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Kiellegung

Die Kiellegung markierte im historischen Schiffbau den Baubeginn. Dazu wird der Kiel ausgelegt. Abhängig von der Schiffsgröße kann der Kiel aus mehreren Teilen bestehen. Am Kiel werden dann die Spanten fixiert, an denen wiederum die Außenhaut befestigt wird. Zusammen mit den Decks und weiteren Aussteifungen entsteht der Schiffsrumpf. Im Holzbootsbau wird heute noch ähnlich gearbeitet.

Der Begriff steht unverändert für den Beginn der Montage des Schiffsrumpfes. Dieser Zeitpunkt ist wichtig sowohl für die Bezahlung (Fälligkeit einer Teilsumme) als auch für die Gültigkeit von Vorschriften. Ob neue Vorschriften (z.B. Anti-Fouling-Anstriche betreffend) für ein Schiff angewendet werden, richtet sich oft nach dem Termin der Kiellegung.

Beim industriellen Schiffbau in Sektionsbauweise bedeutet Kiellegung das Auslegen der ersten Sektion (Rumpfabschnitt) am Bauort (Helling oder Dock) per Kran. Die eigentliche Arbeit beginnt mit dem Herstellen der Schweißverbindung zu den anschließend ausgelegten Schiffssektionen.

Bis heute werden als Glücksbringer mehrere Münzen auf die Pallung unter der ersten Sektion gelegt. Das symbolische Auf-Kiel-Legen hat in diesem Zusammenhang die gleiche Bedeutung wie die Grundsteinlegung am Bau und wird in der Regel im Rahmen einer kleinen Zeremonie mit Werft- und Reedereivertretern feierlich begangen.