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Innerdeutsche Grenze

Als innerdeutsche Grenze, im allgemeinen Sprachgebrauch oft auch deutsch-deutsche Grenze genannt, wurde die 1378 km lange Grenze zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet. Der Grenzverlauf zwischen den westlichen Besatzungszonen und der Sowjetischen Besatzungszone wurde von den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges festgesetzt und bestand mit der Gründung der beiden deutschen Staaten nach 1949 fort.

Die DDR bezeichnete die deutsch-deutsche Grenze im offiziellen Sprachgebrauch als Staatsgrenze der DDR zur Bundesrepublik Deutschland. In der Bundesrepublik Deutschland war häufig auch der Begriff „Zonengrenze“ gebräuchlich, vor allem in früheren Jahren, als die DDR in der Bundesrepublik Deutschland oft als Zone bezeichnet wurde. Die unterschiedlichen Bezeichnungen liegen darin begründet, dass im Sprachgebrauch der Bundesrepublik verdeutlicht werden sollte, dass es sich bei der Grenze nicht um eine reguläre Grenze zwischen verschiedenen Staaten handelt, obwohl die DDR 1972 durch den Grundlagenvertrag de jure von der Bundesrepublik Deutschland – zwar staatsrechtlich, aber nicht völkerrechtlich – anerkannt wurde. Im DDR-Sprachgebrauch sollte hingegen die absolute Normalität einer Staatsgrenze zwischen zwei souveränen Staaten dargestellt werden.

In der Realität wirkte diese Grenze nicht lediglich als eine landesinterne Grenze und auch nicht lediglich als eine Staatsgrenze, sondern war Teil der Grenze zwischen zwei unterschiedlichen Gesellschaftssystemen sowie zwischen gegensätzlichen Militärblöcken (NATOWarschauer Pakt) und gegensätzlichen Wirtschaftsblöcken (Europäische WirtschaftsgemeinschaftRat für gegenseitige Wirtschaftshilfe). Sie war insofern Teil des Eisernen Vorhanges, der sich nach Süden in den Grenzbefestigungen der ČSSR zur Bundesrepublik Deutschland fortsetzte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Deutsche Reich durch die Siegermächte in Besatzungszonen eingeteilt, die durch Zonengrenzen voneinander getrennt waren. Durch Zusammenschluss in Bizone und später in Trizone entfielen die internen Grenzen in Westdeutschland. So bezog sich der Begriff Zonengrenze nur noch auf die Grenze zwischen den westlichen Besatzungszonen und der Sowjetischen Besatzungszone. Mit Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 wurde aus der Zonengrenze amtlich die deutsch-deutsche Grenze. Im allgemeinen Sprachgebrauch blieben Zonengrenze und Innerdeutsche Grenze weiter erhalten.

Schon ab 1952 wurde die Demarkationslinie zur Bundesrepublik seitens der DDR aufgrund der Verordnung über Maßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und den westlichen Besatzungszonen vom 26. Mai 1952 verstärkt abgeriegelt. Dieser Prozess wurde dann am 18. Juni 1954 mit der Anordnung über die Neuregelung der Maßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der DDR und Westdeutschland formell geregelt, die am 3. Mai 1956 von der Verordnung zur Erleichterung und Regelung der Maßnahmen an der Grenze zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Deutschen Bundesrepublik abgelöst wurde. Seit dem 19. März 1964 galt stattdessen die Verordnung zum Schutze der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik, die schließlich nach mehreren Änderungen am 25. März 1982 vom Gesetz über die Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik ersetzt wurde, das bis zum Einigungsvertrag galt. (Links zu den Gesetzestexten siehe unter Weblinks.)

Entlang der Grenze zur Bundesrepublik bestand seit der Anordnung von 1954 auf dem Gebiet der DDR offiziell ein „Sperrgebiet“. Dieses setzte sich zusammen aus einem „10 m-Kontrollstreifen unmittelbar entlang der Grenze“, einem 500 Meter breiten „Schutzstreifen“ sowie einer „5 km-Sperrzone“. Der zehn Meter breite (gepflügte) Kontrollstreifen wurde auch „Todesstreifen“ genannt. Dieser Bereich war zeitweise vermint oder mit Selbstschussanlagen ausgerüstet. Der mit Stacheldraht gesicherte „Schutzstreifen“ wurde nach und nach vollständig von Bebauung und Bewuchs geräumt. Das Betreten des „Schutzstreifens“ oder der „Sperrzone“ war von besonderen Voraussetzungen abhängig, für Anwohner etwa durch einen Vermerk im Personalausweis, für Besucher durch einen extra auszustellenden „Passierschein“. Westverwandschaft und ausländische Bürger erhielten in der Regel keine Besuchserlaubnis. Der eigentliche Grenzzaun war zunächst ein einfacher hüfthoher Stacheldrahtzaun, nach 1961 ein schwerer überwindbarer doppelter Stacheldrahtzaun (als Begrenzung von Minenfeldern) bzw. ein Streckmetallgitterzaun mit Selbstschussanlagen; mitunter bestand er aber auch aus einer Mauer mit oben aufliegendem runden Abschluss (Berlin). Seit 1957 hieß die Demarkationslinie in der DDR offiziell „Staatsgrenze West“, im dortigen Volksmund aber weiterhin (Zonen-)Grenze.

