Heim

Elisabeth-Vorstadt

Die Elisabeth-Vorstadt ist ein Stadtteil zwischen der Neustadt und dem historischen Kerngebiet von Itzling im Norden der Stadt Salzburg. Die Elisabeth-Vorstadt wird im Westen von der Salzach, im Norden von der Erzherzog-Eugen- und der August-Gruber-Straße, im Osten von den Gleisanlagen des Hauptbahnhofs begrenzt. Die südliche Begrenzung bildet die Eisenbahnbrücke über die Salzach. In der Elisabeth-Vorstadt leben etwa 7.500 Bewohner. Der Stadtteil wurde als Ganzes vielfach auch als Plainviertel bzw. als Stadtteil Froschheim bezeichnet.

Nächstgelegen der Kirche St. Elisabeth sind die Volks- und Hauptschule untergebracht. Die Hauptschule wurde 1930–1931 erbaut und war 1944 durch Bomben ebenfalls schwer beschädigt worden. 1972 erfolgte der Bau der Pestalozzi-Volksschule.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach der Errichtung der Bahnanlagen und des Hauptbahnhofes wurde der Name Froschheimer Hauptstraße im Jahr 1901 in Bürgerfeldstraße und zu Ehren von Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn (Sisi) 1904 in Elisabethstraße umbenannt. Initiator dieser Umbenennung waren Bürgermeister Franz Berger und der Großgrundbesitzer und Gemeinderat Sylvester Oberberger. Am 15. Juli 1901 bekam der Bahnhofvorplatz auch sein Elisabeth-Denkmal, eine Statue, die 1918 abgedeckt und 1924 nach Hellbrunn verbracht, vor wenigen Jahren aber an ihren angestammten Platz zurückkehrte. Der Stadtteil wurde kurz nach dem zweiten Stadtteil, (offensichtlich als Zeichen der demonstrativen Loslösung von monarchischen Vorbildern) wieder in Froschheim umbenannt und heute noch heißt die dortige Katastralgemeinde Froschheim. Die Bezeichnung Froschheim wird aber heute allgemein nur für den salzachnahen kleinstrukturierten Siedlungsraum verwendet.

Am Ende der Monarchie war dieser Raum das wichtigste Stadterweiterungsgebiet von Salzburg, der erwähnte Sylvester Oberberger entwickelte auf seinen Gründen das Konzept einer Villenvorstadt (in diesem Zusammenhang ist die Umbenennung von Froschheim in das prestigeträchtigere Elisabeth-Vorstadt zu sehen). Wichtigstes Bauwerk war das Hôtel de l’Europe und dessen große Parkanlagen am Bahnhof. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Erschließung und Bebauung von der Stadt voran getrieben und es entstand die westlich der Haunspergstraße heute noch bestehende Bebauung mit Mehr- und Einfamilienhäusern, teilweise in ausgeprägt zeittypischer Bauweise und von Schülern bekannter Architekten wie Peter Behrens. Diese sehenswerte Zone des Stadtteils steht inzwischen unter Ensembleschutz, für einige Gebäude bestehen Erhaltungsgebote. Durch die Zerstörung des Hôtel de l’Europe im Zweiten Weltkrieg wurde Platz frei für die dichte Bebauung östlich der Elisabethstraße, insbesondere die Wohnanlagen für Postbedienstete rund um den Südtiroler Platz. 1953 wurde das Hotel Europa errichtet, das erste höhere Haus in Salzburg, es steht mittlerweile unter Denkmalschutz, wurde aber kürzlich bei einem Umbau leicht verändert. In den Siebziger Jahren erfolgte eine weitere Umgestaltung durch die Errichtung der ursprünglich beliebten, mittlerweile umstrittenen Forum-Anlage mit den Zyla-Türmen und dem Haus der ehemaligen Bundesländer-Versicherung, heute UNIQA.

Das „Kiesel“, heute Einkaufszentrum und darüber von großen Büroräumen genutzt (früher auch verschiedene Magistratsabteilungen) war ursprünglich Druck- und Verlagshaus (Berglandbuch) und wurde 1926 nach den Plänen von Wunibald Deininger errichtet. Der Umbau 1987-89 erfolgte durch Wilhelm Holzbauer, wobei die denkmalgeschützte markante Vorderfront des Gebäudes erhalten blieb.

