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Bochum

Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Regionalverband Ruhr
Kreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 145,4 km²
Einwohner: 374.487 [1](31.10.2007)
Bevölkerungsdichte: 2.576 Einwohner/km²
Höhe: 43–196 m
Postleitzahlen: 44701–44894 (alt: 4630)
Vorwahlen: 0234 (Bochum)
02327 (Wattenscheid)
Geografische Lage: 51° 29′ N, 7° 13′ O Koordinaten: 51° 29′ N, 7° 13′ O
Kfz-Kennzeichen: BO
Gemeindeschlüssel: 05 9 11 000
NUTS: DEA51
UN/LOCODE: DE BOM
Stadtgliederung: 6 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Willy-Brandt-Platz 2–6
44787 Bochum
Website: www.bochum.de
Politik
Oberbürgermeisterin: Ottilie Scholz (SPD)
Schulden: 874,2 Mio. € (31. Dez. 2006)
Bevölkerung
Arbeitslosenquote: 10,2 % (Mai 2008)
Ausländeranteil: 8,86 % (31.10.2006)
Geschlechterverteilung: weiblich 51,78 %,

männlich 48,22 %

Altersstruktur:
0–18 Jahre: 15,9 %
18–65 Jahre: 64,7 %
ab 65 Jahre: 19,4 %
Lage

Die Stadt Bochum [ˈboːχʊm] (westfälisch: Baukem) ist das Zentrum des mittleren Ruhrgebiets im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Die kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Arnsberg ist eines der vier Oberzentren des Ruhrgebiets und ist mit rund 380.000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt des Landes, die zweitgrößte Westfalens und unter den 20 größten Städten der Bundesrepublik Deutschland. Bochum ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und im Regionalverband Ruhr. Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1905 die 100.000-Grenze und machte Bochum zur Großstadt.

In Bochum befinden sich sechs Hochschulen, darunter die Ruhr-Universität, mit über 30.000 Studierenden eine der größten Universitäten Deutschlands. Überregional bekannt sind das Deutsche Bergbaumuseum, das Schauspielhaus, das Planetarium, das Deutsche Eisenbahnmuseum und das erfolgreichste Musical der Welt, Starlight Express.

Nach dem Niedergang des Bergbaus entwickelte sich Bochum zu einer Dienstleistungsmetropole. Ferner gibt es hier verschiedene Bergbauinstitutionen. Der Bochumer Verein schrieb ab 1842 Industriegeschichte, als es dem Unternehmen gelang, Stahl in Formen zu gießen. Das erste Produkt der Firma waren Glocken aus diesem Werkstoff. Eine 15.000 kg schwere Glocke vor dem Bochumer Rathaus erinnert an diese Epoche.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geografische Lage

Bochum liegt auf dem flachhügeligen „Bochumer Landrücken“ als Teil der Ruhrhöhen zwischen den Flüssen Ruhr und Emscher an der Grenze zwischen südlicher und nördlicher Ruhrkohlezone. Der höchste Punkt im Stadtgebiet liegt in der Kemnader Straße und misst 196 m ü. NN, der niedrigste Punkt liegt am Blumenkamp in Hordel und misst 43 m ü. NN.

Flachhügeliger Landrücken bedeutet, dass die Geländeform in Bochum durch gleichmäßige Steigungen und Gefälle, die selten mehr als 3% betragen, geprägt ist. Einzelne steilere Geländeverläufe sind beispielsweise am Harpener Hellweg beim NSG Berghofer Holz (3,4%), auf der Westenfelder Str. im Stadtbezirk Wattenscheid (3,47%) oder auf der Kemnader Str., die vom Ruhrufer in Stiepel (71 m ü. NN) aufwärts zur Ortsmitte von Stiepel (196 m ü. NN; 5,1% Steigung) führt, zu finden. Auch Wegstrecken, die vom tiefer gelegenen Ruhrtal durch die zum Bochumer Süden gehörenden Orte führen, weisen als Ausnahme eine erhöhte Steigung auf (beispielsweise Kassenberger Str. und Dr.-C.-Otto-Str. in Dahlhausen, Blankensteiner Str. in Sundern).

Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 13,0 km und in West-Ost-Richtung 17,1 km. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 67,2 km.

Geologie

Prägend sind die Sedimentgesteine aus Karbon und Kreide. Die geologischen Schichten können im ehemaligen Steinbruch der Zeche Klosterbusch und im Geologischen Garten Bochum besichtigt werden.

Gewässer

Zu den Gewässern zählen neben der Ruhr unter anderem Ölbach (mit seinen Zuflüssen Gerther Mühlenbach, Harpener Bach und Langendreer Bach) und der Lottenbach. Weitere Fließgewässer sind Hörsterholzer Bach, Knöselbach und andere. Zum Einzugsbereich der Emscher zählen der Maarbach und der Ostbach.

Vegetation

Bochum besitzt im Süden einige Wälder, darunter das Weitmarer Holz. In der Regel handelt es sich um Eichen-Buchen-Mischwald. Das Vorkommen der Stechpalme weist auf das gemäßigte Klima hin.

Nachbargemeinden

Folgende Städte grenzen an die Stadt Bochum (beginnend im Norden im Uhrzeigersinn):
Herne (kreisfreie Stadt), Castrop-Rauxel (Kreis Recklinghausen), Dortmund (kreisfreie Stadt), Witten und Hattingen (beide Ennepe-Ruhr-Kreis) sowie Essen und Gelsenkirchen (beides kreisfreie Städte)

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Bochum besteht aus 6 Stadtbezirken. In jedem Stadtbezirk gibt es eine Bezirksvertretung. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher. Die Stadtbezirke sind in „statistische Bezirke“ unterteilt. Die meisten hiervon waren früher einmal selbständige Gemeinden und verloren ihre Selbständigkeit durch Eingemeindung. Die statistischen Bezirke werden mit einer zweistelligen arabischen Zahl gekennzeichnet.

Siehe auch: Stadtteile in Bochum

Geschichte

Archäologische Funde zeugen von einer sesshaften Besiedlung des heutigen Bochumer Stadtgebiets in der späten Jungsteinzeit im Bereich des Ölbachs.

Der 890 erstmals genannte Ort wurde 1041 in einem Dokument der Kölner Erzbischöfe unter dem Namen Cofbuokheim erstmalig urkundlich erwähnt. 1321 verlieh Graf Engelbert II. von der Mark Bochum die Stadtrechte. Bochum blieb – trotz schon für das 14. Jahrhundert beziehungsweise für 1502 belegten Steinkohlenschürfens beziehungsweise -tagebaus – bis ins 19. Jahrhundert hinein ein Ackerbaustädtchen mit einigen überörtlichen Behörden, zu denen 1738 ein Bergamt kam.

Bis 1806 gehörte die Stadt zur preußischen Grafschaft Mark, dann bis 1813 zum Ruhrdepartement des Großherzogtums Berg, anschließend vorübergehend zum preußischen Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein. 1815 kam die Stadt zu Preußen und wurde der Provinz Westfalen zugeordnet. 1817 wurde die Stadt Bochum Sitz eines Landkreises, aus dem sie jedoch 1876 ausschied (kreisfreie Stadt). Der Kreis Bochum bestand noch bis 1929 und wurde dann aufgelöst.

1832 begann mit dem Übergang vom Tagebau zum Untertagebau die Blütezeit des Bochumer Bergbaus. Ab 1837 wurden die Grundlagen für die Schwerindustrie geschaffen (Bochumer Verein, Friedrich Krupp AG). 1860 erhielt Bochum Anschluss an die Bahnstrecke Witten/Dortmund–Oberhausen/Duisburg der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft, 1874 folgte die Bahnstrecke Osterath–Dortmund Süd der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft, beide wurden ab 1880 verstaatlicht. 1905 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Bochum die Grenze von 100.000 Einwohnern, was sie zur Großstadt machte.

