Heim

Pretty Woman

Filmdaten
Deutscher Titel: Pretty Woman
Originaltitel: Pretty Woman
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1990
Länge (PAL-DVD): 119 Minuten
Originalsprache: englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Garry Marshall
Drehbuch: J. F. Lawton
Produktion: Roger Joseph Pugliese
Musik: James Newton Howard
Kamera: Charles Minsky
Schnitt: Raja Gosnell, Priscilla Nedd-Friendly
Besetzung

Pretty Woman ist ein US-amerikanischer Liebesfilm von Garry Marshall aus dem Jahr 1990. Der Film gilt als Durchbruch für Julia Roberts.


Inhaltsverzeichnis

Handlung

Finanzmogul Edward Lewis befindet sich auf einer elitären Party, als er einen Anruf erhält: seine Geliebte will ihn verlassen. Frustriert macht er sich im Luxussportwagen seines Freundes und Anwalts Phil auf den Weg nach L.A., um dort im hocheleganten Regent Beverly Wilshire abzusteigen.

Auf dem Hollywood Boulevard, der berühmten Liebesmeile, hält er an, um nach dem Weg zu fragen. Die Prostituierte Vivian Ward, die glaubt, einen zahlungskräftigen Kunden gefunden zu haben, verlangt 10 Dollar für ihre Auskunft. Lewis ist wider Willen beeindruckt von soviel Frechheit und lässt sich schließlich von Vivian zum Hotel fahren. Dort angekommen, nimmt er sie mit aufs Zimmer.

Am nächsten Morgen beschließt er, sie für eine Woche als Gesellschafterin zu engagieren, da er für seine geschäftlichen Transaktionen weibliche Begleitung benötigt. Die lebenslustige, aber gesellschaftlich völlig unerfahrene Vivian erhält in einer peinlichen Situation unerwartete Hilfe vom Hotelmanager, der sie eigentlich herauswerfen wollte: er verschafft ihr die Möglichkeit, für ein wichtiges Geschäftsessen das passende Kleid zu erwerben und vermittelt ihr elementare Kenntnisse in Tischkultur.

Vivian meistert das Dinner bis auf ein paar kleinere Fauxpas glänzend und zieht sich Lewis' Bewunderung zu, doch der Abend verläuft dennoch nicht wie geplant. Es macht ihm plötzlich keinen Spaß mehr, seinen Gewinn aus anderer Menschen Unglück zu ziehen – und er will nicht, dass Vivian schlecht von ihm denkt.

Die folgende Woche wird zum märchenhaften Abenteuer für Vivian - Höhepunkt ist ein wunderbarer Opernabend - und zur unerwarteten Kehrtwende in Edward Lewis' Leben, der auf einmal beginnt, die Welt mit Vivians Augen zu sehen. Die Werft, ein Familienunternehmen, das er ursprünglich übernehmen und zerschlagen wollte, um die einzelnen Teile mit Gewinn zu veräußern (sog. Corporate Raider) will er nun sanieren. Der geld- und machthungrige Anwalt Phil ist außer sich vor Wut und versucht, sich an Vivian zu vergreifen. Lewis kann in letzter Minute eingreifen und wirft Phil hinaus.

Edward möchte den Kontakt zu Vivian aufrechterhalten, ist jedoch nicht in der Lage, sich zu ihr zu bekennen. Er bietet ihr deshalb an, seine Geliebte zu werden. Vivian, tief in ihren Gefühlen verletzt, lehnt dieses Angebot ab - sie will alles oder nichts. Edward kann sich jedoch nicht zu mehr durchringen, und so verlässt sie ihn, nachdem ihr Abkommen erfüllt ist.

Allein gelassen, kommt Edward ins Grübeln und merkt schließlich, dass er ohne Vivian nicht mehr leben möchte. Mit Hilfe des Hotelmanagers findet er sie und sie gestehen sich gegenseitig ihre Liebe.

Kritiken

Die Handlung wurde manchmal als unrealistisch oder sogar verlogen kritisiert. Die Leistungen der Darsteller und die Inszenierung wurden hingegen gelobt.

Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times vom 23. März 1990, der Film sei besonders süß (sweet) und offenherzig (openhearted), jedoch nicht besonders realistisch (it seems to be constructed out of the stuff of realism). Ebert lobte sehr stark die Darstellung von Julia Roberts, die den gespielten Charakter mit Humor füllen würde und der er eine große Zukunft in Hollywood voraussagte.

"Das bekannte „Pygmalion“-Thema in einer unterhaltsamen Neuauflage (...) Eine elegant von der Komödie zum märchenhaften Melodram wechselnde Fabel, die im spielerischen Umgang mit den Klischees Zeit und Lust findet, der menschlichen Seite des Stoffes etwas näherzukommen, und das Happy-End in eine Kino-Illusion par excellence verwandelt." - „Lexikon des internationalen Films“ (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997

Auszeichnungen

Julia Roberts wurde 1991 für den Oscar in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin nominiert. Gewinnen konnte sie in dieser Kategorie im gleichen Jahr den Golden Globe Award.

Julia Roberts, die Kostümdesignerin Marilyn Vance, die Filmproduzenten (Bester Film) sowie der Drehbuchautor J.F. Lawton wurden im Jahr 1991 für den Filmpreis BAFTA Award nominiert. Pretty Woman wurde im selben Jahr für den César in der Kategorie Bester ausländischer Film nominiert.

Roxette bekamen für ihren Titel It Must Have Been Love 1991 den Grammy für den besten Soundtrack.

Außerdem erhielt der Film folgende Auszeichnungen:

Entstehungsgeschichte

Der Arbeitstitel des Filmprojekts lautete 3000 nach der Summe von 3.000 US-Dollar, die Vivian für ihre Liebesdienste vom Edward Lewis bekommen sollte. Erst später wurde der Film nach seinem Titellied Oh, Pretty Woman, dem Lied von Roy Orbison, benannt.

Ursprünglich war kein Happy End vorgesehen, Vivian sollte nach einer Woche zu ihrer früheren Beschäftigung zurückkehren. Später wurde J. F. Lawton mit Drehbuchänderungen beauftragt; man hatte unter anderem erwogen, dass Vivian im Hotel angestellt werden oder einen anderen Liebhaber finden sollte. In weiteren Versionen sollte die Geschichte den bekannten Ausgang finden. Einige Überarbeitungen haben die Autoren Stephen Metcalfe, Robert Garland und Barbara Benedek vorgenommen.

Die Dreharbeiten begannen im Juli 1989 und wurden am 18. Oktober desselben Jahres abgeschlossen. Wegen der Unsicherheiten zum Handlungsverlauf hatte der Regisseur viel mehr Szenen gedreht als eigentlich notwendig waren; von ca. 115.000 Metern Filmmaterial wurden lediglich ca. 19.000 Meter auch wirklich verwendet. Die Premiere in den USA fand am 23. März 1990 statt. In Deutschland kam der Film am 5. Juli 1990 in die Kinos und war der meistgesehene Film des Jahres.

Wissenswertes

Literatur