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Vanguard-Projekt

Vanguard war der Name eines Projekts, das als Vorbereitung auf das Internationale Geophysikalische Jahr initiiert wurde, um einen Satelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen. In seinem Verlauf wurde eine Trägerrakete entwickelt (Test Vehicle, Kürzel TV-x) und es wurden mehrere Satelliten im All ausgesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Die Vorgeschichte

Der US-amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower ließ am 28. Juli 1955 durch den Sprecher des Weißen Hauses, James Hagerty, verkünden, dass er als nationalen Beitrag der USA zum Internationalen Geophysikalischen Jahr (1. Juli 1957 bis 31. Dezember 1958) einen Erdsatelliten in Auftrag geben werde. In Zeiten des Kalten Krieges war dies natürlich eine Herausforderung an die Sowjetunion, die vier Tage später ebenfalls verkündete, einen Satelliten starten zu wollen. Die Russen gewannen das Wettrennen schließlich, als sie es schafften, am 4. Oktober 1957 Sputnik um die Erde kreisen zu lassen.

Als Voraussetzung für ein Projekt für das Internationale Geophysikalische Jahr wurde von den USA ein ziviles Projekt bzw. eine möglichst geringe militärische Beteiligung ins Auge gefasst, um mögliche Differenzen mit der Sowjetunion, mit der sich die USA zu der Zeit im Kalten Krieg befanden, klein zu halten.

Es standen drei verschiedene Varianten zur Auswahl:

Auch aus Geheimhaltungsgründen sollte für die Forschungszwecke nicht auf ein Raketenprojekt der militärischen Forschung zurückgegriffen werden, denn die US-amerikanischen Wissenschaftler wollten ihre Projekte für die Beteiligten aller Nationen so offen wie möglich halten und so viele Informationen wie möglich zur Verfügung stellen. So kam es zu der mutigen Wahl des Projekts Vanguard, für das innerhalb kurzer Zeit eine weitgehende Neuentwicklung der Raketentechnik in Angriff genommen werden musste. Der geplante Raketentyp war deutlich komplizierter als die Technik der provisorischen Jupiter-C-Trägerrakete, die auf einer modifizierten Mittelstreckenrakete vom Typ Redstone basierte.

Die Rakete

Die dreistufige amerikanische Trägerrakete (genannt Test Vehicle, Kürzel TV-x) wurde auf Basis der Viking-Höhenforschungsrakete entwickelt. Sie wurde ab 1957 eingesetzt und erlangte negative Berühmtheit durch ihre Fehleranfälligkeit (9 Fehlstarts bei 12 Missionen).

Daten

Die Satelliten

Vanguard 1

Der kleine, kugelförmige Satellit Vanguard 1, der bei einem Durchmesser von 16 cm eine Masse von etwa 1,5 kg hat, wurde auch scherzhaft Grapefruit genannt. Er war der zweite erfolgreich in den Orbit gebrachte Satellit der USA nach Explorer 1 und der erste Satellit, der mit Solarzellen ausgestattet wurde. Dank dieser Energiequelle konnte man sieben Jahre lang, bis 1964, über die von ihm gesendeten Signale seine Flugbahn verfolgen und daraus Erkenntnisse über die Unregelmäßigkeit der Erdform ableiten.

Durch den Strahlungsdruck wurde Vanguard 1 binnen 28 Monaten um 1600 m aus seiner Bahn verschoben.[1] Stand 2008 befindet er sich aber auch nach 50 Jahren immer noch auf einer stabilen Umlaufbahn. [2]

Starts

Literatur

  1. Horst Stöcker: Taschenbuch der Physik. 3. Auflage, Frankfurt 1998, ISBN 3-8171-1556-3.

Quellen

  1. Stöcker S. 747
  2. http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/289496