Am 9. November 1938, in der sogenannten Reichspogromnacht, kam es auch in Bochum zu Ausschreitungen gegen die jüdischen Mitbürger, die Synagoge wurde in Brand gesteckt. Die ersten jüdischen Bürger wurden in die Konzentrationslager verschleppt und zahlreiche jüdische Einrichtungen und Wohnungen zerstört. Etwa 500 jüdische Bürger sind namentlich bekannt, die in den folgenden Jahren bei der Shoa umkamen, darunter 19, die jünger als 16 Jahre alt waren. Im Dezember 1938 begann die jüdische Volksschullehrerin Else Hirsch mit der Organisation von insgesamt zehn Kindertransporten in die Niederlande und nach Großbritannien, um jüdische Kinder und Jugendliche zu retten. Auch viele Bochumer Kinder anderer verfolgter Gruppen wurden von niederländischen Familien aufgenommen und so vor Verschleppung und Ermordung geschützt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt durch Bombenangriffe zu 38 Prozent zerstört.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, 1945, gehörte Bochum zur Britischen Besatzungszone. Von der britischen Militärverwaltung wurden in Bochum zwei DP-Lager eingerichtet zur Unterbringung so genannter Displaced Persons. Die Mehrzahl von ihnen waren ehemalige Zwangsarbeiter aus Polen.

In der Nachkriegszeit entwickelte sich Bochum zu einem Kulturzentrum des Ruhrgebietes. 1962 eröffnete, unter anderem auf dem ehemaligen Zechengelände der Zeche Dannenbaum, die Adam Opel AG, eine Tochter von General Motors, in den Stadtteilen Laer und Langendreer die drei Opelwerke, die zum Symbol für den Strukturwandel im Ruhrgebiet wurden.

1964 wurde im Stadtteil Harpen der Ruhr-Park fertiggestellt, das zweite Einkaufszentrum „auf der grünen Wiese“ in der Bundesrepublik und heute das größte seiner Art in Deutschland. 1973 schloss die letzte Bochumer Zeche (Zeche Hannover). Neben ausgedehnten industriellen Zonen entstanden große durchgrünte, zum Teil fast ländlich wirkende Bereiche, die unter anderem bis zur Ruhr und zum Kemnader Stausee (Freigabe 1980) reichen. 1979 fand die Eröffnung der ersten Stadtbahn-Strecke und des Ruhrstadions statt.

Seit 1919 ist Bochum Theater- und seit 1965 Universitätsstadt (Ruhr-Universität mit rund 33.000 Studierenden), seit 1988 auch Musical-Stadt. Am 12. Juni 1988 eröffnete die deutschsprachige Musicalproduktion „Starlight Express“ von Andrew Lloyd Webber am Stadionring in Bochum.

1989 nahm die Stadtbahnlinie U 35 von Bochum Hauptbahnhof nach Herne Schloss Strünkede den Betrieb auf. 1993 schlossen sich die Städte Bochum, Hattingen, Herne und Witten zur Region Mittleres Ruhrgebiet zusammen. Im Jahre 2003 wurde das Veranstaltungszentrum RuhrCongress eingeweiht. 2004 kam es bei den Werken der Adam Opel AG zu Arbeitsniederlegungen. Im Jahre 2005 erfolgte die Grundsteinlegung für die neue Synagoge der jüdischen Gemeinde Bochum – Herne – Hattingen.

Siehe Hauptartikel Geschichte der Stadt Bochum

Eingemeindungen

Einwohnerentwicklung

Siehe auch: Einwohnerentwicklung von Bochum

1904 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Bochum die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1926 verdoppelte sich diese Zahl auf 200.000. Am 1. Januar 1975 erreichte die Bevölkerungszahl durch die Eingemeindung der Stadt Wattenscheid (81.469 Einwohner 1974) mit 417.336 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Bochum nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 385.626 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern), bis 2025 wird sie laut Prognose des Landesamtes auf 359.300 zurückgehen.

