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Witten

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Witten (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 26′ N, 7° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Landkreis: Ennepe-Ruhr-Kreis
Höhe: 104 m ü. NN
Fläche: 72,40 km²
Einwohner: 99.598 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 1376 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 58401–58456 (alt: 5810)
Vorwahlen: 02302 und 02324 (Buchholz)
Kfz-Kennzeichen: EN, alt (bis 1974): WIT
Gemeindeschlüssel: 05 9 54 036
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Marktstr. 16
58449 Witten
Webpräsenz:
www.witten.de
Bürgermeisterin: Sonja Leidemann (SPD)

Die Stadt Witten liegt im südlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen und ist eine Große kreisangehörige Stadt des Ennepe-Ruhr-Kreises im Regierungsbezirk Arnsberg.

Bis 1974 war Witten eine kreisfreie Stadt. Im Zuge der Neugliederung 1975 wurde sie in den Ennepe-Ruhr-Kreis eingegliedert, dessen größte Stadt sie heute ist. Gleichzeitig erreichte sie den Großstadtstatus, den sie bis zum Anfang 2007 beibehielt. Danach hatte sie weniger als 100.000 Einwohner, doch Ende des Jahres 2007 erreichte Witten wieder die 100.000-Marke.


Inhaltsverzeichnis

Geografie

Panorama von Witten vom Ruhrtal (Muttental) aus gesehen (im Vordergrund: Deutsche Edelstahlwerke)

Witten liegt am Übergang vom unteren Sauerland zum niederbergischen Hügelland im Westen und dem Emscherland im Norden, zwischen Bochum und Hagen, am nördlichen Ausgang des engen tiefen Ruhrdurchbruchs durch das waldbedeckte Ardey-Sandsteinplateau zu beiden Seiten des Flusses Ruhr. Das Flusstal mit dem aufgestauten Kemnader See prägt neben den bewaldeten Hügeln des Ardeygebirges, das ein Teil des Rheinischen Schiefergebirges darstellt, das Bild der Stadt. Die Berge bestehen im wesentlichen aus Sandstein, hinzu kommen kohleführende Schichten, die mancherorts offen zutage treten und die im Bergbaurundweg Muttental zu besichtigen sind.

Messpunkt für die geografische Lage der Stadt Witten ist die Turmspitze der Marienkirche. Der höchste Punkt im Stadtgebiet ist der Arenberg und misst 269 m, der niedrigste ist an der Wittener Straße, östlich vom Bahnhof Blankenstein und beträgt 71 m ü. NN. Die Stadtgrenze ist insgesamt 52 km lang. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 13,8 km und in West-Ost-Richtung 10,5 km.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Witten. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten genannt:

Dortmund (kreisfreie Stadt), Herdecke, Wetter (Ruhr), Sprockhövel und Hattingen (alle Ennepe-Ruhr-Kreis) sowie Bochum (kreisfreie Stadt)

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Wittens ist in acht Stadtteile eingeteilt. Diese sind weiter in mehrere Stadtbezirke unterteilt.

Klima

Die Niederschlagsmenge ist mit jährlich 750 mm im langjährigen Durchschnitt deutlich niedriger als in den umliegenden Mittelgebirgen. Der meiste Regen fällt im Sommerzeitraum (Juli durchschnittlich 80-90 mm), der wenigste im Winterzeitraum (Februar durchschnittlich 40-50 mm). Die Winter sind mit -6°-11° C im Januar mild und die Sommer mit 10°-35° C im August relativ kühl. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 9-10° C.

Naturschutz

Im Stadtgebiet befinden sich vier Naturschutzgebiete. Eines um den Bach Elbsche, ein Gebiet um die ehemalige Burg Hardenstein, der Kermelbach und die Ruhraue in Gedern. Insgesamt sind damit ca. 184 Hektar geschützt.

