Nevers
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Nevers

Nevers
Staat Frankreich
Region Bourgogne
Département Nièvre (Präfektur)
Arrondissement Nevers
Kanton Chef-lieu von 4 Kantonen
Geographische Lage 47° 0′ N, 3° 9′ OKoordinaten: 47° 0′ N, 3° 9′ O
Höhe 180 m
(167 m–238 m)
Fläche 17,33 km²
Einwohner
– mit Hauptwohnsitz
– Bevölkerungsdichte
(2004)
43.082 Einwohner
2486 Einw./km²
Postleitzahl 58000
INSEE-Code 58194
Website http://www.ville-nevers.fr/

Nevers [nəˈvɛʀ] ist eine Stadt in Zentralfrankreich. Nevers ist die Präfektur (Verwaltungssitz) des Département Nièvre, der früheren Provinz Burgund. Nevers liegt etwa 260 Kilometer südlich von Paris und hatte 1999 eine Einwohnerzahl von 43.082.

Nevers, Stadtpanorama, mit Loire-Brücke


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Name der Stadt zu gallorömischen Zeiten war Noviodunum, später wurde er in Nebirnum geändert. Mit zahlreichen archäologischen Funden lässt sich die Wichtigkeit der Siedlung schon zu damaligen Zeiten belegen. Gaius Julius Caesar ließ hier ein Nachschublager errichten. Gelagert wurden Getreide und der Militärsold, daneben waren Gefangene hier untergebracht. 52 v. Chr. begann hier der Kampf mit den revoltierenden Aeduern.

Im Frühmittelalter, im ausgehenden fünften Jahrhundert, wurde Nevers Bischofssitz, z.B. des legendären Deodatus. Erst mit dem 10. Jahrhundert wird ein weltliches Lehen nachgewiesen. Die Stadtbürger Nevers' erhielten urkundlich verbriefte Rechte in den Jahren 1194 und 1231 zugesprochen. Noch im 14. Jahrhundert war hier der Sitz einer Universität, die von Orléans hierher, später aber wieder zurück verlegt wurde.

Geographie

Nevers liegt in einer hügeligen Gegend am Ufer der Loire, wo sie mit dem Nièvre zusammenfließt.

Sehenswertes

Porte du Croux, mit Barbacane

Enge Gässchen, die sich von den Kais durch die Stadt winden, werden von zahlreichen alten Bürgerhäusern des 14. bis 17. Jahrhunderts umgeben.

Am Ufer der Loire steht der ehemalige Eckturm der mittelalterlichen Stadtbefestigung, genannt Goguin Turm („Tour Goguin“). Er wurde im 12. Jahrhundert errichtet und später zur Windmühle umgebaut.

Die Porte du Croux, ein quadratischer Turm mit Ecktürmchen aus dem ausgehenden 14. Jahrhundert, ist ein Relikt der alten Befestigungsanlagen und war einst der Haupteingang aus Richtung Paris in die Stadt. Heute enthält das in ihm befindliche Museum für Archäologie des Nivernais eine Skulpturen- und (römische) Antikensammlung.

Der Herzogspalast von Nevers („Palais Ducal“) wurde im 15. und 16. Jahrhundert errichtet und ist einer der bedeutendsten Feudalbauten in Zentralfrankreich. Graf (frz. Duc) Jean de Clamency veranlasste den Bau 1460. Jede Fassade wird mit einem kleinen Zinnengang und einem Rundturm flankiert. Heute wird der Palast für Empfänge genutzt und beherbergt verschiedene Abteilungen der Stadtverwaltung, beispielsweise das Fremdenverkehrsamt.

Ein Triumphbogen („Porte de Paris“) aus dem 18. Jahrhundert erinnert an den Sieg im Erbfolgekrieg in der Schlacht von Fontenoy. Im Innern befinden sich ein Hymnus von Voltaire an den damaligen König Ludwig XV und die Baudaten.