Religionen

Christliche Kirchen

Römisch-Katholische Kirche

Bochum gehörte seit der Gründung zum Erzbistum Köln und war dem Archidiakonat des Kölner Dompropstes unterstellt. Um 1570 fasste die Reformation Fuß. Doch dauerte es noch bis 1613, als sich die lutherische Gemeinde von der katholischen Gemeinde trennte. Ab 1634 entstand auch eine reformierte Gemeinde. Die Stadt war danach überwiegend protestantisch, doch gab es stets auch Katholiken, die weiterhin zum Erzbistum Köln gehörten. 1821 wurde sie dem Bistum beziehungsweise Erzbistum Paderborn zugeordnet. Bochum wurde Sitz eines Dekanats, das später in die Dekanate Bochum-Mitte, Bochum-Süd und Bochum-Ost unterteilt wurde. Vom 31. August bis zum 4. September 1949 fand in Bochum der 73. Deutsche Katholikentag unter dem Motto „Gerechtigkeit schafft Frieden“ statt. 1958 wurde Bochum dem neu gegründeten Bistum Essen angegliedert. Die Zisterzienser errichteten das Kloster Stiepel. Die Pfarrgemeinden Bochums gehören heute zum Stadtdekanat Bochum bzw. Wattenscheid.

Umstrukturierung des Bistums Essen

Neue Pfarrei-Struktur in Bochum

Bis zum 31. Dezember 2008 sollen nach den Plänen des Bischofs von Essen alle Bochumer Pfarrgemeinden einschließlich der Urpfarrei St. Peter und Paul aufgelöst werden und im Stadtgebiet vier Großpfarreien entstehen:

für die Gesamtübersicht der Gemeindekirchen, Filialkirchen und „weiteren Kirchen“:
→ siehe auch Bistum Essen.

Die Zisterzienser-Klosterpfarrei St. Marien in Stiepel bleibt als eigenständige Gemeinde bestehen und wird nicht in die neue Struktur des Bistums Essen eingegliedert.

Protestantische Kirchen, Freikirchen und Religiöse Gemeinschaften

Die protestantischen Gemeinden Bochums kamen mit dem Übergang der Stadt an Preußen zur Evangelischen Kirche in Preußen beziehungsweise dessen westfälischer Provinzialkirche. Bochum wurde Sitz einer Superintendentur, aus welcher der heutige Kirchenkreis Bochum innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen hervorging. Dieser umfasst insgesamt 22 evangelische Kirchengemeinden innerhalb der Stadt Bochum.

Neben den evangelischen und römisch-katholischen Gemeinden in Bochum gibt es auch noch verschiedene Freikirchen, darunter die Gemeinde der Christen Ecclesia, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), Freie Evangelische Gemeinden, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) – zwei Gemeinden –, den Freikirchlichen Bund der Gemeinde Gottes und die Jesus Freaks. Auch die Neuapostolische Kirche und die Christengemeinschaft, sowie die Jehovas Zeugen sind in Bochum vertreten.

Jüdische Gemeinde

Am 14. November 2005 wurde im Beisein des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, der Grundstein für die neue Synagoge der Jüdischen Gemeinde Bochum – Herne – Hattingen an der Castroper Straße neben dem Zeiss Planetarium Bochum gelegt. In den offiziellen Grundstein legte Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz neben einer aktuellen Tageszeitung einen silbernen Stadtbarren als Erinnerung an den Tag. Die Einweihung der Synagoge erfolgte am 16. Dezember 2007.

Islamische Gemeinde

Infolge der vorwiegend türkischen Einwanderung im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts entstanden fünf islamische Gemeinden in Bochum. Gebetshäuser finden sich an der Schmidtstraße und Maximilian-Kolbe-Straße, sowie an der Humboldtstraße, der Essener und der Dibergstraße.