„Unzuverlässige“ Bewohner der Sperrzone wurden 1952 in der „Aktion Ungeziefer“ beziehungsweise 1961 im Zuge der „Aktion Kornblume“ zwangsweise umgesiedelt.

Aber auch weit vor der Sperrzone wurden Personenbewegungen überwacht. Fuhr ein normaler Reisezug planmäßig in Orte, die in der Nähe der Grenze lagen, wurden „verdächtige“ Reisende während der Fahrt von der Transportpolizei, der Volkspolizei oder ca. 3.000 „freiwilligen Helfern der Grenztruppen“ kontrolliert und zum Reiseziel befragt. Wurden Personen ohne Passierschein in der 5 km-Sperrzone aufgegriffen, wurden sie dem zuständigen Grenzkommando gemeldet (versuchte Republikflucht war eine Straftat). Durch diese umfassende Überwachung konnten 90 % aller „Grenzverletzer“ schon weit vor dem eigentlichen Grenzzaun abgefangen werden. Ab 1971 wurden einige Orte wie Sonneberg, Creuzburg, Gefell oder Kaltennordheim aus der Sperrzone herausgenommen.

Seit den 1960er-Jahren wurde die deutsch-deutsche Grenze durch die DDR immer stärker ausgebaut, um die Massenflucht in den Westen zu unterbinden. In der offiziellen Darstellung der DDR war es jedoch der „antifaschistische Schutzwall“, der die DDR vor Übergriffen aus dem Westen bewahren sollte. Neben den dort stationierten ca. 30.000 Grenzsoldaten der Grenztruppen, die den Befehl hatten, die Flucht mit Waffengewalt zu unterbinden, war die Grenze seit 1961 auf ostdeutscher Seite teilweise vermint und mit Signalzäunen und Hundelaufanlagen sowie von 1970 bis 1983 mit Selbstschussanlagen ausgestattet, die auf den geräumten Grenzstreifen der DDR hin ausgerichtet waren (sogenannter Todesstreifen).

In die Sperranlagen an der Grenze wurde eine größere Anzahl von strikt geheim gehaltenen Schleusen eingebaut. Sie wurden von den Mitarbeitern der Abteilung Verkehr beim Zentralkomitee der SED und den von ihnen eingerichteten „Westgruppen“ genutzt, um illegal Personen, vor allem Funktionäre der KPD und der SED, in beide Richtungen zu „schleusen“, Geldsendungen für die KPD und später die DKP, Informationsmaterial für Parteifunktionäre sowie Propagandamaterial in die Bundesrepublik Deutschland zu bringen. Auch das Ministerium für Staatssicherheit unterhielt solche Schleusen zu nachrichtendienstlichen Zwecken.

Beim Ausbau der Grenzanlagen störende Höfe und Dörfer wurden nach und nach entvölkert und danach zerstört. Auf diese Weise sind zahlreiche Hofanlagen und Dörfer verschwunden, ihre Postleitzahlen wurden in den Verzeichnissen weitergeführt. Beispiele solcher Dörfer sind Billmuthausen (zerstört von 1965 bis 1978), Erlebach (zerstört von 1975 bis 1986) und Leitenhausen (zerstört 1971) im Landkreis Hildburghausen sowie Bardowieck, Grabenstedt, Jahrsau (zerstört 1970), Kaulsroth, Liebau (zerstört 1975), Lenschow, Korberoth, Neuhof und Stöckicht.

In einem Zusatzprotokoll zum Grundlagenvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR wurde 1972 eine Überprüfung und eindeutige Markierung des Grenzverlaufes vereinbart. Ab dem 2. Mai 1974 unterhielt man Ständige Vertretungen in Bonn bzw. Ost-Berlin (hier: bei der DDR, nicht in der DDR), keine Botschaften oder Konsulate. Eine eigenständige DDR-Staatsbürgerschaft wurde von der Bundesrepublik nicht anerkannt, d. h. ein „DDR-Deutscher“ war Deutscher im Sinne des Grundgesetzes und konnte einen bundesdeutschen Pass erwerben. Die DDR war für die Bundesrepublik Deutschland Zollinland.

