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Holden (Automarke)

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Holden ist eine australische Automarke, die zu General Motors gehört. Holden verfügt über eigene Produktionsstätten und eine eigene Entwicklungsabteilung.

Einige Modelle lehnen sich an Produkte von Opel bzw. Vauxhall und Suzuki an, manche unterscheiden sich lediglich im Firmenlogo. In Australien werden zum Beispiel Holden Astras (manche, doch nicht alle sind Opel Astras) und Holden Barinas verkauft. Wegen der höheren Preise für importierte Modelle, werden Opel Astras und Vectras seit 2006 durch australische Modelle ersetzt.

Andere Fahrzeuge, insbesondere die großen und luxuriösen bzw. die Pritschenwagen, die für australische Bedingungen besser geeignet sind, sind oft weitgehend Eigenentwicklungen, die technisch teilweise auf Fahrzeugen anderer GM-Marken basieren, etwa auf dem Opel Omega. Darüber hinaus werden Holdenmodelle in Nord- und Südamerika unter dem Label verschiedener anderer GM-Marken verkauft. Die neuen Vierzylindermotoren von Opel sind australische Entwicklungen, die durch das GM-Fiat Joint-Venture Powertrain den hiesigen Bedürfnissen angepasst wurden.

Geschichte

Lange Zeit bevor überhaupt an Automobile zu denken war, migrierte Alexander Holden 1852 von Staffordshire, England, nach Adelaide. Er war zu dieser Zeit gerade 17 Jahre alt. Schon bald beschäftigte er sich mit der Anfertigung von Lederwaren und eröffnete in Adelaide eine Sattlerei. In kürzester Zeit boomte das Geschäft, weshalb sich J.A. Holden & Co. Merchants, Importeure und Sattlerei-Großhändler Mitte des Jahres 1860 nach größeren und besseren Räumlichkeiten umschauen musste.

1879 führte Holden seinen 20 Jahre alten Sohn Henry James Holden in das Geschäft ein. 1885 wurde der deutschstämmige Henry Frederick Frost als Juniorpartner aufgenommen - die Firma Holden & Frost Ltd. entstand.

Als James Alexander Holden 1887 mit nur 52 Jahren starb, wurde sein Sohn Senior Partner. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Firma ihre Produktion auf pferdegetriebene Wagen und Kutschen verlegt. 1905 stieß die dritte Generation zum Geschäft, Henrys Sohn Edward Wheewall Holden. Inzwischen hatten Holden & Frost bereits einen Fuß in der Tür zum Automobilgeschäft. Man reparierte Polster und fertigte Kühlerhauben und Vorhänge für Seitenfenster.

Als Frost 1909 starb, kaufte Henry Holden dessen Anteile an der Firma auf und begann Seitenwagen für Motorräder herzustellen. 1913 stellten Holden & Frost ihr erstes handgefertigtes Automobil her, wobei sie auf die Fertigungstechniken aus dem Kutschenbau zurückgriffen. Auf der anderen Seite der Erde hatte William Capro Durant inzwischen die General Motors Corporation (GM) gegründet. Mit Buick als Fundament befand sich Durant auf einem Einkaufsbummel durch die Automobilindustrie. Es begann mit Oldsmobile, schon bald kamen Cadillac, Overland (später als Oldsmobile bekannt geworden) und schließlich die erfolgreichste aller Konzerntöchter, Chevrolet, dazu.

Im ersten Konzernjahr stellten 14000 Arbeiter 25.000 Fahrzeuge her. Mit dem Gedanken an zusätzliche Geschäfte aus dem Export wurde 1911 die GM Export Co. gegründet und ein Außenposten nach Australien bestellt, der sich in Sydney niederließ. Die ersten GM-Automobile trafen just kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Australien ein. Dieser Krieg sollte für Holden grundlegende Änderungen mit sich bringen. Da Deutschlands U-Boote Australiens einzige internationale Handelsverbindung beeinträchtigten - die Frachtschiffslinien - führte die australische Regierung Handelsrestriktionen ein. Darin war verankert, dass die Anzahl der komplett gefertigten Importwagen zu limitieren sei. Nur ein Fertigfahrzeug durfte auf je drei Chassis eingeführt werden. Diese Handelsbeschränkung hatte zum Ziel, das australische Kapital in Australien zu halten.

