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Hagen

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Hagen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 22′ N, 7° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Höhe: 86-438 m ü. NN
Fläche: 160,36 km²
Einwohner: 194.806 (30. Juni 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 1215 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 58000-58135 (alt: 5800)
Vorwahlen: 02331
02334 (HA-Hohenlimburg)
02337 (HA-Dahl)
02304 (HA-Garenfeld)
Kfz-Kennzeichen: HA
Gemeindeschlüssel: 05 9 14 000
Stadtgliederung: 5 Stadtbezirke
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausstraße 11
58095 Hagen
Webpräsenz:
www.hagen.de
Oberbürgermeister: Peter Demnitz (SPD)
Lage Hagens in Nordrhein-Westfalen

Hagen ist eine kreisfreie Großstadt am südöstlichen Rand des Ruhrgebiets. Im Volksmund wird Hagen als „das Tor zum Sauerland“ bezeichnet, da dieses mit seinem Nordwestrand an Hagen grenzt. Hagen nimmt mit dieser Lage eine wichtige Scharnierfunktion zwischen dem Ruhrgebiet und Südwestfalen ein.

Die Stadt ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und im Regionalverband Ruhr. Hagen ist Sitz der einzigen Fernuniversität Deutschlands, von Amts-, Land- und Arbeitsgericht, sowie mehrerer überregionaler Institute, Behörden und Verwaltungsstellen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie und Geologie

Allgemeine Geographie

Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 17,1 und in West-Ost-Richtung 15,5 km. Die Stadtgrenze von 89,7 km setzt sich zusammen aus 3,3 km zu Dortmund, 9 km zum Kreis Unna, 56,6 km zum Ennepe-Ruhr-Kreis und 20,8 km zum Märkischen Kreis. Der Höhenunterschied vom tiefsten Punkt an der Ruhr bei Vorhalle (86 m ü. NN) zum höchsten Punkt östlich von Bölling (438 m ü. NN) 7°33'48" E, 51°17'30" N beträgt 352 m.

Die Fläche von 160,36 km² ist in etwa so groß wie das Fürstentum Liechtenstein mit 160 km².

42 % des Hagener Stadtgebietes setzen sich aus Wald zusammen. Die vier Flüsse erstrecken sich in Hagen über eine Länge von 52,2 km: Ruhr 11,5 km, Lenne 13,1 km, Volme 21,3 km und Ennepe 6,3 km. Die größten Steigungen (über 20 %) innerhalb des Stadtgebietes:

Geologie und Paläontologie

Der Raum Hagen gilt seit dem frühen 19. Jahrhundert als eine klassische Fundregion der Paläontologie und Archäologie (hierzu siehe auch: Geschichte der Stadt Hagen).

Im Stadtgebiet stehen verschiedene Gesteine und Ablagerungen vom Devon bis zum Karbon an. In Karsthöhlen und -spalten des Massenkalkes haben sich Meeres- und Landablagerungen aus der Kreidezeit und dem Tertiär sowie dem Holozän erhalten. Noch heute ist der Raum Hagen einer der weltweit wichtigsten Fundorte für Fossilien aus dem mittleren und oberen Devon und unteren Karbon. Zahlreiche bekannte Fundstellen, die noch in den 1980er Jahren zugänglich waren, wurden jedoch bis heute überbaut oder sind zugeschüttet worden.

In Hagen-Ambrock im Volmetal wurden Reste von Landpflanzen aus dem mittleren Devon entdeckt. Der breite Massenkalkzug mit Dolomit – Reste eines devonischen Korallenriffs – zwischen Schwelm und Balve führte seit dem frühen 19. Jahrhundert zu einem intensiven Abbau in Steinbrüchen.

