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Sportpark Wedau

Der Sportpark Wedau ist ein etwa 200 ha großes Sport- und Erholungsgebiet im Süden des im Duisburger Stadtbezirk Mitte liegenden Stadtteils Neudorf. Er zählt zu den größten zusammenhängenden Sportparks Deutschlands und bietet u.a. Trainings- und Wettkampfstätten für Fußball, Eishockey, Leichtathletik, Schwimmsport, Kanusport und Rudersport.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ende des 19. Jahrhunderts diente das ehemalige Waldgebiet der Firma Krupp der Auskiesung zwecks Verfüllung der in der Stahlindustrie anfallenden Schlacke.

Im Jahre 1919 hinterließ Krupp der Stadt Duisburg das Gebiet mit der Auflage, dort ein Sport- und Erholungsgebiet für die Duisburger Bevölkerung zu errichten.

Durch die Auskiesungen entstanden drei Seen: der Margaretensee, der Bertasee und der Barbarasee. Die beiden letzteren Seen sind durch Kanäle verbunden mit der Regattabahn, die zwischen diesen beiden Seen nach Süden hin gebaut wurde.

Die Sportstätten

Die Duisburger Regattabahn ist heute Austragungsort im nationalen und internationalen Ruder- und Kanusport:

Neben dem Schwimmstadion, dem Strandbad, beleuchteter Nachtlaufstrecke, Wasserskibahn und weiterer Sportstätten umfasst das Sportgelände die etwa 31.000 Zuschauer umfassende MSV-Arena, die Heimspielstätte des MSV Duisburg, sowie die Eissporthalle, in welcher der EV Duisburg seine Heimspiele bestreitet.

Weitere Einrichtungen

Im südlichen Teil des Sportparks befinden sich die Sportschule Wedau mit den Spielstätten des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes und des Landessportbunds NRW, die neben mehr als 20 weiteren Sportverbänden hier ihren Sitz haben. Darunter sind auch die Bundesgeschäftsstellen des Deutschen Kanu-Verbandes und des Deutschen Behindertensportverbandes.

Auf dem Gelände des Landessportbundes befindet sich auch eine Fußballschule, die unter anderem für die Nachwuchsarbeit von Bundesligavereinen genutzt wird. An der Regattabahn liegt das Bundesleistungszentrum für Kanurennsport.

Südlich des Sportparks schließt sich das etwa 3 km² umfassende Erholungsgebiet der Duisburger Sechs-Seen-Platte an.

Jüngere Erweiterungen

Der Rat der Stadt Duisburg hat am 12. Juni 2006 beschlossen, einen Parallelkanal am Westufer der Regattabahn zu bauen, damit diese auch zukünftig internationalen Standards für Kanu- und Ruderwettkämpfe entspricht. Dafür wurden Anfang 2007 ca. 6 ha Wald gerodet. Als Ausgleichsfläche für den Wedauer Wald sollen Brachflächen im Norden Duisburgs aufgeforstet werden. In einem ersten Bauabschnitt wurde ein Stichkanal von der Regattstrecke zum Bertasee sowie eine Kamerafahrstrecke erstellt, die bereits für die Kanurennsport-Weltmeisterschaften 2007 genutzt wurden. Der insgesamt 14 Mio. € teure Ausbau wurde im Frühjahr 2008 abgeschlossen, wobei er zu erheblichen Kostensteigerungen kam.

Gegen diese Pläne gab es Proteste von Anwohnen und Umweltschützern, nicht zuletzt deshalb, weil in dem Wald eine seltene Fledermausart leben sollte und die Öffentlichkeit im Verhältnis zur Größe des Vorhabens vergleichsweise wenig informiert wurde. Auch wurden Alternativen wie der Bau eines Kanals auf der östlichen Seite der Regattabahn vorgeschlagen, die von der Verwaltung und den Sportorganisationen allerdings als ungeeignet abgelehnt wurden.

Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU) und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) hatten sich gegen die Maßnahme ausgesprochen und eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss eingereicht. Im Planfeststellungsbeschluss der Stadt Duisburg war der sofortige Vollzug der Baumaßnahme erlaubt. Ein Eilantrag gegen diesen Passus im Rahmen der Klage scheiterte sowohl beim Verwaltungsgericht Düsseldorf als auch beim Oberverwaltungsgericht Münster. Dabei hatten die Gerichte Dringlichkeitsaspekte aus der Förderfinanzierung über die sorgfältige Prüfung der Aspekte des Arten- und Landschaftsschutzes gestellt.

Sportpark

Zur Fortentwicklung

Koordinaten: 51° 24' 35" N, 6° 47' 13" O