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Brilon

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 24′ N, 8° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Hochsauerlandkreis
Höhe: 450 m ü. NN
Fläche: 228,95 km²
Einwohner: 26.906 (30. Juni 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59929 (alt: 5790)
Vorwahlen: 02961
  02963 (Messinghausen)
  02964 (Alme)
  02991 (Marsberg-Bredelar)
Kfz-Kennzeichen: HSK
Gemeindeschlüssel: 05 9 58 012
Stadtgliederung: 17 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Am Markt 1
59929 Brilon
Webpräsenz:
www.brilon.de
Bürgermeister: Franz Schrewe (SPD)

Brilon ist eine Mittelstadt und zugleich kreisangehörige Stadt des Hochsauerlandkreises im Osten von Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geografische Lage

Brilon liegt im Osten des Sauerlands an der Grenze zu Hessen. Die Kernstadt befindet sich am Südrand der Briloner Hochfläche, einer von Kalkkuppen geprägten, hügeligen Landschaft mit einer Höhenlage von 375 m ü. NN im Möhnetal beim Osterhof bis etwa 550 m ü. NN bei Rösenbeck. Daran schließen sich im Westen die Höhenzüge des Arnsberger Waldes an. Im Südosten geht die Briloner Hochfläche abrupt in das tief eingeschnittene Hoppecketal über.

Im Norden grenzt das Stadtgebiet an die östlichen Ausläufer des Haarstrangs und geht in das Sintfeld über. Die im Ortsteil Alme entspringende Alme fließt von ihrer Quelle in nördliche Richtung und verlässt nach wenigen Kilometern das Stadtgebiet. Im Almetal befindet sich mit 278 m Höhe die niedrigste Stelle im Stadtgebiet.

Südlich der Kernstadt schließen sich die nördlichen Ausläufer des Rothaargebirges an. Dort befinden sich die Berge Dreiskopf (781 m), Hoher Eimberg (max. 806,1 m), auf dem mit 805,5 m die höchste Stelle des Briloner Stadtgebiets liegt, und Hoppernkopf (805 m), der an der Grenze zum hessischen Willingen liegt, und Großer Kluskopf (760,4 m).

Rund um den südlich der Kernstadt gelegenen, 605 m hohen Poppenberg entspringen einige Bäche, die als Quellflüsse der Möhne angesehen werden können. Die Möhnequelle wird heute oberhalb des Briloner Kurparks am Nordosthang des Poppenberges angegeben. Der eigentliche Ursprung der Möhne ist jedoch der Zusammenfluss dieses Flusslaufes mit der Aa im Norden der Kernstadt. Ein weiterer Fluss ist die Hoppecke, die von Willingen kommend nach Norden fließt. Nördlich von Brilon-Wald wendet sie ihren Lauf nach Ostnordosten, durchfließt die Ortsteile Hoppecke und Messinghausen und verlässt nach 18,6 km das Briloner Stadtgebiet, womit sie der längste Flusslauf von Brilon ist. Die Höhenzüge links bzw. nordwestlich der Hoppecke bilden hier einen Abschnitt der Rhein-Weser-Wasserscheide, die auch durch den Ortsteil Petersborn verläuft.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Das Stadtgebiet Brilon erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung vom Zufluss des Harlebachs in die Alme, etwa 3 km nördlich vom Ortsteil Alme über etwa 22 km bis zum Richtplatz am Hoppernkopf westlich von Willingen. Der westlichste Punkt liegt beim Ortsteil Esshoff, der östlichste am Zufluss der Großen Aa in den Aabach nordöstlich des Ortsteils Madfeld. Die Entfernung zwischen beiden Punkten beträgt etwa 21 km.

Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 228,95 km². Größten Anteil an dieser Fläche hat der Wald mit 111,71 km² (49 %), wovon 77,5 km² im Besitz der Stadt sind, gefolgt von den landwirtschaftlich genutzten Flächen mit 89,67 km² (39 %). Gebäude- und Freiflächen nehmen 10,9 km², Verkehrsflächen 11,37 km² (jeweils 5 %) ein. Als Betriebsfläche sind 2,65 km² ausgewiesen, davon sind 2,07 km² Abbauland.[2]


