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Dornbirn

Wappen Karte
Basisdaten
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Dornbirn (DO)
Fläche: 120,97 km²
Koordinaten: 47° 25′ N, 9° 45′ OKoordinaten: 47° 25′ 0″ N, 9° 45′ 0″ O
Höhe: 437 m ü. A.
Einwohner: 46.060 (31. März 2008)
Bevölkerungsdichte: 381 Einwohner je km²
Postleitzahl: 6850
Vorwahl: 05572
Gemeindekennziffer: 8 03 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 2
6850 Dornbirn
Offizielle Website:
www.dornbirn.at
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Rümmele (ÖVP)
Gemeinderat: (2005)
(36 Mitglieder)
21 Dornbirner Volkspartei,
8 Die Dornbirner SPÖ,
4 Dornbirner Grüne,
3 Dornbirner FPÖ
Gemeindegebiet Dornbirns in Vorarlberg

Blick auf den Stadtkern Dornbirns

Dornbirn ist die bevölkerungsreichste Stadtgemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg und zugleich Hauptstadt des Bezirks Dornbirn. Sie ist das wirtschaftliche Zentrum des westlichsten österreichischen Bundeslands und ein wichtiger regionaler Verkehrsknotenpunkt. Der Einfluss Dornbirns in Vorarlberg entwickelte sich erst relativ spät Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Aufblühen der Textilindustrie in der Stadt, die sich rasch zur größten Gemeinde zwischen Alpenrhein und Arlberg entwickelte.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Dornbirn liegt in Vorarlberg, dem westlichsten Bundesland Österreichs, im Bezirk Dornbirn auf 437 Metern Höhe im Rheintal am Fuße des Bregenzerwaldgebirges und damit am Rande der Ostalpen. Dornbirn ist Teil des Ballungsraums Rheintal und zehntgrößte Stadt Österreichs. Der mit Abstand wichtigste Dornbirner Fluss ist die Dornbirner Ach, die das Ortsgebiet in zwei Hälften und teilt und damit auch die Grenze einiger Stadtbezirke bildet.

Geologie

Der größte Teil des Dornbirner Siedlungsgebiets liegt direkt auf dem Sedimentfächer der Dornbirner Ach. Dadurch, dass Dornbirn im Rheintal liegt, befindet sich die Gemeinde geologisch gesehen im so genannten Bodenseebecken, welches zum Teil tektonisch entstanden ist, andererseits aber durch die Erosionen des nach der letzten Eiszeit zurückweichenden Rheingletschers gebildet wurde. Dieses Bodenseebecken bildet den Untergrund, auf welchem sich die von der Dornbirner Ach angeschwemmten Sedimente ablagern konnten und somit den heutigen Untergrund Dornbirns bestimmen. Im Osten des Gemeindegebiets erheben sich die ersten Berge der Ostalpen, die hier zum größten Teil noch aus brüchigen Diluvialmassen bestehen.[1]

Seehöhe

Die allgemeine Seehöhe der Stadt Dornbirn wird mit 437 m ü. A. angegeben. Dies entspricht der Lage des steinernen Stadtwappens, welches in der Mitte des Marktplatzes eingelassen ist. Den geografisch niedrigste Punkt Dornbirns bildet der Zufluss des Koblacher Kanals zur Dornbirner Ach im äußersten Norden des Gemeindegebiets mit 405 m ü. A.. Der höchste Punkt ist der Gipfel der Sünser Spitze mit 2.062 m ü. A..

Stadtgliederung

Stadtbezirke Dornbirns
Bezirk Einwohner Lage
1. Markt 12.473 Mitte
2. Hatlerdorf 10.249 Süden
3. Oberdorf 4.798 Osten
4. Haselstauden 5.034 Norden
5. Rohrbach 7.051 Westen
6. Schoren 5.095 Westen
Einwohnerzahlen Stand 1. Mai 2004

Dornbirn ist nicht aus ehemals eigenständigen Dörfern zusammengewachsen, sondern war immer eine einzige Gemeinde, deren Siedlungsgebiete allerdings sehr zerstreut waren und mit den heutigen Bezirken 1 bis 4 aus vier nicht zusammenhängenden Teilen bestand. Diese „Viertel“ hießen damals noch Niederdorf, Hatlerdorf, Oberdorf und Haselstauden. Erst 1902 wurden diese vier Bezirke offiziell mit ihren heutigen Namen zu Stadtbezirken erklärt. Heute gibt es ein zusammengewachsenes Stadtgebiet, das sich vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch westlich der Bahnlinie stark ausgebreitet hat. In diesen Gebieten entstanden so teilweise die Bezirke Rohrbach und Schoren, welche erst 1994 zu eigenen Stadtbezirken ernannt wurden.

Ortsteile

Die Bevölkerung der Stadt konzentriert sich hauptsächlich auf das Kerngebiet im äußersten Nordwesten des Gemeindegebiets. Jedoch finden sich besonders an den Berghängen im Osten der Stadt noch zahlreiche kleinere Orte, welche als Bergparzellen bezeichnet werden. Zu diesen zählen unter anderem Watzenegg und Kehlegg, die besonders wegen ihrer Hanglage und den Blick ins Rheintal hohe Grundstückspreise aufweisen. Außerdem gehören auch Winsau, Heilgereuthe und zahlreiche andere Häuseransammlungen im östlichen Berggebiet zur Stadt Dornbirn. Die herausragendste Parzelle Dornbirns ist das Walserdorf Ebnit, das ehemals eine eigenständige Gemeinde war und 1932 aufgrund finanzieller Probleme der Stadt Dornbirn einverleibt wurde. Das Ebnit ist zugleich auch das südlichste und östlichste ganzjährig bewohnte Gebiet Dornbirns und bildet damit das Zentrum des von Gebirge und Wald geprägten südöstlichen Gemeindegebiets.

