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Burscheid

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt Burscheid in Nordrhein-Westfalen, für weitere Bedeutungen und Schreibweisen siehe Burscheid (Begriffsklärung). Nicht zu verwechseln mit Burtscheid.
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 6′ N, 7° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rheinisch-Bergischer Kreis
Höhe: 88 – 251 m ü. NN
Fläche: 27,38 km²
Einwohner: 18.871 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 689 Einwohner je km²
Postleitzahl: 51399
Vorwahl: 02174
Kfz-Kennzeichen: GL
Gemeindeschlüssel: 05 3 78 008
Stadtgliederung: 89 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Höhestraße 7-9
51399 Burscheid
Webpräsenz:
www.burscheid.de
Bürgermeister: Hans Dieter Kahrl (CDU)

Burscheid ist eine Stadt im Rheinisch-Bergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen mit über 19.000 Einwohnern. Die Stadt ist geprägt durch viele kleinere Ortschaften und durch ihr Stadtzentrum mit Marktplatz und Kirche. Burscheid wurde bereits 1175 erstmals urkundlich erwähnt. Am 18. August 1856 bekam die damalige Landgemeinde durch den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. die Stadtrechte verliehen.

Inhaltsverzeichnis

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
31. Dezember 1990 17.312
31. Dezember 2003 19.290
31. Dezember 2004 19.238
31. Dezember 2005 19.122
31. Dezember 2006 19.251
31. Dezember 2007 19.100











Geschichte

Zeuge einer ersten Besiedlung sind Überbleibsel einer ehemaligen Ringwallanlage im Eifgental, der sogenannten Eifgenburg. Dort gefundene Tonscherben datieren die Anlage etwa in das 10. Jahrhundert. Der erste Turm der Evangelischen Kirche ist bereits im 11. Jahrhundert errichtet worden. Als eine zum St.-Gereon-Stift Köln gehörende Ortschaft wird Bursceit erstmals 1175 offiziell erwähnt. Bis 1806 war Burscheid ein Kirchspiel im Amt Miselohe im Herzogtum Berg. Nach Besetzung und Bildung des Großherzogtums Berg durch Napoleon bildete Burscheid eine Mairie im Arondissement Düsseldorf und im Kanton Opladen. Der kurzen französischen Herrschaft folgte die Einverleibung des Bergischen Landes in das Königreich Preußen (1815); Burscheid wurde Landgemeinde innerhalb der Rheinprovinz und gehörte zum ehemaligen Kreis Opladen.

Gute geologische Bodenbeschaffenheit und ein günstiges Klima beeinflussten die Entwicklung Burscheids. Schon früh spezialisierte man sich auf Grünland- und Milchwirtschaft und begründete den guten Ruf der bergischen Obstkammer. Butter, Eier, Käse und nicht zuletzt bergisches Apfelkraut fanden Absatz auf allen Märkten der rheinischen Städte.

Etwa im 16. Jahrhundert wurden die Grundsteine für die Entfaltung der Burscheider Industrie gelegt. Die Ausnutzung der Wasserkraft und der Holzreichtum der Wälder ermöglichten das Entstehen zahlreicher Mühlen, u.a. Frucht-, Öl-, Pulver- und Knochenmühlen, später Stahlhammer und Schleifkotten. Die Lambertsmühle, Thielenmühle, Irlermühle, Dürscheider Mühle u.a. sind heute Zeugen lebendiger Geschichte.

Mit der Erfindung eines besonderen Kupfer-Asbest-Dichtungsringes durch den Lokomotivführer Friedrich Wilhelm Goetze und der damit verbundenen Gründung der Firma Goetze (später Goetze AG und heute Federal-Mogul) verstärkte die Stadt ihre industrielle Prägung.

Als Folge der industriellen Aufwärtsentwicklung erhielt Burscheid am 18. August 1856 die Stadtrechte. Zu dieser Zeit zählte die junge Stadt etwas mehr als 5000 Einwohner. Ausreichende Arbeitsplätze und die Finanzstärke von Burscheid trugen im wesentlichen zum schnellen Anwachsen der Bevölkerungszahl bei.

1996 wählte Johnson Controls, US-amerikanischer Hersteller von Autoinneneinrichtungen, Burscheid als Sitz seiner Europazentrale mit Entwicklungszentrum.

Politik

Bürgermeister ist seit dem 1. April 1998 Hans Dieter Kahrl (CDU). Er wurde damals noch vom Rat der Stadt mit den Stimmen von CDU, UWG und Grünen gewählt. Bei der Kommunalwahl am 26. September 2004 wurde er mit 51,6 % der Stimmen von den Wählern im Amt bestätigt.

Die stellvertretenden Bürgermeister wurden jeweils einstimmig vom Rat der Stadt gewählt: 1. stellvertretender Bürgermeister ist Michael Baggeler (CDU), 2. stellvertretende Bürgermeisterin Monika Karrenbauer (SPD).

Der Stadtrat wurde wie folgt gewählt:

Partnergemeinden

Partnergemeinden sind das österreichische Egg im Bregenzerwald und Bourscheid in Luxemburg.

Verkehr

Burscheid liegt verkehrsgünstig an der Autobahn A 1 Köln-Dortmund. Auch die Bundesstraßen B 51 Köln-Wuppertal und B 232 Leverkusen-Burscheid verlaufen durch die Stadt. Die B 232 bindet Burscheid über Leverkusen auch an die Autobahn A 3 an.

Im öffentlichen Personennahverkehr fährt die Buslinie 260 von Remscheid nach Köln durch Burscheid alle 30 Minuten in der Haupt- und alle 60 Minuten in der Nachtverkehrszeit.

Die nicht an den ÖPNV angebundenen Außenbereiche werden von dem ehrenamtlich betriebenen "Bürgerbus Burscheid" fahrplanmäßig angefahren.

Wirtschaft

Hauptarbeitgeber sind die Automobilzulieferer Federal Mogul (ehemals Goetze AG) mit rund 1700 Mitarbeitern und Johnson Controls mit rund 1600 Beschäftigten am Standort Burscheid.

Insgesamt sind in Burscheid rund 1400 Betriebe registriert. 136 Betriebe haben mehr als drei Mitarbeiter. 4639 Berufsauspendlern stehen 4 355 Berufseinpendler (Stand 2006) gegenüber.

Die Stadt

Hauptorte sind Burscheid Innenstadt und Hilgen. Hilgen ist neben dem Hauptort die größte und wichtigste Ortschaft der Stadt. Sie wird erstmals 1510 in einer Abgabenliste der Kirche zu Wermelskirchen genannt, liegt an der B51 und grenzt an Wermelskirchen.



Weitere Ortschaften:

Altenhilgen - Kaltenherberg - Kamberg - Bellinghausen - Kämersheide - Benninghausen - Kamp - Berghamberg - Kämpchen - Berringhausen - Kippekofen -Blasberg - Kleinbruch - Kleinhamberg - Bruchermühle - Kleinösinghausen - Büchel - Kotten - Claasmühle - Kretzheide - Dierath - Kuckenberg - Dohm - Lambertsmühle - Drauberg - Lamerbusch - Dünweg - Dürscheid - Lämgesmühle - Eichenplätzchen - Leie - Engelrath - Liesendahl - Eschenborn - Linde - Eschhausen - Löh - Flügel - Luisental - Geilenbach - Gerstenmühle - Lungstraße - Griesberg - Massiefen - Großbruch - Maxhan - Großhamberg - Nagelsbaum - Großösinghausen - Neuenhaus - Grünscheid - Neuenhof - Grünscheider Mühle - Neusieferhof - Gut Höfchen - Niederrepinghofen - Hahnensiefen - Oberlandscheid - Hammerweg - Oberwietsche - Hanscheider Hof - Paffenlöh - Hartungshof - Repinghofen - Haus Landscheid - Roetzinghofen - Heddinghofen - Schneppendahl - Heide - Sieferhof - Herkensiefen - Hilgen - Spiegelhof - Hinterweg - Sträßchen - Thielenmühle - Hürringhausen - Unterwietsche - Imelsbach -Irlen - Irlerhof - Irlermühle - An der Floßwiese - Sieferbusch

Musik

Burscheid gilt als die Musikstadt des Bergischen Landes mit einer Tradition seit 1811. Bereits 1812 wurde die heute noch bestehende Musicalische Academie zu Burscheid gegründet. Die Musicalische Academie von 1812 zu Burscheid e.V. ist das älteste Laienorchester Deutschlands. Der Orchesterverein Hilgen 1912 e.V. - Oelberger Musikverein Burscheid 1876 - ist das erfolgreichste Amateurorchester Deutschlands. Dreimal (1996, 2000, 2004) errang der OVH den Titel als bestes deutsches Amateurorchester in symphonischer Blasmusik.

Weitere Musikvereine in Burscheid sind die Chorgemeinschaft Burscheid e.V. (gegründet 1842), der Männergesangverein Dürscheid 1889 e.V., der Damenchor Dürscheider Dreiklang e.V. (gegründet 1986), die Singschule Dürscheid e.V. (gegründet 2004), der Gemischte Chor Wiehbacher Echo Heddinghofen (gegründet 1926), der katholische Kirchenchor St. Laurentius Burscheid, die evangelische Kantorei Burscheid und der Bläserkreis des CVJM Burscheid.

Basis der Musikstadt Burscheid ist die Jugendmusikschule Burscheid e.V. mit derzeit rund 600 Schülern (gegründet 1972).

Jugend- und Kulturzentrum Megaphon

Das Jugend- und Kulturzentrumzentrum Megaphon ist eine Einrichtung der Stadt Burscheid. Sie umfasst einen Multimediabereich, inklusive eines Studiokomplexes für Audio-, Radio- und Videoproduktionen, ein Internetcafé, Proberäume, einen Konzertsaal mit Gastronomie, eine Töpferei sowie eine Werkstatt für den Bereich Handwerk und Bau. Das Megaphon bietet ein breitgefächertes kultur-, musik-, und bildungsbezogenes Programm vornehmlich für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 8 bis 24 Jahren an. Neben der klassischen Offenen Jugendarbeit liegen die Schwerpunkte vor allem im Konzert- und Medienbereich.

Sport

Da ca. jeder fünfte Burscheider Mitglied in einem Sportverein ist, wurde Burscheid durch den Landessportbund Nordrhein-Westfalen mit dem Titel "die sportliche Gemeinde" geehrt.

Sportvereine in Burscheid

Turngemeinde Hilgen 04 e.V. (TGH)- Burscheider Turngemeinde 1867 e.V.(BTG) - Ballspielverein 1911 Burscheid e.V. (BVB) - Burscheider Badminton-Club e.V. (BBC)- Burscheider Schützenverein 1864 e.V. - DLRG Ortsgruppe Burscheid e.V. - Gebrauchshundeverein Burscheid e.V. - Hilgener Schützenverein 1923 e.V. - Motorsportfreunde "Kolbenring" Burscheid e.V. - Ländlicher Reit- und Fahrverein Burscheid-Paffenlöh 1926 e.V. - Radsportgemeinschaft Burscheid 1978 e.V. - Schachfreunde Burscheid 1929 - Tennisclub Grün-Weiß Burscheid e.V. - Tischtennisclub Grün-Weiß 1948 Burscheid e.V. - Turnerbund Großösinghausen 1884 e.V. (TBÖ) - Wanderfreunde 1981 Burscheid e.V.

Sportstätten in Burscheid

Kuno-Hendrichs-Sportanlage Hilgen - Sporthalle Auf dem Schulberg - Max-Siebold-Halle Hilgen - Hans-Hoersch-Halle - Hugo-Pulvermacher-Halle - Karl-Zimmer-Halle - Schulturnhalle Hilgen - Turnhalle Ösinghausen - Turnhalle der Realschule Auf dem Schulberg - Sportplatz Griesberg - Burscheider Bad - Schulsportanlage Im Hagen - Beachsportanlage Im Hagen

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten

Literatur

Quellen

  1. LDS NRW: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Thieme-Becker, Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig 1999, Band 16, S. 488
  3. Bergischer Volksbote vom 22. Dezember 2007