Rundblick von der Propsteikirche 2007


Nachbargemeinden

Brilon grenzt im Norden an die zum Kreis Paderborn gehörenden Städte Büren und Bad Wünnenberg. Im Osten von Brilon liegt Marsberg, im Südosten die zum hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg gehörenden Gemeinden Diemelsee und Willingen. Die westliche Stadtgrenze teilt sich Brilon mit Olsberg und im Nordosten liegt die zum Kreis Soest gehörende Stadt Rüthen. Olsberg und Marsberg gehören wie Brilon zum Hochsauerlandkreis

Stadtgliederung

Nach Abschluss der kommunalen Neugliederung (1975) besteht Brilon neben der Kernstadt aus 16 weiteren Ortschaften:

(Stand: 30. Juni 2007)[3]

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in einer Urkunde von Kaiser Otto II. 973 bestätigt er darin dem Erzstift Magdeburg alle von seinem Vater verliehenen westfälischen Besitzungen, darunter die „Villa Brilon“. Bei dieser Erwähnung handelt es sich freilich um eine wesentlich ältere Siedlung, wahrscheinlich das heutige Altenbrilon. Später gelangte durch Tausch der Briloner Besitz an die Paderborner Kirche, die damit ihre Vögte belieh.

Die Besiedlung der Briloner Hochfläche dürfte jedoch schon sehr viel früher erfolgt sein. Es ist davon auszugehen, dass schon zur Zeitenwende im Briloner Raum unter anderem Blei, Zink, Eisen und Kalkspat abgebaut wurden. Belegt wird das durch einen Fund im Rhonedelta, bei dem auf einem Schiffswrack Bleibarren mit dem Herstelleraufdruck „plumb.germ.“, also „plumbum germanicum“ (d.h. Blei aus Germanien), geborgen wurde. Aufgrund der chemischen Zusammensetzung kann das Herkunftsgebiet Brilon und Umgebung bestimmt werden.[4]

Um 1220 erwarb der Kölner Erzbischof Engelbert die Briloner Gemarkung von den Brüder Hermann und Gernand von Brilon. Erzbischof Engelbert legte eine befestigte Stadt an und verlieh ihr die Stadtrechte. In blutigen Auseinandersetzungen zwischen Engelbert und der Paderborner Kirche wurde um die Besitzrechte an Brilon gestritten. Diese endeten mit der Gefangennahme des Paderborner Bischofs Simon I. und dessen Verzicht auf seine Briloner Ansprüche (1256). Diese Auseinandersetzung wurde hauptsächlich aus wirtschaftlichem Interesse geführt; es ging um die Bodenschätze Blei, Eisen, Silber und Galmei, die im Briloner Raum abgebaut und verhüttet wurden.[4]

In der Folge entwickelte Brilon sich unter der kurkölnischen Herrschaft zu einer blühenden Stadt mit ca. 3.000 Einwohnern, mit einem regen gewerblichen und bergmännischen Leben und weitreichenden Handelsbeziehungen. Als Handelsstadt war Brilon Mitglied in der Hanse. 1350 zählte die Stadt 500 bis 600 Häuser. Zu dieser Zeit nahm Brilon nach Soest den zweiten Rang unter den Städten des Herzogtums Westfalen ein. Nach dem Ausscheiden Soests 1444 wurde Brilon zur ersten der vier Hauptstädte des Herzogtums Westfalen erhoben. Brilon stellte auf den Landtagen das Direktorium der Städtekurie, und der Briloner Stadtschreiber war dessen Protokollant. Die Verwahrung der Protokolle oblag dem Stadtarchiv.[5]

Im Jahr 1655 wurde nach dreijährigen Verhandlungen zwischen dem Magistrat der Stadt und den in Brilon ansässigen Minoriten das Gymnasium Petrinum als Klosterschule gegründet. Es gehört damit zu den ältesten Gymnasien Westfalens.

Bereits im 15. Jahrhundert führten Streitigkeiten und kriegerische Handlungen zu einem wirtschaftlichen Niedergang der Stadt. Und die Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts brachten unsagbares Elend über das einst in hoher Blüte stehende Städtchen. Eine gewisse Bedeutung hatte die Stadt und die Umgebung zumindest seit der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts als Bergbaustandort.