Geschichte und Eingemeindungen

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Witten

Die älteste Erwähnung des Stadtteils Herbede (seit 1975 eingemeindet) geht auf das Jahr 851 zurück. Witten selbst wurde erstmals 1214 urkundlich erwähnt, jedoch geht man davon aus, dass an der Stelle, an der heute die Johanniskirche im Herzen der Stadt steht, bereits im 9. Jahrhundert eine Kapelle errichtet worden ist. Die beiden Ruhrmühlen wurden 1321 erstmalig erwähnt. Die frühesten Erwähnungen des Wittener Kohle-Bergbaus datieren aus dem Jahr 1552 und 1578.

Am 22. April/2. Mai 1675 erhält Witten in Kleve das Marktrecht durch den Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Gemäß der durch den Regierungs-, Justiz- und Hofgerichtsrat Mordio von der Reck überbrachten Urkunde wurde der Donnerstag als Markttag festgelegt. Zudem wurde der Ausbau der zerstörten Ruhrbrücke nach Bommern zur Auflage gemacht. 1776 wird die Ruhr in Witten schiffbar gemacht, vier Jahre bevor auf Initiative von Friedrich II. die gesamte Ruhr einer Schiffbarmachung unterlag.

Bis 1806 gehört Witten zur preußischen Grafschaft Mark und von 1807 bis 1813 zum Ruhrdepartement des Großherzogtums Berg, unter dem 1809 die Gründung der Mairie Witten erfolgte. Anschließend gehörte Witten vorübergehend zum preußischen Gouvernement zwischen Weser und Rhein und ab 1815 endgültig zu Preußen (Provinz Westfalen). Der Ort wird dem Kreis Bochum zugeordnet. Die Bürgermeisterei Witten umfasst neben Witten die Gemeinden Langendreer, Stockum, Düren, Somborn und Werne. 1823 erhält Witten die Stadtrechte, scheidet dann 1899 aus dem Kreis Bochum aus und wird eine kreisfreie Stadt.

Am 28. November 1906 treffen ein Brand und zwei Explosionen die Roburit-Fabrik nahe der Stadtgrenze zu Annen. 41 Menschen starben bei der Katastrophe, zudem kam es zu Schäden im Umfeld.

Am 1. Juli 1921 wird die Gemeinde Heven und am 1. August 1929 werden die Gemeinden Annen (mit dem am 1. April 1922 eingemeindeten Rüdinghausen), Stockum, Düren, Teile von Bommern sowie Teile von Langendreer (Krone) eingegliedert. Im Zweiten Weltkrieg wird Witten wegen der industriellen Bedeutung Ziel von fast 100 sehr zerstörerischen Luftangriffen. Gegen Kriegsende hatte Walter Model, Oberkommandierender der deutschen Truppen im Westen, kurzzeitig sein Hauptquartier in der Dorfschule in Heven. Das gesamte Stadtgebiet, vor allem der Bereich um die Ruhrbrücken, wurde zum Schauplatz eines erbitterten Abwehrkampfes zwischen US- Truppen und Wehrmachtsverbänden, die den Ort jedoch bald nach und nach räumen mussten.

Im Rahmen der jüngsten nordrhein-westfälischen Gebietsreform muss Witten 1975 seine Kreisfreiheit aufgeben und wird dem Ennepe-Ruhr-Kreis eingegliedert. Gleichzeitig wird sie durch Eingemeindung der Stadt Herbede vergrößert. Damit erreicht das Stadtgebiet Wittens seine heutige Ausdehnung.

Wappen

Wittener Stadtwappen im Treppenaufgang des Rathauses

Das Wappen der Stadt Witten zeigt in von Rot und Silber geteiltem Schild oben zwei abgekehrte, doppelschwänzige, silberne Löwen. Als Vorlage für das Wappen diente das Siegel der Everhards von Witten-Steinhausen aus dem Jahre 1283. Ursprünglich war neben den Löwen, dem Wappentier der Everhards, auch deren Leitspruch "Sigillum Hermanni de Wittene" abgebildet.