Es existierten 870 km Grenzzaun, dazu auf 440 km Selbstschussanlagen SM-70, 230 km Minenfelder Typ 66, 602 km Kfz-Sperrgräben und 434 Beobachtungstürme. In der DDR wurden Flüchtlinge als „Republikflüchtlinge“, die „abgehauen“ sind, diffamiert; ihre zurückgelassenen Familien waren Repressionen ausgesetzt.

Ein besonderer Abschnitt war die Berliner Mauer, die seit dem 13. August 1961 die drei Westsektoren Berlins von Ost-Berlin und der DDR abschnitt. Ähnliche Mauern aus Betonelementen wurden an der deutsch-deutschen Grenze auch dort errichtet, wo sich auf der DDR-Seite grenznahe Siedlungen befanden, zum Beispiel in Mödlareuth. Ansonsten bestand die innerdeutsche Grenze aus mehreren Metallgitterzäunen mit Signalanlagen, Gräben etc. Nachts wurde der unmittelbare Schutzstreifen beleuchtet.

1983 wurden auf Druck der Bundesregierung die Selbstschussanlagen abgebaut, Erdminen gesprengt (beides gab es nicht an der Berliner Mauer) und Hundelaufanlagen abgebaut, als Gegenleistung für von Franz Josef Strauß vermittelte Milliardenkredite[1].

Mit der Öffnung der Grenze (Mauerfall) am 9. November 1989 unter dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Egon Krenz kam es zu einer Entwicklung, die letztlich zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 führte. Damit hörte die innerdeutsche Grenze auf zu bestehen.

Noch heute wird allerdings gerne die „Mauer in den Köpfen“ angeführt, wenn es um anhaltende Auseinandersetzungen zwischen Ost- und Westdeutschen geht.

Von der DDR in die Bundesrepublik flüchteten seit 1949 etwa zwei Millionen Menschen; in der gleichen Zeit siedelten etwa 200.000 Personen von der Bundesrepublik in die DDR über.

Kosten

Der Bau, ständige Ausbau und die jahrzehntelange Unterhaltung der schwer bewachten Grenze in Deutschland war eine große wirtschaftliche Belastung für die DDR. Baumaterial und etwa 40.000 Mann Grenztruppen – Arbeitskräfte, die keine volkswirtschaftlich produktive Arbeit leisten konnten – wurden dafür gebunden. Von 1961 bis 1964 kostete der Aufbau und Betrieb der Grenze insgesamt 1,822 Milliarden Mark der DDR, davon entfielen 400 Millionen Mark auf die Berliner Mauer. Die laufenden Kosten wurden insgesamt auf jährlich etwa 500 Millionen Mark geschätzt. Dazu kamen die dem MfS unterstehenden [2] Passkontrolleinheiten (PKE) mit etwa 38 Millionen Mark jährlich.

Grenztote

Die innerdeutsche Grenze forderte Todesopfer auf beiden Seiten.

Opfer-Bilanz
  Vor dem
13. August 1961
Seit dem
13. August 1961
Insg. bis 1989
Berliner Grenze/Mauer 16 239 255
Innerdeutsche Landgrenze 100 271 371
Ostsee 15 174 189
Sonstige Fluchtwege
(Flugzeugentführung, Warenexport,
Transitwege)
0 7 7
Angehörige des DDR-Grenzdienstes
im Einsatz
11 16 27
Sowjetische Fahnenflüchtige 1 5 6
Flugzeugabschüsse im Grenzgebiet 14 3 17
Total: 157 715 872