Während aus der Zeit vor 1700 keine Stadtbrände bekannt sind, wurde die Stadt im 18. und 19. Jahrhundert mehrfach von Brandkatastrophen heimgesucht. Die Brände von 1707, 1721, 1742, 1746, 1758 und 1791 zerstörten mehr als 500 Gebäude.[6]

Am 19. August 1742 vernichtete ein großer Stadtbrand 159 Wohnhäuser, 12 Scheunen und zahlreiche Ställe und Nebengebäude. Das Feuer war am nördlichen Stadtrand ausgebrochen und durch einen Nordwestwind quer durch die Stadt verbreitet worden. Der Brand forderte zwei Todesopfer. Ferner waren 47 durch Brand geschädigte Familien oder Einzelpersonen im Oberen Quartal, 44 im Kreuziger Quartal und 118 im Niederen Quartal zu verzeichnen.[7]

Während der Zeit Napoleons kam Brilon 1802 an Hessen-Darmstadt. Nach dem Wiener Kongress 1816 ging Brilon als Teil der Provinz Westfalen an Preußen, das dieses 1818 zur preußischen Kreisstadt ernannte. Damit erlangte Brilon als Sitz von Behörden und Schulen erneut Bedeutung. Der Ausbau der Verkehrsverbindungen und städtische Maßnahmen führten zu einer starken Entwicklung von Handwerk und Gewerbe.

Weitere größere Brände sind in den Jahren 1808, 1849, 1852, 1853, 1856, 1877 und 1886 verzeichnet, bei denen jeweils eine größere Zahl an Gebäuden ein Raub der Flammen wurde.[8]

Im Zweiten Weltkrieg blieb die Stadt zunächst von den Luftangriffen der Alliierten verschont. Am 10. Januar 1945 kam es zu einem Bombenangriff durch amerikanische Bomber, bei dem ganze Straßenzüge zerstört wurden. Besonders betroffen waren Hoppecker Straße und Derkere Mauer. Ein Blindgänger durchschlug das Dach der Propsteikirche. Bei diesem Bombenangriff wurden 39 Menschen (davon 13 Kinder) getötet. Am 29. März wurde die Stadt von amerikanischen Truppen besetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Brilon Teil des neu geschaffenen Landes Nordrhein-Westfalen. Im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975 wurden 14 Gemeinden der Stadt angegliedert.

Eingemeindungen

1975 wurden im Zuge der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen die bisher vom Amt Thülen verwalteten Gemeinden Alme, Bontkirchen, Hoppecke, Madfeld, Messinghausen, Nehden, Radlinghausen, Rixen, Rösenbeck, Scharfenberg, Thülen, Wülfte und die zum Amt Bigge gehörenden Gemeinden Altenbüren und Esshoff Stadtteile von Brilon.

Brilon-Wald, Petersborn und Gudenhagen waren auch vor der kommunalen Neuordnung keine selbständigen Gemeinden, sondern gehörten seit jeher zur Stadt Brilon, damals einer der flächenmäßig größten Gemeinden in Nordrhein-Westfalen.

Einwohnerentwicklung

(Ortsteil Brilon-Stadt)

  2.592 Einwohner (1784), davon 63 Juden
  3.584 Einwohner (1844), davon 111 Evangelische, 84 Juden
  4.471 Einwohner (1890), davon 231 Evangelische, 95 Juden
  5.849 Einwohner (1925)
  6.480 Einwohner (1933)
  6.959 Einwohner (1939)
14.305 Einwohner (1966)

1) Quelle: Vergangene Zeiten Band 1 inkl. Filialgemeinden Wülfte und Rixen

Einwohner (jeweils zum 31. Dezember)

Politik

Stadtrat

Nach der Wahl zum Stadtrat vom 26. September 2004 hat dieser 38 Ratsmitglieder. Die Tabelle stellt die Zusammensetzung des Stadtrats dar.

Partei / Gruppierung Sitze
2004 1999
CDU 17 19
SPD 15 15
Briloner Bürgerliste 4 2
FDP 2 2
Gesamt 38 38

Bürgermeister

  • 1837–1841: Friedrich Martini
  • 1841–1865: Nikolaus Hesse
  • 1865–1871: Friedrich Boese
  • 1871–1904: Anton Schomberg
  • 1904–1907: Dr. Kohlen
  • 1907–1909: Cl. Büscher
  • 1909–1917: G. Göpfert
  • 1917–1937: Josef Sauvigny
  • 1937–1945: Robert Groß
  • 1945–1946: Walter Dinkloh
  • 1946–1948: Wilhelm Schieferecke
  • 1948–1948: Josef Stuhldreher
  • 1948–1951: Wilhelm Stracke
  • 1951–1952: Josef Schreckenberg (SPD)
  • 1952–1956: August Heeke (CDU)
  • 1956–1958: Julius Drescher (SPD)
  • 1958–1961: Josef Wolff (CDU)
  • 1961–1963: Julius Drescher (SPD)
  • 1963–1973: Franz Hillebrand (CDU)
  • 1973–1985: Josef Klaholz (CDU)
  • 1985–1999: Franz Hülshoff (CDU)