Dem Abzeichen in Form eines stilisierten dreieckigen Schildes war eine viertürmige Mauerkrone aufgesetzt. Erstmalig angebracht wurde es auf einer Bowle (Schmuckschale), die der Bürgermeister Rudolf Brickenstein als Anerkennung für seine unentgeltliche Tätigkeit 1883 von der Stadt Witten erhielt. Bei einer Überprüfung der westfälischen Stadtwappen 1908 wurde ein überarbeiteter Entwurf angenommen und am 6. November 1911 königlich genehmigt. Das Wappen bestand nun aus einer dreitürmigen sandsteinfarbenen Mauerkrone. Der stilisierte rechteckige Schild war wiederum zweigeteilt in eine untere silberne und eine obere rote Hälfte, in der die beiden silbernen Löwen abgebildet waren. Die lateinische Umschrift fiel fortan weg.

Während des Nationalsozialismus blieb das Stadtwappen unverändert. Dem Bestreben nach dem Zweiten Weltkrieg, kriegerische und nationalsozialistische Symbolik aus Wappen zu entfernen, brauchte Witten nicht zu entsprechen. Es konnte glaubhaft nachgewiesen werden, dass die beiden Löwen keine Angriffs-, sondern eine Abwehrposition einnehmen. Die englische Militärregierung bestätigte am 24. April 1945 das Wappen von Witten, das bis heute keine grundsätzlichen Veränderungen erfuhr, sondern nur nach grafischen und heraldischen Gesichtspunkten zeitgemäß umgestaltet wurde.

Logo

Das aus den 1970er Jahren stammende Logo der Stadt Witten - ein schwarzes Quadrat, in dem durch parallele schräge und senkrechte Linien ein stilisiertes "W" erkennbar war, wurde im Jahr 2005 ersetzt: Die strenge geometrische Form entsprach dem Geschmack ihrer Zeit.

Das neue Logo - eine geschwungene Linie als Witten-"W" - stellt den Verlauf der Ruhr dar. Der Pinselstrich soll Weltoffenheit, Dynamik, Fortschritt und Innovation symbolisieren. Die blaue Farbe steht für das Wasser der Ruhr und betont die Nähe der Stadt zum Fluß, ihrer historischen Lebensader. Die gelbe Farbe wiederum erinnert an den urbanen Mittelpunkt: das Rathaus.

Religionen

Witten gehörte seit der Gründung zum Erzbistum Köln und war dem Archidiakonat des Kölner St.-Georgs-Stifts unterstellt.

1582 wandte sich die Bevölkerung der Reformation zu. Danach war die Stadt über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das evangelisch-lutherische Bekenntnis. Mit dem Übergang an Preußen gehörte auch die evangelische Gemeinde in Witten zur Evangelischen Kirche in Preußen bzw. dessen westfälischen Provinzialkirche. Sie wurde der Superintendentur Hattingen zugeordnet. Heute heißt diese Verwaltungseinheit Kirchenkreis Hattingen-Witten und umfasst die evangelischen Kirchengemeinden der Städte Hattingen, Witten, Sprockhövel, Velbert-Nierenhof und Wetter-Wengern. Die 9 evangelischen Kirchengemeinden der Stadt Witten sind Annen, Bommern, Trinitatis (mit Christuskirche, Heven und Oberkrone), Herbede, Heven, Johanniskirche (Innenstadt), Martin-Luther-Kirche, Rüdinghausen und Stockum. Die Anstaltsgemeinde des Diakoniewerks Ruhr wurde inzwischen der Innenstadt (Johanniskirche) zugeordnet.