Holden war nur eine von vielen Firmen, die aus der neuerlichen Situation Möglichkeiten zur Expansion schöpfte. 1917 verlagerte Holden die Produktion auf die Herstellung von Automobilkarosserien. Nachdem Holden im ersten Jahr etwa 100 Karosserien auf Buick- und Dodge-Fahrgestellen gefertigt hatte, stieg die Produktion 1918 auf 587 Exemplare. Ein Jahr später wurden fast 1600 Fahrzeuge hergestellt.

Indem man moderne Produktionsmaschinerien einführte und Formen fertigte, die nur noch minimale handwerkliche Endarbeiten erforderten, revolutionierte Holden die Automobilindustrie. Dadurch verringerte sich nicht nur der Stückpreis drastisch, sondern es sorgte auch für Holdens erstklassige Reputation in Sachen Preis-Leistungsverhältnis. Die prosperierenden 20er Jahre sorgten in Amerika für einen steten Ausstoß neuer Automobildesigns. Holden besorgte sich so früh wie möglich Blaupausen der kommenden amerikanischen Importmodelle, um sicherzustellen, dass die Karosserien bereits beim Eintreffen der ersten Chassis vorrätig waren.

Im April 1923 bereiste Edward W. Holden (später geadelt als Sir Edward) Europa und die USA, wo er GMs Pläne vernahm, Holden als Australiens exklusiven Karosseriebauer zu benennen. Nachdem Holden 1924 90.000m² Land in Woodville, South Australia, erwarb, wurde dort eine der modernsten Produktionsstraßen der Welt eingerichtet. Im ersten Jahr produzierte Holden nicht weniger als 65 verschiedene Karosserien und stellte insgesamt 2.150 Automobile her. Zu diesem Zeitpunkt kontrollierte Holden etwa 50% des gesamten australischen Automobilmarktes. Neben Karosserien produzierte Holden auch Eisenbahnwaggons, Busse und Straßenbahnwagen.

In den späten 20er Jahren wurde zum ersten Mal das Symbol des Löwen mit dem Stein benutzt. Das Symbol sollte die Erfindung des Rades repräsentieren, die der Legende nach Folge einer Beobachtung eines Steinzeitmenschen gewesen sein soll. Demnach hat dieser verfolgt, wie ein Löwe einen Stein mit seiner Pfote hin und her rollte. Obwohl es immer wieder überarbeitet wurde, hat sich das Symbol bis heute als Markenzeichen der Firma Holden erhalten.

Mit der Weltwirtschaftskrise kamen auch die Schwierigkeiten für Holden. GM nahm Kontakt mit den Australiern auf mit dem Ansinnen, Holden zu kaufen und als Tochter in den Konzern aufzunehmen. 1931 wurde Holden schließlich für die damals astronomische Summe von fast 2,25 Millionen US-Dollar an GM verkauft. General Motors Australia (GMA) und Holden Motor Body Builders wurden verschmolzen zur Konzerntochter General Motors Holdens (GM-H). Hintergrund der Transaktion war der Versuch, das australische Geschäftsfeld für den Exportbereich zu sichern. Dennoch, während die Verkaufszahlen weiter sanken, blieben auch die Bilanzen im roten Bereich. Ein inakzeptabler Zustand für die Amerikaner.

Nun wurde Vauxhall-Vorstand und GM-TroublesShooter Larry Hartnett mit einem simplen Plan entsannt: „Biegen Sie es wieder hin oder machen Sie den Laden zu!“ Zu Holdens Glück zeigte sich Hartnett von seiner Retterseite. Innerhalb eines Jahres machte die Firma 1,5 Millionen US-Dollar Gewinn und erhöhte seine Produktion wieder auf 23.129 Automobile (im Gegensatz zu 3.674 aus dem Vorjahr).

Dank der gesundenden Marktatmosphäre hatte GM-H innerhalb eines Jahres ein neues Hauptgebäude sowie ein neues Montagewerk in Fishermen's Bend (Melbourne) auf einem 20 Hektar großen Stück Land errichtet. Außerdem wurden Vorbereitungen für eine Gießerei und eine Motorenwerkstatt getroffen. Hartnetts Visionen von einer eigenen australischen Automobilproduktion waren so ausgeprägt, dass er über eine solche Möglichkeit mit den Entscheidern von GM-H diskutierte. Unbeeindruckt von den vielen fehlgeschlagenen Versuchen vieler anderer Mitstreiter, ein australisches Auto zu bauen, und mit dem sicheren Gefühl der immensen Finanzkraft von GM, hätte Hartnetts Traum Wirklichkeit werden können, wäre nicht ein weiterer Weltkrieg dazwischengekommen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde aus dem florierenden Autobauer ein florierender Waffenhersteller. Die Möglichkeiten der Produktionsstätten ließen es zu, alle möglichen Gattungen militärischer Fahrzeuge herzustellen: Flugzeuge, Flugzeugrahmen, Boote, Landmaschinen, Panzerfahrzeuge, Anhänger, Mannschaftswagen und vieles mehr. Mit dem Rückzug der Militäraufträge erinnerte man sich wieder an die Pläne für ein Aussie-Auto. Das Projekt 2000 aus den 30er Jahren wurde weitergeführt und führte 1944 zu einem ersten Prototyp, basierend auf Willys Technik.

