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Feldkirchen (Neuwied)

Feldkirchen ist ein Stadtteil von Neuwied in Rheinland-Pfalz mit 5.466 Einwohnern (Stand 30 Juni 2006). Es setzt sich aus den Ortsteilen Fahr, Gönnersdorf, Hüllenberg und Wollendorf zusammen.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Feldkirchen liegt im Westen der Stadt Neuwied direkt am Rhein, gegenüber von Andernach. Nordwestlich liegt die Ortsgemeinde Leutesdorf, östlich der Stadtteil Irlich. Feldkirchen liegt am Rand des Naturparks Rhein-Westerwald. Die Ortsteile Fahr, Gönnersdorf, Hüllenberg und Wollendorf sind inzwischen zusammengewachsen.

Geschichte

Funde aus der Eiszeit

Einer archäologischen Sensation kam der Fund gleich, der 1968 bei Aushubarbeiten in Gönnersdorf gemacht wurde: Man entdeckte einen Siedlungsplatz eiszeitlicher Jäger aus der Zeit um etwa 12.000 v. Chr. Die Ausgrabungen brachten die Spuren von zwei kleineren Rundzelten und drei größeren, fellbedeckten Behausungen zutage.

In dem systematisch ergrabenen Siedlungsbereich von 650 m² Umfang fanden sich Knochen von Mammuts, Wildpferd, Wisent, Ur, Ren, Hirsch und Eisfuchs, ferner Werkzeuge aus verschiedenem Gestein, Schmuck und Schieferplättchen mit eingeritzten Zeichnungen. Diese Funde geben ein anschauliches Bild vom Leben der Eiszeitjäger und führten zur Gründung des Museums für die Archäologie des Eiszeitalters in Neuwied-Monrepos.

Fahr

Der Ort wird im Jahre 1152 erstmals als Flußübergangsstelle erwähnt. Vier Jahrzehnte später erwirbt das Kloster St. Thomas (in Andernach) Weingärten und Äcker zu „Vare“.

Gönnersdorf

Im Jahr 1906 wurde hier ein fränkisches Gräberfeld gefunden. Auf die Vorzeitliche Besiedlung wurde oben bereits hingewiesen. Aus dem Mittelalter liegt nur spärliches Quellenmaterial vor. Der Dorfname kommt seitdem in verschiedenen Schreibweisen vor.

Hüllenberg

Der Ort wird erstmals um 1280 in dem Protokoll über die Gründung und das Patronat der Feldkirche erwähnt. Der Ort war wohl jahrhundertelang Teil von Gönnersdorf, ehe er Ende der 1480er Jahre seine Selbständigkeit erlangte.

Rockenfeld

Der Ort trennte sich im Jahr 1693 von Gönnersdorf, zu dem er bis dahin gehörte. Aufgrund stetiger Abwanderung der Einwohner beschloss der Gemeinderat im Jahr 1965 die Auflösung des Dorfes. Heute ist Rockenfeld eine Wüstung. Von Rockenfeld leitet sich der Familienname Rockenfeller (in Neuwied noch häufig anzutreffen) bzw. Rockefeller ab.

Wollendorf

Auch dieser Ort war früh besiedelt. Davon zeugen Funde aus der Bronze-, Römer- und Frankenzeit. Wollendorf wird im Jahr 1263 erstmals urkundlich erwähnt.

Eingemeindung

Die zuvor eigenständigen Gemeinden Fahr, Gönnersdorf, Hüllenberg, Rockenfeld und Wollendorf wurden nach Mehrheitsbeschluss der einzelnen Gemeinderäte im Mai 1966 auf Verfügung der Bezirksregierung Koblenz mit Wirkung vom 1. August 1966 zu einer Großgemeinde unter dem historischen Namen Feldkirchen zusammengeschlossen. Rockenfeld war zu der Zeit bereits in der Auflösung. Feldkirchen gehörte zum Amt Niederbieber-Segendorf (ab 1968 Verbandsgemeinde Niederbieber-Segendorf). Im Vollzug der vom Landtag Rheinland-Pfalz am 13. Juli 1970 beschlossenen Verwaltungsreform, die am 7. November 1970 in Kraft trat, wurde die Gemeinde Feldkirchen aufgelöst und der „Neuen Stadt Neuwied“ zugeordnet. Mit Beschluss des Stadtrats Neuwied vom 22. Januar 1971 wurde Feldkirchen ein Stadtteil, welcher durch einen Ortsbeirat und einen Ortsvorsteher vertreten wird. Fahr, Gönnersdorf, Hüllenberg und Wollendorf werden als Ortsbezeichnung innerhalb des Stadtteils beibehalten.

Sehenswürdigkeiten

Feldkirche im Ortsteil Wollendorf:

Die spätromanische Feldkirche zählt zu den historisch bedeutenden Kirchen am Mittelrhein und ist zugleich eine der ältesten Kirchen im heutigen Stadtgebiet von Neuwied.

Siehe auch ausführliche Beschreibung unter Feldkirche.

Das Rheinische Haus im Ortsteil Fahr:

Der im Jahr 1584 erbaute Fachwerkbau von komplizierter Konstruktion über steinernem Untergeschoß mit breitem Tor neben dem Hauseingang ist das älteste bestehende Haus im Ortsteil Fahr.

Die „Burg“ im Ortsteil Wollendorf:

Von dem burgartig befestigten Herrensitz sind Reste aus dem Mittelalter erhalten. Ihre Grundmauern und Kellergewölbe sollen aus dem 11. oder 12. Jahrhundert stammen.


Koordinaten: 50° 27' 6" N, 7° 25' 3" O