Zitation
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Zitation

Eine Zitation ist ein expliziter Verweis auf eine Publikation oder andere Informationsquelle. Dieser Verweis besteht in der Regel aus einer Literaturangabe. Im Gegensatz zum Zitat, bei dem der Schwerpunkt auf einem zitierten Wortlaut oder Sachverhalt besteht, und der „Zitierung“, die den Vorgang oder Art und Weise des Zitierens bezeichnet, steht bei der Zitation primär das Vorhandensein eines Verweises im Mittelpunkt. Im engeren Wortsinn erhält beim Verweisen die Publikation, auf die verwiesen wird, eine Zitation, und die verweisende Publikation einen Verweis.

Die Anzahl von Zitationen einer Publikation wird auch als Zitierrate bezeichnet. Zitationsdatenbanken sammeln Zitationen, die im Rahmen der Zitationsanalyse ausgewertet werden.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung

Zitationen sind insbesondere bei wissenschaftliche Publikationen von Bedeutung, da es zur wissenschaftlich korrekten Arbeitsweise gehört, verwendete Informationsquellen und relevante andere Arbeiten zu nennen. Für Autoren zitierter Werke spielen Zitationen eine wesentliche Rolle zur Bildung von Reputation.

Zur Recherche und Analyse von Zitationen gibt es spezielle Zitationsdatenbanken. Die Zitationsanalyse untersucht im Rahmen der Szientometrie, der quantitativen Erforschung wissenschaftlicher Prozesse, so genannte Zitationsgraphen. Diese bilden Netzwerke von Publikationen, die durch Zitationen miteinander verbunden sind. Als indirekte Beziehungen aufgrund von Zitationen treten dabei Kozitation und Bibliografische Kopplung auf. Die Zitationsanalyse hat eine Reihe von Regelmäßigkeiten in Zitationsgraphen festgestellt. Ihre etwa seit Ende der 1950er Jahre stattfindende Anwendung zur Beurteilung von wissenschaftlicher Leistung ist umstritten.

Auch der Umstand, dass Publikationen nicht oder nicht richtig zitiert werden, kann untersucht werden. Das Phänomen des Nicht-Zitierens wird in der Scientiometrie als Uncitedness bezeichnet. Es wird vermutet, dass ein wesentlicher Teil der zitierten Literatur vom Autor nicht gelesen wurde. Linda C. Smith stellte in einer Studie zur Zitierung des bekanntesten Werkes von Vannevar Bush fest, dass die Autoren das Werk aus dem Zusammenhang zitierten, um beliebige Aussagen zu belegen, die teilweise sogar im Widerspruch zu dem zitierten Artikel standen.[1]

Siehe auch

Quellen

  1. Linda C. Smith: Memex as an image of potentiality in information retrieval research and development. In: Proceedings of the Annual ACM Conference on Research and Development in Information Retrieval. 1980, S. 345-369.
  2. Citation, Location and Deposition in discipline & institutional repositories (CLADDIER): Report III : Recommendations for Citation and Linking. 2007

Literatur