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Spitalkirche

Eine Spitalkirche oder Hospitalkirche war eine mildtätige Stiftung im Mittelalter. Es waren meist Krankenanstalten, Pflegeheime oder Altersheime, denen ein eigenes Kirchengebäude angehörte. Die Bürgerspitalkirchen in größeren Städten waren dabei nur jenen Einwohnern vorbehalten, die das Bürgerrecht der Stadt besaßen, in solchen Städten gab es dann auch weitere Spitäler und Spitalskirchen für Nichtbürger. Das Wort Hospital oder Spital leitet sich vom lateinischen hospes (Fremdling) ab. Ursprünglich bezeichnete es die meist christlich geführten Armenhäuser.

Nach spätmittelalterlichen Vorstellungen erforderte Krankenpflege hohe Räume, gute Lüftung und ständige Überwachung. Diese waren in den Kirchen angeschlossenen Anbauten durch Emporen oder hochgelegene Laufgänge gegeben. In Spitalkirchen ermöglichte man den Kranken auch den Blick auf den Hochaltar. Dabei waren die Spitalstrakte in der Regel durch Fenster oder Arkadengänge mit den Spitalskirchen verbunden. So bot sich ihnen die Möglichkeit, Gottesdienste mitzuerleben und damit die seelischen Kräfte zu stärken. Manche hegten auch die Hoffnung auf ein Wunder. Diese Unterstützung der Stiftungen durch wohlhabende Bürger waren im Mittelalter auch von der Zuversicht getragen, durch sichtbare christliche Nächstenliebe im Diesseits – in Form von milden Gaben an den Armen – Vergebung von Sünden und Sündenstrafen im Jenseits zu erlangen. Dementsprechend war es für Kranke auch selbstverständlich, täglich für ihre Wohltäter zu beten.

Spitalkirchen in Deutschland

Spitalkirchen in Österreich