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Enterochromaffine Zelle

Enterochromaffine bzw. enterochromaffin-ähnliche Zellen sind sogenannte neuroendokrine Zellen im Epithelgewebe des Verdauungstrakts, d. h. sie sind spezialisierte Zellen der Magen- bzw. Darmschleimhaut, die bestimmte Hormone oder Amine produzieren und freisetzen.

Die enterochromaffinen Zellen (EC-Zellen) im Dünndarm sondern Serotonin ab, das vor allem Einfluss auf die Darmmotilität hat, indem es die Muskelzellen des Darm aktiviert. Schon lange wurde vermutet, dass EC-Zellen komplizierte Sensoren sind, die durch Nahrungsstoffe im Darm zur Abgabe von Serotonin angeregt werden können. Erst kürzlich machten Forscher um Thomas Braun und Manfred Gratzl von der Ludwig-Maximilians-Universität München dann die überraschende Entdeckung, dass enterochromaffine Zellen Aromastoffe in der Nahrung detektieren und so die Verdauung steuern.[1]

Die enterochromaffin-ähnlichen Zellen (ECL-Zellen) der Magenschleimhaut stimulieren durch Histaminausschüttung die Magensäureproduktion der Salzsäure-sezernierenden Belegzellen des Magens.

Tumoren der neuroendokrinen Zellen sind typischerweise weiterhin in der Lage, Hormone zu produzieren. Durch die unkontrollierte Übersekretion der Zellhormone kommt es dann zu typischen Krankheitsbildern. Tumoren der EC-Zellen nennt man Karzinoide. Patienten mit einem Karzinoid-Syndrom leiden durch den Überschuss an Serotonin typischerweise u. a. an Durchfällen und anfallsweisen Hautrötungen (Flush). Die Erforschung dieser Krebserkrankung konzentriert sich daher u. a. auf die genaue Funktionsweise und genetische Feinanalyse der genannten Zelltypen. Mediziner und Zellbiologen versprechen sich von den Erkenntnissen neue Ansätze zur Krebsbehandlung und -prävention.

Quellen

  1. Nase im Darm (www.scienceticker.info)