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Bistum Chur

Karte
Basisdaten
Staat Schweiz
Kirchenprovinz Immediat
Diözesanbischof Vitus Huonder
Weihbischof Paul Vollmar SM
Emeritierter Diözesanbischof Amédée Grab OSB
Emeritierter Weihbischof Peter Henrici SJ
Generalvikar Paul Vollmar (Zürich, Glarus)
Martin Kopp (Schwyz, Uri, Obwalden und Nidwalden)
Fläche 12.267 km²
Pfarreien 309 (2004)
Einwohner 1.642.575 (2004)
Katholiken 777.280 (2004)
Anteil 47,3 %
Diözesanpriester 385 (2004)
Ordenspriester 300 (2004)
Ständige Diakone 33 (2004)
Katholiken je Priester 1.135
Ordensbrüder 366 (2004)
Ordensschwestern 977 (2004)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Deutsch
Italienisch
Rätoromanisch
Kathedrale St. Maria Himmelfahrt
Anschrift Hof 19
Postfach 133
7002 Chur
Webpräsenz www.bistum-chur.ch

Das Bistum Chur (lat. Dioecesis Curiensis) liegt im Osten der Schweiz und umfasst die Kantone Graubünden und Schwyz, sowie provisorisch seit 1819 Uri,[1] Glarus, Obwalden, Nidwalden und Zürich.[2] Patron des Bistums Chur ist der heilige Luzius und die Bischofkirche ist die Churer Kathedrale St. Maria Himmelfahrt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die historische kirchliche Einteilung der Schweiz

Das Bistum Chur entstand vermutlich im 4. Jahrhundert im Territorium von Churrätien. Ein Bischof der Diözese Chur wurde erstmalig im Jahre 451/52 urkundlich erwähnt. Bekannt durch sein Testament wurde Bischof Tello im 8. Jahrhundert.

Sitz des Bischofs von Chur ist der Bischöfliche Hof in der Stadt Chur. Die gegenwärtige barocke Anlage stammt aus den Jahren 1732/33.

Der Legende nach war der Heilige Luzius der in Chur um das Jahr 176 als Märtyrer hingerichtet wurde der erste Bischof. Seine Gebeine werden in der Kathedrale in Chur aufbewahrt und er gilt als Patron des Bistums.

Der Bischof von Chur kontrollierte im Mittelalter als weltlicher Herrscher, als «Fürstbischof» des Heiligen Römischen Reiches, grosse Teile des heutigen Graubündens, Chiavenna, Bormio und den Vinschgau. Dabei stand er in ständigen Fehden, Kriegen und Rechtskonflikten mit seinen Ministerialen einerseits (Freiherren von Vaz, denMatsch, Sax-Misox, Werdenberg-Sargans u.a.) und konkurrierenden Landesherrschaften andererseits (Herzogtum Mailand, Grafschaft Tirol, Habsburger). Bereits im 14. Jahrhundert gingen die Grafschaften Chiavenna und Bormio an Mailand verloren. Auch der Vinschgau und das Unterengadin waren faktisch bereits in der Hand der Grafen von Tirol. Darauf schlossen sich die Untertanen des Bischofs, die so genannten «Gotteshausleute», 1367 zum Gotteshausbund zusammen, um ihre Entfremdung vom zerfallenden Fürstbistum zu verhindern. Der Gotteshausbund war bis 1798 Teil des Freistaats der Drei Bünde. Der Bischof von Chur gehörte als Reichsfürst dem Österreichischen Reichskreis an.

Kirchlich gehörte das Bistum Chur zuerst zum Erzbistum Mailand. Nach der Teilung des Fränkischen Reiches im Jahre 843 bis 1803 unterstand es dem Erzbistum Mainz, seither direkt dem Papst.

Im Jahre 1819 erhielt das Bistum Chur Teile des erloschenen Bistums Konstanz (Ob- und Nidwalden, Teile von Uri, Schwyz, Glarus und Zürich) zur provisorischen Administratur,[3] im Gegenzug verlor es den Vinschgau und Teile des Vorarlbergs. 1823 wurde der Name in Bistum Chur-St. Gallen geändert, bis es 1847 zur Trennung in die Bistümer Chur und St. Gallen kam.

In den 1990er Jahren war das Bistum Chur geprägt durch den Streit um den damaligen Bischof Wolfgang Haas. Während des Streites kam vielfach der Ruf nach Neuordnung des Bistums Chur auf, da insbesondere der zum Kanton Zürich gehörende Teil des Bistums in scharfer Ablehnung zur Churer Bistumsführung stand. Der Heilige Stuhl löste das Problem jedoch 1997 nicht durch eine Neuordnung des Bistums und damit der Gründung eines Bistums Zürich, sondern durch die (kirchliche) Abtrennung des Fürstentums Liechtenstein vom Bistum Chur. Das Gebiet des Fürstentums Liechtenstein wurde zum Erzbistum Vaduz erhoben mit Wolfgang Haas als erstem Erzbischof.

Wappen

Das Wappen des Bistums Chur ist seit dem 13. Jahrhundert der aufrechte schwarze Steinbock auf silbernem Grund. Das Wappen wurde später auch vom Gotteshausbund übernommen und fand im 19. Jahrhundert so Eingang in das Wappen des Kantons Graubünden.[4]

Diözesankalender

Im Bistum Chur wird der Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet um die folgenden Eigenfeiern ergänzt (dahinter jeweils der Rang und die liturgische Farbe).

Abkürzungen: H = Hochfest, F = Fest, G = Gebotener Gedenktag, g = Nichtgebotener Gedenktag, GK = Generalkalender, RK = Regionalkalender

Siehe auch

Literaturverweise

  1. Das Urserental gehörte nicht zum Bistum Konstanz und hat deshalb einen definitiven Zugehörigkeitsstatus zum Bistum Chur.
  2. Artikel Chur (Diözese, Fürstbistum) im Historischen Lexikon der Schweiz.
  3. wobei nur der Kanton Schwyz inzwischen dem Bistum definitiv zugeschlagen worden ist, während die übrigen ehemaligen Konstanzer Bistumsteile weiterhin – wenn auch seit bald 200 Jahren – provisorisch durchs Bistum verwaltet werden.
  4. Louis Mühlemann: Wappen und Fahnen der Schweiz. Zürich 1980, S. 114.