Heim

Nottuln

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Adresse fehlt

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 56′ N, 7° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Coesfeld
Höhe: 59 – 186 m ü. NN
Fläche: 85,64 km²
Einwohner: 20.273 (30. Juni 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 237 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48301
Vorwahlen: 02502 (Appelhülsen und Schapdetten: 02509)
Kfz-Kennzeichen: COE
Gemeindeschlüssel: 05 5 58 032
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Webpräsenz:
www.nottuln.de
Bürgermeister: Peter Amadeus Schneider (SPD, bei der Wahl von SPD, UBG und Grünen unterstützt)

Nottuln ist eine Gemeinde im Kreis Coesfeld in Nordrhein-Westfalen westlich von Münster und liegt am Südwest-Rand der Baumberge.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Nachbargemeinden

Nottuln grenzt an Billerbeck, Havixbeck, Senden, Dülmen und Coesfeld.

Gemeindegliederung

Nottuln besteht aus den Ortsteilen

und Bauernschaften, unter anderem:

Geschichte

Die Siedlungsspuren im Raum Nottuln reichen bis etwa 4000 v. Chr. zurück. Im 9. Jahrhundert, wahrscheinlich in der Zeit des ersten münsterischen Bischofs Liudger, entstand in Nottuln eine Pfarrkirche, möglich ist aufgrund des Martins-Patrozinium sogar eine noch frühere Gründung. Der ursprüngliche Name „Nutlon“ bedeutet vermutlich Nusswald oder Nussgehölz. Im 11. Jahrhundert, nach den Fälschungen des Kaplans Albert Wilkens bereits im 9. Jahrhundert, entstand in Nottuln ein Damenstift, in dem Heriburg von Nottuln als Heilige verehrt wurde. Ihr Sarg und ihre Gebeine sind in der katholischen Kirche in Nottuln ausgestellt.

Städtebaulich interessant ist der Nottulner "Stiftsbezirk" in direkter Nachbarschaft zur Pfarrkirche St. Martinus und auf dem Gelände des ehemaligen Damenstiftes. Nach einem verheerenden Brand 1748 wurde der Bezirk unter der Leitung des barocken Architekten Johann Conrad Schlaun wieder aufgebaut, wobei als Baumaterial an herausragenden Stellen der Baumberger Sandstein zum Einsatz kam. Auch wenn Schlauns Pläne nicht vollständig umgesetzt werden konnten, stellt sich der Stiftsbezirk immer noch als ein Ensemble barocker Bauten dar. Auch die Pfarrkirche wurde nach dem Brand instand gesetzt und erhielt dabei ihre charakteristische barocke Haube in Form eines Zwiebelturmes.

Die Eigenkirche des Klosters Fulda im Ortsteil Schapdetten wurde etwa 1122 gegründet, ist jedoch erst 1313 nachweisbar.

Der Ortsteil Darup, das aus einer bäuerlichen Siedlung entstand, wurde 1188 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort liegt mitten im Münsterland (etwa 25 km von Münster entfernt) am Rande der Baumberge. Diese malerische Lage in der hügeligen Landschaft ist gern besuchtes Ziel vieler Wanderer und Radfahrer, die auf ihren Ausflügen und Radtouren die Aussichten auf die Parklandschaft des Münsterlandes genießen.

In der Nähe des Ortes liegt die Wallfahrtskapelle "Zum Heiligen Kreuz" (1753/54), in deren Innern sich ein lebensgroßes Kruzifix aus Sandstein an einem Baumkreuz (1718) befindet. Bis heute ist dieses Kreuz eine viel besuchte Wallfahrtsstätte für Pilgergruppen aus der näheren Umgebung. Die Geschichte Darups und seiner Kirchengemeinde reicht etwa bis zum Jahr 1000 zurück.

Die Pfarrkirche Ss. Fabian und Sebastian birgt in ihrem Innern ein kostbares Kleinod mittelalterlicher Malerei: den Daruper Altar (ca. 1420). Heute ist Darup ein Ortsteil Nottulns mit rund 2.100 Einwohnern.

Mit der Gebietsreform von 1975 wurde die vormalige selbständige Gemeinde Limbergen räumlich aufgeteilt und teils der Stadt Dülmen, teils der Gemeinde Nottuln eingegliedert, die zugleich Rechtsnachfolgerin der Gemeinde Limbergen ist.

