Weiden in der Oberpfalz zu Marktpreisen betrug 1990 30.673 Euro je Einwohner, im Jahr 2005 48.102 Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von über 56,8 %. Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten, die vollständige Palette aller Schultypen und gute Einkaufsmöglichkeiten wirken sich auch über die Grenzen der Stadt hinaus mit einem Einzugsgebiet von mehr als 300.000 Menschen positiv aus. Viele politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Verbindungen nähren das pulsierende Leben der Stadt. Weiden in der Oberpfalz ist der kulturelle und wirtschaftliche Mittelpunkt der nördlichen Oberpfalz.

Weiden ist nach dem Landesentwicklungsprogramm Bayern Oberzentrum und mit einem Einzugsbereich von rund 300.000 Personen das Handels- und Dienstleistungzentrum der Region Oberpfalz-Nord. Über die Grenzen hinaus bekannt sind das Versandhaus Witt Weiden, die Firma Hotelporzellan Bauscher Weiden, sowie der Porzellanhersteller Seltmann Weiden. Weiden ist auch Sitz der Firma Auto Teile Unger.

Dennoch hat es die Stadtverwaltung bis heute versäumt, auf den sich schon Mitte der 90er Jahre abzeichnenden Strukturwandel entsprechend zu reagieren. Dieser spiegelt sich im massiven Stellenabbau der ansässigen Bleikristall- und Porzellanindustrie wider. Die Ansiedlung junger dynamischer Unternehmen, sowie die von Dienstleistungsbetrieben, wurde nicht nachhaltig genug betrieben. Freigesetzte Mitarbeiter konnten so nicht von neuen Unternehmen wiedereingestellt werden. So leidet Weiden heute unter einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit. Mangels Perspektiven wandern vor allem junge gut ausgebildete Menschen in die boomenden Regionen Bayerns, wie Regensburg und München ab. Die Stadt Weiden leidet daher, sowie der gesamte grenznahe Raum, unter einem Jugendschwund, der sich auch im Stadtbild deutlich bemerkbar macht.

Medien

Die Versorgung mit Lokal-TV wird durch den Sender „O-TV (Oberpfalz TV)“ mit Sitz in Amberg gewährleistet, zu empfangen im Kabelnetz von Kabel Deutschland. Auch auf der Satellitenposition ASTRA 19,2 Ost wird dieser Sender in einem Zeitfenster unter den Sendenamen ONTV ausgestrahlt.

Direkt in der Altstadt am Unteren Markt befindet sich der Lokalradiosender Ramasuri, der sein Programm auf UKW 99,9 MHz und auf weiteren Frequenzen für die gesamte nördliche Oberpfalz sendet. Speziell für das junge Publikum sendet Radio Galaxy (UKW 89,8 MHz).

Die ansässige Regionalzeitung Der neue Tag ist mit einer Auflage von zirka 100.000 Exemplaren täglich die größte Zeitung der Nordoberpfalz und zugleich einzige Tageszeitung der Region. Erreicht werden 240.000 Leser. Die Zeitung kann überall in der Region mit der jeweils entsprechenden Regionsbeilage erworben werden.

Zwei Anzeigenzeitungen teilen sich den Werbemarkt. Dies sind die Rundschau und OWZ (Oberpfälzer WochenZeitung).

Als Kulturmagazin erscheint Expuls. Die Redaktion befindet sich in der Hochstraße in Weiden.

In der Innenstadt von Weiden befinden sich außerdem drei Buchhandlungen sowie am Bahnhof eine Zeitschriftenhandlung mit Büchern.

Verkehrsverbindungen

Straßenverkehr

Fernstraßen

Bundesautobahnen:

Bundesstraßen:

Vor dem Bau der Autobahn und der Abstufung zur Kreisstraße im Streckenabschnitt zwischen Altenstadt und Schwandorf war die Bundesstraße B 15 (Hof – Schwandorf – Regensburg – Rosenheim) die Hauptverbindung nach Regensburg, welche in Nord-Süd-Richtung durch Weiden verlief.