Hauptamtliche Bürgermeister
(Direktwahl seit 1999)

Stadtdirektoren (bis 1999)

Wappen

Blasonierung

Geteilt in Silber und Schwarz; oben ein durchgehendes schwarzes Kreuz, unten auf schwarzem Grund ein schräg liegender silberner Schlüssel mit nach unten gekehrtem Bart.

Beschreibung

Das Wappen zeigt kurkölnische Symbole: oben das Kreuz des Landeswappens und unten den Schlüssel des Stiftspatrons St. Petrus. Entstanden ist das Wappen aus dem Briloner Schöffensiegel von 1547. Am 28. Januar 1911 wurde dieses Wappen amtlich genehmigt. Nach der kommunalen Reform behielt die erweiterte Stadt das Wappen bei, das am 3. Mai 1978 erneut genehmigt wurde.

Die ältesten Siegel der Stadt aus dem 13. Jahrhundert zeigen eine Stadtmauer mit Tor, darin der Schlüssel. Die erste Verwendung des heutigen Wappens findet sich in einem Schöffensiegel von 1547.[9]

Städtepartnerschaften

Brilon unterhält vier Städtepartnerschaften. Seit 1965 pflegt die Stadt freundschaftliche Beziehungen zur französischen Stadt Hesdin. Mit der belgischen Stadt Heusden-Zolder wurden 1971 freundschaftliche Bande geknüpft.[10] Aus freundschaftlichen Beziehungen der jeweiligen Pfadfinderschaften entstand 1980 die Partnerschaft mit der schottischen Stadt Thurso. Mit der brandenburgischen Stadt Buckow wurde im Jahr 2003 ein Freundschaftsvertrag geschlossen. Entstanden ist diese Freundschaft aus den langjährigen Kontakten der freiwilligen Feuerwehr.[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Stadtmuseum Brilon

Das Museum zeigt neben der geologischen Geschichte des Ostsauerlandes den „ältesten Sauerländer“. Dieser ist ein Saurier, der anhand von 1978 bei Nehden entdeckten Knochenfunden nachgebildet wurde. Ferner geht das Museum auf die Stadtgeschichte mit dem Gruben- und Hüttenwesen ein. Des Weiteren wird die Geschichte der Glockengießerei Albert Junker dargestellt. Zum Stadtmuseum gehört auch die Ofensammlung, die sich im Haus des Gastes befindet.[12]

Dorf- und Heimatmuseum Altenbüren

Das Museum zeigt einen Schlaf- und Wohnraum aus dem 19. Jahrhundert sowie bäuerliche und handwerkliche Geräte aus früherer Zeit. Ferner wird das dörfliche Leben in Wort und Bild dargestellt sowie Glaubenszeugnisse in Bildern, Büchern und Schriften ausgestellt. Eine Bilddokumentation zeigt die Zerstörung Altenbürens zum Ende des zweiten Weltkriegs.[12]

Bauwerke

Das Briloner Rathaus zählt zu den ältesten Rathäusern in Deutschland. Erbaut wurde es im 13. Jahrhundert als Zunfthaus. Die Barockfassade wurde 1750 errichtet.

Von den Toren der ehemaligen Stadtbefestigung ist nur das Derker Tor erhalten geblieben. Das heutige Tor wurde um 1750 weitgehend neu errichtet, nachdem der Vorgängerbau baufällig gewordene war.

Kirchen

Wahrzeichen der Kernstadt ist die Propsteikirche St. Petrus und Andreas mit ihrem 63 m hohen Turm. Die Kirche wurde zwischen 1220 und 1350 im frühgotischen Stil erbaut. Nach einem Brand wurde der 31 m hohe Turmhelm in barocker Form erneuert.