Als Reaktion auf die Zwangsvereinigung zwischen der lutherischen Kirche und der reformierten Tradition zur Evangelischen Kirche der altpreußischen Union, entstand die Evangelisch-Lutherische (altlutherische) Kirche Preußens. Die Altlutheraner bestanden auf ihre Religionsfreiheit, indem sie uneingeschränkt lutherische Gottesdienste, Verfassung und Lehre forderten. Nach harter Verfolgungszeit seitens des Staates konnte sie sich 1841 unter König Friedrich Wilhelm IV konstituieren und wurde anerkannt. Erst 1896 entstand in Witten die Evangelisch-Lutherische (altlutherische) Kreuzkirchengemeinde Witten. Diese Kirchengemeinde gehört heute zum Kirchenbezirk Westfalen der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Ebenso befindet sich dort der Superintendentur des Kirchenbezirks Westfalen dieser lutherischen Kirche.

Die wenigen Katholiken in Witten nach der Reformation gehörten bis 1821 noch zum Erzbistum Köln, dann zum Bistum bzw. Erzbistum Paderborn. 1834 konnten die Katholiken wieder eine eigene Gemeinde gründen, die zunächst zum Dekanat Hattingen gehörte. 1921 wurde Witten Sitz eines eigenen Dekanats, die heute zur Region Ruhr-Mark des Erzbistums Paderborn gehört. Als 1975 die Stadt Herbede eingemeindet wurde, behielt diese ihre Zugehörigkeit zum Bistum Essen bei und gehört damit als einziger Stadtteil von Witten noch heute zum Erzbistum Köln. Pfarrgemeinden im Stadtgebiet Wittens sind u.a. Bommern, St. Peter und Paul Herbede, St. Josef Annen, St. Marien, St. Maximilian Kolbe Stockum, St. Pius Rüdinghausen und St. Vinzenz von Paul.

1954 wird das Karmelitinnenkloster in Witten-Annen errichtet.

Daneben gibt es noch verschiedene Freikirchen, darunter Freie Evangelische Gemeinden (hier befindet sich der Sitz des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland) sowie eine Evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten). Auch die Neuapostolische Kirche ist in Witten mit 4 Gemeinden (Mitte, Annen, Herbede und Stockum) vertreten.

Seit 1815 sind Juden in Witten urkundlich belegt. Die jüdische Gemeinde zeigte nach der Niederlassungsfreiheit von 1847 eine stetig zunehmende Tendenz mit einem Maximum von über 500 Personen. Die 1885 erbaute Synagoge in der Kurzen Straße (heute Synagogenstraße) wurde im November 1938 durch vom nationalsozialistischen Staatsterror angeleitete Wittener Bürger geplündert, in Brand gesetzt und vollständig zerstört. Die jüdischen Bürger wurden von Staats wegen ihrer Besitztümer beraubt, zur Emigration gezwungen oder ermordet. Da es keine jüdische Gemeinde mehr in Witten gibt, gehören die wenigen heute in Witten lebenden Juden den Gemeinden in Bochum und Hagen an.

Die vier islamischen Gemeinden mit Moscheen in der Innenstadt, in Annen und Herbede wurden Ende des 20 Jh. durch türkische Einwanderer und bosnische Kriegsvertriebene gegründet.

Einwohnerentwicklung

Siehe auch Einwohnerentwicklung von Witten

Im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit lebten nur wenige hundert Menschen in Witten. Durch zahlreiche Kriege, Seuchen und Hungersnöte stieg die Einwohnerzahl nur langsam. Im 19. Jahrhundert setzte mit Beginn der Industrialisierung in Witten ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1808 erst 1.587 Menschen in der Stadt, so waren es im Jahre 1900 bereits über 33.000.

