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Ruhrtalbahn

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Dieser Artikel beschreibt die Ruhrtalbahn und ihre Verbindung nach Düsseldorf. Für den Streckenteil entlang der oberen Ruhr siehe Obere Ruhrtalbahn.
Ruhrtalbahn
Streckennummer: 2400
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Bundesländer: Nordrhein-Westfalen
Verlauf Rath–Kettwig
Legende
0,0 Düsseldorf Hbf
1,0 Düsseldorf Wehrhahn
2,1 Düsseldorf-Zoo
3,3 Düsseldorf-Derendorf
Abzw Düsseldorf-Derendorf Strecke nach Duisburg
Abzw Vogelsang zum Bf Düsseldorf-Derendorf
6,0 Düsseldorf-Rath Mitte
von Hilden-Grafenberg (nur Güterverkehr)
7,1 Düsseldorf-Rath
zur Bahnstrecke Ratingen West–DU-Wedau
10,1 Ratingen Ost
Angerbach
Kreuzung mit der Angertalbahn
15,5 Hösel
Strecke eingleisig
16,4 Höseler Tunnel, 372 m
Strecke zweigleisig
zur Niederbergbahn
19,4 Kettwig Stausee
zur unteren Ruhrtalbahn
Ruhrquerung
20,7 Kettwig

Die Ruhrtalbahn ist eine teilweise historische Eisenbahnstrecke von Düsseldorf-Rath über Essen-Kupferdreh, Bochum-Dahlhausen, Witten-Herbede, Hagen-Vorhalle und Schwerte nach Warburg. Errichtet wurde sie 1872 bis 1876 von der Bergisch-Märkischen-Eisenbahn, einer der drei großen privaten Eisenbahngesellschaften im Ruhrgebiet. Sie gilt als Beispiel dafür, dass Flusstäler wegen ihrer in der Regel gleichmäßigen Steigung seinerzeit für die Anlage von Eisenbahnstrecken besonders gut geeignet waren.

Die Ruhrtalbahn diente in erster Linie der Kohleabfuhr zum Hafen Ruhrort unter Umgehung des Heißener Berges. Anschlussbahnen sorgten hier für ein hohes Verkehrsaufkommen in der Blütezeit des Steinkohlenbergbaus an der Ruhr und bedingt durch die Stahlerzeugung auf der Henrichshütte in Hattingen.

Neben der Ruhrtalbahn, die in ihrem westlichsten Abschnitt von Kettwig bis Düsseldorf nicht an der Ruhr entlang führt, existierte noch die untere Ruhrtalbahn von Kettwig entlang der Ruhr nach Styrum, welche aber bis 1978 stillgelegt und danach abgebaut wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Bahnhof Hattingen (Ruhr) an der Ruhrtalbahn

Ruhrtalbahn

Die Stammstrecke der Ruhrtalbahn führt seit 1872 zunächst von Oberbilk BME (heute Düsseldorf-Oberbilk) über Düsseldorf BME (heute Düsseldorf Hbf), Düsseldorf-Derendorf, Düsseldorf-Rath und Ratingen Ost in einem Tunnel durch den Höseler Berg und mit einer Brücke über die Ruhr ins Tal nach Kettwig, verläuft auf der rechten (d. h. nördlichen) Ruhrseite über Essen-Werden nach Essen-Heisingen und überquert wiederum den Fluss nach Kupferdreh. Von dort ist sie bis Essen-Überruhr vereint mit der schon seit 1847 bestehenden Bahnstrecke Wuppertal-Vohwinkel–Essen-Überruhr, die 1863 nach Übernahme durch die Bergisch-Märkische Eisenbahn über eine neue Ruhrbrücke über Steele Hbf mit den Strecken Witten/Dortmund–Oberhausen/Duisburg und Steele Hbf–Dahlhausen (Ruhr) verbunden worden war. 1874 erfolgt zusätzlich der Bau einer zweiten Verbindung auf der gegenüber liegenden (südlichen) Ruhrseite über Altendorf (Ruhr) mit einer weiteren Ruhrbrücke nach Dahlhausen (Ruhr).