Politik

An der Spitze der Stadt stand zunächst der gräfliche Stadtschultheiß der Grafschaft Mark. Doch ist bereits seit 1321 ein Rat nachweisbar, dem 2 Bürgermeister und 6 Ratsmänner („Ratsfreunde“) angehörten. Die Bürgermeister wurden bis 1744 jährlich gewählt. Ab 1731 gab es einen „worthaltenden Bürgermeister“, der die Gesamtleitung der Stadt hatte und einen 2. Bürgermeister, der für Polizeiangelegenheiten und das Marktwesen zuständig war. Daneben gab es 3 Senatoren, für Bau- und Wohnungswesen, für Feuerwesen und für die Kämmerei. Zwischen 1714 und 1765 wurde der Rat von der preußischen Regierung ernannt. Danach wurde er wieder gewählt. In französischer Zeit stand ein Maire, ab 1815 ein Bürgermeister an der Spitze der Stadt. 1843 wurde die Landbürgermeisterei Bochum abgetrennt und in der Stadt die revidierte Städteordnung eingeführt.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Bochum wurde Verwaltungssitz des NS-Gaus Westfalen-Süd. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein, und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1994 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.

Bürgermeister – hauptamtlich

Oberbürgermeister – hauptamtlich

Oberbürgermeister – ehrenamtlich

Oberbürgermeister – hauptamtlich

Oberstadtdirektoren

Der Rat der Stadt hat derzeit 76 Mitglieder. Diese verteilen sich seit der Kommunalwahl von 2004 wie folgt:

Partei Sitze (2004)
SPD 31
CDU 25
Grüne 9
FDP 3
UWG 3
PDS 3
Soziale Liste 2

Wappen

Das Wappen der Stadt Bochum zeigt in Blau einen in drei Reihen weiß-rot geschachteten Balken, belegt mit einem stehenden schwarzen Buch mit goldenem Schnitt, silberner Deckelprägung und zwei silbern verzierten schwarzen Schließen. Die Stadtfarben sind blau-weiß. Das heutige Wappen wurde nach der jüngsten Vergrößerung des Stadtgebiets 1975 angenommen, wobei der rot-weiße Balken aus dem alten Wattenscheider Wappen entnommen wurde. Das alte Bochumer Wappen zeigte lediglich das Buch ohne den weiß-roten Balken. Es wurde von einer Stadtmauer gekrönt. Dieses Wappen war 1913 amtlich festgelegt und 1953 durch die Hauptsatzung der Stadt bestätigt worden, wobei es bereits in den Siegelabdrucken aus dem 14. Jahrhundert zu sehen ist.[2] Die Herkunft des Buches als Wappensymbol ist jedoch nicht bekannt. Es wurde gelegentlich auch als „redendes Wappen“ bezeichnet, weil man annahm, der Stadtname Bochum komme vom Wort Buch. Dies konnte jedoch nicht bestätigt werden.

Städtepartnerschaften

Bochum unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Sheffield (Vereinigtes Königreich), seit 1950
Oviedo (Spanien), seit 1980
Donezk (Ukraine), seit 1987
Nordhausen, seit 1990
Xuzhou (China), seit 1994 (Wirtschaftsbezogene Städtepartnerschaft)

Bochum ist auch Patenstadt des ehemaligen Landkreises Neidenburg im früheren Ostpreußen. Seit 1990 trägt die Boeing 747-400 der Lufthansa mit der Registrierung D-ABVD den Taufnamen Bochum in alle Welt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Bochum verfügt über 20 Theaterspielstätten (Comödie Bochum, Constantin Musik Theater, Der Zauberkasten, Deutsches Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst, Figurentheater-Kolleg, Freilichtbühne Wattenscheid, Jahrhunderthalle, Musisches Zentrum der Ruhr-Universität Bochum, Prinz-Regent-Theater, Stadtteilladen Regenbogen, RuhrCongress Bochum, Schauspielhaus Bochum, Stadthalle Wattenscheid, Starlight Express, Thealozzi-Kulturhaus, Theater der Gezeiten im Theaterhaus Ecce Homo, Theater Thespis, TheaterTotal, Varieté Et cetera, Waldbühne Höntrop)

Das Theater in Bochum ist nicht zuletzt wegen seiner Intendanten berühmt.