Im Zuge der Eingemeindung von Herbede (15.021 Einwohner 1974) überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Witten am 1. Januar 1975 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Gleichzeitig erreichte die Bevölkerungszahl mit 109.554 ihren historischen Höchststand. Am 30. Juni 2007 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Witten nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 99.976 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Politik

Die Verwaltung Wittens lag bis Ende des 18. Jahrhunderts in den Händen des Patrimonialgerichtsherrn, des Besitzers des Hauses Witten. Diese Struktur wurde 1806 aufgehoben und 1809 erhielt Witten während der Besetzung der Region durch französische Truppen eine bürgerliche Verwaltung (siehe auch: Mairie Witten). An der Spitze der Stadt stand danach der Bürgermeister. Nachdem Witten 1823 die Stadtrechte erhalten hatte wurde 1841 die revidierte Städteordnung, 1842 jedoch die Landgemeindeordnung eingeführt. 1850 wurde die westfälische Städteordnung eingeführt. Nach Erlangung der Kreisfreiheit trug der Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten "Rat der Stadt", dessen Mitglieder man als "Stadtverordnete" bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. Mit der Eingliederung in den Ennepe-Ruhr-Kreis 1975 trugen die Stadtoberhäupter die Titel Bürgermeister bzw. Stadtdirektor. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seitdem nimmt der hauptamtliche Bürgermeister beide Funktionen in Personalunion wahr.

Regierung

Stadtoberhäupter

Bürgermeister, 1905-45 und seit 1946: Oberbürgermeister

Oberstadtdirektoren bzw. Stadtdirektoren

Rat der Stadt

Der Rat der Stadt hat derzeit 64 Mitglieder, die sich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen:

Ursprünglich sah die Sitzverteilung nach den Wahlen von 2004 19 Sitze für die CDU vor. Aufgrund des Austritts zweier CDU-Ratsvertreter aus der CDU-Fraktion haben die Christdemokraten zwei Sitze verloren. Ein Ratsherr wechselte Ende des Jahres 2006 zu den Freien Wählern Witten, ein weiterer trat Ende 2007 aus der Partei aus, um einem Ausschlussverfahren wegen einer rechtskräftig verurteilten Gewalttat zuvorzukommen. Die FDP verlor einen Sitz nachdem ihr lokaler Parteichef und Fraktionsvorsitzender nach einem verlorenen Prozess wegen falscher Anschuldigungen gegen einen Vorstandskollegen die Partei verließ.

Mandatsträger der Stadt Witten

Deutscher Bundestag

Landtag NRW, Düsseldorf

Lokale politische Gruppierungen

Städtepartnerschaften

Die Stadt Witten unterhält mit mehreren Städten Städtepartnerschaften, die teilweise durch eigene Vereine und Freundeskreise der Wittener Bürger belebt werden.

Nichtregierungsorganisationen (NGO)s

Witten ist Sitz der Föderation der Westthrakien-Türken in Europa

Bildung

Gesundheit

Die Stadt Witten beherbergt zwei Krankenhäuser, das katholische Marienhospital und das Evangelische Krankenhaus Witten (bis Mitte der 1970er Jahre Diakonissenhaus, umgangssprachlich findet der Name bis heute Verwendung).

Infrastruktur und Wirtschaft

Verkehr

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erhält die Stadt mit einer durch den Crengeldanz führenden Chaussee ihren ersten Verkehrsknoten. Ab 1803 verkehrt hier eine Postkutschenroute von Essen über Bochum und Hamm nach Unna. 1808 folgt eine weite Relation von Bochum über Stockum und Brünninghausen nach Hörde. Diese Verbindung ruht zwischen 1813 und 1822. 1823 wird am Crengeldanz eine feste Poststelle eingerichtet. Am 22. Juni 1825 folgt das Postwärteramt. Nachdem in der Innenstadt eine weitere Poststelle eingerichtet wurde, verlagerte sich der Verkehr vom Crengeldanz weg, so dass 1850 die zwischenzeitlich eingerichtete Post-Expedition schließen musste.

Auf Betreiben der Glasfabrik Crengeldanz und der Brauerei Crengeldanz wurde diese 1881 als kaiserliches Postamt wiedereröffnet. Diese erhielt am 1. Juni 1882 eine eigene Telegrafenanstalt. Das Gebäude Crengeldanzstraße 92, in welchem diese eingerichtet war, existiert noch heute.

