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Mindanao

Mindanao ist sowohl die zweitgrößte Insel der Philippinen als auch deren südlichste Inselgruppe.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Insel bzw. die Inselgruppe Mindanao liegt zwischen der Sulusee im Westen und der Philippinischen See im Osten. Gemeinsam mit den beiden nördlicher gelegenen Inselgruppen Visayas und Luzón bildet Mindanao den Inselstaat der Philippinen.

Insel Mindanao

Die Insel Mindanao ist mit einer Fläche von 95.581 km² nach Luzón die zweitgrößte Insel der Philippinen. Zusammen verfügen diese beiden Hauptinseln über etwa 2/3 der gesamten Landfläche der Philippinen und beherbergen über 70 % der Bevölkerung. Allein Mindanao hat über 14 Millionen Einwohner. Hauptstadt und größte Stadt auf Mindanao ist Davao City – rein flächenmäßig soll dies sogar die größte Stadt der Erde sein. Die höchste Erhebung der Insel ist der südlich von Davao City gelegene Mount Apo, mit 2.954 m Höhe der höchste Berg des Landes. Auf Mindanao befindet sich der Mount Sumagaya.

Inselgruppe Mindanao

Zur Inselgruppe gehören folgende Inseln und Inselgruppen:

Provinzen

Mindanao ist in fünf Regionen aufgeteilt, diese wiederum in Provinzen:

Geschichte

1976 wurden in Butuan City im Stadtteil Libertad 600 Jahre alte Reste der Balanghai, große hochseetüchtige Boote, gefunden. Nach weiteren archäologischen Ausgrabungen wurden auch die Umrisse einer vorkolonialen Hafenanlage, Skelette und wertvolle Grabbeigaben entdeckt, die die Vermutung zu bestätigen scheinen, dass Butuan die älteste befestigte Siedlung auf den Philippinen ist. Das Sultanat von Sulu wurde 1450 gegründet und bestand bis ins frühe 20. Jahrhundert. Das Sultanat von Maguindanao hatte um 1690 seine Hochzeit.

Insgesamt ist die Geschichte Mindanaos wie die des gesamten Archipels der Philippinen wechselhaft und von Konflikten und Kolonisation geprägt. Nach Jahrhunderten spanischer Gewaltherrschaft fiel die mit reichen Boden- und Naturschätzen ausgestattete Großinsel nach dem verlorenen Philippinisch-Amerikanischen Krieg der jungen von Emilio Aguinaldo geführten Republik an die USA. Dieser mit äußerster Brutalität ausgefochtene Krieg war eine direkte Folge des Spanisch-Amerikanischen Krieges, nach welchem das Land 1898 ungefragt für 200,000 mexikanische Pesos an die USA überschrieben wurde. Der Krieg dauerte bis 1902, und endete mit einer Kapitulation des Landes, nachdem die USA mit einer Taktik der verbrannten Erde und mit dem Einsatz von Konzentrationslagern massiven Druck auf die Zivilbevölkerung ausgeübt hatten. Etwa zehn Prozent der Gesamtbevölkerung kamen ums Leben.

Mindanao selbst war zu dieser Zeit noch vergleichsweise dünn besiedelt, vorwiegend von muslimischen Bevölkerungsgruppen mit Jahrhunderte alter Tradition, sowie von unterschiedlichen Eingeborenenstämmen und kleineren Volksgruppen. Die Region war und ist jedoch durch ihre Naturschätze wirtschaftlich von höchstem Interesse. Um die Kontrolle über die zu dieser Zeit bestehenden Sultanate Sulu und Maguindanao zu erlangen, wurde 1903 unter dem Druck der Vereinigten Staaten beispielsweise ein Gesetz erlassen (Public Land Act of 1903), das es Christen erlaubte, bis zu 23 Hektar Land zu besitzen, während der Landbesitz von Muslimen und Eingeborenen auf maximal 10 Hektar beschränkt wurde – der Beginn der De-facto-Enteignung der örtlichen Bevölkerung und eines langen Konfliktes um Landrechte und Bodenschätze. Obendrein wurde jegliche Landvergabe durch die herrschenden Sultane von der Zentralregierung in Manila für nichtig erklärt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich diese Politik fort, und man begann wiederum unter dem Druck der USA und der den USA freundlich gesinnten christlichen Regierungsmitglieder in Manila eine massive Umsiedlungskampagne mit dem Ziel, auf der Insel eine christliche und regierungsfreundliche Mehrheit herzustellen. Heute wird die Insel wirtschaftlich von multinationalen Minengesellschaften und Agrarkonzernen dominiert, während sie zur gleichen Zeit Schauplatz eines der größten vergessenen Kriege der Gegenwart ist: Mindestens 120.000 Menschen fielen diesem Konflikt bisher zum Opfer, bei dem es nur oberflächlich betrachtet um religiöse Motive, tatsächlich aber um wirtschaftliche Interessen geht.