Die Elisabethkirche und Umgebung

Zuerst war St. Elisabeth eine Filialkirche von St. Andrä und wurde von Kalasantiner-Patres, ab 1934 von Jesuiten-Patres betreut. 1938 wurde dann St. Elisabeth eine eigene Pfarre. 1931 bis 1932 stand hier eine Marien-Kapelle samt großem Keller, die als Krypta der geplanten Kirche gedacht war. Hermann Rehrl hatte sie entworfen. Der große kellerartige Raum als Unterkirche geplant und 1935 erbaut, sollte später für einige Jahrzehnte der Elisabethbühne als vielbesuchter Veranstaltungsort dienen. Der nur ansatzweise errichtete Kirchenneubau wurde 1944 durch Bomben schwer beschädigt und die Unterkirche nach dem Krieg wiederaufgebaut.

Die Kirche St. Elisabeth wurde in wesentlichen Teilen dann erst 1953-1955 in Form einer mächtigen dreischiffigen Basilika errichtet, die an frühchristliche Bauelemente und damit auch an frühchristliches Gedankengut anknüpfen will. Bekannt ist die Kirche für ihre gute Akustik, die sie für geistliche Musikdarbietung besonders geeignet macht. Der ebenfalls geplante mächtige Kirchturm wurde aus Kostengründen aber nicht verwirklicht. Die Pläne der Kirche stammen von Bruno Apolloni-Ghetti, eine baugleiche Kirche steht in Italien. Diese Kirche wurde anfangs Europäische Friedenskirche St. Elisabeth genannt, sie war durch Spenden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz finanziert worden und war die erste Pax-Christi-Kirche Österreichs.

Oft ist der Pfarrhof jünger aus die Kirche, hier ist es umgekehrt. Als Pfarrhof für Elisabethkirche dient heute das von Giovanni Gaspare Zuccalli, (dem Erbauer der Erhardkirche und Kajetanerkirche) für die freieigenen Herren von Caspis im Jahr 1685 errichtete Caspisschlössl, das später auch Schloss Schöneck und danach Villa Haimerle genannt wurde. Es lag vor der Salzachregulierung fast unmittelbar am Salzachufer. Nach dem kleinen aber gediegen ausgestatteten und gut erhaltenen Schlösschen waren lange die umgebenden Felder Caspisfelder und die dortige Au Caspisau benannt.

Der salzachnahe Raum Froschheim

Der ursprüngliche Stadtteil Froschheim, auch Froschham genannt, entstand bald nach der Salzachregulierung und dem Beginn der Schleifung der Lodronschen Befestigung im Jahr 1861. Der Name des städtischen Siedlungsraumes, der durch die häufigen Überschwemmungen und die einst sehr zahlreichen Frösche verständlich wird, leitet sich vom Froschham ab, wie früher der dortige kleine Bauernweiler mit Dreyergut, Patzengut, Dagghofergut und Helmreichgut im frühen 19. Jahrhundert genannt wurden. Der Name Froschham taucht dabei auf historischen Karten urkundlich erstmals 1792 auf. Allerdings wird bereits 1109 ein Pilgrimus von Froschheim urkundlich erwähnt. Der dortige schmale Gehölz-Saum an der Salzach hieß Caspisau. Die Straße außerhalb der Westbahn nach Maria Plain, die heutige Elisabethstraße, hieß von etwa 1800 bis 1897 Froschheimer Hauptstraße. Ganz an der Salzach an der Westbahn, etwa dort, wo heute der Gebirgsjägerplatz mit seinen umgebenden Bauten steht, entstand zuerst der Salzburger Schlachthof. Als erste Straße zur Salzach hin wurde dann zwischen 1880 und 1900 zuerst die Staufenstraße, die Straße mit Blick gegen den Hohenstaufen mit Villen bebaut. Weiter nördlich direkt an der Salzach war der erste Standort der Trabrennbahn, die später noch mehrfach übersiedellte. Als 1902 die Ludwig-Victor-Brücke an der Stelle der heutigen Lehener Brücke erbaut wurde, erlebte dieser Siedlungskern rasch einen Aufschwung.

Hauptbahnhof Salzburg

(Siehe auch Beitrag Hauptbahnhof Salzburg)

Persönlichkeiten

August Gruber (1894–1943), Fahrdienstleiter, wegen Betätigung für die Revolutionären Sozialisten Österreichs RSÖ von den Nationalsozialisten hingerichtet. Nach ihm ist die Straße gleichen Namens benannt.

Engelbert Weiß (1891-1944), Vertrauensmann der Eisenbahner, ebenfalls wegen Betätigung für die Revolutionären Sozialisten hingerichtet. Auch nach ihm ist eine Straße benannt.

Hans Pfitzner (1869-1949), Komponist, verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in der Haunspergstraße Nr. 33. Er starb am 20. Mai 1949.