1877 wurde eine Strecke von Werden nach Essen Hbf gebaut, deren starke Steigungen betriebstechnisch immer problematisch waren. Im Mai 1889 beantragte Krupp bei der Königlichen-Preußischen Eisenbahn-Direktion Essen die Einrichtung eines Haltepunkts unterhalb der Villa Hügel zwischen den Bahnhöfen Werden und Essen Süd.

Ab 1926 zweigte etwa dort, wo später der Bahnhof Kettwig Stausee entstand (damals Blockstelle Pusch), die Niederbergbahn nach Wülfrath über Heiligenhaus und Velbert ab. Die Teilstrecke bis Heiligenhaus wurde bereits 1960 wieder stillgelegt.

Untere Ruhrtalbahn
Streckennummer: 2185
Streckenlänge: 14,7 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Bundesländer: Nordrhein-Westfalen
Verlauf
Legende
14,7 Mülheim-Styrum
S-Bahn nach Essen Hbf
Ruhrquerung
Bahnlinie Speldorf–Essen-Nord
11,5 Mülheim-Broich
von Speldorf
Brauerei Ibing
9,0 Saarn
8,7 Aubergsweg
4,5 Mintard
4,0 Schloßhotel Hugenpoet
1,8 Kettwig vor der Brücke
1,0 Kettwig Stausee
Richtung Düsseldorf
Ruhrquerung
0,0 Kettwig
Ruhrtalbahn
Verlauf
Legende
20,7 Kettwig S6
25,0 Essen-Werden S6
Bahnstrecke Essen-Werden–Essen S6
Essen-Heisingen
Ruhrquerung
Hespertalbahn
Kupferdreh (alter Bahnhof)
33,7 Prinz-Wilhelm-Eisenbahn (von Wuppertal) S9
36,5 Essen-Holthausen S9
38,0 Essen-Überruhr S9
Teilung Strecke 2400/2165
Ruhrbrücke Steele S9
Bahnstrecke Heißen–Altendorf (Ruhr)
nach Essen-Steele (Strecke 2193) S9
von Essen-Steele S3
Essen-Steele Ost S3
nach Bochum S1
Essen-Horst S3
42,7 Altendorf (Ruhr)
Ruhrquerung
45,2 Bochum-Dahlhausen S3
Hasenwinkeler Kohlenweg (von Bochum-Laer)
Ruhrbrücke Hattingen
Teilung der Strecke
49,4 Hattingen (Ruhr) S3
zur Bahnstrecke Hattingen–Wuppertal
1,2 Hattingen (Ruhr) Mitte S3
0,0 weiter zur Museumseisenbahn RuhrtalBahn
52,9 Blankensteiner Tunnel 74 m
54,9 Blankenstein Burg
56,6 Haus Kemnade
A 43
59,4 Witten-Herbede
61,5 Ruine Hardenstein
Zeche Nachtigall
64,1 Witten-Bommern
Bahnstrecke Witten–Schwelm (von Witten)
Witten Höhe
zur Bahnstrecke Wengern West-Schwelm
Abzw
67,5 Wengern Ost
71,1 Oberwengern
72,0 Volmarstein
zur Bahnstrecke Bochum-Witten-Wetter-Hagen
76,0 Hagen-Vorhalle S8
zur Bahnstrecke Dortmund-Herdecke-Hagen
A 1
Überführung über die obere Ruhrtalbahn
bzw über die Rheinische Bahn
Volmequerung
80,2 Hagen Hbf S8

Untere Ruhrtalbahn

Seit 1876 mündete in Kettwig über eine tiefer liegende Brücke die Untere Ruhrtalbahn in die Ruhrtalbahn ein. Die Strecke zweigte in Styrum von der Stammlinie Duisburg–Essen–Witten ab und verlief auf der linken Ruhrseite über Broich, Saarn, Mintard und Kettwig vor der Brücke. In Broich befand sich eine Verbindungskurve zur Rheinischen Bahn mit Anschluss zum Bahnhof Speldorf.

Im Zweiten Weltkrieg wurden beide Brücken über die Ruhr bei Kettwig, so wie auch diejenige der Unteren Ruhrtalbahn bei Styrum, zerstört. Wieder aufgebaut wurde in Kettwig nur das obere Brückenbauwerk im Zuge der Strecke Kettwig–Düsseldorf. Die Personenzüge der Unteren Ruhrtalbahn endeten anfangs in Kettwig vor der Brücke, ab 1953 in einem provisorischen Endhaltepunkt unterhalb des Bahnhofs Kettwig Stausee, wo zwischen den beiden getrennten Strecken umgestiegen werden konnte.