Ferienstraßen

Durch die Stadt führen vier touristische Straßen:

Schienenverkehr

Der Bahnhof Weiden ist an die Strecken Hof–Weiden–Schwandorf–Regensburg (KBS 855), Bayreuth–Weiden (KBS 867) und (Nürnberg–)Neukirchen (b Sulzbach-Rosenberg)–Weiden (KBS 870) angeschlossen. Zusätzlich zu den Zügen der Deutschen Bahn verkehren die Züge der Vogtlandbahn auf der Strecke Hof–Weiden–Schwandorf–Regensburg.

Öffentlicher Nahverkehr

Das Stadtgebiet wird im Normalverkehr von sieben Buslinien (Linie 1-7) und im Schwachverkehr von fünf Buslinien (Linie 91-95, 98) erschlossen, die sich alle am ZOB gegenüber dem Neuen Rathaus treffen. Der Normalverkehr, bei dem die Busse im 15- bzw. 30-Minutentakt fahren, gilt von Montag bis Freitag ab ca. 06:00 Uhr bis ca. 18:15 Uhr. Vor 06:00 Uhr und ab 18:15 Uhr, sowie an Samstagen, Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen gilt das Schwachverkehrsnetz mit einem 40-Minutentakt.

Luftverkehr

Verkehrslandeplatz Weiden-Latsch mit einer Landebahn: 600x60 m, davon 580x10,5 m als Betonpiste

Fernradwege

Weiden liegt am Waldnaabtal-/Naabtal-Radweg von Bärnau nach Regensburg. Von ihm zweigt im ca. 5 km nördlich gelegenen Neustadt der Bocklradweg ab, mit über 50 km Länge der längste Bahntrassen-Radweg Bayerns. Auf diesem gelangt man über Pleystein und den Grenzübergang Tillyschanz bei Eslarn bis ins tschechische Pilsen.

Städtepartnerschaften und Patenschaften

Städtepartnerschaften

Patenschaften

Sehenswürdigkeiten in der Stadt

Marktplatz

Der Marktplatz erstreckt sich zwischen dem Oberen und dem Unterem Tor. Dazwischen liegt das Alte Rathaus. Der Obere Markt mit seinen schönen Giebelhäusern aus der Zeit nach 1540 erstreckt sich zwischen dem Oberen Tor und dem Alten Rathaus. Zwischen dem Alten Rathaus und dem Unteren Tor befindet sich der Untere Markt, der als Standort für die vier großen Jahrmärkte, die schon seit 1396 überliefert sind, und den Mittwoch und Samstag stattfindenden Wochenmarkt dient. Viele Bürgerhäusern tragen Stilmerkmale der Renaissance.

Altes Rathaus

Das Alte Rathaus wurde von dem Baumeister Hans Nopl, dem Zimmermeister Hans Stieber und dem Steinmetz Andreas Falk von 1539 bis 1545 erbaut. 1914 bis 1917 wurde es umgebaut. Das Glockenspiel wurde im Jahr 1983 der Stadt geschenkt. Im Erdgeschoss des Rathauses sind seit 1981, wie schon in früheren Zeiten, wieder Ladengeschäfte eingerichtet worden. Von der Innenausstattung ist die Balkendecke im großen Sitzungssaal eine gute handwerkliche Arbeit des 16. Jahrhunderts. Das Alte Rathaus war früher nicht nur Verwaltungsgebäude sondern auch Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt. Hier fanden viele Theater- und Tanzveranstaltungen statt. Heute wird dort einmal jährlich eine Stadtratssitzung abgehalten. Auch Trauungen sowie besondere Empfänge finden in diesem historischen Ambiente statt.

Oberes Tor

Durch den neugestalteten Anker-Komplex und das Obere Tor betritt man die Altstadt. Dieses Tor besaß bis 1840 eine halbkreisförmige Vormauer, das Rondell, mit 2 Rundtürmen. Zur Straßenerweiterung wurde das Tor mit Doppelwalmdach 1911 abgerissen und in der vereinfachten Form wiedererrichtet. Linker Hand des Tores beginnt der mächtige Bau des Vesten Hauses, Amtssitz der Herrschaft des Gemeinschaftsamtes Parkstein-Weiden. Pfalzgraf Friedrich von Parkstein bewohnte das Veste Haus von 1585 bis 1593 als Residenz, seine beiden Schwägerinnen, die Fürstinnen von Liegnitz, sind in der Ev.-Luth. Pfarrkirche St. Michael begraben.

St. Michael

Die evangelische Stadtpfarrkirche St. Michael erscheint heute als Barockkirche. Als im Jahr 1396 die um 1280 erbaute frühgotische Vorgängerkirche einem Stadtbrand zum Opfer fiel und abgerissen werden musste, errichtete man bis zum Jahr 1448 eine dreischiffige gotische Kirche, deren Seitenschiffe inmitten des bisherigen Friedhofes erbaut wurden. Nach den Stadtbränden 1536 und 1540 wurde die Kirche 1561 wieder eingewölbt und wohl bei der Rekatholisierung 1627 barockisiert. Zwischen 1653 und 1900 wurde die Michaelskirche von beiden Konfessionen simultan genutzt. Der Turm wurde 1761 nach dem Einsturz von 1759 neu gebaut. Die wirkungsvolle Kanzel wurde 1787 geschaffen und zeigt den Erzengel Michael auf dem Schalldeckel. Die Kirchenstühle sind mit reichen Rokokoschnitzereien versehen. Eine Anzahl bemerkenswerter Grabsteine erinnert an bedeutende Weidener. Das Altarblatt "Christi Geburt" ist ein Werk des Sulzbacher Hofmalers Johann Karl. Max Regers große Orgelwerke erlebten um die Jahrhundertwende ihre Uraufführung in der Michaelskirche. Im Jahr 2000 entschloss sich die Kirchengemeinde, die vorhandene Walcker-Orgel aus dem Jahr 1967 (42 Register) durch einen Neubau zu ersetzen. Die neue deutsch-romantische Orgel mit 53 Registern, die von der Firma Weimbs in Hellenthal gebaut wurde, wurde am 4. März 2007 im Rahmen eines Festgottesdienstes ihrer Bestimmung übergeben.

Altes Schulhaus

Das heutige Kulturzentrum Hans Bauer beherbergt nun das Stadtmuseum, das Stadtarchiv, die Max-Reger-Zimmer, die Städtische Galerie sowie das Tachauer Heimatmuseum mit Erinnerungsstücken des Patenkreises und der Stadt Tachau in Böhmen. Das Gebäude wurde 1529 als Getreidekasten von den Weidener Tuchmachern erbaut. Der Stadtbrand zerstörte 1536 das Haus bis auf die Grundmauern. Nach dem Neubau 1565 wurden die Lateinschule und die Deutsche Schule hier untergebracht. Daher rührt auch die traditionelle Bezeichnung Altes Schulhaus. Das Gebäude wurde von 1975 bis 1979 grundlegend restauriert .

Unteres Tor

Durch das Untere Tor und das Vortor - nach dem Beschuss des Jahres 1635 in der heutigen Form entstanden - gelangt man zum Schlörplatz. Der Fußgängerdurchgang wurde 1955 nach der Beschädigung des Tores durch amerikanische Panzer geschaffen. Zur Zeit ist das Untere Tor Sitz des lokalen Jugendverbandes "Marianische Kongregation"(MC), einem Unterverband des J-gcl.

Alte Stadtmauer

Beim Blick über den Stadtbach von der Kurt-Schumacher-Allee und dem Neuen Rathaus her erkennt man die südwestliche Ecke der alten Stadtbefestigung mit Hauptmauer, Zwingermauer, Eckbastion und Schalenturm. Es lässt sich nicht ermitteln, wann Weiden erstmals befestigt wurde. Eine Urkunde aus dem Jahr 1347 überliefert die Anweisung Kaiser Karls IV., dass die Burggrafen von Nürnberg die Festen Floß und Parkstein sowie den Markt Weiden bessern, bauen und befestigen sollten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt erhielt Weiden also seine erste Mauer, möglicherweise wurde aber auch eine bereits bestehende Stadtmauer erhöht und durch den Ausbau von Türmen verstärkt.

