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Deutsche Mannschaftsmeisterschaften Schwimmen

Die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften Schwimmen oder kurz DMS sind die Ligenwettkämpfe im Schwimmsport. Wie in anderen Sportarten auch gibt es eine 1. und 2. Bundesliga und absteigend weitere Ligen. Es existieren auch Auf- und Abstiegsregeln. Weil der Schwimmsport aber eine Einzelsportart und keine Mannschaftssportart darstellt, treten in den DMS-Ligen einige Besonderheiten auf.

Inhaltsverzeichnis

Ligeneinteilung

Die Ligeneinteilung gilt für Herren- und Damenmannschaften gleichermaßen. Es gibt zwar getrennte Ligen für Herren und Damen, aber auf den entsprechenden Wettkämpfen werden immer Damen- und Herrenligen parallel ausgeschwommen.

Die 1. Bundesliga besteht aus 12 Mannschaften. Darunter existieren drei 2. Bundesligen: Nord für Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, West für Nordrhein-Westfalen und Süd für die restlichen Bundesländer. Die Etablierung einer eigenen 2. Bundesliga Ost scheiterte im März 2005 nach nur neun Monaten.

Unter der 2. Bundesliga existieren die Landesverbandsligen (z.B. Bayernliga, Sachsenliga etc.), die Landesligen und als unterste Ebene die Bezirksligen.

Die Wettkämpfe finden in der Regel zweimal jährlich statt, in einem Vorkampf Mitte oder Ende Oktober und in einem davon unabhängigen Endkampf Mitte November. Der Vorkampf, in dem jeweils sechs Mannschaften der Herren und der Damen zusammen in einer Stadt antreten, dient der Einteilung in Aufstiegs- und Abstiegsgruppe für den Endkampf. In der 1. Bundesliga heißt der sonst übliche Aufstiegskampf "Meisterrunde". Die Gewinnermannschaft der Meisterrunde darf den Titel Deutscher Mannschaftsmeister führen.

Allgemeines

Strecken

Bei den Ligenwettkämpfen werden alle offiziellen Strecken des Deutschen Schwimmverbandes geschwommen, d.h. 100/200/400 m Lagen, 50/100/200 m Rücken, 50/100/200 m Brust, 50/100/200 m Schmetterling sowie 50/100/200/400 m Freistil. Dazu kommen noch 1500 m Freistil bei den Herren und 800 m Freistil bei den Damen.

Ablauf der Wettkämpfe

Insgesamt werden dafür zwei in sich geschlossene Abschnitte benötigt, die entweder auf verschiedene Tage oder auf Vormittag und Nachmittag des selben Tages verteilt sind. In beiden Abschnitten tritt von jedem Verein jeweils ein Schwimmer über jede Strecke an. In der Praxis starten also sechs Schwimmerinnen aus den sechs unterschiedlichen Vereinen in einer Lage gegeneinander. Nachdem als nächstes die sechs Herren die gleiche Strecke schwimmen, starten danach wieder die Damen mit der nächsten Lage und abwechselnd so weiter, bis alle Lagen einmal geschwommen wurden. Der zweite Abschnitt startet analog zum ersten mit anderen Schwimmern. Für jede erreichte Zeit gibt es eine Punktzahl, die anhand der DSV-Punktetabelle berechnet wird.

Insgesamt darf ein Schwimmer in beiden Abschnitten zusammen nur maximal fünfmal eingesetzt werden. Dies verlangt vom Trainer ein großes Geschick in der Planung der Einsätze, damit keine Punktverluste durch überbeanspruchte Schwimmer entstehen und die Mannschaft als Ganzes optimal punktet.

Besondere Regelungen

Eine Besonderheit ist das Verhalten bei Disqualifikationen: Hier darf ein Schwimmer des Vereines für den disqualifizierten Schwimmer "nachschwimmen", d.h. an dessen Stelle gewertet werden. Allerdings darf auch jetzt niemand mehr als fünfmal starten, so dass hier in der Regel leistungsschwächere Schwimmer eingesetzt werden und damit ein Punkteverlust entsteht. Kommt es beim Nachschwimmen zu einem erneuten Regelverstoß, wird die Strecke mit null Punkten für die Mannschaft gewertet.

Anders als sonst üblich müssen die einzelnen Schwimmer bei diesem Wettkampf nicht im Voraus bekannt sein. Erst unmittelbar vor Beginn des Wettkampfes muss der Trainer die Starter benennen.

Auf- und Abstieg

Im Allgemeinen steigen die beiden schlechtesten Mannschaften aus der Abstiegsgruppe für das nächste Jahr ab und die beiden besten Mannschaften aus der Aufstiegsgruppe auf. Ein Abstieg aus der Aufstiegsgruppe und umgekehrt ist nicht möglich. Meistens werden, wie beispielsweise beim Aufstieg in die 1. Bundesliga, die sechs besten Mannschaften der drei Zweitligisten zusammen zu einem Aufstiegstreffen geführt. In der niedrigsten Liga findet hingegen nur ein einziges Treffen (während des Endkampfes der höheren Ligen) statt und der Aufstieg wird in einem Fernduell ermittelt.

Bedeutung

Da Schwimmen in Augen vieler Zuschauer und Eltern ausschließlich als Einzelsportart gilt, sind die Mannschaftsmeisterschaften wesentlich weniger bekannt als die entsprechenden Einzelmeisterschaften. Im Allgemeinen ist der Eintritt bis zur 2. Bundesliga kostenlos, das Zuschauerinteresse hält sich aber in Grenzen. In der Meisterrunde 2005 wurden etwa 200 Zuschauer gezählt. Trotzdem ist auch in den niedrigen Ligen die Stimmung am Beckenrand meistens sehr gut. Die Mannschaftsmeisterschaften sorgen hierbei für ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das sonst unter den Schwimmern eines Vereins nicht so stark ausgeprägt ist. Dies zeigt sich unter anderem in gemeinsamen Outfits, eigens einstudierten Schlachtrufen und einer gewaltigen Geräuschkulisse, vor allem vor den abschließenden 100m Freistil. Hier muss der Wettkampf manchmal für mehrere Minuten unterbrochen werden, weil sich durch die lauten Anfeuerungsrufe die Kampfrichter nicht untereinander verständigen können.

Deutsche Mannschaftsmeister

Herren

Damen

Teams in der 1. Bundesliga 2006/07

Herren

SV Wasserfreunde 1898 Hannover, SG Dortmund, SG Neukölln Berlin, SG EWR Rheinhessen Mainz, SC Magdeburg, SG Bayer Wuppertal/Uerdingen/Dormagen, SG Frankfurt, SV Nikar Heidelberg, VfL Sindelfingen, SV Würzburg 05, SSG Saar Max Ritter (Aufsteiger), DSW 1912 Darmstadt (Aufsteiger)

Damen

SV Halle/Saale, SSG 81 Erlangen, SG Frankfurt, SV Nikar Heidelberg, SC Magdeburg, SG Bayer Wuppertal/Uerdingen/Dormagen, SG Neukölln Berlin, SSG Saar Max Ritter, EVI Hildesheim, SG Essen, SC 1911 Wiesbaden (Aufsteiger), AMTV-FTV Hamburg (Aufsteiger)