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Pippi Langstrumpf

Pippi Langstrumpf (schwedischer Originaltitel: Pippi Långstrump) ist die zentrale Figur einer dreibändigen schwedischen Kinderbuch-Reihe von Astrid Lindgren und verschiedener darauf basierender Verarbeitungen. Die Erfolgreichste davon ist die Pippi-Langstrumpf-Verfilmung mit Inger Nilsson. Der Roman und die Verfilmung wurden in viele Sprachen übersetzt.

Inhaltsverzeichnis

Entstehungsgeschichte

Astrid Lindgren erfand die Figur Pippi ursprünglich im Winter 1941 für ihre kranke siebenjährige Tochter Karin, die mit einer Lungenentzündung im Bett lag und sich eine Geschichte von Pippi Langstrumpf wünschte. Astrid Lindgren hatte ursprünglich nicht Schriftstellerin werden wollen.

„[…] und ich hielt mich nicht für berufen, den Bücherstapel noch höher anwachsen zu lassen.“[1]

Aus diesem Grund schrieb Lindgren die Erzählung erst im März 1944 nieder, als sie aufgrund eines verstauchten Fußes ans Bett gebunden war. Zum zehnten Geburtstag von Karin am 21. Mai 1944 schenkte sie der Tochter das Manuskript.

„Ich fiel hin, verstauchte mir den Fuß, mußte liegen und hatte nichts zu tun. Was tut man da? Schreibt vielleicht ein Buch? Ich schrieb Pippi Langstrumpf. […] 1941 lag meine Tochter Karin krank im Bett, und eines Tages sagte sie:'Erzähl mir was von Pippi Langstrumpf.' Es war ein Name, der ihr gerade in diesem Augenblick durch ihren fieberheißen Kopf geschossen war.“[2]

Der schwedische Verlag Bonnier lehnte den Druck des Manuskripts jedoch ab. Lindgren überarbeitete daraufhin den Text und gewann damit 1945 einen Kinderbuch-Wettbewerb des Verlages Rabén&Sjögren, der das Buch dann auch veröffentlichte. Das Manuskript des „Ur-Textes“ wurde erst 2007, anlässlich des hundertsten Geburtstages der Autorin, unter dem Titel Ur-Pippi veröffentlicht.

Romane

Pippi Langstrumpf

Originaltitel: Pippi Långstrump, Stockholm 1945, Illustrationen von Ingrid Vang Nyman; auf Deutsch im Verlag Friedrich Oetinger in Hamburg 1949, Übersetzung: Cäcilie Heinig, Einband und Illustrationen von Walter Scharnweber.

Die Hauptfigur Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz (im Film: Schokominza [3]) Efraimstochter Langstrumpf (schwedisch: Pippilotta Viktualia Rullgardina Krusmynta Efraimsdotter Långstrump) – kurz: Pippi – ist ein freches neunjähriges Mädchen mit roten Zöpfen. Der im Buch erwähnte Namensteil „Pfefferminza“ wurde in der Fernsehserie und in den Filmen meist durch „Schokominza“ ersetzt.

Pippi lebt fast allein in einem großen Haus, der Villa Kunterbunt. Nur ein Pferd namens Kleiner Onkel und ein Affe mit dem Namen Herr Nilsson leben auch noch in dem Haus. Im Film Pippi außer Rand und Band ruft Pippi ihr Pferd einmal mit dem schwedischen Kosenamen „lilla gubben“, was soviel heißt wie „kleiner Kerl“. In der deutschen Übersetzung wurde daraus „Kleiner Onkel“, was seither im deutschen Sprachraum als Name des Pferdes gilt. In Lindgrens Roman ist das Pferd namenlos.

In ihrer Nachbarschaft leben die beiden Kinder „Tommy“ und „Annika“, die Pippi bei ihren Abenteuern begleiten.

Pippi Langstrumpf geht an Bord

Originaltitel: Pippi Långstrump går om bord, Stockholm 1946, auf Deutsch 1950 erschienen, ebenfalls im Verlag Friedrich Oetinger mit obigem Übersetzer/Illustrator

Nachdem Pippi ihren Vater wiedergefunden hat, möchte sie mit ihm auf große Fahrt gehen. Doch dazu müsste sie Tommi und Annika verlassen. Also beschließt sie, bei ihnen zu bleiben, und die drei Kinder erleben neue Abenteuer.

Der Roman trägt den Titel Pippi Langstrumpf geht an Bord, während der Film mit Inger Nilsson den Titel Pippi geht von Bord hat.

Pippi in Taka-Tuka-Land

Originaltitel: Pippi Långstrump i Söderhavet, Stockholm 1948, auf Deutsch 1951 erschienen, ebenfalls im Verlag Friedrich Oetinger mit obigem Übersetzer/Illustrator

Im dritten Roman gibt es die meisten Unterschiede zu der Verfilmung Pippi in Taka-Tuka-Land mit Inger Nilsson. Während die Schwarzen im Film nur erwähnt werden, tauchen diese in dem Roman auch tatsächlich auf. In den 1970er gab es Rassismus-Vorwürfe wegen der Darstellung von Schwarzen in Kinderbüchern, unter anderem auch bei Pippi Langstrumpf.[4]

Spielfilme und Fernsehserie

Die Inszenierung durch Olle Hellbom, mit der Schauspielerin Inger Nilsson in der Hauptrolle, setzt den Roman konsequent um. Das Kind Pippi darf sich unkonventionell gegen die von Erwachsenen aufgestellten Regeln stellen. Dadurch sollen Kinder in ihrer freien Persönlichkeitsentwicklung gestärkt werden. Die schauspielerische Darstellung von Inger Nilsson hat dabei so sehr das Bild von Pippi Langstrumpf geprägt, dass es bisher nur zwei Versuche einer Neuverfilmung gab. Zwar stimmte Astrid Lindgren in den 1990er Jahren einer Zeichentrickserie zu, doch konnte auch diese nicht an den Erfolg der Verfilmung mit Inger Nilsson anschließen.

Die deutsche Synchronstimme Pippi Langstrumpfs in einigen Filmen mit Inger Nilsson ist Andrea L'Arronge, während Eva Mattes in der Serie Pippi synchronisiert hat.

Filme

Die Kinderfilme mit Inger Nilsson als Pippi Langstrumpf
Weitere Pippi-Langstrumpf-Filme

Fernsehserie

Zeichentrick

Ausgaben

deutsch Pippi Langstrumpf, Hamburg, Oetinger 1949
deutsch Pippi Langstrumpf geht an Bord, Hamburg, Oetinger 1950
deutsch: Pippi in Taka-Tuka-Land, Hamburg, Oetinger 1951
Deutsch: Ur-Pippi. Hamburg, Oetinger 2007; ISBN 978-3-7891-4159-1

Sekundärliteratur

Einzelnachweise

  1. Lindgren, Astrid, 'Das entschwundene Land'. Hamburg, 1977. S.74. ISBN 3-7891-1940-7
  2. 'Das entschwundene Land', S. 74
  3. Pippi Langstrumpf und ihre vollständiger Name
  4. Heidi Rösch: Jim Knopf ist (nicht) schwarz. Schneider Verlag, Hohengehren 2000, ISBN 3-89676-239-7.