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Chaussee

Der Begriff  Chaussee ?/i ist die heute veraltete Bezeichnung für Landstraße. Chaussee wurde im 18. Jahrhundert aus dem französischen chaussée entlehnt, welches seinerseits auf das galloromanische via calciata zurückgeht und „Straße mit fest gestampften Steinen“ bedeutet.

Die Chaussee über den Sankt Gotthard wurde 1827–1830 erbaut

Kunststraße war der deutsche Ausdruck für Chaussee. Als Chausseen bzw. Kunststraßen bezeichnete man ausgebaute, mit fester Fahrbahndecke versehene Landstraßen, die ingenieurmäßig geplant waren und daher deutlich geradliniger verliefen. Noch heute enden manche Straßennamen mit -chaussee.

Hamburg hat den Begriff in seinen Straßennamen erhalten (Elbchaussee, Eimsbüttler Chaussee usw.), Berlin ebenfalls (Potsdamer Chaussee), während in Bremen 1914 die Chausseen durch einen Beschluss der Bürgerschaft in Heerstraßen umbenannt wurden. In Aachen verwendet man hingegen den Begriff "Steinweg", der auch im Flämischen als "steenweg" zu finden ist.

In Preußen diente der Chausseebau insbesondere nach den Stein-Hardenbergschen Reformen (ab 1807) sicher auch militärischen Zwecken – vor allem aber schuf er noch vor Beginn des Eisenbahnbaues eine Grundlage für den verbesserten Warenaustausch in der frühindustriellen Epoche. Oft bestand die Chaussee aus Steinbahn und Sommerweg: Die Steinbahn war der befestigte Teil mit einer Tragschicht aus Kies oder gebrochenem Stein als Unterbau und einer Deckschicht aus Sand-Lehmgemisch. Der Sommerweg (für unbeschlagene Tiere) befand sich neben der Steinbahn und war unbefestigt oder nur leicht befestigt und im Winter nicht nutzbar.

Für die 1832 eröffnete Altona-Kieler Chaussee beispielsweise ist dieser Vorteil quantifiziert: die Postkutsche benötigte auf der alten Landstraße 16 Stunden, auf der etwas längeren Chaussee nur neun Stunden. Ein reitender Bote bewältigte die Strecke in sechs Stunden. Wegen des stabileren Unterbaues und der glatteren Oberfläche konnte ein Pferdefuhrwerk die dreifache Last transportieren.

Literatur

Siehe auch