Die frühere Ziegeleigrube Hagen-Vorhalle ist der weltweit wichtigste Fundort von 319 Millionen Jahre alten Insekten und anderen Fossilien, darunter frühe Großlibellen mit Flügelspannweiten von 40 cm, ausgestorbenen Urnetzflüglern und riesigen Hundert- und Tausendfüßlern, aus dem flözleeren Oberkarbon. Der Steinbruch Hagen-Vorhalle stellt ein bedeutendes Geotop dar, das Weltgeltung für die paläontologische Forschung hat. Wesentliche Funde aus dem Steinbruch sowie aus der gesamten Region sind im Museum für Ur- und Frühgeschichte im Wasserschloss Werdringen zu sehen.

Aber auch andere Fossilienfundstellen mit Tier- und Pflanzenresten aus dem Paläozoikum bis zum Mesozoikum lieferten wichtige Beiträge zur geowissenschaftlichen Forschung. In der Umgebung von Hagen fanden sich z.B. die Knochen von Landsauriern und frühen Säugetieren sowie Pflanzen aus der unteren Kreidezeit.

Auf den Hochflächen von Emst, Dahl und Hohenlimburg haben sich Ablagerungen von frühen Flussterrassen der Lenne und Ruhr aus dem Tertiär erhalten. In Spaltenfüllungen des Massenkalkes bei Emst und Hohenlimburg fanden sich Haizähne, Landschnecken und Knochen von Säuge- und Meerestieren aus dem Tertiär.

In einem Seitental der Lenne bei Holthausen wurden in der „Blätterhöhle“ Überreste von Steinzeitmenschen entdeckt. Mit einem Alter von über 10.700 Jahren stammen sie aus dem frühen Mesolithikum und sind die bisher ältesten Nachweise für anatomisch moderne Menschen in Deutschland.

Klima

Klimadaten (1956/7-2006/7)   Jahr   Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C)   9,9°   1,7° 2,5° 5,7° 9,1° 13,5° 16,3° 18,0° 17,9° 15,0° 10,8° 5,5° 2,4°
Niederschlag (mm)   975,1   94,3 71,7 79,4 63,4 72,8 83,6 87,2 84,5 75,9 77,9 85,2 99,6

Stadtgliederung

In den dichtbesiedelten Tälern von Volme und Ennepe sowie im Vorhaller Norden entspricht das gewachsene Stadtbild der typischen Baugestalt der Ruhrgebietsstädte. Topografisch ist Hagen mit den südlichen Stadtteilen von Bochum, Essen und Mülheim vergleichbar. In den nach der Gebietsreform 1975 angegliederten südlichen Stadtgebieten, welche nur dünn besiedelt sind, zeigt sich ein Landschaftsbild, das eher sauerländisch anmutet – mit Bergen, Seen und Wäldern.

Hagen gliedert sich in fünf Stadtbezirke mit insgesamt 195.853 Einwohnern (Dezember 2007)[2].

Stadtbezirk   Einw. Fläche Dichte zum Vergleich: Einw. 2000
Mitte   78.729 20,5 km² 3.840 E/km² Rückgang 6,8 % 84.495
Mittelstadt 21.331  2,7 km² 7.900 E/km² 22.311
Altenhagen 18.384  4,4 km² 4.178 E/km² 19.906
Hochschulviertel 12.614  3,5 km² 3.604 E/km² 13.081
Emst 11.035  4,3 km² 2.566 E/km² 11.455
Wehringhausen 15.365  5,6 km² 2.744 E/km² 17.742
Nord 38.436 29,6 km² 1.299 E/km² Rückgang 4,0 % 40.048
Vorhalle 10.848 12,5 km²   868 E/km² 11.233
Boele 27.588 17,1 km² 1.613 E/km² 28.815
Haspe 30.327 22,2 km² 1.366 E/km² Rückgang 3,0 % 31.268
Haspe-Ost 17.606 14,7 km² 1.198 E/km² 18.069
Haspe-West 12.721  7,5 km² 1.696 E/km² 13.199
Eilpe/Dahl 17.136 51,1 km²   335 E/km² Rückgang 8,1 % 18.643
Eilpe 11.753 18,5 km²   635 E/km² 13.001
Dahl   5.383 32,6 km²   165 E/km²   5.642
Hohenlimburg 31.288 37,0 km²   846 E/km² Rückgang 5,2 % 33.017
Hohenlimburg 26.402 22,7 km² 1.163 E/km² 28.046
Lennetal   4.886 14,3 km²   341 E/km²   4.971

