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Bodenversauerung

Von Bodenversauerung spricht man, wenn von außen oder durch bodeninterne Prozesse mehr Protonen eingetragen werden, als der Boden neutralisieren kann, und die basischen Reaktionsprodukte von Neutralisationsreaktionen ausgewaschen werden. In der Folge sinkt der Boden-pH ab.

Böden in humiden Klimabereichen versauern im Laufe ihrer Entwicklung (der Pedogenese). Dieser an sich natürliche Vorgang kann durch menschliche Einflussnahme verstärkt werden.

Inhaltsverzeichnis

Natürliche Einflüsse auf den pH-Wert des Bodens

Anthropogene Faktoren

Folgen

Viele Pflanzen sind gegenüber zunehmender Versauerung nicht tolerant. Auf landwirtschaftlich genutzten Böden sinken die Erträge. Das Pflanzenwachstum wird bei pH-Werten unter 3 eingestellt. Im Bereich niedriger pH-Werte steigt zudem die Mobilität toxischer Schwermetalle. Wasser, welches durch versauerte Böden sickert, hat ebenfalls einen niedrigen pH. Das wirkt sich auf die daraus gespeisten Oberflächengewässer aus. Ein Beispiel sind die sauren Seen in Skandinavien. Außerdem wird die Photosyntheserate vieler Pflanzen durch zu hohe Bodenacidität stark herabgesetzt. Dies hat große Folgen sowohl für das Ökosystem Wald als auch für das Leben vieler anderer Organismen.

Maßnahmen

Mit der Kalkung von Äckern, Gärten und Wäldern sowie strengeren Vorgaben zur Abluftreinigung versucht man, die Bodenversauerung einzudämmen. Der Kalk kann bis zu einem bestimmten Punkt die saure Wirkung der Abwässer aufheben. Eine ähnliche Wirkung hat auch Magnesium.

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