Sprache

Auf Mindanao werden Cebuano, Chabacano, Tausug, Maguindanao, Bisaya und Hiligaynon gesprochen.

Religionen

Ca. 63% der Bewohner Mindanaos sind Christen, 59% katholisch und 4 % protestantisch, ca. 32% sind Muslime. Damit hat Mindanao landesweit den größten Anteil an islamischen Gläubigen, die vornehmlich im Süden der Insel leben. Dort treten auch immer wieder Rebellen der MNLF (Moro National Liberation Front) in Erscheinung. Die MNLF setzt sich für einen autonomen Moslemstaat ein, der aus den Inseln Mindanao, Palawan, Basilan und dem Sulu-Archipel bestehen soll. Obwohl am 2. September 1996 bereits einmal ein Friedensabkommen zwischen dem damaligen Präsidenten Ramos und den Rebellenführern geschlossen wurde, flammen immer wieder Unruhen auf. Auch die Abu Sayyaf machen durch terroristische Taten, beispielsweise durch die Entführung ausländischer Touristen auf der Insel Jolo im Jahre 2000, auf sich aufmerksam. Die restlichen fünf Prozent gehören dem Animismus oder anderen Religionen an.

Im Süden der Insel wurde Anfang der siebziger Jahre eine kleine Wildbeuterhorde, die Tasaday, im Regenwald als neuentdeckter Steinzeitstamm ausgegeben, eine Annahme die sich später als falsch erwies.

Wirtschaft

Wie in weiten Teilen des südostasiatischen Archipels wird auch auf Mindanao Reis angebaut, trotzdem deckt die Eigenproduktion nicht den wachsenden Verbrauch der Bevölkerung. Außerdem werden Weizen, Kaffee, Zuckerrohr und Baumwolle angebaut. Die Früchte Mango, Kokosnuss, Bananen, Ananas und Papaya spielen landwirtschaftlich ebenfalls ein Rolle, ebenso der eßbare Eibisch. Des Weiteren gibt es Gummibaumplantagen, Okra, Camote und die Abaca-Pflanze, eine Bananenart aus deren FasernManilahanf“ gewonnen wird.

Wirtschaftlich bedeutender sind die, teilweise noch unerschlossenen, Bodenschätze; beispielsweise sind die Philippinen Asiens wichtigster Goldproduzent. Außer Gold kommen auf Mindanao auch die Metalle Kupfer, Aluminium, Nickel, Mangan, Eisenerz, Chromeisenerz, Silber und Cobalt vor. Nichtmetallische Bodenschätze sind Lehm, Steine, Sand, Kalkstein, Salz, Kies, Basalt, Andesite, Quarz, Guano, und auch Opale.

Sehenswürdigkeiten

Auf der großen Insel Mindanao gibt es eine ganze Reihe touristisch interessanter Orte z. B. Wasserfälle wie die Cotabato Falls, Twin Falls, Lumakot Waterfalls oder die Cathedral Falls. Oder in der Provinz Zamboanga del Norte gibt es an der Sinipang Bucht viele schöne Strände und für Unterwasserfreunde zahlreiche Korallen. Auch in anderen Provinzen gibt es berühmte Strände wie z. B. Apo Beach, Talomo Beach, Mabua Beach, Tandag Beach oder Tanbis Beach. Ebenfalls einen Besuch wert sind die drei größten Seen der Insel der Lake Lanao, der Lake Mainit und Lake Sebu. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Bukagan Hügel, das Fort Santiago, die Macahambus Höhle, die Aguinaldo Perlenzuchtfarm, die Atlas-Minen, die Firma Dole, die Santos Fischteiche und der eiserne Berg. Für Wanderfreunde ist eine viertägige Besteigung des Mount Apo sicher eine schöne Herausforderung.

Siehe auch

 Commons: Category:Mindanao – Bilder, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 7° 32' 38" N, 124° 56' 26" E