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Hagen

Historische Entwicklung

In der Geschichtsschreibung taucht der Raum Hagen erstmals in den „Annales Laureshamenses“ (Lorscher Annalen) auf, als im Jahr 775 die nahe der Hagener Stadtgrenze zu Dortmund über der Ruhr-Lennemündung gelegene „sächsische“ Hohensyburg (Sigiburg) durch Truppen Kaiser Karl des Großen erobert wurde.

Im Mittelalter waren Dorf und Kirchspiel Hagen relativ unbedeutend und standen politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich weit hinter den märkischen Stadtgründungen im Umland zurück, vor allem Iserlohn sowie der benachbarten Grafschaft Limburg. Erst durch die Gründung einer Klingenschmiedsiedlung (Lange Riege) in Hagen-Eilpe (1661) und mehrerer mit Wasserkraft betriebener Hammerwerke und Schmieden entlang der Ennepe erlangte Hagen im 18. Jahrhundert eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung. Ein Brand zerstörte 1724 einen Großteil der Gebäude der Stadt.

Die mit Hilfe der preußischen Staatsverwaltung wiederaufgebaute Stadt Hagen besitzt seit dem 3. September 1746 Stadtrechte. Seit 1817 ist Hagen Sitz eines Amtes und eines Kreises innerhalb des Regierungsbezirks Arnsberg. 1837 wurden die revidierte Städteordnung und ein Magistrat eingeführt. Im Zuge der Industrialisierung wurde Hagen 1848 an das Bergisch-Märkische Eisenbahnnetz angeschlossen und entwickelte sich zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt. Um 1865 hatte Hagen die von ihrer Bevölkerung und Wirtschaftskraft bisher in Südwestfalen führende Stadt Iserlohn überholt und stellte mit dieser seit der Mitte des 19. Jahrhunderts den kulturellen, verwaltungsrelevanten und wirtschaftlichen Mittelpunkt der südlichen Grafschaft Mark dar.

Während der Kaiserzeit 1871–1914 erlebte Hagen eine Blütezeit. Durch die Urbanisierung und Industrialisierung entwickelte sich die Stadt zum Oberzentrum für die gesamte Region südlich der Ruhr. Im Jahr 1887 schied Hagen verwaltungsrechtlich aus dem Kreis Hagen aus und wurde eine kreisfreie Stadt. Der Bankier und Mäzen Karl Ernst Osthaus holte in den Jahren nach der Jahrhundertwende viele später bedeutende Architekten (u.a. Henry van de Velde, Peter Behrens, Walter Gropius) und Künstler in die Stadt, welche den Ruf von Hagen als Bindeglied zwischen Jugendstil und Moderne („Hagener Impuls“) begründeten. Zentrum dieser Initiative waren das Folkwang-Museum und die rudimentär ausgeführte Gartenstadt Hohenhagen. Begünstigt durch Hagens Stellung als Eisenbahnverkehrsknotenpunkt errichtete Peter Klöckner in der damals noch selbstständigen Nachbarstadt Haspe ein großes Hochofen- und Stahlwerk, die „Hasper Hütte“. Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1928 die 100.000-Grenze und machte Hagen damit zur Großstadt. Durch weitere Eingemeindungen stieg diese bis 1939 auf rund 150.000 Einwohner an. Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurde die Hagener Innenstadt durch mehrere Bombenangriffe nahezu vollständig zerstört, sodass nur noch die angrenzenden Stadtteile den gründerzeitlichen Baucharakter der Stadt wiedergeben. Die architekturgeschichtlich interessanten Gebäude des „Hagener Impulses“ blieben aufgrund ihrer innenstadtfernen Lage weitgehend erhalten.

In den 1950er und 1960er Jahren erlebte Hagen ein weiteres stürmisches Wachstum und dehnte sich überwiegend in die flachere, nördliche Ebene aus. Das heutige Stadtzentrum liegt somit südlich der hauptsächlichen Wohnbebauung. Fortschrittsglaube und zunehmende Motorisierung ließen abgesehen vom beibehaltenen historischen Straßengrundriss auch die letzten Reste der historischen Innenstadt verschwinden. Die Pläne einer vollkommen autogerechten Großstadt, welche den Autoverkehr mittels aufgeständerten Hochstraßen in die Stadt führen sollten, konnten aus Geldmangel nur rudimentär verwirklicht werden. Ein Zeuge dieser Jahrzehnte ist heute noch die Altenhagener Brücke, welche in der Nähe des Hauptbahnhofes an der letzten innerstädtischen Altbauzeile den Mietern der Obergeschosse die Sicht nimmt. Eine weitere Hochstraße ist die 1740 Meter lange Volmetalbrücke in Eilpe. Dem Straßenausbau fielen nicht nur letzte historische Gebäude, sondern 1976 auch der moderne Straßenbahnbetrieb zum Opfer.

Anfang der 1970er Jahre begann im Zuge der Stahlkrise in Hagen der Niedergang der Schwerindustrie. Die Klöckner-Hütte wurde zwischen 1972 und 1982 vollständig stillgelegt, die Gussstahlwerke Wittmann gingen in die Insolvenz und zwei von drei Werken der Stahlwerke Südwestfalen wurden geschlossen. Weitere Arbeitsplatzverluste betrafen die ehemals starke Nahrungsmittelindustrie mit den Brauereien Bettermann und Andreas, den Süßwarenherstellern Villosa und Grothe und dem Produktionsbetrieb von Zwieback Brandt.

Die enormen Arbeitsplatzverluste konnten in den 1980er Jahren zum Teil durch die Industrialisierung des Lennetals aufgefangen werden. Letzteres war ausschlaggebend für den Wunsch zur Eingemeindung der Stadt Hohenlimburg, deren Kaltwalzindustrie stabil war oder sogar noch Arbeitsplatzzuwachs erbrachte. Der östliche Teil des Stadtgebiets erstreckt sich eben darum seit 1975 auf das Territorium der früheren Grafschaft Limburg und der bis dahin selbständigen sauerländischen Stadt Hohenlimburg.

In den 1980er Jahren konnte sich Hagen gegenüber den nördlichen Nachbarn Dortmund, Witten und Bochum wirtschaftlich gut behaupten, und bis heute liegt die mittlere Arbeitslosenquote etwa 3 % unter dem mittleren Ruhrgebietsdurchschnitt. 1982 machte Hagen als „Deutsches Manchester“ von sich reden, da viele bekannte Musiker oder Bands der neuen deutschen Welle, unter anderem Nena, Extrabreit und die Humpe-Schwestern, hier ihre Wurzeln hatten.

Die durch den raschen Wiederaufbau nach Kriegsende entstandenen Bausünden werden seit den 1990er Jahren zu beheben versucht, unter anderem durch die Volmegalerie, die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und den Neubau des Rathausverwaltungstraktes.

Wirtschaftlich geriet Hagen durch die zunehmende Globalisierung erneut unter Druck und es begann eine weitere Deindustrialisierungswelle im Stahlbereich, welche exemplarisch im fast vollständigen Verschwinden der Betriebe im Hohenlimburger Nahmertal zu besichtigen ist. Parallel dazu kämpft Hagen seit einigen Jahren weiter mit einem Bevölkerungsschwund. Der Schuldenstand lag im September 2007 bei 800 Mio. €.

Einwohnerentwicklung

Bevölkerung (Stand: Dezember 2005)
0-18 Jahre 19,2 %
18-64 Jahre 59,4 %
ab 65 Jahre 21,4 %
Ausländeranteil 13,7 %

Für detaillierte Einwohnerzahlen siehe Einwohnerentwicklung von Hagen

Hagen ist im Jahre 1928 zur Großstadt geworden, als die Bevölkerungszahl die 100.000-Marke überschritten hatte, im Jahr 1964 wurde die 200.000-Grenze überschritten. Die höchste Einwohnerzahl hatte die Stadt nach der Neugliederung 1975 mit 231.840 Einwohnern. Ab Dezember 2005 unterschreitet die Stadt (lt. Angaben der Stadtverwaltung) dauerhaft die Zahl von 200.000 Einwohnern, während das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen zu diesem Zeitpunkt bereits von nur 196.934 Einwohnern ausging. In der Größen-Rangliste der Großstädte in Deutschland steht Hagen an 40. Stelle hinter Mainz und vor Kassel.

Politik

Oberbürgermeister

Seit 1996 ist der Oberbürgermeister wieder der hauptamtliche Leiter der Verwaltung.

Stadtrat

Stadtwappen und Stadtname

Das Hagener Stadtwappen ziert eine stilisierte Eiche auf blauem Grund.

Die Hagener Eiche verfügt über 11 Blätter an insgesamt 5 Zweigen. Hiermit sind die 11 Stadtteile Hagens (Mitte, Altenhagen, Boele, Emst, Dahl, Wehringhausen, Vorhalle, Eilpe, Haspe und das Hochschulviertel) und die 5 Flüsse, die durch Hagen führen (Ruhr, Lenne, Volme, Ennepe, Hasperbach), symbolisiert.

Der Ursprung des Namens Hagen ist nicht genau bekannt. Der Flurname Hagen bezeichnete im ausgehenden Mittelalter einen niedrigen Erdwall mit Pfählen, oft durch Weidengeflecht verbunden, um ein Gehöft vor Eindringlingen zu schützen und das Fortlaufen des Viehs zu verhindern. Manchmal trat an Stelle der Pfähle lebendes Buschwerk, der Hagedorn mit der Hagerose und den Hagebutten. Hier in seinem Hagen saß der Bauer geschützt und sicher, es war ihm behaglich. Er hegte seinen Besitz, und wer ihm ins Gehege kam, dem konnte leicht unbehaglich werden. Diese Deutung des Namensursprungs ist jedoch nicht wissenschaftlich abgesichert und wird von seriösen Historikern sehr kritisch gesehen.

Städtepartnerschaften

Infrastruktur und Wirtschaft

Wirtschaft

Einst prägte Schwerindustrie die Stadt, doch diese ist in Hagen nicht mehr beheimatet. Wirtschaftlich wird die Stadt heute von metallverarbeitender Klein- und mittelständischer Industrie, sowie zunehmend vom Dienstleistungsgewerbe geprägt. Bekannte Unternehmen, wie Varta (bis Jahr 2000, seitdem Hawker-Batteries/EnerSys), die Douglas Holding, Westfalia, Hussel, Stora Enso, CD.Wälzholz, SinnLeffers und Brandt (seit Jahr 2002 Produktion ausschließlich im thüringischen Ohrdruf) haben ihren Unternehmenssitz in der Stadt. Die Sparkasse Hagen und die Märkische Bank haben ihren Sitz in Hagen. Die Arbeitslosenquote lag im Juni 2007 bei 9,5 %.

Die 1843 in Hagen (Westf.) gegründete Südwestfälische Industrie- und Handelskammer ist neben dem südöstlichen Ruhrgebiet (Stadt Hagen, Ennepe-Ruhr-Kreis) auch für den Märkischen Kreis zuständig.