St. Sebastian

In der Sebastianstraße wurde 1486 die Neustiftkapelle erbaut. Durch Blitzschlag und Krieg zerstört, wurde die Kirche 1692 neugebaut und 1697 wieder St. Sebastian geweiht. Am westlichen Chorbogen ist der Renaissance-Grabstein der in Weiden 1590 gestorbenen Zwillingskinder des Pfalzgrafen Friedrich von Parkstein angebracht. Neben dem kunstvollen Eisengitter unter der Empore befindet sich die Kopie des 1792 gestifteten Marienbildes der Kapelle zur Heiligen Staude im Originalrahmen.

Max-Reger-Haus

In der Bürgermeister-Prechtl-Straße befindet sich das letzte Wohnhaus der Familie Reger in Weiden vor ihrem Wegzug nach München im Jahr 1901. Der Komponist Max Reger (1873-1916) verlebte seine Jugendjahre in Weiden und schuf hier seine berühmtesten Orgelwerke. Neben vielem anderen in der Stadt erinnert eine Gedenktafel am Haus an Weidens großen Sohn.

Gustav-von-Schlör-Denkmal

Das Gustav-von-Schlör-Denkmal steht zwischen der Jubiläumseiche vom Jahr 1824, die zum 25-jährigen Regierungsjubiläum König Max I. gepflanzt wurde und der Friedenseiche vom Jahr 1871. Es erinnert an den letzten bayerischen Handelsminister Gustav von Schlör (1820-1883), der 1863 den Eisenbahnanschluss Weidens erreichte und damit den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt begründete. Der Entwurf des Denkmals stammt von Architekt Carl Hocheder, München, die Marmorbüste von Bildhauer Theodor Haf.

Waldsassener Kasten

In dem 1739 bis 1742 durch den Barockbaumeister Frater Philipp Muttone erbauten Waldsassener Kasten befindet sich seit 1990 das Internationale Keramikmuseum. Dort sind eine ständige Ausstellung der Staatlichen Bayerischen Museen und Exponate aus der heimischen Porzellanindustrie beheimatet. Auch die Regionalbibliothek befindet sich in diesem Gebäude.

St. Josef

In den Jahren 1900/1901 wurde in nur 18 Monaten Bauzeit der größte Kirchenbau des Bistums Regensburg seit dem Mittelalter, die katholische Stadtpfarrkirche St. Josef, errichtet. Der Innenraum wurde von Franz Hofstötter, München, im Jugendstil entworfen und durch den Weidener akademischen Maler und Bildhauer Wilhelm Vierling weitgehend gestaltet, dem die Fertigstellung nach 1912 alleine oblag. Architekt des neoromanischen Baus war der Münchener Johann Baptist Schott. Die Kirche ist in ihrer Geschlossenheit in der Jugendstilgestaltung wohl eines der schönsten sakralen Bauwerke dieser Stilrichtung.

