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ISEE-3/ICE

ISEE-3 (International Sun Earth Explorer-3) später in ICE (International Cometary Explorer) umbenannt sind die Namen einer US-amerikanischen Raumsonde, die zwischen 1978 und 1997 zur Erforschung der Erde, der Sonne und von Kometen aktiv war.

Inhaltsverzeichnis

Mission

Unter dem Namen „International Sun-Earth Explorer“ (ISEE, im dt. etwa: Internationaler Sonnen- und Erderforscher) starteten NASA und ESA am 22. Oktober 1977 mit einer Delta 2914 die beiden Satelliten „ISEE-1“ (auch „ISEE-A“ und „Explorer 56“; US-amerikanisch mit europäischer Beteiligung) und „ISEE-2“ (auch „ISEE-B“; europäisch mit US-amerikanischer Beteiligung) gemeinsam in die selbe elliptische Erdumlaufbahn.[1] Ziel war die Erforschung des Erdmagnetfeldes.

Höhepunkt des Programmes war allerdings die Raumsonde „ISEE-3“ (auch „ISEE-C“ und „Explorer 59“; US-amerikanisch mit europäischer Beteiligung). Diese Sonde wurde am 12. August 1978 mit einer Delta 2914 Rakete in einen Halo-Orbit um den Lagrange-Punkt (auch Librationspunkt) L1, 1,5 Millionen km von der Erde entfernt, gebracht. Von hier aus sollte „ISEE-3“ die Wechselwirkung des Erdmagnetfeldes mit der Sonne erforschen.

Als der Besuch des Halleyschen Kometen 1986 bevorstand, hatten NASA und ESA zunächst eine gemeinsame Mission beschlossen. Jede der beiden Weltraumorganisationen sollte eine Sonde entsenden. Doch aufgrund von Budgetkürzungen wurde die NASA-Sonde 1981 gestrichen (die europäische Sonde war Giotto). Um bei der Erforschung dieses Kometen nicht den Europäern, Russen und Japanern das Feld überlassen zu müssen, schaute die NASA nach kostengünstigem Ersatz. „ISEE-3“ war eine Sonde, die eine geeignete Ausrüstung an Bord hatte. So wurde die Sonde von ihrem Halo-Orbit um L1 abgezogen und in einigen komplexen „gravity assist“-Manövern an Erde und Mond vorbeigelenkt. Danach hatte die Sonde ausreichend Geschwindigkeit, um das Erdschwerefeld zu verlassen. Die 480 kg schwere Sonde erhielt danach einen neuen Namen: „International Cometary Explorer“ (ICE; im dt. etwa: Internationaler Kometenerforscher).

Verlauf

Ergebnis

„ISEE-3“ bzw. „ICE“ war in vieler Hinsicht Pionier: Sie war die erste US-Sonde mit europäischer Beteiligung – später Standard. Sie war die erste Sonde in einem Orbit um L1 und auch als erste in der Nähe von L2 – ab den 90er Jahren Standardpositionen für Sonden. Und sie war die erste Sonde, die an einem Kometen vorbeiflog. Dieser Vorbeiflug bestätigte u.a., dass Kometen hauptsächlich aus Wassereis, aber auch aus Gasen, organischen Molekülen und Staub bestehen. Im Jahre 2014 dürfte „ICE“ auch die erste „tote“ Sonde sein, die in das Erdschwerefeld zurückkehrt – und somit geborgen werden könnte.

Quellen

  1. http://www-ssc.igpp.ucla.edu/ssc/isee.html


Siehe auch: Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen