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Entartete Musik

Der Begriff Entartete Musik (analog zu Entartete Kunst) bezeichnete während der Zeit des Nationalsozialismus vor allem die musikalische Moderne, die der Ideologie der Nationalsozialisten widersprach. Der Nationalsozialismus in Deutschland sah sich nicht nur als politische sondern auch als kulturelle Bewegung, die ganz bewusst mit dem kulturellen Pluralismus der Weimarer Republik brach. Komponisten der Moderne wurden als sog. Vertreter der Entarteten Musik politisch verfolgt, darunter „nicht-arische“ Künstler wie Arnold Schönberg, Ernst Krenek, Kurt Weill und Hanns Eisler, aber auch „arische“ Komponisten wie Paul Hindemith und Igor Strawinsky.

Ausstellung

Im Rahmen der Reichsmusiktage 1938 in Düsseldorf organisierte Hans Severus Ziegler in Anlehnung an die Münchner Ausstellung Entartete Kunst von 1937 die Ausstellungseröffnung "Entartete Musik", in der er gegen Jazz und die Musik von jüdischen Künstlern und Komponisten polemisierte und deren Entfernung aus dem deutschen Musikleben forderte. Richard Strauss hatte für das Spektakel eigens ein "festliches Vorspiel" komponiert, das er selbst dirigierte. Anschließend wurde die Ausstellung noch in Weimar, München und Wien gezeigt. Die Werbeplakate trugen neben der Karikatur eines schwarzen Jazzmusikers, der einen Davidstern im Knopfloch trägt, die Aufschrift: „Entartete Musik - eine Abrechnung von Staatsrat Dr. Hans Serverus Ziegler, Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters zu Weimar“.

Siehe auch

Literatur