Heim

Sahure-Pyramide

Die Sahure-Pyramide befindet sich in Abusir, Ägypten. Ihr Erbauer Sahure war der zweite Pharao der 5. Dynastie im alten Ägypten, Nachfolger des Userkaf, der in Abusir einen Sonnentempel errichtete.

Inhaltsverzeichnis

Baugeschichte

Wegen der bereits starken Bebauung der Nekropole von Saqqara entschloss sich Sahure, seine Grabstätte in Abusir zu errichten. Dieser Bereich wurde dann auch von seinen unmittelbaren Nachfolgern weiter genutzt.

Details

Die Pyramide selbst maß 78,75 m im Quadrat und war einstmals bei einem Neigungswinkel von 50° 11´ 40" gerade einmal 47 m hoch und damit eine Abwendung von den kolossalen Maßen der Pyramiden von Gizeh, die nur 50 Jahre vorher fertiggestellt wurden.

Der fünf- oder sechs-stufige Pyramidenkern bestand aus groben Kalksteinblöcken. Die Kalksteinverkleidung ist nicht mehr erhalten.

Wie üblich befand sich der Eingang zur Pyramide im Norden in Bodenhöhe. Der Gang zur Grabkammer wird nach kurzem Gefälle von einem Fallstein aus Granit blockiert. Die Passage ist verkleidet mit Kalkstein und führt zur zentral liegenden Grabkammer, deren Giebeldach von drei mächtigen Kalksteinbalken gebildet wird. In der Grabkammer selbst fand Perring nur ein Bruchstück eines Basaltsarkophags.

Pyramidenbezirk

Die Pyramide ist von einer Mauer umschlossen, die auch den Totentempel für den Totenkult des Herrschers und eine knapp 11 m hohe Nebenpyramide umfasste.

Der im Osten vorgelagerte Totentempel war über einen 235 m langen Aufweg mit dem Taltempel verbunden, welcher unmittelbar am Abusir-See lag.

Besondere Bedeutung erhielt der Sahure-Komplex durch die zahlreichen Reliefs, mit denen Tal- und Totentempel sowie die Wände des Aufwegs verziert waren. Eindrucksvoll war sicher auch die Vielzahl der verwendeten Baumaterialien: Alabaster- und Basaltfußböden, Postamente aus Rosengranit und feiner Kalkstein wurde verbaut.

Erforschung

Sahure´s Pyramidenbezirk mit dem Namen Die Seele des Sahure erscheint wurde erstmals von Ludwig Borchardt in den Jahren 1902 bis 1908 ausgegraben. Dabei wurden im Pyramidentempel die noch weitgehend erhaltenen Säulen und Architrave des Tempelhofs geborgen und zwischen Deutschland und Ägypten aufgeteilt. Der deutsche Teil kam nach Berlin in die Sammlung des Ägyptischen Museums auf der Museumsinsel, konnte aber wegen Platzmangels nicht ausgestellt werden. Erst in den 80er Jahren wurde im West-Berliner Museum in einem Anbau an den Marstall ein Teil der Funde gezeigt. Wegen der Rückkehr des Museums auf die Museumsinsel wurde der Standort Charlottenburg geschlossen. Da der Tempel nicht im Neuen Museum gezeigt werden soll, sondern in einem noch zu bauenden, umstrittenen vierten Flügel des Pergamonmuseums wird es noch Jahre dauern, bis diese, außerhalb Ägyptens einmaligen, Fundstücke der Öffentlichkeit präsentiert werden können.

Siehe auch

Quellenangaben


Literatur

Koordinaten: 29° 53' 51,6" N, 31° 12' 12,2" O