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Paul Hartmann (Schauspieler)

Paul Hartmann (* 8. Januar 1889 in Fürth; † 30. Juni 1977 in München; gebürtig Paul Wilhelm Constantin Hartmann) war ein deutscher Schauspieler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der Sohn von Wilhelm Hartmann, Leiter eines Spielwaren-Exportunternehmens und dessen Frau Maria, geborene Betz nahm nach dem Abitur ab 1907 Schauspielunterricht bei Adalbert Czokke. Nach einer klassischen Theaterausbildung erhielt Hartmann im Herbst 1908 ein Engagement am Stadttheater von Zwickau.

1910 spielte er am Bellevue-Theater in Stettin, 1911 am Stadttheater Zürich. Im November 1913 wurde er von Max Reinhardt an das Deutsche Theater in Berlin engagiert. Ende 1917 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen.

1924 ging er an das Theater in der Josefstadt in Wien, 1925 wechselte er an das Burgtheater. Seit dem 1. Januar 1935 gehörte er zum Ensemble des Preußischen Staatstheaters Berlin, wo er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges blieb. Im April 1942 wurde er Präsident der Reichstheaterkammer.

Bereits früh fand Hartmann den Weg zum Film und spielte zunächst jugendliche Liebhaber, später romantische und melancholische Charaktere. Mit Aufkommen des Tonfilms wechselte Hartmann ins Fach des harten und unerbittlichen Heroen, so z.B. als Konstrukteur und Kapitän neben Hans Albers in F.P.1 antwortet nicht und als aufopferungsvoller Ingenieur in Curtis Bernhardts Der Tunnel. Seit Mai 1937 gehörte er dem Kunstausschuss der UFA an. Sein Einsatz in der nationalsozialistischen Kulturpolitik sowie die Mitwirkung in Propagandafilmen wie Pour le mérite (1938) und Ich klage an (1941, unter der Regie von Wolfgang Liebeneiner) taten nach dem Zweiten Weltkrieg weder seiner Karriere noch seiner Beliebtheit einen Abbruch.

Nach einem 1945 auferlegten Auftrittsverbot kehrte Hartmann im April 1948 in Bonn bei einer Faust-Inszenierung in der Titelrolle auf die Bühne zurück. In den 50er Jahren agierte er am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Berliner Theater am Kurfürstendamm und anderen Theatern der Bundesrepublik sowie am Wiener Burgtheater. Er konnte auch seine Karriere als Filmschauspieler wieder aufnehmen, obwohl Hartmann nun wegen seines vorgerückten Alters vorwiegend Nebenrollen als älterer Charakterdarsteller übernahm.

Hartmann war seit dem Ersten Weltkrieg mit einer slawonischen Ballettmeisterin verheiratet, die 1952 starb. 1955 heiratete er die Malerin Elfriede Lieberun. Er liegt auf dem Friedhof Rosenheim begraben.

Auszeichnungen

Filmografie (Auswahl)

  • 1915: Moest
  • 1919: Taumel
  • 1920: Anna Boleyn
  • 1921: Schloß Vogelöd
  • 1922: Der falsche Dimitry
  • 1923: Alt-Heidelberg
  • 1925: Zur Chronik von Grieshuus
  • 1926: Der Rosenkavalier
  • 1927: Tingel-Tangel
  • 1932: F.P.1 antwortet nicht
  • 1933: Unsichtbare Gegner
  • 1933: Der Tunnel
  • 1934: Schwarzer Jäger Johanna
  • 1935: Mazurka
  • 1935: Die klugen Frauen
  • 1936: Das Schloß in Flandern
  • 1936: Stärker als Paragraphen
  • 1937: Togger
  • 1937: Die Warschauer Zitadelle
  • 1938: Dreiklang
  • 1938: Pour le mérite
  • 1939: Irrtum des Herzens
  • 1940: Bal paré
  • 1940: Bismarck
  • 1941: Ich klage an
  • 1943: Gefährtin meines Sommers
  • 1944: Die Affäre Roedern
  • 1951: Das Tor zum Frieden
  • 1952: Cuba Cabana
  • 1953: Regina Amstetten
  • 1954: Rittmeister Wronski
  • 1954: Man on a Tightrope
  • 1955: Rosen im Herbst
  • 1955: Die Barrings
  • 1957: Es wird alles wieder gut
  • 1958: Rivalen der Manege
  • 1959: Der blaue Nachtfalter
  • 1959: Rosen für den Staatsanwalt
  • 1959: Buddenbrooks (2 Teile)
  • 1962: Der längste Tag (The longest Day)
  • 1962: Waldrausch
Personendaten
Hartmann, Paul
Hartmann, Paul Wilhelm COnstantin
deutscher Schauspieler
8. Januar 1889
Prien am Chiemsee
30. Juni 1977
München