In Mülheim war der Bahnhof Speldorf an Stelle von Styrum und Mülheim neuer Endpunkt der Ruhrtalbahn. Sämtliche aus Richtung Speldorf kommenden Personenzüge mussten die Verbindungskurve in Broich durchfahren, um anschließend rückwärts an den Bahnsteig im Bahnhof Broich zurückgedrückt zu werden. Anschließend konnte der Zug in Richtung Kettwig weiterfahren. Züge aus Kettwig machten die Prozedur in umgekehrter Reihenfolge. Lokomotiven wurden statt vom Bahnbetriebswerk (Bw) Styrum vom Bw Speldorf aus versorgt.

Mittlere Ruhrtalbahn

Die Mittlere Ruhrtalbahn wurde 1869 von Dahlhausen (Ruhr) über Hattingen auf der linken (südlichen) Ruhrseite bis zur Henrichshütte in Welper und 1874 über Herbede und Wengern Ost nach Vorhalle gebaut.

Obere Ruhrtalbahn

Hauptartikel: Obere Ruhrtalbahn

Die Obere Ruhrtalbahn verläuft seit 1870 von Schwerte, dem Flusslauf folgend, über Fröndenberg/Ruhr nach Arnsberg, seit 1871 bis Meschede, seit 1872 bis Bestwig und seit 1873 über Brilon-Wald nach Warburg. Im Elleringhauser Tunnel bei Olsberg überwindet sie die Wasserscheide zwischen Rhein und Weser.

Stillegungen

Der Personenverkehr wurde 1959 zwischen Überruhr und Dahlhausen, 1965 zwischen Werden und Kupferdreh und 1968 zwischen Mülheim und Kettwig Stausee aufgegeben, der Güterverkehr auf diesen drei Teilstrecken folgte abschnittsweise 1966/1968, 1965/1978 und 1968/1978; diese Abschnitte sind danach abgebaut worden.

Heutige Nutzung

Zur Zeit werden im Öffentlichen Personennahverkehr die Streckenabschnitte

Touristikeisenbahn RuhrtalBahn

Die (mittlere) Ruhrtalbahn wird seit Anfang 2005 als Eisenbahn für den touristischen Linienverkehr auf dem Streckenabschnitt Bochum-Dahlhausen–Hattingen (Ruhr)–Herbede–Wengern Ost–Hagen-VorhalleHagen Hbf genutzt, nachdem zuvor (seit 1981) das Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen in eigener Regie den Abschnitt Hattingen–Wengern Ost betrieben hatte. Eigentümer der Strecke ist der Regionalverband Ruhr (RVR). Die Streckenunterhaltung wird von der TouristikEisenbahn Ruhrgebiet GmbH, einer hundertprozentigen Tochter des RVR, durchgeführt. Die Strecke wird entweder von historischen Dampfzügen des Eisenbahnmuseums Bochum-Dahlhausen oder nostalgischen Schienenbussen befahren. Betreiberin ist die RuhrtalBahn Betriebsgesellschaft mbH mit Sitz in Hagen. 2007 fuhren 40.000 Menschen mit Schienenbus und Dampfzug zwischen Dahlhausen und Hagen.

Neben dem Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen sind das Museum für Ur- und Frühgeschichte im Wasserschloss Werdringen in Hagen-Vorhalle sowie die Standorte Zeche Nachtigall und Henrichshütte des Westfälischen Industriemuseums besondere Sehenswürdigkeiten auf der Museumslinie.

Im Frühjahr 2007 wurde die Haltestelle Henrichshütte in Hattingen offiziell eröffnet. Von dort aus ist das Industriemuseum Henrichshütte durch einen kurzen Fußweg von circa fünf Minuten zu erreichen.

Seit April 2007 fährt die RuhrtalBahn einmal monatlich über Hagen Hbf hinaus bis Ennepetal-Kluterthöhle auf der Ennepetalbahn.

Ab 2009 sind einmal monatlich Fahrten zur Zeche Zollverein von Bochum-Dahlhausen über Mülheim und Essen geplant.

Die Linie hat folgende Halte:

Siehe auch