Der größte Kirchenbau Weidens beherbergt auch eine der größten und klangmächtigsten Kirchenorgeln der Stadt, die sich sowohl optisch als auch akustisch in den imposanten Raum eingliedert. Der Orgelprospekt von 1901 beruht auf einem Entwurf des Architekten der Kirche Johann B. Schott. Die vier überschlank geformten musizierenden Engel wurden nachträglich vom Münchener Maler Franz Hofstötter auf den Orgelprospekt gesetzt. Ursprünglich beherbergte das Orgelgehäuse ein zweimanualiges Orgelwerk der Firma J. B. Maerz, München, das 1934 durch die Firma G. F. Steinmeyer, Oettingen, grundlegend umgebaut und um ein drittes Manual erweitert wurde. Nachdem dieses elektropneumatische Instrument durch Abnützung und Umwelteinflüsse schadhaft und in Teilen unbespielbar wurde, hat man es 1983 durch einen Neubau der Passauer Orgelbaufirma L. u. W. Eisenbarth ersetzt. Dieses Instrument verfügt über drei Manuale, ein Pedal, 52 Register und mechanische Spieltraktur. Die ausgewogen intonierten Register und die einzigartige Akustik des Raumes vereinen barocke Klarheit mit romantischer Klangverschmelzung, so dass Orgelmusik vieler Stilepochen und insbesondere die Max Regers vorzüglich dargestellt werden kann. Ebenso erfüllt das Instrument alle liturgischen Aufgaben. Die Klangfarben reichen von zarten Streicherstimmen über liebliche Flöten, lyrische und schmetternde Zungenstimmen, kraftvolle Prinzipale und Mixturen bis hin zum Tutti, das den Raum mit vornehmer Zurückhaltung beeindruckend erfüllt, ohne den Zuhörer zu erschlagen. Auch eine Celesta (Glockenspiel) fehlt dabei nicht. Die Orgel ist zu hören bei Gottesdiensten, in Konzerten und in den Sommermatineen, jeweils samstags um 12.05 Uhr in den Monaten Juli, August und September.

Flurerturm

Der Flurerturm ist der letzte Zeuge der alten Vorstadtmauer, die als äußere Stadtmauer 1575 die Stadterweiterungen in den Mauerring einschloss. Einst hatte diese äußere Stadtmauer vier Tortürme und zwei Rundtürme (Rossturm und Flurerturm). Der Baumeister der Vorstadtmauer war Meister Reicholt. Als im Jahr 1634 die Stadt belagert wurde und man freies Schussfeld brauchte, wurde die Vorstadtmauer abgerissen. Der Flurerturm wurde als einziger Bestandteil 1694 wieder aufgebaut und hieß seitdem so, weil er die Dienstwohnung des städtischen Flurers wurde. Vorher hieß er Karlsturm. Heute beherbergt der Flurerturm die Präventionseinrichtungen der Weidener Polizei.

Max-Reger-Park

Am Eingang zum Max-Reger-Park steht die Nepomuk-Kapelle. Die Brückenkapelle St. Johannes Nepomuk wurde 1738/1756 aufgrund eines Gelöbnisses durch Feldmarschall Fellner von Feldeck errichtet. Die Sandsteinstatue des Heiligen Johann Nepomuk wurde geschaffen vom Bildhauer Johann Franz Dult aus Nabburg. Im Max-Reger-Park steht das 1957 von dem Weidener Bildhauer Josef Gollwitzer geschaffene Max-Reger-Denkmal, ein mächtiger Granitblock, Orgelpfeifen nachempfunden, der dem Komponisten gewidmet ist, der mit seinen Eltern 1874 bis 1901 in Weiden lebte. Hier ist auch der Triton-Springbrunnen zu finden, 1953 von dem gleichen Künstler geschaffen. In den Sommermonaten werden im Max-Reger-Park die Weidener Sommerserenaden abgehalten.

Max-Reger-Halle

Als Hommage an den bedeutenden Komponisten und Organisten Max Reger, der in Weiden viele Jahre lebte und arbeitete, entstand zwischen 1989 und 1991 das Kultur- und Kongresszentrum Max-Reger-Halle. Der Gustl-Lang-Saal wurde nach dem ehemaligen bayerischen Wirtschaftsminister August Lang benannt, der Gustav von Schlör-Saal trägt den Namen des letzten bayerischen Handelsministers, dem Weiden den Anschluss an das Eisenbahnnetz verdankt.

Heute bildet diese Halle das kulturelle Zentrum der Stadt.

Veranstaltungen

Theater

Die Kleine Bühne e. V.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Städte ohne eigenes Theater über viele Jahre hin von Städtebund- und Landestheatern mit Bühnenaufführungen versorgt. Weiden wurde ab den 50er-Jahren vom Städtebundtheater Hof bespielt. In den 60er-Jahren liefen die immer bedeutender werdenden Tourneetheater diesen Theaterunternehmen den Rang ab.