Nachbargemeinden

Aufgrund der Größe des Gemeindegebiets von Dornbirn hat die Stadt zahlreiche Grenzen zu anderen Gemeinden. Von den 15 Nachbargemeinden Dornbirns gehören neun zum politischen Bezirk Bregenz (Lauterach, Wolfurt, Schwarzach, Bildstein, Alberschwende, Schwarzenberg, Reuthe, Mellau und Damüls) und vier zum Bezirk Feldkirch (Laterns, Zwischenwasser, Viktorsberg und Fraxern). Außerdem grenzen die beiden anderen Gemeinden des Bezirks Dornbirn (Hohenems und Lustenau) an das Gemeindegebiet der Stadt, welche die einzige Kommune im Bezirk ist, die keine Staatsgrenze als Gemeindegrenze hat. (Angabe der Gemeinden im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend.)

Flächenbilanz

Das gesamte Dornbirner Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Fläche von rund 121 km² (12.097 ha). Von dieser Gesamtfläche entfallen etwa 4.815 ha auf Waldgebiete und 5.723 ha auf Wiesen, Weiden und Alpen. Das Gemeindegebiet der Stadt Dornbirn macht etwa 70 % der Fläche des Bezirks Dornbirn (172,37 km²) aus. Dornbirn ist damit nach Gaschurn und Sankt Gallenkirch die flächenmäßig drittgrößte Gemeinde Vorarlbergs und macht 4,65 % der Gesamtfläche des Bundeslands aus.[2]

Berglandschaft

Durch ihre Lage am Rande der Ostalpen und des Bregenzerwaldgebirges kann die Stadt Dornbirn mehrere Bergspitzen über 1.500 und sogar 2.000 m Höhe in ihrem Gemeindegebiet nennen. Die markantesten sind dabei der 976 m hohe Karren, welcher durch eine Drahtseilbahn erschlossen ist und als Hausberg Dornbirns gilt, sowie der Staufen (1.465 m ü. A.). Außerdem sind bei Wanderern die 1.830 m hohe Mörzelspitze und der Hohe Freschen, der 2.004 m hoch ist, beliebt. Der höchste Berg im Gemeindegebiet ist die eher unscheinbare Sünser Spitze mit 2.062 m ü. A.. Die meisten Bergspitzen im Gemeindegebiet sind durch gut ausgeschriebene und gepflegte Wanderwege erreichbar; dazu gibt es auch spezielle Wanderkarten. Bestimmt wird das Bergbild Dornbirns durch den sogenannten First, die Bergkette zu der unter anderem genannte Mörzelspitze, der Hohe Freschen sowie die Sünserspitze gehören und die an klaren Tagen noch von Friedrichshafen aus zu sehen ist.

Flüsse und Gewässer

Die Gewässerkarte des Dornbirner Gemeindegebiets wird von der Dornbirner Ach beherrscht, dem Hauptfluss Dornbirns. Die Ach ist einer der wichtigsten Entwässerungsflüsse im vorderen Bregenzerwald und zudem Abfluss für zahlreiche größere und kleinere Bäche in der Dornbirner Berglandschaft. Die zahllosen Flüsse und Bäche, die sich der Dornbirner Ach während ihres Verlaufs vom südlichsten bis zum nördlichsten Punkt des Dornbirner Gemeindegebiets anschließen, haben größtenteils keinen Namen. Der Fallbach ist der einzige Bach, der nicht direkt der Dornbirner Ach zufließt, sondern zuerst in den Rheintal-Binnenkanal fließt. Seen gibt es in Dornbirn nur wenige, zwei der bekanntesten sind der Sünser See und der Staufensee-Stausee. In ihrem Verlauf durchfließt die Dornbirner Ach auch die Alploch- und Rappenlochschlucht, zwei Jahrtausende alte Schluchten, die heute touristisch ausgebaut und begehbar sind.

Natur

Der 976 m hohe Karren ist der Hausberg von Dornbirn, südöstlich der Stadt gelegen. Auf den Karren führt die Karrenseilbahn, eine Drahtseilbahn, welche die Besucher den Höhenunterschied von rund 520 Metern überwinden lässt. Am bewaldeten Gipfel befindet sich ein Panoramarestaurant. Von hier aus kann man den Gipfel des Staufen besteigen oder entlang einem Waldlehrpfad zum Staufensee absteigen. Im Gemeindegebiet der Stadt befinden sich zahlreiche weitere Berge, welche dank des neuen Vorarlberger Wanderwegsystems ideal begehbar sind. Die bekanntesten sind der bereits genannte Staufen, die Mörzelspitze und der markanteste Berg im Gemeindegebiet, der Hohe Freschen. Der höchste Berg ist dagegen die eher unscheinbare Sünserspitze.

Die Rappenlochschlucht mit Staufensee und Alploch ist ein beliebtes Ausflugsziel südöstlich von Dornbirn. Die beiden Schluchten werden von der Dornbirner Ach durchflossen und zählen zu den größten Schluchten in den Ostalpen. Die beiden Klammen sind seit 1890 begehbar. Im kleinen Becken dazwischen liegt der Staufensee, der in demselben Jahr als Wasserreservoire für das Elektrizitätswerk einer Spinnerei in der Ortschaft Gütle angelegt wurde.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Dornbirns

Ur- und Frühgeschichte

Die frühesten Beweise für menschliche Anwesenheit auf heutigem Dornbirner Gemeindegebiet lassen sich in die mittlere Steinzeit (8000 bis 3000 v. Chr.) datieren. Erste Funde auf heute noch bewohntem Stadtgebiet ließen sich der Bronzezeit (3000 bis 1800 v. Chr.) zuordnen. Den ersten Hinweis auf eine Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Dornbirn liefert ein alamannisches Gräberfeld aus dem 6. und 7. Jahrhundert. Dies lässt auf eine Ansiedlung im Bereich des heutigen Bezirks Hatlerdorf schließen.

Mittelalter

Erstmals wird die Siedlung Torrinpuirron - übersetzt etwa „Die Höfe des Torro“ - in einem Aktenvermerk einer am 15. Oktober 895 ausgestellten, St. Gallischen Urkunde erwähnt. Das Kloster St. Gallen besitzt demnach auch in den darauf folgenden Jahrzehnten die Landesherrschaft über das Gebiet. Im fränkischen Reich befand sich die junge Siedlung im Reichsgau Ringowe und damit im Einflussbereich der Grafen von Bregenz.