  1. Saladin Schmitt (1919–1949)
  2. Hans Schalla (1949–1972)
  3. Peter Zadek (1972–1979)
  4. Claus Peymann (1979–1986)
  5. Frank-Patrick Steckel (1986–1995)
  6. Leander Haußmann (1995–2000)
  7. Matthias Hartmann (2000–2005)
  8. Elmar Goerden (seit 2005)

Museen und Sammlungen

Die Stadt Bochum beherbergt über zwölf Museen: Bauernhausmuseum bei Haus Kemnade, Deutsches Bergbaumuseum, Eisenbahnmuseum Dahlhausen, Heimatmuseum Helfs Hof, Kunstsammlungen und Antikenmuseum der Ruhr-Universität, Medizinhistorische Sammlung der Ruhr-Universität Bochum, Museum Bochum – Kunstsammlung, Schulmuseum, Situation Kunst, Telefonmuseum, Zeche Hannover (mit Zeche Knirps) Westfälisches Industriemuseum, Brauereimuseum Fiege, Heimatmuseum Eppendorf.

Museum Bochum – Kunstsammlung: Das Museum Bochum wurde 1960 in der Villa Marckhoff eröffnet. 1983 fand mit einem Neubau der dänischen Architekten Bo und Wohlert eine Erweiterung statt. Die Sammlung umfasst zum einem deutsche Kunst nach 1945 und zum anderen internationale Kunst des 20. Jahrhunderts. Das Museum liegt gegenüber dem südlichen Hauptzugang zum Stadtpark Bochum.

Deutsches Bergbaumuseum: Das Deutsche Bergbau-Museum wurde im Jahre 1930 von der Westfälischen Berggewerkschaftskasse und der Stadt Bochum gegründet. Es ist zudem das Zentrum der Montangeschichtsforschung in Deutschland. Das 1974 von der Dortmunder Zeche „Germania“ hierher translozierte Fördergerüst über dem Museum ist mittlerweile zum weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt geworden. Es besteht für Besucher die Möglichkeit, von zwei Aussichtsplattformen in 50 m und in 62 m Höhe einen Blick über die Stadt zu werfen. In 20 Hallen werden zahlreiche Objekte aus der Bergbaugeschichte ausgestellt. Unter dem Museum befindet sich in einer Tiefe zwischen 17 und 22 das Anschauungsbergwerk. Auf einer Strecke von 2,5 km wird die Technik des Steinkohlen- und Eisenerzbergbaus bis in die neueste Zeit dargestellt.

Heimatstube Langendreer: diese informative Sammlung zur Geschichte dieses östlichen Bochumer Stadtteils befindet sich im Untergeschoss des Amtshauses in Bochum−Langendreer. Die Sammlungsgründer Friedhelm Vielstich und Heinz-Richard Gräfe geben mit einer Vielzahl von Fotos, Dokumenten, Fahnen, Uniformen und weiteren Exponaten aus verschiedenen Epochen einen aufschlussreichen Überblick über die historische Entwicklung „ihres“ Stadtteils.

Künstler-Dokumentationsstätte

Das Schlieker-Haus würdigt das Leben und Wirken des Informel-Künstlers Hans-Jürgen Schlieker (1924–2004).

Musik

Das 1919 gegründete Orchester der Stadt Bochum hat sich im Laufe seiner Geschichte zu einem der wichtigsten Konzertklangkörper im Westen Deutschlands entwickelt. Seit 1994 wirkt Steven Sloane als Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker. In einem der Spielstätten, dem Audimax der Ruhr-Universität Bochum, befindet sich auch eine der modernsten Orgeln aus der Orgelmanufaktur Klais mit 82 Registern.

Seit 1986 findet in der Bochumer Innenstadt das Rockfestival Bochum Total statt. Mittlerweile ist es mit 900.000 Zuschauern eine der größten Musikveranstaltungen Europas. Die Loveparade wird voraussichtlich im Jahr 2009 in Bochum stattfinden.