Mit zahlreichen Verbänden, Vereinen, vielen Kultur- und Freizeitangeboten sowie ausgeprägten Einkaufsmöglichkeiten ist Hagen als Oberzentrum eingestuft und problemlos in der Lage, mit größeren Städten aus der Nachbarschaft wie Dortmund, Bochum oder Wuppertal zu konkurrieren.

Für Ansiedlungen des Einzelhandels wurde vor einigen Jahren die Volmegalerie mit über 60 Geschäften eröffnet.

Um die Belange der Wirtschaft in der Kommune kümmert sich das Servicezentrum Wirtschaft (SZW), eine Stabstelle des Oberbürgermeisters.

Verkehr

Das Schienennetz in Hagen ist an das ICE-Netz angeschlossen – vom Hagener Hauptbahnhof verkehren regelmäßig Fernzüge, national wie international. Hagen ist außerdem Schnittstelle wichtiger Autobahnverbindungen in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung.

Schienen- und Busverkehr

Seit 1848 ist Hagen ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt in Deutschland. Der Hauptbahnhof ist ein wichtiger Fern-, Regional- und S-Bahnhof im südöstlichen Ruhrgebiet. Im Güterverkehr zählt der Bahnhof Hagen-Vorhalle zu den größten Rangierbahnhöfen in Deutschland. Hagen kann als Eisenbahnstadt bezeichnet werden; aufgrund der zahlreichen Montanunternehmen konnte in fast jedem Ortsteil Hagens ein eigener Bahnhof erhalten bleiben.

Im Schienenpersonenfern- und nahverkehr verkehren eine Reihe von Fern-, RegionalExpress- und S-Bahn-Linien. Hervorzuheben sind hier die ICE-Verbindungen nach Berlin und Basel, die RegionalExpress-Linien nach Kassel, Aachen, Siegen und Venlo. Den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) betreiben die DB Regio NRW GmbH und die Abellio Rail. Siehe auch: S-Bahn Rhein-Ruhr
Aber auch die seit 2005 im Linienverkehr verkehrende Museumsbahn Ruhrtal-Bahn zwischen Hagen und dem Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen ist im besonderen Maße zu erwähnen.

Im Straßenpersonennahverkehr verfügt Hagen über ein ausgedehntes Netz von 41 Städteschnellbus- und Stadtbuslinien. Es bestehen u.a. Verbindungen nach Dortmund, Witten, Schwerte und Gevelsberg.

Der Hagener Stadtteil Haspe war Ausgangspunkt der Kleinbahn Haspe-Voerde-Breckerfeld, die während ihres Betriebes als Straßenbahn durch das städtische Nahverkehrsunternehmen Hagener Straßenbahn AG zu den schönsten Straßenbahnstrecke Deutschlands gezählt wurde.

1973 wurde in Hagen das Konzept des Kabinentaxis erprobt.

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Straßennetz

Auf dem Hagener Stadtgebiet verlaufen Autobahnen mit einer Gesamtlänge von 32,7 km. A 1/E 37 (Hansalinie) 10,7 km, A 45/E 41 (Sauerlandlinie) 14,8 km, A 46 7,2 km. Hagen besitzt die folgenden Autobahnanschlussstellen: Hagen-Nord, Hagen-West (A1); Hagen-Süd (A45); Hagen-Hohenlimburg, Hagen-Elsey (A46).

Durch das Hagener Stadtgebiet führen die Bundesstraßen B7, B54 und B226 mit einer Gesamtstrecke von 41,0 km.

Flugverkehr

Hagens Flugplatz (Sonderlandeplatz) mit der ICAO ED6015 und der Geographischen Lage 51° 18′ 24″ N,  7° 25′ 29″ O bei Hof Wahl (bestehend aus einer grünen Wiese) liegt ca. 1 km nördlich der Hasper Talsperre, eingebettet in eine idyllische Waldlandschaft. Pläne für einen Verkehrsflughafen in Hagen-Emst wurden von der Stadtverwaltung bereits in den 1930er Jahren aufgegeben.