In den darauf folgenden Jahrzehnten wechselte der Besitz erst an die Bregenzer Linie der Grafen von Montfort, anschließend an deren Feldkircher Linie. Schließlich wurden diese dem Habsburgerreich einverleibt, womit Dornbirn im Jahr 1380 österreichisch wurde. 1391 urkundliche Erwähnung als Veste Dorrenburren.

Ende des 14. Jahrhunderts gelang es den Emser Grafen, einige wichtige Grundstückserwerbungen auf Dornbirner Gemeindegebiet zu tätigen. Bereits in der Mitte des 15. Jahrhunderts befanden sich große Teile Dornbirns in Emser Hand (1575 bis 1759).

Neuzeit

Im Jahr 1654 verkaufte Erzherzog Ferdinand Karl das Gericht zu Dornbirn an die Emser Grafen. Dagegen leistete die dornbirner Bevölkerung erbitterten Widerstand und verweigerte sogar die Huldigung des neuen Landesherrn. Mithilfe der Landesstände gelang es den Dornbirnern 4.000 Gulden für den Rückkauf der Gerichtsbarkeit aufzubringen, woraufhin der Erzherzog den Verkauf zurück nahm und Dornbirn für seine Treue zum Hause Habsburg mit dem heute noch gebräuchlichen Gerichtswappen belohnte (siehe Absatz Wappen). Im Jahr 1771 gelang es der Bevölkerung schließlich, aufgrund der hohen Verschuldung der Emser, auch sämtlichen Grund und Boden den diese in Dornbirn besaßen zu kaufen. Dieses bedeutende Ereignis in der Geschichte der Stadt wird heute als Loskauf von Ems bezeichnet. Bereits im Jahr 1793 wurde Dornbirn daraufhin zur Marktgemeinde erhoben. Diese fiel kurz darauf wegen des Friedensvertrages von Pressburg jedoch an Bayern und kam erst im Jahr 1814 wieder zu Österreich zurück. Das Ende des 18. und der Beginn des 19. Jahrhunderts brachten einen regen Aufschwung der Wirtschaft mit sich, insbesondere auch durch den Bau der Eisenbahnlinie.

20. und 21. Jahrhundert

Im Jahr 1901 wurde Dornbirn durch Kaiser Franz Joseph I. zur Stadt erhoben. Dieses bedeutende Ereignis wurde mit dem kaiserlichen Beschluss vom 21. November 1901 besiegelt und in den darauf folgenden Tagen in Dornbirn entsprechend gefeiert. Damit war Dornbirn die vierte Stadt des Bundeslands Vorarlberg geworden (82 Jahre später stieß Hohenems als fünfte und bislang letzte Stadt hinzu). Im Jahr zuvor hatte der Kaiser bei einem Besuch in Dornbirn in der Textilfabrik F.M. Hämmerle die erste Außerhaus-Telefonanlage der Österreich-Ungarischen Monarchie in Betrieb genommen. 1902 wurde außerdem die Elektrische Bahn Dornbirn - Lustenau (EBDL), eine Straßenbahn zwischen den beiden Gemeinden, eingeweiht.

Als im Jahr 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, verlor die junge Stadt in den darauf folgenden Kriegsjahren 596 Bürger als Soldaten auf den Schlachtfeldern fern der Heimat. In der Zwischenkriegszeit blieb Dornbirn von jeglichen Bürgerkriegsunruhen verschont, da sich ein Großteil der Dornbirner Bevölkerung zum Ständestaat bekannte. Im Jahr 1932 wurde das Ebnit der Stadt Dornbirn einverleibt.

Mit dem Anschluss ans Deutsche Reich gewannen die Nationalsozialisten in der Bevölkerung mehr an Einfluss. Bereits kurz nach dem der Anschluss vollzogen worden war, entwickelte sich Dornbirn zu einem „braunen Nest“ in Vorarlberg, einer regelrechten Hochburg der Nationalsozialisten. So ist es auch kaum verwunderlich, dass Dornbirn während der Zeit des Nationalsozialismus eine der drei vorarlberger Kreisstädte im Reichsgau Tirol-Vorarlberg war. Am 12. März 1938 marschierten nach der Abdankung von Kanzler Kurt Schuschnigg tags zuvor auch in Dornbirn Truppen der Deutschen Wehrmacht ein. Der Dornbirner Anton Plankensteiner wurde zum neuen Kreisleiter ernannt und Landeshauptmann Ernst Winsauer wurde seines Amtes enthoben. Während des Zweiten Weltkriegs rückten aus Dornbirn insgesamt 5.789 Mann für die Deutsche Wehrmacht ein, von diesen starben 609 Mann und weitere 107 Dornbirner gelten bis heute als vermisst.

Am 2. Mai 1945 wurde die Stadt von französischen Truppen nahezu kampflos eingenommen. Um 21.30 Uhr wurden vom Rundfunksender in Dornbirn aus die historischen Worte: „Hier spricht der österreichische Rundfunk, Sender Vorarlberg in Dornbirn. Wir beginnen als erste österreichische Sendestation den Dienst.“ gesendet.

Der auf die Befreiung Österreichs folgende wirtschaftliche Aufschwung wird durch die erste Musterschau in Dornbirn (später Dornbirner Messe) im Jahr 1949 deutlich. Bereits im Jahr 1969 wurde Dornbirn zum Sitz der Bezirkshauptmannschaft des neu geschaffenen und vom Bezirk Feldkirch abgespaltenen Bezirks Dornbirn. Aufgrund des Baus einer neuen Stadtstraße 1987 konnte im darauf folgenden Jahr die Stadtmitte Dornbirns als Fußgängerzone eingerichtet werden. 1991 wurde als zukunftsweisendes Projekt für den öffentlichen Personennahverkehr der erste Stadtbus Vorarlbergs in Dornbirn eingerichtet. Der Dornbirner Stadtbus entwickelte sich rasch zum Pilotprojekt für viele weitere Städte und Gemeinden. Mit der Fachhochschule Vorarlberg wurde im Jahr 1994 die erste Schule mit Universitätscharakter im Bundesland gegründet. Im Jahr 2001 feierte die Stadt das 100-jährige Jubiläum ihrer Stadterhebung. Zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur wurde im Jänner 2008 mit der Erneuerung der Stadtstraße, der Hauptverkehrsader der Stadtgemeinde, begonnen.