Quelle: Zentrale Erfassungsstelle Salzgitter

Getötete Flüchtlinge aus der DDR

Einige hundert Menschen wurden bei Fluchtversuchen aus der DDR getötet, wobei es sich in den meisten Fällen um Zivilisten handelte. Die genaue Zahl der Opfer ist schwer zu bestimmen. Während die Berliner Staatsanwaltschaft von 270 nachweislichen Todesfällen an der innerdeutschen Grenze einschließlich Berlins infolge eines Gewaltakts der Grenzsicherungskräfte inkl. Minentote und Selbstschussanlagen spricht, hat die Zentrale Ermittlungsgruppe für Regierungs- und Vereinigungskriminalität (ZERV) 421 Verdachtsfälle auf Tötungen durch die bewaffneten Kräfte der DDR registriert. Die Arbeitsgemeinschaft „13. August“ veröffentlichte am 12. August 2003 eine Zahl von 1008 Opfern des DDR-Grenzregimes von 1949 bis 1989, geht dabei aber von einem relativ weiten Opferbegriff aus. In dieser Zahl enthalten sind zum Beispiel auch in der Ostsee ertrunkene Flüchtlinge, Opfer von Unfällen während der Flucht, Selbstmorde nach entdeckter Flucht und auch durch Flüchtlinge erschossene Grenzsoldaten sowie Todesfälle deutscher Flüchtlinge an anderen Grenzen (ČSSR, Jugoslawien etc.).

Bekannte Fälle (unvollständig): Peter Fechter, Chris Gueffroy, Winfried Freudenberg als letztes Todesopfer der Grenze, Günter Litfin, Ehepaar Elke und Dieter Weckeiser (erschossen am 18. Februar 1968), René Groß, Manfred Mäder und Michael Bittner (erschossen am 21. und 24. November 1986)

Getötete Westdeutsche

Bekannte Fälle:

Getötete DDR-Grenzer

Seit Gründung der Deutschen Demokratischen Republik 1949 bis zu ihrem Ende 1990 fanden insgesamt 28 DDR-Grenzpolizisten und DDR-Grenzsoldaten den Tod. Fast alle diese Grenzer kamen an der deutsch-deutschen Grenze ums Leben, lediglich einer kam an der Grenze zur CSSR um. Der erste Grenzpolizist wurde noch vor Gründung der DDR erschossen. Von diesen 29 Toten starben acht an der Berliner Mauer. Die meisten getöteten DDR-Grenzer waren Angehörige der Volkspolizei und der Grenztruppen der DDR. Die mutmaßlichen Täter waren, neben aus der DDR fliehenden Zivilisten, auch West-Berliner, Westdeutsche sowie US-Soldaten und etwa zur Hälfte desertierende DDR-Grenzer, NVA-Soldaten (z. B. Werner Weinhold) sowie ein Sowjet-Soldat. In der DDR wurden einige der „gefallenen“ DDR-Grenzer zu Helden stilisiert und beispielsweise Straßen, Pionierlager, Kasernen und Schulen nach ihnen benannt (z. B. Reinhold Huhn).

Aus heutiger Sicht ist umstritten, wie sich einige Fälle tatsächlich zugetragen haben oder ob es sich teilweise um Propaganda handelt. Unklar ist ferner, in wie vielen Fällen Notwehr oder sogar „Friendly Fire“ vorlag. Eine vollständige Liste ist unter Todesfälle DDR-Grenzer aufgeführt.

Grenzübergänge

Die Zahl der Übergänge zwischen den westlichen Besatzungszonen bzw. der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR variierte im Laufe der Jahrzehnte. 1952 wurden verschiedene Straßen- und Eisenbahnübergangstellen durch die DDR geschlossen, auch wurden mit einer Ausnahme die letzten Bahnstrecken, die auf kurzen Abschnitten DDR-Gebiet passierten, geschlossen. Im Zuge der Verhandlungen, die zum Grundlagenvertrag von 1972 führten, wurden in Folge des Verkehrsvertrags zwischen den beiden deutschen Staaten vom 26. Mai 1972 mehrere Übergänge für den sogenannten kleinen Grenzverkehr wieder geöffnet und auf den vorhandenen Eisenbahnübergängen zusätzliche Züge eingeführt.

Straßenübergänge

Bis 1952 gab es relativ viele Straßenübergänge zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR, mit der Verschärfung des Grenzregimes wurden die meisten davon geschlossen. Unter anderem konnten bis 1952 folgende Übergänge genutzt werden:

Die nachfolgenden Übergänge konnten schließlich zwischen 1952 und 1989 für den Transitverkehr nach Berlin auf den vorgeschriebenen Transitstrecken sowie den Reise- und Güterverkehr in die DDR genutzt werden:

Die nachfolgenden Übergänge wurden infolge des Verkehrsvertrags von 1972 geöffnet und waren nur für den Reiseverkehr in die DDR zugelassen, nicht aber nach Berlin:

Nach dem 9. November 1989 wurde die innerdeutsche Grenze an zahlreichen Stellen (wieder)geöffnet, unter anderem entstanden die Grenzübergänge Schmarsau-Schrampe, Mackenrode-Nüxei, Wolfsburg-Oebisfelde und Ellrich-Zorge. Diese neuen Grenzübergänge dienten bis zum 24. Dezember 1989 ausschließlich DDR-Bürgern zur Aus- und Wiedereinreise, nach diesem Datum waren sie auch für Bundesbürger geöffnet. Bei der Einreise von Nicht-EU-Bürgern – zum damaligen Zeitpunkt beispielsweise Österreicher – ergaben sich an diesen Grenzübergängen häufig Probleme.