In Weiden hat die Buch- und Kunsthandlung Hubert Schlegl zwischen 1968 und 1970 erste Tourneetheateraufführungen auf eigenes Risiko gewagt. Neu war, dass damit ständig wechselnde Ensembles, mit zwei bis vier „Stars“ an der Spitze, bekannt durch Film oder Fernsehen, in die Stadt kamen. Ausverkaufte Häuser gaben dem wagemutigen Unternehmer Recht. Bis 1991 diente das Josefshaus und seine mit Mitteln der Kleinen Bühne laufend verbesserte Bühne als Spielort. Seither steht der Kleinen Bühne die vorzüglich betreute Bühnenanlage der Max-Reger-Halle für ihre Veranstaltungen zur Verfügung. 1970/71 wurde unter dem Veranstalternamen Kleine Bühne erstmals eine ganze Spielzeit (fünf Theateraufführungen) angeboten.

Museen

Die traditionelle Bezeichnung Altes Schulhaus rührt daher, dass seit dem 16. Jahrhundert sowohl die Deutsche Schule, als auch die Lateinschule dort untergebracht waren. Heute ist neben dem Stadtmuseum und der Max-Reger-Sammlung die Galerie im Alten Schulhaus mit Wechselausstellungen einheimischer Künstler in dem Gebäude untergebracht. Auch das Stadtarchiv befindet sich in diesem Haus.

Bibliothek

Das Verwaltungsgebäude mit Getreidespeicher des Zisterzienserorden Kloster Waldsassen aus dem 18. Jahrhundert beherbergt heute in einem 2260 Quadratmeter großen lichtdurchfluteten Lesesaal die Bibliothek. Als weiteres Verwaltungsgebäude wird der benachbarte, über 400 Jahre alte Flurerturm, ein Teil der ehemaligen Stadtbefestigung, genutzt.

Im Einzugsgebiet der grenzübergreifenden Regionalbibliothek leben etwa 300.000 Menschen, darunter auch zahlreiche Leser aus Tschechien. Der Medienbestand umfasst derzeit über 120.000 Bücher, Kassetten, CDs, Videos, DVDs, CD-ROMs, Zeitungen und Zeitschriften.

Musik

Berühmter deutscher Komponist und Organist.

Veranstaltungen, Meisterkurse und Wettbewerb: Förderpreis der Weidener Max Reger-Tage

Die Weidener Musiktage finden im dreijährigen Turnus statt. An diesen Tagen wird die Musik Max Regers jeweils unter einem bestimmten Thema zu der Musik seiner Zeit oder anderer Epochen in Beziehung gesetzt.

Der feinste Jazz in Weiden seit 1975

Bildungsstätten

Grund- und Hauptschulen

Sonderpädagogisches Förderzentrum

Förderschulen erziehen, unterrichten, beraten und fördern Kinder und Jugendliche, die behindert oder von Behinderung bedroht, krank oder vorübergehend in ähnlicher Weise in ihrem Leistungsvermögen beeinträchtigt sind und deshalb sonderpädagogischer Förderung bedürfen.

Für den Eingangsbereich (1. und 2. Klasse) sind Sonderpädagogische Diagnose- und Förderklassen eingerichtet, die in kleinen Klassen mit eigens ausgebildetem Personal die Inhalte der allgemeinen Grundschule vermitteln. Die Kinder haben hier in der Regel drei Jahre Zeit für die Inhalte, die in der allgemeinen Grundschule innerhalb von zwei Jahren vermittelt werden.

Ab dem dritten Schülerjahrgang unterrichtet die Schule in kleinen Klassen nach eigenem Lehrplan mit dem Auftrag einer individuellen Lernförderung.

Für den präventiven Bereich ist die Schulvorbereitende Einrichtung (SVE) in der Asylstraße angesiedelt. Diese Förderung kann bereits drei Jahre vor der Schulpflicht beginnen.