Politik

Nach den letzten Gemeinderatswahlen wurde Wolfgang Rümmele (ÖVP) zum Bürgermeister und Martin Ruepp (ÖVP) zum Vizebürgermeister gewählt.

Stadtvertretung

Bei den letzten Gemeindevertretungswahlen am 10. April 2005 konnte gesondert über die Stadtvertretung, bei der die jeweiligen Parteien mit ihrem Spitzenkandidaten antraten und den Bürgermeister (Direktwahl) bestimmt werden. Zusätzlich konnten noch sogenannte Vorzugsstimmen innerhalb der gewählten Partei vergeben werden. Daraus resultieren die Abweichungen zwischen Parteienergebnis und Bürgermeisterergebnis.

Dornbirner Stadtvertretung
Partei Bezeichnung Mandate Stimmen Stimmenanteile
ÖVP Dornbirner Volkspartei 21 9.407 57,7 %
SPÖ Die Dornbirner SPÖ 8 3.765 23,1 %
Die Grünen Dornbirner Grüne - offene BürgerInnenliste 4 1.725 10,6 %
FPÖ Dornbirn.die Freiheitlichen 3 1.324 8,1 %
Stimmen und Stimmenanteile bei der Gemeindevertretungswahl vom 10. April 2005[3]

Stadtrat

Der Dornbirner Stadtrat setzt sich aus 9 Stadträten (inklusive Bürgermeister und Vizebürgermeister) zusammen. Diese sind, abgesehen vom Bürgermeister, größtenteils nebenberufliche Politiker. Nach den Gemeindevertretungswahlen 2005 verlor die FPÖ ihr Anrecht auf einen Vertreter im Stadtrat (Walter Schönbeck) und Die Grünen konnten mit Martin Konzet zum ersten Mal einen Dornbirner Stadtrat stellen. Die Aufteilung der Ressorts sowie die Leitung des Stadtrats obliegt dem amtierenden Bürgermeister.

Wappen

Das Dornbirner Wappen stützt sich auf drei rechtliche Grundlagen: Zum einen auf die Verleihung durch die Vorarlberger Landesregierung vom 1. Februar 1929, zweitens auf die Verleihung durch Kaiser Franz Joseph I. vom 28. Februar 1902 infolge der Stadterhebung 1901 und drittens auf den Wappenbrief von Erzherzog Ferdinand Karl vom 23. September 1655 an das Gericht Dornbirn. Es zeigt einen grünen Birnbaum auf Rot-Weiß-Rotem Schild. Der Birnbaum steht demnach für die falsch verstandene Bedeutung des Worts „Dornbirn“. Das Schild ist ein Bekenntnis zu den Habsburgern und gleichzeitig eine Abgrenzung von den damaligen Regionalfeinden, den Emsern.

„(...) Darum haben wir (...) das im folgenden beschriebene Wappen gnädigst verliehen und gegeben, nämlich einen grünen Birnenbaum in einem weißen und roten (nach Vorbild des österreichischen Bindenschilds) abgeteilten Feld, so wie dieses Wappen und Kleinod als Bild in die Mitte dieses Wappenbriefs gesetzt und mit Farben ausgemalt ist. (...)“

Auszug aus dem übersetzten Originaltext des Wappenbriefs vom 23. September 1655

Bürgermeister Dornbirns

Im Jahr 1347 siegelte erstmals ein Dornbirner Ammann namens Huober eine Urkunde. Ihm folgten bis 1849 68 weitere, frei gewählte Ammänner nach. Seit 1849 führt jeweils ein frei gewählter Bürgermeister die Gemeindegeschäfte Dornbirns. So wurden von 1849 bis heute 17 Bürgermeister gewählt.

Bürgermeister der Stadt Dornbirn seit 1867

Städtepartnerschaften

Kecskemét (Ungarn) seit 1998

Sélestat (Elsass (Frankreich)) seit 2006

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung[4]

Bevölkerungsstruktur

Dornbirn zählt eine aktuelle Gesamtbevölkerung von rund 46.000 Menschen [5] – das sind etwa 12 % der Einwohner Vorarlbergs.

Die Bevölkerung der Stadt teilt sich nahezu gleichmäßig in Männer und Frauen. Während bei der Volkszählung im Jahr 2001 20.730 Männer (49,0 %) gezählt wurden, kam der weibliche Teil der Bevölkerung auf 21.571 (51,0 %). In der selben Volkszählung wurde erhoben, dass 86,6 % der Einwohner Dornbirns die Österreichische Staatsbürgerschaft besitzen. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 74,8 % der Dornbirner (in ganz Vorarlberg 78,03 %), weitere 2,6 % waren evangelischen Glaubensbekenntnisses (Vorarlberg 2,23 %) und 2,7 % gehörten einer christlich-orthodoxen Kirche an (Vorarlberg 2,61 %). Die zweitgrößte Glaubensgruppe stellte jene des Islam dar. Im Jahr 2001 waren 9,9 % der Einwohner Dornbirns Muslime (Vorarlberg 8,36 %), nur 8 Bürger waren jüdischen Glaubens.

