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Mat (Fluss)

Der Fluss Mat (albanisch auch Mati) entwässert Teile der albanischen Berglandschaft nordöstlich von Tirana. Er mündet nach 115 Kilometern zwischen den Städten Laç und Lezha ins Adriatische Meer.

Der Mat entwässert ein breites (Hoch-)Tal, das ebenfalls den Namen Mat trägt. Danach passiert er eine enge Schlucht durch den Gebirgszug, der die Region Mat von der albanischen Küstenebene trennt. Am Ende dieses Einschnitts vereinigt er sich mit seinem wichtigsten Nebenfluss, dem Fan. Dieser entwässert die nördlich gelegene Mirdita. Von da an sind es noch rund 25 Kilometer durch die flache Küstenebene, bis der Fluss in den Drin-Golf mündet. Das gesamte Einzugsgebiet hat eine Fläche von 2.441 km².

Der Mat wurde in der engen Schlucht am Ausgang des Mat-Tals zwei Mal gestaut. Der Ulza-Stausee (Liqeni i Ulzës) wird durch eine 64 Meter hohe und 126 Meter lange Staumauer gebildet. Er fasst 124 Millionen Kubikmeter. Die Fallhöhe des Wassers beim Elektrizitätswerk liegt bei rund 55 Metern. Das Wasserkraftwerk wurde von den sowjetischen Spezialisten errichtet und im Jahr 1957 in Betrieb genommen. Es handelt sich um das erste größere Wasserkraftwerk im Lande. Anfang der 2000er Jahre wurde es mit ausländischer Hilfe erneuert, damit mehr Energie gewonnen werden kann. Gleich unterhalb der Ulza-Staumauer liegt der schmale Shkopet-Stausee (Liqeni i Shkopetit), der sich über einige Kilometer durch die enge Schlucht zieht. Dieses Wasserkraftwerk ist sechs Jahre jünger und wurde ebenfalls noch unter sowjetischer Anleitung errichtet. Es wird zur Zeit ebenfalls erneuert. Die Staumauer ist 53 Meter hoch und 90 Meter lang. Das Wasser fällt rund 36 Meter.

Die durchschnittliche Abflussmenge des Mat beträgt 103 m³ pro Sekunde. Dies ist der drittgrößte Wert unter den albanischen Flüssen. Nach Niederschlägen führt er sehr viel Wasser, was immer wieder zu Überschwemmungen führt, durch den Bau der Kraftwerke aber deutlich besser reguliert werden kann. Die Höchstwassermenge übertrifft die Mindestwassermenge im Jahresverlauf um das Zehnfache.

Nach dem Zusammenfluss mit dem Fan bildet der Mat ein sehr breites Flussbett, das mit seinem vielen Kies und Geröll auch bei Niedrigwasser ein Hindernis für Reisende zwischen Nord- und Mittelalbanien darstellte. Bei Milot wurde im Jahr 1927 die erste Brücke über den Fluss errichtet. Die Betonbrücke mit fünf großen Stahlbögen auf jeder Seite überwand 480 Meter. Sie wurde von deutschen und Schweizer Ingenieuren geplant. Als eines der größten Bauwerke des damaligen Albanien wurde sie dem König zu Ehren Zogu-Brücke genannt. Später wurde sie meist nur als Mat-Brücke bezeichnet. Denn es sollte rund 50 Jahre dauern, bis eine weitere Brücke den Fluss in der Küstenebene überquerte. Das neue Bauwerk für Straße und Eisenbahn ermöglichte eine direktere Verbindung, da die Zogu-Brücke ein wenig landeinwärts im Mat-Tal gelegen ist. Nochmals 25 Jahre später wurde für die neue Autobahn, die das Land von Nord nach Süd durchqueren soll, eine dritte Mat-Brücke noch weiter westlich errichtet. Diese Brücke ist 650 Meter lang.