Fernverkehr

Witten ist durch die Bundesautobahnen A 43, A 44 und A 45 an das Fernstraßennetz angebunden, wobei sich an der A 43 die Anschlussstellen Witten-Heven und Witten Herbede befinden. An der A44 die Anschlussstellen Witten-Zentrum, Witten-Stockum und Witten-Annen. Sowie an der A45 die Anschlussstelle Witten-Stockum.

Parken

Es gibt drei Parkhäuser in der Innenstadt. Bei den städtisch bewirtschafteten Parkflächen hat die Kommune ein juristisches Konstrukt gewählt, das es ermöglicht, Parkzeitüberschreitungen als Parken im eingeschränkten Halteverbot zu ahnden. Die Strafe liegt damit um 300 % höher als beim Parken ohne Parkschein. Da somit für Freiparker der wirtschaftliche Anreiz fehlt, gekennzeichnete Parkflächen bevorzugt zu nutzen, leiden insbesondere die Autohalter mit Anwohnerparkberechtigung unter dieser Regelung. Das Wittener Amtsgericht hat aufgrund einer Klage des ehemaligen Stadtdirektors Dr. Buhren die Rechtmäßigkeit dieses rechtlichen Konstrukts verneint. Da der Richter aber kein Urteil fällte, sondern das Verfahren einstellte, gibt es für andere Bürger keine Rechtssicherheit.

Schienenverkehr

Der Wittener Hauptbahnhof liegt an der zweigleisigen, elektrifizierten DB-Kursbuchstrecke 427 von Hagen Hbf nach Dortmund Hbf bzw. Bochum Hbf. Diese Strecken wurden 1848 bzw. 1862 von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft gebaut. Eine weitere Bahnstrecke Witten–Wengern Ost/Schwelm auf der anderen Ruhrseite wurde in den 30er Jahren von der Deutschen Reichsbahn eröffnet. Heute werden sie für den Schienenpersonennahverkehr, den Schienenpersonenfernverkehr und den Güterverkehr genutzt.

In „Witten Hauptbahnhof“ halten folgende Linien:

Name Nummer Zuglauf
Wupper-Express RE 4 Dortmund Hbf – Witten Hbf – Hagen Hbf – Wuppertal Hbf – Düsseldorf Hbf – Mönchengladbach Hbf – Aachen Hbf
Ruhr-Sieg-Express RE 16 Essen Hbf – Bochum Hbf – Witten Hbf – Hagen Hbf – Letmathe – Finnentrop – Siegen Hbf bzw. Iserlohn (Zug wird in Letmathe geteilt)
Ruhr-Lenne-Bahn RB 40 Essen Hbf – Bochum Hbf – Witten Hbf – Hagen Hbf
S-Bahn Rhein-Ruhr S 5 Dortmund Hbf – Witten Hbf – Hagen Hbf
S5 nach Hagen Hbf weiter als S 8 ... – Wuppertal Hbf – Düsseldorf Hbf – Mönchengladbach Hbf – Aachen Hbf

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio NRW und der Abellio Rail NRW GmbH.

Neben dem Hauptbahnhof gibt es in Witten noch den Bahnhof Witten-Annen Nord, der ebenfalls von der S 5 angefahren wird.