Die größte Altersgruppe stellten bei dieser Zählung mit 8,4 % die 35-39-jährigen. Dennoch ist der Gesamtbevölkerungsaltersdurchschnitt in Dornbirn leicht höher als der des Bundeslandes. 18,5 % (in ganz Vorarlberg 19,73 %) der Bevölkerung waren zum Erhebungszeitpunkt unter 15 Jahre alt, 63,3 % (Vorarlberg 63,16 %) waren zwischen 15 und 60 Jahren und 18,2 % (Vorarlberg 17,29 %) waren über 60 Jahre alt. Rund 44,1 % der Dornbirner waren im Jahr 2001 ledig, weitere 7 % geschieden. Dem gegenüber standen 43,4 % verheiratete Personen sowie 5,5 % Verwitwete.[6]

Migration und Integration

Dornbirn ist die Stadt in Vorarlberg mit dem höchsten Ausländeranteil, was charakteristisch für den gesamten Bezirk ist. Im Jahr 2001 waren 1,7 % der in Dornbirn wohnhaften Menschen Bürger eines anderen EU-Staats und 11,7 % Bürger eines Landes außerhalb der EU (allerdings vor der EU-Osterweiterung). Der mit Abstand größte Anteil an der ausländischen Bevölkerung ist wie in den meisten anderen Städten Vorarlbergs türkisch-stämmig. So gaben 3.484 Menschen als Umgangssprache Türkisch an, 4.206 Menschen bekannten sich zum muslimischen Glauben. Dem gegenüber stehen 35.411 Menschen, die muttersprachig Deutsch sprechen und 35.667 Menschen, die in Österreich geboren sind sowie im Jahr 2006 39.812 österreichische Staatsbürger.[7] Dieser Umstand resultiert aus den großen Einwanderungswellen in den 1950er und 1960er Jahren, als mit dem erneuten Aufblühen der Textilindustrie immer mehr Arbeitskräfte aus der Türkei nach Vorarlberg geholt wurden. Viele dieser ehemaligen Textilarbeiter leben heute mit ihren Familien in Vorarlberg, jüngere Generationen sind in Österreich geboren und angepasst an die westliche Kultur aufgewachsen.

Aufgrund dessen wurde im Herbst 2001 von der Stadt Dornbirn ein Interkulturelles Leitbild in Auftrag gegeben, welches mit Hilfe des ethnologischen Seminars der Universität Basel sowie dem b.a.s.e. Büro für angewandte Sozialforschung und Entwicklung im November 2002 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Im Jahr 2008 entflammte aufgrund eines neuen Baugesetzes in Vorarlberg auch in Dornbirn die Diskussion um den Bau einer Moschee mit Minarett. Obwohl die Pläne nicht so konkret waren, wie jene zum Neubau des bestehenden Gebetshauses in Bludenz, wurde das Thema von den Vorarlberger Nachrichten aufgegriffen und an die Öffentlichkeit gebracht. In der Bevölkerung überwiegt derzeit die Skepsis einem Minarettenbau gegenüber, weshalb sich die Stadtverwaltung zunächst bedeckt hält.

Wirtschaft

Von vielen Vorarlbergern wird Dornbirn als das gewerbliche Zentrum Vorarlbergs bezeichnet. Eine große Bedeutung hatte und hat seit der Blütezeit der Textilindustrie die Dornbirner Messe, welche einstmals eine der größten Textilfachmessen Österreichs war. Sowohl als Beschäftigte in Dornbirner Betrieben als auch als Konsumenten sind Personen aus der ländlichen Umgebung Dornbirns, besonders des Bregenzerwalds ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Insbesondere das Stadtzentrum, in dem sich viele Geschäfte unter dem Namen inside Dornbirn zu einer Handelsgemeinschaft zusammengeschlossen haben und das größte Einkaufszentrum in Vorarlberg, der Messepark, werden stark frequentiert. Unter anderem befindet sich in Dornbirn auch die Mohrenbrauerei August Huber, die älteste Bierbrauerei Vorarlbergs.

Im Jahr 2006 arbeiteten 20.380 Beschäftigte in Dornbirner Betrieben.[7] Der größte Arbeitgeber der Stadt ist die Zumtobel Licht GmbH, ein Leuchtenhersteller, dessen Hauptsitz sich in Dornbirn befindet. Sowohl umsatz- als auch mitarbeitermäßig folgt dann die Rudolf Ölz Meisterbäcker GmbH, ursprünglich bekannt geworden als Hersteller von Backerbsen, ist dieses Unternehmen heute ein internationaler Backwarenhersteller. Zudem hat die Spar Österreichische Warenhandels-AG in Dornbirn die für Vorarlberg zuständige Zentrale gebaut.

Tourismus

Im Zeitraum vom November 2005 bis Oktober 2006 nächtigten 186.106 Personen in Dornbirn. Damit wurde ein neuer Rekordwert erreicht; das Nächtigungswachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrug 12 %.[7] Dornbirn ist zentral gelegen und bildet für Touristen einen guten Ausgangspunkt für Aktivitäten und Ausflüge in der näheren Umgebung (Gesamter Bodenseeraum sowie ganz Vorarlberg, die Schweiz, das Fürstentum Liechtenstein und Teile des südwestdeutschen Raums). Aufgrund dessen haben sich in der Kleinstadt zahlreiche Hotels niedergelassen. So wurde zum Beispiel im Herbst 2005 das vollständig verglaste Panoramahaus („Home of Balance“) als höchstes gewerblich genutztes Gebäude Vorarlbergs eröffnet. Es beinhaltet ein Wellness Center und ein Four Points by Sheraton Hotel. Des Weiteren gibt es in der Stadt zahlreiche Restaurants, Lokale und Bars. Dennoch bildet das Gastgewerbe in Dornbirn entgegen dem Trend im Bundesland einen eher geringen Anteil an der Gesamtwirtschaft.

Als touristische Ziele gelten in Dornbirn die Rappenlochschlucht, das Bergdorf Ebnit sowie die umliegenden Berge im Gemeindegebiet. Die gut erschlossenen Wanderwege ermöglichen auch Touristen den Blick auf teils einzigartige Naturschönheiten. Im Winter suchen viele Dornbirner Erholung im nahe gelegenen Skigebiet Bödele, welches zwar hauptsächlich von Dornbirn aus angefahren wird, politisch jedoch zur Gemeinde Schwarzenberg gehört.