Limbergen mit seinen Bauerschaften Hövel und Gladbeck hat auch heute noch einen unverkennbaren bäuerlichen Siedlungscharakter, mit zahlreichen stilvollen Gehöften, von denen nicht wenige unter Denkmalschutz stehen. Kirchlich gehört der Ortsteil Limbergen zur Katholischen Kirchengemeinde Ss. Fabian und Sebastian Darup. Limbergen verfügte rund 200 Jahre lang über eine eigene Volksschule in Hövel und darüber hinaus auch über eine eigene Freiwillige Feuerwehr mit eigenem Spritzenhaus, dessen charakteristischer Turm noch heute weithin sichtbar ist. Seit der Auflösung der Schule in Hövel in den 1960er Jahren besuchen die Kinder die St. Sebastian-Grundschule in Darup. In die Nachfolge der Freiwilligen Feuerwehr Limbergen trat die Freiwillige Feuerwehr Darup ein, wobei das Spritzenhaus in Limbergen veräußert wurde.


Verwaltungszugehörigkeit

Wappen

Auch nach der kommunalen Neugliederung hat die Gemeinde Nottuln das seit 1937 geführte Wappen beibehalten. Es zeigt in weiß auf rotem Grund den Hl. Martin mit Bettler, darüber auf gelbem Grund drei grüne Haselnüsse. Die Verehrung des Hl. Martin wird in Nottuln unter anderem durch das Patrozinium der Stifts- und Pfarrkirche, durch die Existenz der St.-Martini-Bruderschaft (gegründet 1383) und nicht zuletzt durch den jährlich im November stattfindenden Martini-Markt dokumentiert. Die drei Haselnüsse weisen auf die Entstehungsgeschichte des Namens der Gemeinde hin.

Kirchengemeinden

Mehr als zwei Drittel der Nottulner Bevölkerung sind römisch-katholischen Glaubens (67,3 %), 17,1 % sind evangelischen Glaubens, 15,6 % der Bevölkerung bekennen sich zu einem anderen oder gar keinem Glauben.

Auf dem Gebiet der politischen Gemeinde Nottuln gibt es vier katholische Kirchengemeinden:

Schon seit einigen Jahren gibt es eine Kooperation der katholischen Pfarrgemeinden in Nottuln und Darup sowie in Appelhülsen und Schapdetten. So ist der Pfarrdechant von Nottuln zugleich Pfarrer in Darup und auch der Pfarrer von Appelhülsen ist zugleich Pfarrer von Schapdetten. Aufgrund von Priestermangel, zurückgehenden Gläubigenzahlen und sinkenden Kirchensteuereinnahmen sollen die vier Pfarrgemeinden bis 2009/2010 zu einer Pfarrgemeinde verschmelzen. Dies hat der zuständige Weihbischof Dr. Josef Voß im März 2007 in einem Brief an die katholischen Gläubigen in der Gemeinde Nottuln angekündigt.

Die evangelische Friedens-Kirchengemeinde umfasst das gesamte Gebiet der politischen Gemeinde Nottuln und unterhält zwei Gottesdienststätten: Die Kirche "Unter dem Kreuz" in Nottuln und das "Friedenshaus" in Appelhülsen.

Eingemeindungen

Im Rahmen der Kommunalen Neugliederung im Jahre 1975 entstand die Gemeinde Nottuln aus den vormals selbständigen Gemeinden Appelhülsen, Darup, Limbergen, Nottuln und Schapdetten; Rechtsnachfolgerin des Amtes Nottuln ist die Gemeinde Nottuln. Vorher gehörte Nottuln mit Appelhülsen und Schapdetten zum Landkreis Münster. Die Gemeinden Darup und Limbergen gehörten bis dahin zum Amt Rorup und zum Landkreis Coesfeld. Rechtsnachfolgerin des Amtes Rorup ist die Stadt Dülmen.

