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Guanahani

Guanahani ist der Name der Insel, auf der Christoph Kolumbus am 12. Oktober 1492 erstmals den Boden Amerikas betrat. Er gab der Insel, die nach seinen Angaben von den Eingeborenen Guanahani genannt wurde, aus Dankbarkeit für die gelungene Überfahrt den neuen Namen San Salvador (span. für: Heiliger Retter). Er verständigte sich friedlich mit den indianischen Einwohnern und ihrem Häuptling; die Besatzung seiner drei Schiffe trieb mit ihnen etwas Tauschhandel. Von Guanahani segelten die Entdecker weiter zur großen Antillen-Insel Hispaniola, die 500 km südlich liegt.

Da die Spanier die Insel nicht besiedelten und die Ureinwohner bis 1520 vollständig versklavten, ist die Identität der Insel weiterhin Gegenstand einer wissenschaftlichen Kontroverse. Die Regierung der Bahamas geht seit 1925 davon aus, dass die heute unter dem Namen San Salvador bekannte Insel Guanahani ist.

Die National Geographic Society berechnete 1986 die Route mit Hilfe von Computerprogrammen anhand des Logbuchs des Kolumbus neu und kam zu der These, Samana Cay sei die Insel, welche Kolumbus am 12. Oktober 1492 entdeckte. Seither sind jedoch nach dem gleichen Prinzip durchgeführte Untersuchungen immer wieder auch zu völlig anderen Ergebnissen gekommen, da das Logbuch der ersten Reise lediglich in einer durch Bartolomé de Las Casas gefertigten Abschrift erhalten ist, die zudem in weiten Teilen seinen Inhalt nur zusammenfassend wiedergibt und damit unterschiedlichen Interpretationen breiten Raum gibt.

Siehe auch: Entdeckung Amerikas 1492, Christoph Kolumbus

Literatur