Weltgymnaestrada

Hauptartikel: Weltgymnaestrada 2007

Im Jahr 2007 fand von 8. bis 14. Juli die 13. Weltgymnaestrada in Dornbirn statt. Dies stellte eine besondere Herausforderung an die Veranstalter und die Stadt dar, da zu diesem Ereignis bis zu 22.000 Teilnehmer aus der ganzen Welt erwartet wurden. In Vorbereitung auf diese Großveranstaltung wurden etliche Projekte bezüglich der Infrastruktur in Dornbirn verwirklicht. Beispielsweise wurde der Dornbirner Hauptbahnhof saniert und modernisiert, eine neue Autobahnauffahrt im Bereich des Messegeländes befindet sich in Planung, die bestehende Autobahnauffahrt Dornbirn-Süd wurde komplett umgebaut. Dornbirn war nach Herning (1987) die zweite Mittelstadt, in der diese Breitensportveranstaltung ausgetragen wurde.

Verkehr und Infrastruktur

Verkehr

Verkehrstechnisch gesehen bildet Dornbirn den Knoten- und Mittelpunkt des Rheintales und daher die wichtigste Verbindung für den Landbus von Norden (Bregenz) nach Süden (Feldkirch und Bludenz). Aber auch die Busverbindungen in den Bregenzerwald (Osten) finden in Dornbirn ihren Knotenpunkt. Innerhalb der Stadt gibt es ein gut ausgebautes und funktionierendes Netz von Stadtbussen (Stadtbus Dornbirn).

Der Bahnhof der ÖBB in Dornbirn ist als reiner Durchgangsbahnhof verkehrstechnisch eher unwichtig - aufgrund der relativ hohen Fahrgastfrequenz halten aber auch in diesem Bahnhof alle passierenden Personenzüge. Daneben gibt es noch drei Bahnstationen im Gemeindegebiet (Haselstauden, Dornbirn-Schoren und Hatlerdorf), die nur von Regionalzügen bedient werden. Im Vorfeld der Weltgymnestrada 2007 wurde der Dornbirner Hauptbahnhof umgebaut und modernisiert, ebenso wurde die viel frequentierte Haltestelle Dornbirn-Schoren versetzt.

Des Weiteren führt die A14 westlich des Stadtgebiets vorbei, dabei gibt es zwei Ausfahrten: Dornbirn-Nord und Dornbirn-Süd. Mit Fertigstellung des Achraintunnels (zwischen Dornbirn und Schwarzach) besteht in Zukunft eine direktere Verbindung von der Autobahnabfahrt Dornbirn-Nord in den Bregenzerwald. In Dornbirn treffen drei ehemalige Bundesstraßen aufeinander, dies sind die L 190, die L 200 und die L 204. Viele Dornbirner nutzen zudem das Angebot des nahegelegenen Sportflugplatzes Hohenems-Dornbirn und der diversen Segelvereine am Bodensee.

Verwaltung

In Vorarlberg ist die Verwaltung traditionell dezentral organisiert. Dies liegt zum einen daran, dass Vorarlberg bis 1918 kein eigenständiges Land war, deshalb auch keine Landeshauptstadt besaß und die Einrichtungen auf die größten Städte aufgeteilt wurden. Zum anderen liegt es daran, dass Bregenz zwar Sitz der Landesregierung ist, als drittgrößte Stadt des Landes aber nicht die zentrale Stellung einnimmt wie es beispielsweise in Tirol die Stadt Innsbruck tut.

Viele Organisationen sind deshalb auf die drei größten Städte im Land aufgeteilt. Während sich in Feldkirch das Landesgericht befindet, beherbergt Bregenz den Vorarlberger Landtag und andere politische Einrichtungen. In Dornbirn befinden sich folgende wichtige öffentliche Einrichtungen, die landesweit von Bedeutung sind:

Bildung

Die Stadt Dornbirn verfügt über ein für Vorarlberg ungewöhnlich großes und breites Bildungsangebot. Am Ort gab es im Jänner 2003 8.258 Schüler, davon 1.807 an allgemeinbildenden höheren Schulen und 2.473 an berufsbildenden höheren Schulen. Der Schülerverkehr bildet einen großen Anteil am täglichen Verkehrsaufkommen der Stadtbuslinien und der Regionalzüge.

In Dornbirn existieren 5 Hauptschulen, 15 Volksschulen und 24 Kindergärten. Diese befinden sich größtenteils in Gemeindebesitz. Zu den Pflichtschulen gehören zudem das Sonderpädagogische Zentrum und die Schule für Gehörlose (LZH). Weiters bieten die beiden Gymnasien in Dornbirn Unterstufenklassen an.

Es gibt zwei Gymnasien in Dornbirn. Das BG Dornbirn im Zentrum der Stadt ist dabei das ältere und sprachlich orientiert, während das BRG Dornbirn-Schoren mathematisch-naturwissenschaftlich geprägt ist. Des Weiteren gibt es in Dornbirn eine HTL und zwei Berufsschulen (Landesberufsschule Dornbirn 1 & 2) sowie eine dreijährige Fachschule für wirtschaftliche Berufe, die allerdings kostenpflichtig ist.

Dornbirn ist Standort der Fachhochschule Vorarlberg, der einzigen öffentlichen Schule mit Universitätscharakter im Bundesland Vorarlberg. Aufgrund der modernen und teils einzigartigen Studiengänge zu den Themen Informatik, Mediengestaltung, Mechatronik, Betriebswirtschaft, Sozialarbeit und Wirtschaftsingenieurwesen sind viele der Studienplätze auch an ausländische Studenten vergeben, die damit mittelfristig in Dornbirn wohnen.

Neben dem bereits erwähnten Sonderpädagogischen Zentrum und der Schule für Gehörlose gibt es außerdem noch ein Sportgymnasium als Ableger des BRG Dornbirn-Schoren sowie eine Landessportschule.