Die St. Nikolai-Kirche wurde in den Jahren 1772 bis 1782 als Klosterkirche der Minoriten gebaut, nachdem die unterhalb der heutigen Kirche stehende Kapelle zu klein geworden war. Die Kirche besitzt eine barocke Ausstattung.

Die Evangelische Stadtkirche wurde durch die im 19. Jahrhundert zugezogenen evangelischen Christen in den Jahren 1855 und 1856 erbaut. Die Kirche entstand als „Preußische Normalkirche“ nach dem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel.

Weitere sehenswerte Kirchen stehen in den Ortsteilen:

Brunnen

Der Petrusbrunnen auf dem Marktplatz, im Volksmund als „Kump“ bekannt, gehörte früher zur zentralen Wasserversorgung der Stadt. Hier endete eine hölzerne Wasserleitung von einer nicht versiegenden Quelle am Poppenberg. Seine heutige Gestalt erhielt der Brunnen 1726 durch eine Erneuerung der Brunnenschale. Diese besteht aus 23 sandsteinernen Platten, auf denen die Reste von Wappendarstellungen zu erkennen sind. In der Mitte der Brunnenschale befindet sich auf einer Säule das lebensgroße Standbild von St. Petrus, dem Schutzpatron der Stadt. Dieses stammt von dem Vorgängerbrunnen aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.[13]

Der Geschichtsbrunnen hinter dem Rathaus zeigt auf einer bronzenen Stele Szenen aus den Briloner Schnadezügen und verschiedene Motive mit Bezug zur Stadt. Auf dem Rand der Brunnenschale sind die Wappen der Briloner Ortsteile als Bronzetafeln angebracht. Der Brunnen wurde vom Madfelder Künstler Theodor Sprenger gestaltet.

Weitere Brunnen in der Innenstadt sind der Europabrunnen im Kreisverkehr an der Evangelischen Stadtkirche, der Schnadebrunnen am Schultehaus, der Bürgerbrunnen in der Bahnhofstraße, der Papebrunnen am Amtshaus gegenüber dem Amtsgericht und der Bauernbrunnen am Mistemarkt. Im Ortsteil Petersborn wurde der Wasserscheide-Brunnen errichtet, der auf die hier verlaufende Rhein-Weser-Wasserscheide hinweist.

Wohnbauten
Sonstiges

Parks

Als staatlich anerkannter Luftkurort besitzt Brilon einen Kurpark. Er liegt im südöstlichen Stadtgebiet entlang eines Wasserlaufs und geht im Süden in den Wald am Poppenberg über. Dieser wurde im Januar 2007 beim Orkan Kyrill stark in Mitleidenschaft gezogen.

Am Poppenberg im Ortsteil Gudenhagen-Petersborn wurde nach den Zerstörungen durch die Orkane Kyrill und Emma ein Bürgerwald eingerichtet. In diesem Park, der am 1. Mai 2008 eröffnet wurde, sollen 50.000 Pflanzen und insgesamt 30 Baumarten angepflanzt werden. Als Eingangspforte wurde das Kyrill-Tor, bestehend aus 14 massiven Fichtenstämmen mit einer Länge von jeweils 20 m, errichtet.[14]

Am östlich des Zentrums gelegenen Kreishaus befindet sich der kleine Kreishauspark, der an seiner südöstlichen Ecke an das Naturschutzgebiet Drübel übergeht. Die Kalkkuppe des Drübels ist von einem Kalkbuchenwald bewachsen.

Das südöstliche Stadtgebiet Brilons gehört zum Naturpark Diemelsee

Naturdenkmäler

Regelmäßige Veranstaltungen

Wie fast überall im Sauerland ist das Hochfest in der Stadt das Schützenfest. Die Kernstadt feiert ihr Schützenfest an dem zum Johannistag am nächsten liegenden Wochenende. Es fällt somit meist auf das letzte Wochenende im Juni. Neben dem Schützenfest der Kernstadt feiert im Laufe des Frühsommers jeder Ortsteil sein eigenes Schützenfest.

Alle zwei Jahre wird am Schützenfestmontag der Kernstadt der traditionelle Schnadezug abgehalten. Bei diesem seit 1388 belegten Grenzbegang wird jeweils etwa 1/5 der Stadtgrenze abgeschritten. Mehrere tausend Männer beteiligen sich am Schnadegang. Frauen sind erst auf dem Lagerplatz zugelassen, wo ein zünftiges Waldfest stattfindet.