Öffentliche Einrichtungen

Bildung und Forschung

Die Stadt beherbergt die FernUniversität in Hagen, mit derzeit über 49.000 Studenten eine der größten Universitäten in Deutschland. Hagen ist Standort der Fachhochschule Südwestfalen (Hauptsitz ist in Iserlohn) und die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW, Studienort Hagen der Abteilung Gelsenkirchen. In Hagen sind alle Schulformen vorhanden. Hagen verfügt über eine breit gefächerte Weiterbildungslandschaft, u.a. die städtische Volkshochschule Hagen und das Rahel-Varnhagen-Kolleg. Außerdem ist mit dem Haus Busch ein bundesweit tätiges Aus- und Weiterbildungszentrum für Journalisten ansässig. Hier lassen sich Journalisten aus dem ganzen Bundesgebiet aus- und weiterbilden. Das Historische Centrum Hagen betreibt Forschungen im Bereich der Geschichte und Archäologie. Es ist in internationale Forschungsnetze integriert und betreibt zwei überregional bekannte Museen für Stadt- und Regionalgeschichte sowie für Archäologie und Paläontologie. Dennoch belegt Hagen in Sachen Wissenschaft nach dem jährlichen Städteranking der WirtschaftsWoche nur hinterste Plätze: Mit 0,4 Forschern und Entwicklern je 1.000 Einwohner und 1,4 Prozent Ingenieursdichte liegt die Stadt weit unter dem Durchschnitt deutscher Großstädte.

Die Volkssternwarte Hagen am Eugen-Richter-Turm ist eine ehrenamtlich betriebene Institution, die 1955 gegründet wurde. Regelmäßige Öffnungszeiten geben den Hagener Bürgern Gelegenheit, sich über volkstümliche Astronomie und Meteorologie zu informieren.

Das Hagener Planetenmodell stellt unser Sonnensystem in Form von Bronzeplatten dar, die im Hagener Stadtgebiet, vornehmlich in der Innenstadt, maßstabsgetreu verteilt sind. Die Kugel des Rathausturms repräsentiert die Sonne als Modell-Mittelpunkt. Der Betrachter erhält damit eine Vorstellung von Aufbau und Größe unseres Planetensystems. Das Modell ist größtenteils zwischen 1960 und 1975 entstanden und kann als Denkmal für die damalige Raumfahrt-Epoche angesehen werden.

Medien

Über das regionale Geschehen berichten in Hagen zwei Tageszeitungen: Die Westfalenpost und die Westfälische Rundschau (beide dem WAZ-Konzern zugehörig) sind mit einer Lokalausgabe vertreten. Mit 107.7 Radio Hagen verfügt die Stadt über einen eigenen Hörfunk-Lokalsender. Zweimal wöchentlich erscheinen jeweils die kostenlosen Anzeigenblätter Wochenkurier und Stadtanzeiger, außerdem einmal monatlich die Kulturmagazine HaKen und Courage.

Religiöse Gemeinschaften

Katholische Kirchengemeinden

Evangelische Kirchengemeinden

Kultur und Freizeit

Kulturell zählt Hagen zu den wichtigen Zentren in NRW. Neben dem bekannten Karl-Ernst-Osthaus-Museum und dem Historischen Centrum Hagen befindet sich in der Stadt das Freilichtmuseum Hagen und das Museum für Ur- und Frühgeschichte. Im August 2006 erfolgte die Grundsteinlegung für das Emil-Schumacher-Museum. Die lange geplante Anlage eines großen „Evolutionsparks“ mit Freilichtmuseum und Freizeitpark am Harkort- und Hengsteysee wurde im Herbst 2007 aufgegeben.