Kino

In Bochum gibt es zehn Kinos, unter anderem:

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet

Sport

Überregionale Bedeutung im Sport hält Bochum durch die Fußballmannschaften des VfL Bochum und der SG Wattenscheid 09. Während aber der VfL seit 1971 relativ konstant in der ersten oder zweiten Bundesliga spielt, befindet sich die Sportgemeinschaft im Niedergang, der in der Saison 2006/07 im Abstieg aus der Oberliga gipfelte. Dies gilt jedoch nur für die erste Männer-Mannschaft, wohingehend die Damen in derselben Saison den Aufstieg in die 1. Bundesliga erreichten.

Darüber hinaus ist Bochum durch den deutschen Meister im Steeldart DSC Bochum, den vielfachen deutschen Meister im Billard DBC Bochum, die Handballerinnen von Teutonia Riemke, die Basketballer von BG Südpark, die deutschen Meister im Wasserball von SV Blau-Weiß Bochum, die Leichtathleten und Sportgymnastinnen des TV Wattenscheid 01 sowie die Bochum Cadets (Herren) und Bochum Miners (Frauen) bekannt, die im American Football erfolgreich sind.

Gastronomie

Das Bermudadreieck ist mit 60 gastronomischen Betrieben das wichtigste Kneipenzentrum des Ruhrgebiets. Über drei Millionen Gäste besuchen die Kneipenmeile pro Jahr. Im Sommer kommen bis zu 30.000 Gäste pro Tag, bei großen Ereignissen wie dem Festival Bochum Total, das jährlich am ersten Wochenende der nordrhein-westfälischen Sommerferien stattfindet, kommen bis zu 400.000 Besucher pro Tag. Bochum ist Standort vieler Diskotheken und Kultureinrichtungen, zum Beispiel dem Kulturzentrum Bahnhof-Langendreer und der Zeche Bochum.

Das Rotlichtviertel der Stadt befindet sich am westlichen Rand der Innenstadt in der Nähe der Fertigungsstätten des Bochumer Vereins. Die dortigen Einrichtungen tragen im Volksmund die Bezeichnungen „Gurke“, „Eierberg“ oder auch derbe „Riemenwalzwerk“.

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Schiene/ÖPNV

Die Stadt ist über zahlreiche Eisenbahnverbindungen an die umliegenden Städte angeschlossen und hat insgesamt zehn Bahnhöfe bzw. Haltepunkte. Es verkehren sechs RegionalBahn- und RegionalExpresslinien sowie zwei S-Bahnlinien (S1, S3). Der Hauptbahnhof ist als einziger Bochumer Fernbahnhof regelmäßiger ICE- und IC-Halt der durch das Ruhrgebiet verlaufenden Linien. Hinzu kommt der kommunale Nahverkehr. In der Stadt gibt es eine größtenteils unterirdische Stadtbahn-Linie (U35 von Bochum Hustadt nach Herne Schloss Strünkede) sowie fünf Straßenbahnlinien, die in der Innenstadt ebenfalls unterirdisch fahren. Zahlreiche Buslinien werden durch die BOGESTRA im Rahmen des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) betrieben. Siehe auch: Stadtbahn Bochum

Straße

Im Stadtgebiet von Bochum verlaufen die drei Bundesautobahnen A 40 (DortmundVenlo), A 43 (MünsterWuppertal) und A 44 (AachenKassel) sowie eine Stadtautobahn, der Bochumer Ring bzw. die ehemalige NS 7. Zudem durchqueren drei Bundesstraßen die Stadt: die Bundesstraße 51 (OsnabrückBochumBitburg), die B 226 (HagenBochumGelsenkirchen) und die B 235 (DattelnBochumWitten).

Derzeit ist eine Verbindung von A44 und A40 über die ehemalige NS 7 geplant, die sogenannte Opel-Spange. Nach derzeitiger Planung wird der entsprechende Abschnitt des Bochumer Rings zur Autobahn A441 hochgestuft werden. Darüber hinaus soll die A 40 bis Essen sechsspurig ausgebaut werden. Diese Pläne sind bereits seit den 1990er Jahren beschlossen, ursprünglich, um eine bessere Anbindung des Opel-Werks 1 im Stadtteil Laer an das Verkehrsnetz zu gewährleisten. Heute steht die Verbesserung des Ost-West-Transits durch das Ruhrgebiet im Vordergrund.