Dazu bestehen Planungen, die Auslastung der bestehenden Linien durch zwei weitere S-Bahnhaltepunkte zu erhöhen:

Bei letzterem handelt es sich um die Verlegung des heutigen Haltepunktes Dortmund-Kruckel (S 5). Wegen seiner Randlage und der mangelhaften Anbindung an den restlichen ÖPNV kamen schon Mitte der 1970er Pläne auf, den ehemaligen Bahnhof der Zeche Vereinigte Wiendahlsbank in die Mitte des Siedlungsgebietes Witten-Rüdinghausen/Dortmund-Persebeck zu verlegen. Diese Pläne stehen in einem Wettbewerb mit dem Standort Rüdinghausen Industriegebiet, der vom größten Wittener Steuerzahler favorisiert wird. Vor einigen Jahren wurden die Pläne zum Standort Menglinghauser Straße auch planungsrechtlich geschwächt. Im Zusammenhang mit einer Änderung des Flächennutzungsplans, der die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes auf einer für eine Ortsumgehung vorgesehenen Fläche ermöglichte, wurden die Rahmenbedingungen für die Beseitigung des schienengleichen Übergangs im Bereich des geplanten S-Bahnhofs Rüdinghausen/Persebeck festgeschrieben. In diesen Plänen ist kein Haltepunkt mehr vorgesehen. Die Stadt Dortmund lehnt eine Verlegung des Haltepunktes ganz ab. Um diesen Vorstellungen Nachdruck zu verleihen beginnen im Januar 2007 Verhandlungen zwischen der Bezirksvertretung Dortmund-Hombruch und der Deutschen Bahn AG in denen es u.a. auch um die Sicherung des bisherigen Standort des Bahnhofs Kruckel geht. Alle Neuplanungen sind im Moment zurückgestellt, da die Bahn aus Gründen der Bilanzpolitik nicht bereit ist, sich an den Baukosten der gewünschten Haltepunkte zu beteiligen.

Im Sommer verkehrt die Museumseisenbahn Ruhrtalbahn mit vier Haltepunkten auf Wittener Stadtgebiet: Witten-Bommern, Witten-Herbede, Ruine Hardenstein und Zeche Nachtigall.

Nahverkehr

Im Straßenpersonennahverkehr gibt es ein breit gefächertes Angebot an Straßenbahn- und Busverbindungen. Betrieben werden sie bis auf wenige Ausnahmen von der BOGESTRA.

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif. Im Übergangstarif gilt außerdem der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe.

Schiffsverkehr

Auf der Ruhr verkehrt im Sommer das Ausflugsschiff MS Schwalbe II der Stadtwerke Witten 3 bis 4 mal täglich. Anleger sind: Bommern Uferstraße, Zeche Nachtigall, Burgruine Hardenstein, Schleuse Herbede, Herbede Lakebrücke und Freizeitbad Heveney.

Am Freizeitbad Heveney besteht eine Umsteigemöglichkeit zum Ausflugsschiff MS Kemnade der Familie Meyer. Das Boot verkehrt vier- bis achtmal täglich. Anleger sind: Seglerhaus Hafen Heveney, Kemnader Wehr, Oveney, Herdede Südufer, Bad Heveney. Die MS Kemnade verfügt über Restauration an Bord.

Wirtschaft

Wittens Wirtschaft ist geprägt von der Stahlindustrie, Maschinenbau und der chemischen Industrie. In den 1970er wurde versucht Witten als Standort für die Elektronikindustrie aufzubauen. Die subventionierte Ansiedlung eines Telefonwerks der Firma Siemens sollte andere Betriebe der Branche anlocken. Diese Erwartung hat sich nicht erfüllt. Auch die Firma Siemens gab nach Auslaufen der Bindungsfristen den Standort auf.

Ansässige Unternehmen

Medien

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Kino

Musik

Museen

Sehenswürdigkeiten

Innenstadt

Bommern

Herbede

Annen

Umgebung

Freizeitgestaltung

Nichtkommerzielle Angebote

Kommerzielle Angebote

Sportvereine und -einrichtungen

Regelmäßige Veranstaltungen

Persönlichkeiten der Stadt Witten

siehe Hauptartikel Liste der Persönlichkeiten der Stadt Witten

Literatur

 Wikinews: Witten – Nachrichten
 Commons: Witten – Bilder, Videos und Audiodateien