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Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder

Der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. (BdP) ist der größte interkonfessionelle Verband für Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Deutschland mit etwa 30.000 Mitgliedern[1].

Inhaltsverzeichnis

Profil

Die Arbeit des BdP ist geprägt von den Grundsätzen der Pfadfinderbewegung (Pfadfinderversprechen, Pfadfinderregeln, fortschreitende Programme) und der Bündischen Jugend. In drei Altersgruppen oder Stufen (laut pädagogischer Konzeption des BdP Wölflinge von etwa 7 bis 11, Pfadfinderinnen und Pfadfinder von etwa 11 bis 16 und Ranger und Rover ab 16 Jahren) treffen sich Mädchen und Jungen regelmäßig zu Gruppenstunden (bei Wölflingen Meutenstunde, in der Pfadfinderstufe Sippenstunde und bei Rangern und Rovern Runde genannt), Fahrten, Zeltlagern, Workshops, Wanderungen und vielen anderen Freizeitaktionen.

Der BdP ist politisch und weltanschaulich unabhängig. Die Arbeit ist gemeinnützig, öffentlich anerkannt und wird ehrenamtlich geleistet. Als freier Träger der Jugendarbeit werden die Ausgaben aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und öffentlichen Zuschüssen finanziert.

Der BdP ist sowohl Mitglied im Ring Deutscher Pfadfinderinnenverbände (RDP) als auch im Ring deutscher Pfadfinderverbände (RdP). Damit gehört er auch den Weltpfadfinderverbänden World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS) und World Organization of the Scout Movement (WOSM) an.

Aufgrund der ähnlichen Abkürzungen wird der BdP (Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder) mit kleinem „d“ häufig mit dem Bund Deutscher PfadfinderInnen (BDP) mit großem „D“ verwechselt.

Geschichte

1971 verließ nach knapp verlorener Vorstandswahl ein Teil des Verbandes den Bund Deutscher Pfadfinder (BDP) und gründete den Bund der Pfadfinder (BdP). Ursache waren unüberbrückbare Differenzen über die Politisierung des BDP, die als sozialistische Unterwanderung empfunden wurde. Der Weltverband der Pfadfinderbewegung WOSM hatte signalisiert, diesen Verstoß gegen den Grundsatz der internationalen Pfadfinderbewegung, unpolitisch zu sein, nicht mehr länger zu dulden. Daraufhin löste sich im Mai 1971 der Ring deutscher Pfadfinderbünde auf. Mit der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg, dem vom BDP abgespaltenen Bund der Pfadfinder (BdP) sowie dem durch Zusammenschluss der drei evangelischen Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände entstandenen Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) gründete sich der Dachverband am 1. Januar 1973 als Ring deutscher Pfadfinderverbände neu. Dieser Dachverband war und ist notwendig für die Mitgliedschaft im Weltverband der Pfadfinderbewegung WOSM. Etwas vereinfachend war dieser Vorgang der Ausschluss des BDP aus der internationalen Pfadfinderbewegung.

1976 fusionierten der Bund der Pfadfinder (BdP) und der Bund Deutscher Pfadfinderinnen (BDP) zum Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP).

Landesverbände

Der BdP ist in verschiedene Landesverbände aufgeteilt, die sich in der Regel an den Grenzen der Bundesländer orientieren.

Die Landesverbände sind in unterschiedlicher Weise in den BdP integriert. Teilweise sind sie nur eine unselbstständige Untergliederung des BdP. In diesem Fall sind sie rechtlich nicht selbständig, der gewählte Landesvorsitzende ist nur Erfüllungsgehilfe des Bundesvorsitzenden. Andere Landesverbände sind eingetragene Vereine. In diesem Fall liegen alle Rechte und Pflichten beim Vorsitzenden des als e.V. eingetragenen Landesverbandes.

Einrichtungen

Das Bundeszentrum des BdP befindet sich Immenhausen. Es bietet Übernachtungsplätze in Gruppenhäusern sowie einen großen Zeltplatz mit mehreren Waschhäusern. Für Kurse stehen zusätzlich mehrere Seminarräume inklusive Ausstattung zur Verfügung.

Zur Unterstützung und Absicherung der Arbeit wurde 1998 die Stiftung Pfadfinden gegründet.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Stadtjugendring Augsburg (Hrsg.): Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder. (Stand: 20. November 2007).