Neben diesen allgemeinen Bildungswegen bietet Dornbirn eine Vielzahl an sonstigen Weiter- und Ausbildungsstätten. So zum Beispiel die städtische Musikschule oder das Wirtschaftsförderungsinstitut der Vorarlberger Wirtschaftskammer. Daneben hat die Stadt noch weitere Einrichtungen geschaffen, welche im weiteren Sinne der Bildung dienen. So gibt es eine Stadtbücherei sowie ein Stadtmuseum und ein Stadtarchiv‎. Außerdem existieren sechs Pfarrbüchereien und eine weitere Bücherei im Naturkundemuseum inatura.

Gesundheit

Die größte Stadt des Landes Vorarlberg hat auch eines der meistfrequentierten Krankenhäuser. Das Krankenhaus Dornbirn ist zudem das einzige Spital in Vorarlberg, das sich nicht im Besitz des Landes, sondern der Stadt befindet. Die Rot-Kreuz-Abteilung Dornbirn zählt zu den am Besten ausgelasteten Rettungseinheiten im Bundesland. Des Weiteren gibt es ein Notarzteinsatzfahrzeug, das im Rendezvous-System praktiziert und in der Tiefgarage des Krankenhauses stationiert ist. Das Krankenhaus verfügt über einen Hubschrauberlandeplatz für den Notarzthelikopter Christopherus 8. In Dornbirn gibt es außerdem ein städtisches Alters- sowie ein Pflegeheim.

Sicherheit

Die Stadt Dornbirn zählt zu den Gemeinden Vorarlbergs mit der höchsten Kriminalitätsrate. So wurden im Dezember 2006 in Dornbirn 5401 Straftaten begangen.[8] Gleichzeitig ist in Dornbirn die Aufklärungsrate von Verbrechen landesweit am höchsten (konstant bei etwa 55 %). Die Polizeiinspektion Dornbirn der Österreichischen Bundespolizei sowie eine eigene Stadtpolizei sorgen im Gemeindegebiet für die Sicherheit der Bevölkerung. In Dornbirn befindet sich auch das Bezirkspolizeikommando für den Bezirk Dornbirn und das Bezirksgericht mit angeschlossenem Gefängnis, welches als Zweigstelle der Justizanstalt Feldkirch betrieben wird. Zudem ist an der Autobahnauffahrt Dornbirn-Süd die Autobahnpolizei stationiert.

Dornbirn ist die Gemeinde in Vorarlberg mit der größten Zahl an Verkehrstoten. Im Jahr 2002 starben bei 279 Unfällen sechs Personen im Straßenverkehr, 353 wurden verletzt. Auch was die Gesamtzahl der Unfälle und die Verletzten angeht, ist Dornbirn trauriger Spitzenreiter im Bundesland.

Des Weiteren unterhält die Stadt eine Freiwillige Feuerwehr, die mit 197 Männern und 6 Frauen im Jahr 2006 eine der größten Feuerwehren im Bundesland darstellte. Die Feuerwehr ist in vier Züge und drei Löschgruppen unterteilt. Die Löschgruppen versorgen dabei die Bergparzellen Dornbirns, während die Löschzüge im Stadtgebiet zuständig sind. Im Jahr 2006 musste die Freiwillige Feuerwehr zu insgesamt 310 Einsätzen ausrücken, wovon 182 auf Brandfälle entfielen.

Sport & Freizeit

Die Stadt Dornbirn bietet ihrer Bevölkerung ein reiches Angebot an Freizeitaktivitäten. Es gibt viele verschiedene Sportarten, die in der Gemeinde ausgeübt werden können. Aber auch die Liebhaber der Kulturszene kommen in Dornbirn nicht zu kurz. Familienfreundliche Freizeitgestaltung bietet auch das stadtbad, das neue Hallenbad der Stadt sowie das Waldbad Enz, ein Freibad im Tal der Dornbirner Ach.

Sport

Die bedeutendste Sportart ist wie in ganz Mitteleuropa Fußball. Eine Vielzahl von öffentlichen Fußballplätzen ermöglicht das Spielen sowohl in einem der zahlreichen Vereine als auch in der Freizeit. Der bedeutendste Verein ist der FC Dornbirn 1913 - der frühere Bundesligist spielt derzeit in der dritthöchsten Spielklasse, der Regionalliga West.

Die Eissporthalle Messestadion - Heimatstadion des EC-TREND Dornbirn - liegt im sportlichen Zentrum der Stadt, dem Messeareal, in welchem diverse Sportarten ausgeübt werden können, unter anderem Tennis, Badminton, Volleyball, Eishockey, Eiskunstlauf, Basketball, etc. Ebenfalls im Gelände der Dornbirner Messe untergebracht ist das Sportgymnasium Dornbirn. Auch ist Dornbirn Standort der Vorarlberger Landessportschule.

Eine besondere Bedeutung nimmt der Skisport in Dornbirn ein. Obwohl keine größeren Skigebiete im unmittelbaren Umfeld der Stadt liegen, sind viele wichtigen Skiregionen von Dornbirn aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Außerdem gibt es mehrere Skiclubs und -schulen in Dornbirn, welche jedoch nicht in den großen Skigebieten trainieren, sondern sich hauptsächlich auf kleinere, regionale Skiliftverbände aufteilen.

Des Weiteren konnte die Baseball-Mannschaft Dornbirn Indians sich erfolgreich in der Austrian Baseball League behaupten und wurde 1999 und 2003 Staatsmeister von Österreich.

Seit 30. September 2006 hat Dornbirn eine neue Kletterhalle, genannt K1 Kletterhalle Dornbirn. Damit hat Dornbirn die größte Kletterhalle Österreichs mit rund 2.000 Kletterfläche. Das Angebot richtet sich vor allem an die Jugend.

Kultur

Mehrere kulturelle Veranstaltungsorte finden sich in der Messestadt Dornbirn. So bietet das Kulturhaus Dornbirn immer wieder Platz für diverse Theater- und Kabarettvorstellungen, wie auch für andere Anlässe. Über die regionalen Grenzen hinaus bekannt ist zudem der Spielboden, eine Bühne für Vorarlberger Künstler, sowie das Conrad Sohm.

