Heim

Autogerechte Stadt

Das Schlagwort „autogerechte Stadt“ leitet sich ab vom Titel des 1959 erschienenen Buches Die autogerechte Stadt – Ein Weg aus dem Verkehrs-Chaos des Architekten Hans Bernhard Reichow, eines entschiedenen Verfechters dieser Idee. Es hat sich seither jedoch eher als warnendes Beispiel verfehlter Stadtplanung eingebürgert.

In der autogerechten Stadt sollten sich alle Planungsmaßnahmen dem ungehinderten Verkehrsfluss des Autos unterordnen, das damit zum neuen Maß aller Dinge wurde. Vor allem sollte dies in Verbindung mit klaren Flächenzuweisungen und einer Nutzungsentmischung erfolgen. Die autogerechte Stadt mag somit auch ein Kind der Charta von Athen sein. Schnell wurde jedoch klar, dass diese Planungskonzeption zu einseitig war, da sie den Menschen außer Acht ließ. Trotzdem hängen noch heute viele Stadtplaner und -politiker sowie Wirtschaftstreibende dieser Vision nach.

Die Konzeption der autogerechten Stadt machte eher bewusst, dass Verkehrsplanung nicht ohne Entschleunigung auskommt. Als Kontrapunkt wurde von anderen Stadt- und Verkehrsplanern mittlerweile die autofreie Stadt bzw. das autofreie Wohnen definiert.

Literatur