Die ebenfalls traditionelle Michaeliskirmes findet am letzten Septemberwochenende statt.

Folgende weitere Feste und Veranstaltungen finden im Laufe des Jahres statt:

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Verkehr

Straße

Brilon ist an das bundesdeutsche Fernstraßennetz über die Bundesstraßen B 7 und B 480 angebunden, die sich auf dem Gebiet der Kernstadt treffen und bis zum Ortsteil Altenbüren über dieselbe Strecke verlaufen. Außerdem beginnen beziehungsweise enden die Bundesstraßen B 251 und B 516 in Brilon. Über die Bundesstraßen sind die Autobahnen A 33 (Richtung Paderborn/Bielefeld: circa 30 Kilometer im Norden bei Wünnenberg), A 44 (Richtung Kassel: circa 33 Kilometer im Osten bei Marsberg-Westheim, Richtung Dortmund: circa 35 Kilometer im Norden bei Geseke) und A 46 (Richtung Ruhrgebiet: circa 15 Kilometer im Westen bei Bestwig) zu erreichen.

Schiene

Brilon gehört wie der gesamte Hochsauerlandkreis der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe (VRL) an. Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr ist der Zweckverband SPNV Ruhr-Lippe (ZRL), für den Straßenpersonennahverkehr der Kreis. Die Kernstadt Brilons besitzt keinen Bahnhof mit Bedienung im Personenverkehr mehr. Bedeutender als der Bahnhof Brilon-Stadt an der Almetalbahn war immer der Bahnhof Brilon Wald im durch den Anschluss an die Bahn entstandenen, gleichnamigen Ortsteil, circa sieben Kilometer von der Kernstadt entfernt. Er liegt an der historischen Oberen Ruhrtalbahn, die heute durch die DB Regio NRW mit dem Sauerlandexpress (RE 17, KBS 435) von Hagen nach Warburg beziehungsweise nach Kassel im Stundentakt befahren wird. Werktags zwischen 5:00 und 8:00 Uhr hält dieser Zug auch in den Ortsteilen Hoppecke und Messinghausen, mittags nochmals in Hoppecke. Ebenfalls im Stundentakt fährt die von der Kurhessenbahn betriebene Uplandbahn (RB 55, KBS 439) von Brilon Wald über Willingen nach Korbach. Der Personenverkehr auf der Strecke von Brilon-Wald über Brilon Stadt und die Ortsteile Thülen und Alme nach Büren und Paderborn wurde am 29. September 1974 eingestellt. Bemühungen um eine Reaktivierung der Strecke, insbesondere zwischen Brilon Stadt und Brilon Wald, gab und gibt es zwar immer wieder, diese waren jedoch nie erfolgreich. Der über das Briloner Gebiet führende Abschnitt dieser Teilstrecke befindet sich weiterhin im Besitz der Deutschen Bahn AG und wird heute noch für den Güterverkehr zur Belieferung der Firma Egger genutzt. Der an die RWE AG verpachtete Abschnitt zwischen Thülen und Büren dient zum Trafotransport zwischen den Umspannwerken Nehden und Büren. In den Sommermonaten wird die Strecke zwischen Büren und Brilon-Stadt noch im Museumsbetrieb bedient.

Bus

Im Straßenpersonennahverkehr fahren Busse der Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH (RLG), einem Tochterunternehmen der Westfälische Verkehrsgesellschaft mbH (WVG) und der Busverkehr Ruhr-Sieg GmbH (brs), einem Tochterunternehmen der bahneigenen WB Westfalen Bus GmbH. Diese beiden Gesellschaften betreiben in Brilon insgesamt 15 Buslinien, darunter eine Schnell- und zwei Nachtbuslinien, sowie zwei Anruftaxibusse.

Luftverkehr

Aus der Luft ist Brilon über den internationalen Verkehrsflughafen Paderborn/Lippstadt zu erreichen, der etwa 40 km nördlich von Brilon bei Büren-Ahden liegt. Für kleinere Motorflugzeuge und Segelflugzeuge besitzt Brilon einen eigenen kleinen Flugplatz etwa 5 km östlich der Kernstadt im Thülener Bruch.

Medien

Als Tageszeitung für die Region erscheint die Westfalenpost mit einer Lokalausgabe für Brilon und den Hochsauerlandkreis. Ferner erscheint wochenweise der kostenlose Sauerlandkurier mit Informationen aus dem gesamten Sauerland. Ebenfalls wochenweise erscheint der Briloner Anzeiger als Zeitung für Brilon, Olsberg und Willingen.