Sehenswürdigkeiten

Dornbirn verfügt als relativ junge Stadt (Stadterhebung erst 1901) nur über wenige Wahrzeichen oder touristische Ziele. Dennoch bietet das Gemeindegebiet Dornbirns gerade im Naturbereich eine Vielzahl sehenswerter Begebenheiten.

Museen

Zu den städtischen Einrichtungen, dem Stadtmuseum/Stadtarchiv kommt seit dem Jahr 2003 die inatura Erlebnis Naturschau Dornbirn, ein über die regionalen Grenzen hinaus bekanntes naturkundliches und naturgeschichtliches, interaktives Museum auf dem ehemaligen Werksgelände der Rüsch-Werke inmitten des neuen Stadtparks. Auch zählen der Kunstraum Dornbirn, das Krippenmuseum Dornbirn sowie das Rolls-Royce-Museum zu den bekannten Museen der Stadt.

Architektur

Das junge Stadtbild Dornbirns ist geprägt vom Baustil des 19. und 20. Jahrhunderts. Dennoch sind gerade die älteren Bauwerke Dornbirns architektonisch interessant. Diese befinden sich zum einen direkt am Marktplatz, mit dem Wahrzeichen Dornbirns, dem Roten Haus sowie der St. Martinskirche. Weitere historisch bedeutsame oder architektonisch interessante Bauwerke sind die Pfarrkirchen der anderen Stadtbezirke und Ortsteile.

Stadtpfarrkirche St. Martin (1839–1840)

Diese Kirche wird im Volksmund auch Dorfer- oder Markterkirche genannt. Die St. Martins-Kirche wird 1130 erstmals erwähnt. Die Kirche in ihrer heutigen Form stellt mindestens den fünften Bau an nahezu der selben Stelle dar. Der aktuell bestehende Kirchenbau wurde von Staatsbaumeister Martin Ritter von Kink in den Jahren 1839 bis 1840 erbaut und stellt einen Verschnitt aus Klassizismus und Historizismus dar. Der heimische Künstler Josef Huber schuf 1923 an der Eingangswand das Fresko „Die vier letzten Dinge“ und im Jahr darauf das Mosaik „Einzug in Jerusalem“ im flachen Giebel. Es ist ein Bau mit Rundapsis und frei stehendem Ostturm mit Giebelspitzhelm.

Kirche Maria, Königin des Friedens in Watzenegg (1985–1986)

Dieser Bau von Wolfgang Ritsch, Siegfried Wäger und Rudolf Wäger kann als Prototyp der Vorarlberger Holzbauweise der 1980er Jahre angesehen werden.

Rotes Haus (1639)

An der Stelle des ehemaligen Dornbirner Pfarrhofs erbauten im Jahr 1639 Michael Danner und Verena Rhomberg den Gasthof Zum Engel. Im Jahr 1954/55 ließ es der Nachfahre der Erbauer, August Rhomberg vom Architekten Franz Hoffenscher renovieren.[9]

Geschäftshaus Luger (1901–1902)

An diesem Umbau der späteren Jugendstilarchitekten zeigt sich deutlich, wie eng Jugendstil und Nationalromantik in Vorarlberg verbunden waren.

Arbeiter-Reihenhäuser (1907)

Diese Bauten in der Bündtlittenstraße vom Bregenzer Baumeister Otto Mallaun sind ein besonderes Beispiel der Übernahme und lokalen Anwendung eines englischen Reihenhausvorbildes. Da jeweils 2 Wohnungen übereinander liegen, handelt es sich um keine echten Reihenhäuser, sondern um Mietshäuser in Reihenhausform.

Panoramahaus

Bei diesem Bau des Architekten Bernhard Bügelmayer wird der elliptische Baukörper von einer gebogenen Glasfassade umhüllt. Damit wird den Gästen des Home of Balance und des Four Points by Sheraton die einzigartige Panoramasituation über die Landschaft vom Bodensee, über die Dornbirner Hausberge, die Stadt Dornbirn, über das Rheintal bis hin zu den Schweizer Felsmassiven als Raumerlebnis - gleich einem Naturgemälde - geboten.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Einziger noch lebender Ehrenbürger der Stadt Dornbirn ist zur Zeit Altbürgermeister Rudolf Sohm (Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1999).

Zu den mittlerweile verstorbenen Ehrernbürgern Dornbirns zählen unter anderem Johann Georg Waibel (Altbürgermeister, Verleihung 1894), Ferdinand Gierer (Geistlicher Rat und Stadtpfarrer im Hatlerdorf, Verleihung 1922), Karl Drexel (Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat, Verleihung 1935), Victor Hämmerle (Großindustrieller, Verleihung 1935), Hermann Rhomberg (Gründungsvater der Dornbirner Messe, Verleihung 1960), Günther Anton Moosbrugger (Altbürgermeister, Verleihung 1975) sowie Karl Bohle (Altbürgermeister, Verleihung 1984). [10]

Söhne und Töchter der Stadt

Quellen

Einzelnachweise

  1. Geologische Angaben laut: Bernhard Ölz: Revitalisierung der Dornbirner Ache und damit zusammenhängende stadtplanerisch begleitende Maßnahmen. Wien, Univ. für Bodenkultur, Dipl.-Arb. 1987
  2. Angaben laut Webseite der Stadt Dornbirn, Fläche Vorarlbergs beträgt 2.601,48 km²
  3. Amtliches Wahlergebnis laut Verlautbarung des Landes Vorarlberg.
  4. Daten lt. Statistik Austria [1]
  5. Exakte Angaben auf Statistik Austria
  6. Daten laut Volkszählung der Statistik Austria aus dem Jahr 2001.
  7. a b c Angaben laut Budgetrede 2007 des Dornbirner Bürgermeisters; Amtliche Verlautbarung im Gemeindeblatt Dornbirn
  8. Kriminalstatistik aus dem Jahr 2006
  9. Die Geschichte des Roten Hauses, dargestellt auf einer privaten Homepage.
  10. Ehrenbürger bis 1951 aus dem Buch 50 Jahre Stadt Dornbirn

Literatur

Weblinks

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