Später im selben Jahr schrieb die australische Regierung die Produktion des australischen Autos aus. GM-H antwortete prompt und erklärte sich bereit, das gesamte Projekt durchzuführen ohne dabei allerdings in irgendeiner Weise finanzielle Unterstützung zu leisten. GM-USA nahm das Projekt ab, empfahl aber, in Australien nach Geldgebern zu suchen.

6 Millionen US-Dollar waren veranschlagt. Zunächst war niemand bereit, diese astronomische Summe für ein derart risikoreiches Projekt zur Verfügung zu stellen. Hilfe kam schließlich in Form des damaligen Premierministers Ben Chifley, der die Commonwealth Bank dazu bewegen konnte, gemeinsam mit der Bank of Adelaide die benötigten Kredite zur Verfügung zu stellen.

Das Projektteam um das neue Auto begann mit der Arbeit und umriss schnell die Rahmenbedingungen, die für australische Kunden akzeptabel schienen. Die amerikanischen Ingenieure hatten sich bereits auf eine bestimmte Lösung geeinigt. Ein Experimentalwagen mit Chevrolet-Zeichen aus dem Jahre 1940 war das Fundament ihres Designs und schien überraschend gut zu den vorgegebenen Spezifikationen der Australier zu passen. Sie modifizierten das Styling und stellten ein Tonmodell her, das vom GM-H Team abgenommen wurde. Anschließend begann die Arbeit an dem amerikanischen Prototyp anhand der neuen Vorgaben. Insgesamt wurden drei Prototypen in reiner Handarbeit fertiggestellt. Was damals noch keiner wusste, sie waren praktisch identisch mit dem später produzierten ersten Modell, dem 48-215. Nachdem die Wagen Ende 1946 auf dem GM-Testgelände in Detroit auf Herz und Nieren geprüft worden waren, wurden sie mitsamt den australischen Ingenieuren sowie 22 amerikanischen Kollegen nach Australien verschifft. Die Prototypen wurden ausgiebig auf den Straßen in der Umgebung von Melbourne getestet. Das geschah nicht ohne Grund. Den GM-H-Offiziellen war klar, dass ein schlechter Ruf gleich beim ersten Modell alle finanziellen Anstrengungen zunichte machen würden.

Der Name des neuen Modells wurde unter allen Umständen geheim gehalten. Zwei der am höchsten gehandelten Namen waren GMH und Anzac. Die letztendliche Entscheidung für Holden blieb geheim bis kurz vor dem offiziellen Produktionsstart im November 1948.

Larry Hartnett war inzwischen ersetzt worden durch Harold Bettle. Durch ständige Querelen und Eigenmächtigkeiten seitens Larry Hartnetts war das Verhältnis vom Chef des Projektes zur Chefetage der GM-H zerrüttet worden. Hartnett resignierte und verließ General Motors frustriert. Dennoch war er 40 weitere Jahre erfolgreich in der Industrie tätig. Einige Jahre nach dem Weggang bei Holden wurde er für seine hervorragenden Leistungen geadelt.

Bettle überwachte in den Jahren 1947/48 den weiteren Fortgang des Projektes. Nachdem eine Vorlaufproduktion von 10 Wagen im April 1948 stattfand, um die Fertigungstoleranzen zu überprüfen und die letzten Fehler auszumerzen, wurde die Fertigung freigegeben. Am 29. November 1948 liefen die ersten 48-215 Holdens in Fishermen's Bend vom Band. Ein großer und feierlicher Tag, der in ganz Australien in Radiosendungen übertragen wurde. Premierminister Chifley empfing den ersten Holden, als er vom Band gerollt kam mit den Worten „She's A Beauty!“. Nach Jahren, die geprägt waren von Rationalisierung und Kriegswirren, wurde dieses in Australien produzierte Auto zum Symbol einer neuen Epoche des Aufschwungs. Die Holden-Legende war geboren.

Modelle

 Commons: Holden (Automarke) – Bilder, Videos und Audiodateien