Öffentliche Einrichtungen

Brilon ist Sitz des für die Städte Brilon und Olsberg zuständigen Amtsgerichts Brilon. Die Kreisverwaltung des Hochsauerlandkreises unterhält im Kreishaus eine Briloner Dienststelle. Das Finanzamt Brilon ist für die Städte Brilon, Hallenberg, Marsberg, Medebach, Olsberg und Winterberg zuständig. Als Einrichtung des Gesundheitswesens steht das Krankenhaus „Maria Hilf“ zur Verfügung.

Bildung

Für die vorschulische Kinderbetreuung stehen in Brilon 18 Kindergärten und ein Heilpädagogischer Kindergarten zur Verfügung. Von diesen sind acht städtische Kindergärten, sechs in katholischer und fünf in freier Trägerschaft. In der Kernstadt liegen sieben Kindergärten und der Heilpädagogische Kindergarten. Die anderen Kindergärten befinden sich in den Ortsteilen. Die kleineren Ortsteile Esshoff, Nehden, Radlinghausen, Rixen und Wülfte besitzen keinen eigenen Kindergarten.

Für die Grundschüler stehen zehn Grundschulen zur Verfügung. Alle Grundschulen befinden sich in der Trägerschaft der Stadt Brilon, obwohl sich sieben von ihnen „Katholische Grundschule“ nennen. Neben den drei Grundschulen der Kernstadt gibt es noch weitere in Alme, Altenbüren, Gudenhagen, Hoppecke, Scharfenberg und Thülen.

An weiterführenden Schulen befindet sich das Gymnasium Petrinum und die zwei Hauptschulen der Kernstadt in der Trägerschaft der Stadt. Die Marienschule Brilon ist eine Realschule in Trägerschaft des Erzbischöflichen Generalvikariats. Ferner gibt es noch das Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung des Hochsauerlandkreises. Darüber hinaus unterhält die FernUniversität Hagen ein Studienzentrum in Brilon.

Fünf Sonderschulen, darunter eine private Sonderschule für Erziehungshilfe und Lernbehinderte mit angeschlossenem Internat, runden das Bildungsangebot ab.

Die Volkshochschule Brilon-Marsberg bietet ein breites Angebot im Bereich der Erwachsenenbildung an.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Über folgende Ehrenbürger der Stadt Brilon sind keine weiteren Informationen bekannt:

Söhne und Töchter der Stadt

Sonstiges


Quellenangaben

  1. LDS NRW: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW / Ergebnisse der Flächenerhebung 2006
  3. Einwohnerstatistik der Stadt Brilon
  4. a b Stadtmuseum Brilon e. V.
  5. Aloys Meister: Das Herzogtum Westfalen in der letzten Zeit der kurkölnischen Herrschaft. Münster 1908, S. 14 f.
  6. Gerhard Brökel: Vergangene Zeiten (Band 2), S. 87
  7. Gerhard Brökel: Vergangene Zeiten (Band 2), S. 45
  8. Gerhard Brökel: Vergangene Zeiten (Band 3), S. 133 ff
  9. Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen. Arnsberg 1986, S. 50, 138 ISBN 3-87793-017-4
  10. Partnerschaftskommitee Heusden-Zolder
  11. http://www.brilon.de/stadtbrilon/staedtepartnerschaft/buckow.php Information der Stadt Brilon
  12. a b Museumslandschaft HSK
  13. Gerhard Brökel: Vergangene Zeiten (Band 2), S. 35 ff
  14. Förderverein Briloner Bürgerwald
  15. Arbeitgeberverband für die Kreise Hochsauerland und Soest, 12. Juni 2006
  16. Selbstdarstellung der Hoppecke GmbH & Co. KG
  17. ABB im Standort Brilon
  18. Firmenprofil der Condensator Dominit GmbH
  19. Selbstdarstellung der Briloner Leuchten GmbH
  20. Selbstdarstellung der BMS Gmbh
  21. Selbstdarstellung der F.W. Oventrop GmbH & Co. KG
  22. Selbstdarstellung der Impuls Küchen GmbH
  23. Informationen der Stadt Brilon zum Schnadegang.

Literatur

 Commons: Brilon – Bilder, Videos und Audiodateien