Einwohnerentwicklung

Seit den 1980er Jahren wurden zahlreiche neue Wohngebiete vor allem im Südwesten des Ortsteils Nottuln erschlossen (Lerchenhain, Fasanenfeld I, Olympiastraße bis Niederstockumer Weg, "Am Hangenfeld" und Fasanenfeld II), und die Einwohnerzahl stieg stark an. Seit Ende der 1990er Jahre wurde auch in Appelhülsen u.a. wegen der günstigen Verkehrssituation (Bahnhof und Autobahn) und der damit verbundenen besseren Wohnbauförderung die weitere Wohnbauentwicklung vorangetrieben. Im Ortsteil Darup konnte ebenfalls seit den 1980er Jahren mit dem Ausbau und der Entwicklung weiterer Baugebiete (Nieresch II, Sonnenstiege, Pfarrer-Kroos-Straße, Schwester-Helma-Straße und von-Bönninghausen-Straße) ein Anwachsen der Bevölkerungszahl erreicht werden. In einem Grundsatzbeschluss hat der Rat der Gemeinde Nottuln beschlossen, "die weitere bauliche Entwicklung in allen Ortsteilen der Gemeinde zu fördern, um die dort vorhandene Infrastruktur auch künftig für die dort lebenden Bürgerinnen und Bürger zu erhalten und ein maßvolles Wachstum der Ortsteile zu ermöglichen". (Vgl. Ratsprotokoll v. 12. Dezember 2006)

Politik

Gemeinderat

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975

In der Liste[2] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 2,95 % der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:

Jahr CDU SPD Z FDP UBG Grüne
1975 63,2 25,7 6,7 4,4
1979 50,1 25,3 3,8 20,8
1984 54,9 28,7 16,4
1989 48,6 29,0 5,0 10,6 6,9
1994 51,0 27,3 9,7 9,4
1999 51,1 22,4 4,1 15,3 7,0
2004 44,2 19,5 6,4 17,9 11,0

Städtepartnerschaften

Die Gemeinde Nottuln unterhält Partnerschaften mit der französischen Stadt Saint-Amand-Montrond (im Departement Cher) und der polnischen Stadt Chodzież (deutsch Colmar).

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Gemeinde liegt an der A 43 Wuppertal–Münster. Bis ins Jahr 2002 war die Autobahn 43 zwischen Nottuln und Dülmen-Nord als Autobahn-Notlandeplatz ausgebaut. Sie konnte innerhalb von 24 Std. auf dieser Strecke zu einem militärischen Flugplatz umgebaut werden. Zusätzlich wird Nottuln von der B 525 durchquert.

Münster ist von Nottuln aus mit einer Schnellbusverbindung über die BAB 43 zu erreichen. Außerdem verkehren Regionalbuslinien über Schapdetten und Münster-Roxel nach Münster sowie über Darup nach Coesfeld. Eine Taxibuslinie verbindet den Hauptort Nottuln mit dem Ortsteil Appelhülsen.

Vom Bahnhof Appelhülsen an der so genannten Rollbahn verkehren halbstündlich Züge in Richtung Münster oder Essen. Das noch von der Köln-Mindener Eisenbahn erbaute Gebäude wurde im Januar 2007 durch den Sturm "Kyrill" schwer beschädigt und musste kurz vor Ostern 2007 abgerissen werden.

Die Ortsumgehung (B 525) ist schon im Planfeststellungsverfahren. Für die Ortsumgehung Darup ist das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen, die bauliche Umsetzung hat mit dem ersten Spatenstich durch Verkehrsminister Oliver Wittke und Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup am 31. Mai 2007 begonnen.

Überregional bedeutende Unternehmen

Medien


Kampfkunst Kung-Fu

In dem Ortsteil Appelhülsen wird vom ansässigen Sportverein SV Arminia Appelhülsen 1919 e. V. traditionelles Kung Fu angeboten. Der Sportverein beherbergt das "Kung Fu Center Kreis Coesfeld". Dipl. Psych. Sifu Marco Schmitt bietet traditionelles Mantis Kung Fu an. Im Jahre 2007 besuchte der Großmeister des Kung Fu Stiles Lee Kam Wing (aus Hong Kong) Appelhülsen und Nottuln. Im Jahre 2008 fanden die deutschen Mantis Kung Fu Meisterschaften in Nottuln statt.

http://www.youtube.com/watch?v=LslhY77CkvQ

Sendeanlage des Westdeutschen Rundfunks

Der Sender Nottuln offiziell Sender Münster/Nottuln genannt, ist Standort einer Sendeanlage des WDR für UKW, DAB und DVB-T. Er versorgt das Münsterland mit Radio und Fernsehprogrammen über Antenne. Der Sendebetrieb begann im Jahre 1952 und wurde im Laufe der Jahre immer wieder dem Stand der Technik angepasst. Die letzten größeren Maßnahmen waren die Erneuerung des 182 m hohen Antennenträgers im Jahre 2005 und die Einführung des digitalen Fernsehens DVB-T im Juni 2007.

Persönlichkeiten

Quellen

  1. LDS NRW: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2004