Das Hôtel de Ville (Rathaus) wurde im 19. Jahrhundert vom Architekten Paillard erbaut und gehört zu den städtischen Sehenswürdigkeiten. Vor dem Bau stand dort die „Alte Burg“. Unverkennbar sind an der Frontseite die Einflüsse der französischen Revolution („Liberté, Egalité, Fraternité“ („Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“) über dem Eingangsportal).

Der Leichnam der heiligen barmherzigen Schwester Bernadette Soubirous (1858 Seherin von Lourdes) liegt seit 1925 unverwest in der Kapelle des „Espace Bernadette Soubirous“ (ehem. Kloster Saint-Gildard).

Kirchen

Unter den Sakralbauten sticht die Kathedrale von Saint-Cyr-Sainte-Juliette, eigentlich ein Bau aus zwei Gebäuden mit zwei Apsiden, hervor. Sie ist ebenso wie die Porte du Croux seit 1862 denkmalgeschützt. Die Apsis und das Querhaus im Westen sind Reste eines romanischen Kirchenbaus, während der Mittelbau und die östliche Apsis gotischer Herkunft sind und ins 14. Jahrhundert datiert werden können. Im östlichen Teil des Gebäudes gibt es kein Querschiff. Im nördlichen Seitenschiff befindet sich eine der heiligen Bernadette Soubirous geweihten Kapelle, an deren Leben auch einige Fenster erinnern. Das Kirchenportal stammt aus dem 15. Jahrhundert; der künstlerisch verzierte, massige Turm („Tour Boyer“) kann ins frühe 16. Jahrhundert datiert werden und ist schon von weitem sichtbar.

Die Église St.Étienne/Staphanskirche ist ein Meisterwerk aus dem 11. Jahrhundert. 1840 wurde sie denkmalgeschützt.

Die Kirche Saint Étienne ist ein Vorzeigestück romanischer Bauweise im Westen Burgunds. Charakteristisch ist die Errichtung einer Apsis mit drei radial dazu abgehenden Kapellen. Saint Étienne/ Staphanskirche waren Gründungen der Mönche von Cluny.

Im 17. Jahrhundert wurde die Peterskirche als Erinnerung an die eingestürzte Pfarrkirche Saint-Père erbaut. Im Inneren sind ein Hochaltar aus der selben Zeit und Fresken.

Die seit 1887 unter Denkmalschutz stehende Marienkapelle (Sainte Marie) zeichnet sich durch eine barocke Fassade im Stil Louis XIII aus, was einmalig im Nivernais ist. Sie wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert als Teil eines Klosters erbaut, das bis zu ihrer Verstaatlichung in der Französischen Revolution von der Schwestern des Ordens Mariä Heimsuchung bewohnt wurde.

Die jüngste Kirche von Nevers ist die 1966 von Claude Parent errichtete Saint Bernadette du Banlay. Berühmt ist sie als Anwendungsbeispiel moderner französischer Architektur mit der sogenannten „fonction oblique“ („programmatische Schräge“). Sie ist nur während der Gottesdienste geöffnet.

Einrichtungen

Nevers ist Sitz eines Bistums. Ein Gericht erster Instanz und Handelsgerichte bestehen neben der Handelskammer. Daneben besitzt die Stadt eine Porzellanmanufaktur. Sie ist Umschlagplatz für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Daneben bestehen Destillerien.

Partnerstädte

Söhne und Töchter der Stadt

Besonderheiten

Der Formel-1-Parcours von Magny-Cours liegt in der Nähe von Nevers.

Der ehemalige Premierminister von Frankreich Pierre Bérégovoy beging am 1. Mai 1993 Selbstmord in Nevers.

Nevers ist zweiter Handlungsort in Alain Resnais Spielfilm Hiroshima, mon amour (Drehbuch von Marguerite Duras), kommt jedoch nicht sonderlich gut weg, da seine Bewohner im zweiten Weltkrieg ein junges Mädchen, das in einen deutschen Soldaten verliebt war, mit größter Verachtung und Peinigung strafen.

 Commons: Nevers – Bilder, Videos und Audiodateien