Realschulen

Gymnasien

Schulen des beruflichen Schulwesens: Berufsschule

mit den gewerblichen Abteilungen: - Bau, Holz, Farbe - Elektro - Mechatronik - Metall I und II - Nahrung, Körperpflege, Friseure - Automation und den kaufmännischen Abteilungen: - Beratungsberufe: Bankkaufleute, Rechtsanwaltsfachangestellte und Steuerfachangestellte - Handels- & Industrieberufe - Büroberufe - Gesundheitsberufe

mit dem Ziel, einen Datenverarbeitungs-Fachmann für mittelständische Betriebe auszubilden, nicht nur für EDV-Firmen, sondern - da der Computer fast überall Einzug gehalten hat - auch für andere Firmen, die eine größere Rechneranlage betreiben und verwenden.

Die Europa-Berufsschule in Weiden i.d. Oberpfalz besuchen derzeit ca. 3.400 Schüler, unterrichtet von etwa 150 Lehrkräften (davon ca. 80 in Vollzeit). Die Berufsschule Weiden i.d. OPf. war bereits Teilnehmer im Modellversuch "Modus 21" und ist als berufliche Schule seit 2006 auch im Modellversuch "Profil 21" vertreten.

Berufsfachschulen und Fachschulen

Fachoberschule - Berufsoberschule

Fachakademie und Höhere Landbauschule

Die Kirchliche Fachakademie für Sozialpädagogik bildet junge Frauen und Männer für den Beruf der Erzieherin bzw. des Erziehers aus. Nach Beendigung der Ausbildung werden diese in Kindertagesstätten, heilpädagogischen Einrichtungen, Kinderheimen und in der offenen Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt.

Der landwirtschaftliche Betrieb bietet dabei die einzigartige Verbindung von Theorie und Praxis. Unterrichtsinhalte können in die Praxis umgesetzt werden und praktische Erfahrungen und Fragestellungen fließen in den Unterricht ein.

Hochschule für angewandte Wissenschaften Amberg-Weiden

Die HAW Amberg-Weiden umfasst folgende Bereiche:

Sonstige Schulen

Unterrichtsangebote:

Musikgarten für 1,5- bis 3-Jährige mit einem Elternteil (Muga)

Musikalische Früherziehung (MFE), Vorschulalter für vier- und fünfjährige Kinder

Musikalische Grundausbildung (MGA), für sechs- und siebenjährige Schüler

Instrumentalunterricht

Blockflöte, Querflöte, Klarinette, Saxophon, Oboe, Posaune, Trompete, Horn, Tuba, Violine, Bratsche, Kontrabass, Cello, Gitarre (klassisch), E-Gitarre, E-Bass, Harfe, Klavier, Cembalo, Kirchenorgel, Akkordeon, Schlagzeug, Mallets, Pauken, Percussion

Ensembles

Blockflöten, Saxophon, Klarinetten, Querflöten, Klavier, Streicher, Blechbläser, Akkordeon, Ensemble für Alte Musik, Percussio: Latin, Klassik, Combo-Spiel, Rhythmik für Erwachsene, Kammermusik, Orchesterschule, Gesang, Volksmusikensemble, Schulband, Orff-Gruppen, Sinfonieorchester

Vokalunterricht

Sologesang

Ergänzungsfächer

Harmonielehre I - III, Komposition, Theorie für Jazz, Rock, Pop, Improvisation, Allg. Musiklehre I - II

Die allgemeine Erwachsenenbildung steht allen Bürgerinnen und Bürgern offen.

Die Bundeswehr bildet in Weiden in der Ostmark-Kaserne (Lehrgruppe C, Betreuungsstelle ZAW) in der Zivilen Aus- und Weiterbildung (ZAW) Soldaten zivilberuflich aus, u. a. als IT-Systemelektroniker, Fachinformatiker und Berufskraftfahrer.

Religionen

Christentum

Katholische Kirche

Evangelische Kirche

Freikirchen

Neuapostolische Kirche

Kirchliche Jugendarbeit findet in der Evangelischen Jugend Weiden, der Katholischen Jugendstelle Weiden und auch in der Neuapostolischen Kirche Weiden statt.

Judentum

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Ehrenbürger

siehe Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Weiden i.d.OPf.

Literatur