Eisenbahnübergänge

Direkt nach Besetzung der jeweiligen Zonen durch die Alliierten hatte die Sowjetunion den Eisenbahnverkehr zwischen ihrer Zone und den westlichen Zonen unterbrochen. Lediglich die Strecke über Helmstedt und Marienborn wurde für die Militärzüge nach West-Berlin offengehalten, nur auf dieser Strecke gab es auch Personenverkehr. Daneben wurden einzelne Grenzübergänge weiter im Güterverkehr genutzt, die meisten Strecken blieben aber geschlossen. Im Zuge der Berlin-Blockade wurde der Personenverkehr völlig, der Güterverkehr weitgehend eingestellt.

Nach Beendigung der Blockade wurden zwischen der westdeutschen Bahnverwaltung bzw. der am 7. September 1949 gegründeten Bundesbahn und der ostdeutschen Reichsbahn in verschiedenen Abkommen (Abkommen von Helmstedt, 11. Mai 1949, Offenbach 3. September 1949 und Kleinmachnow, 10. September) die betrieblichen Fragen des Grenzverkehrs geregelt und die Öffnung verschiedener Übergänge auch für den Personenverkehr vereinbart.

Bis 1952 wurden neben den weiter unten aufgeführten Strecken auch wieder verschiedene Strecken genutzt, die jeweils auf kurzen Abschnitten über bundesrepublikanischem oder DDR-Gebiet verliefen, wobei aber nur teilweise „echter“ Grenzverkehr mit Wechsel von Personen oder Gütern stattfand:

Ab 1952 wurden infolge des verschärften Grenzregimes nur noch folgende Übergänge und Strecken im Eisenbahnverkehr genutzt:

Die westliche Bundesbahn bezeichnete diese Übergänge explizit nicht als Grenzübergänge, während die östliche Reichsbahn immer von Grenzübergangsstellen (Kurzform GÜSt) sprach.

Es verkehrten im Personenverkehr ausschließlich D-Züge. Bis zum Mauerbau 1961 dienten die Transit-Züge nach West-Berlin auch dem innerdeutschen Verkehr und dem DDR-Binnenverkehr. Nach dem Mauerbau verloren die Züge nach West-Berlin ihre meisten Verkehrshalte in Bahnhöfen auf DDR-Gebiet; Weil diese Interzonenzüge aber auch für Reisen zwischen beiden deutschen Staaten benutzt werden konnten, gab es weiterhin mindestens einen planmäßigen Halt auf DDR-Gebiet: die Züge Hamburg-Berlin-Stadtbahn beispielsweis hielten in Wittenberge. Ab 1972 gab es auf den Übergängen Marienborn/Helmstedt, Probstzella/Ludwigsstadt und Gutenfürst/Hof neben den D-Zügen auch je ein dem „kleinen Grenzverkehr“ dienendes Eilzugpaar, das nur an Wochenenden und nur bis zum nächsten größeren Bahnhof auf DDR-Gebiet fuhr. Ab Sommer 1989 gab es auch ein solches Zugpaar am Übergang Herrnburg – Lübeck.

Mit der Maueröffnung 1989 wurde auf dem Übergang Ellrich – Walkenried nach wenigen Tagen auch der Personenverkehr aufgenommen. Zum Fahrplanwechsel 1990 wurde zudem die wieder aufgebaute Strecke zwischen Eichenberg (DB) und Arenshausen (DR) als Grenzübergang in Betrieb genommen. Beide Übergänge verloren aber bereits mit der Währungsunion ihre Funktion, ebenso alle anderen Übergänge.

Übergänge für Binnenschifffahrt

Beide Übergänge für die Binnenschifffahrt konnten sowohl für Berlin-Verkehre als auch für Wechselverkehr DDR – Bundesrepublik Deutschland genutzt werden. Sie waren nur für den Gütertransport zugelassen, nicht jedoch für reine Personenschiffe.

Siehe auch

Filme

Literatur

Weblinks

 Commons: Deutsche Teilung – Bilder, Videos und Audiodateien

Gesetzliche Regelungen der DDR zur Staatsgrenze

Einzelnachweise

  1. www.uniprotokolle.de
  2. Bundeszentrale für politische Bildung