Öffentliche Kultureinrichtungen

Als Oberzentrum besitzt Hagen eine Anzahl von bundesweit bedeutenden Kultureinrichtungen, die auch teilweise international ausstrahlen:

Sonstige Kultureinrichtungen

Bauwerke und Naturdenkmäler

In Hagen sind zahlreiche Natur- und Bodendenkmäler sowie historische Baudenkmäler vorhanden (seit dem Mittelalter):

Siehe auch: gesprengtes Sparkassenhochhaus „Langer Oskar“

Parks

Hagen ist eingebettet in eine waldreiche Mittelgebirgslandschaft, daneben gibt es im innerstädtischen Bereich den Volkspark und den Dr.-Ferdinand-David-Park im Stadtzentrum sowie den Stadtgarten innenstadtnah oberhalb des Fichte-Gymnasiums. Ein kleinerer Park im oberen Altenhagener Bereich ist der Funckepark, der nach der Hagener Industriellenfamilie Funcke benannt ist, aus der auch die FDP-Politiker Oscar und Liselotte Funcke stammen. Nicht zu vergessen sind auch die großzügigen parkähnlichen Anlagen rund um den Ischelandbereich, die unter anderem zu einem der Freibäder und zu mehreren Kleingartenanlagen führen, sowie der Lennepark im Stadtbezirk Hohenlimburg (zwischen Kanuslalomstrecke Hohenlimburg und Hallenbad Hohenlimburg).

Sport

Wie in jeder Großstadt gibt es auch in Hagen eine Vielzahl von Sportvereinen. Organisiert sind die meisten im „Stadtsportbund Hagen“.

Hagen ist Sitz des Deutschen Basketball Bundes (DBB). Bundesweit bekannt wurden der SSV Hagen, der u.a. 1974 Deutscher Basketballmeister und 1975 deutscher Poalsieger war, sowie der zeitweise in der Ersten Liga vertretene, aber mittlerweile aufgelöste Verein „Brandt Hagen“, Gründungsmitglied der Basketball-Bundesliga und deutscher Pokalsieger 1994. Der TSV Hagen 1860 spielt derzeit in der 2. Damen-Basketball-Bundesliga, Phoenix Hagen in der 2. Herren-Basketball-Bundesliga, Pro A. Der BBV Hagen ist in der 1. Basketball-Regionalliga West vertreten, der SV Hagen-Haspe 70 in der 2. Regionalliga West.

Die meisten auch international bedeutenden Erfolge sind für Hagen im Faustball zu verzeichnen: Der TSV Hagen 1860 wurde im Felde zehn mal Deutscher Meister, sieben mal Europapokalsieger, drei mal Weltpokalsieger, sowie in der Halle sieben mal Deutscher Meister und 12 mal Europapokalsieger in Serie.

Im Wasserball spielt der Hohenlimburger SV in der Frauen-Bundesliga (mehrfache Deutsche Wasserball-Meisterinnen).

Der SSV Union Hagen war Ende der 1980er Jahre mit der Damenmannschaft in der 2. Tischtennis-Bundesliga vertreten.

Das Tri-Team-Hagen ist in der 2. Triathlon-Bundesliga aktiv.

Im Fußball sind vier Vereine in der Landesliga (Gruppe 2) vertreten: SSV Hagen, Hasper SV, SV Hohenlimburg 1910 und SpVg Hagen 1911.

Im Motorsport beherbergt Hagen mit dem Hagener-Automobil-Club 1905 e.V. im ADAC (HAC) einen der traditionsreichsten Vereine Deutschlands der heute von Kartsport seiner Jugendgruppe über Automobil-Slalom bis Oldtimer-Aktivitäten betreibt.

Überregional bedeutend sind des Weiteren:

Freizeit

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Politik und Wirtschaft

Kunst, Musik und Philosophie

Hagen hat eine im Vergleich zu auch größeren Städten ungewöhnlich hohe Zahl von Künstlerinnen und Künstler hervorgebracht:

Wissenschaft, Technik und Forschung

Sport

Sonstiges

Literatur

Einzelnachweise

  1. LDS NRW: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Statistisches Amt der Stadt Hagen
 Commons: Hagen – Bilder, Videos und Audiodateien