Wasserstraßen

Als eine der wenigen Städte des Ruhrgebiets ist Bochum nicht direkt an das deutsche Bundeswasserstraßennetz angebunden; die nächste Anbindung befindet sich im nördlich gelegenen Herne an den Rhein-Herne-Kanal. Im Süden bildet die Ruhr die Bochumer Stadtgrenze. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war sie einer der am stärksten befahrenen Flüsse Europas und diente im wesentlichen der Kohleabfuhr. Abgesehen von Ausflugschiffen auf dem Kemnader Stausee ist die Schifffahrt jedoch längst eingestellt worden.

Luft

Die nächstgelegenen, per Autobahn an das Stadtzentrum Bochum angebundenen, Flughäfen befinden sich in Dortmund (31 km), Essen/Mülheim (27 km) und Düsseldorf (47 km). Zum Flughafen in Düsseldorf besteht über ICE-, IC-, RE- und S-Bahnlinien eine direkte Verbindung. Weitere erreichbare Luftverkehrsanbindungen sind der Konrad-Adenauer-Flughafen in Köln, der Airport Weeze, der Flughafen Münster-Osnabrück sowie der Flughafen Paderborn/Lippstadt.

Ansässige Unternehmen

Medien

Zeitungen

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) und die Ruhr Nachrichten (RN) erscheinen mit eigenen Lokalausgaben, die Zukunft der Bochumer Redaktion der Ruhr-Nachrichten über 2007 hinaus ist jedoch ungewiss. Außerdem erscheint mittwochs und samstags das kostenlose Lokalblatt „Stadtspiegel“. Eine Alleinstellung hat die kostenlose „Langendreerer Dorfpostille“, die 1981 im Zuge soziokultureller Zeitschriftengründungen (1976 „Guckloch“ später in „Prinz“ umbenannt, 1978 „Marabo“, 1982 „Terminal“, 1983 „coolibri“) ins Leben gerufen wurde. Sie realisiert noch heute ihr ursprüngliches Konzept einer politischen Gegenöffentlichkeit bezogen auf einen begrenzten lokalen Raum.

Hörfunk

Seit 1990 sendet „98.5 Radio Bochum“ ein lokales Radioprogramm in Kooperation mit Radio NRW in Oberhausen. Chefredakteurin ist Andrea Donat. Für den Bereich Sport zuständig ist Michael Ragsch. Moderatoren der Frühsendung „Hallo Wach“ sind Alexander Brauer und Ansgar Borgmann. Kultcharakter hat Fußball-Reporter Günther Pohl („Tooor im Ruhrstadion“) erlangt. Unter dem Namen Ruhrwelle ist der Sender gestartet, später wurde er in Radio 98.5 umbenannt. 98.5 Radio Bochum heißt er seit dem 24. Februar 2006.

Seit 1997 sendet „CT das radio“ (erstes Campusradio auf eigener Frequenz in NRW) ein lokales Radioprogramm auf der Frequenz 90 MHz. Zuvor war „Radio c.t.“ ein Programmelement im Bürgerfunk der Ruhrwelle gewesen.

Onlinezeitungen

Mein-Bochum beschäftigt sich fast ausschließlich mit Lokalpolitik, während Bo-Alternativ auch kulturelle Themen aufgreift und verschiedene Serviceseiten anbietet. Stud.rub.de und bochumer-szene.de hingegen legen den Schwerpunkt auf studentische Interessen, dort sind vor allem Terminhinweise für Party, Spaß und Kultur zu finden.

Online-TV

Seit 2006 sendet Bochum TV Dokumentationen über die Geschichte der Stadt Bochum. Der Sender wurde im Rahmen eines Projektes gegründet und sendet Material des Stadtarchivs Bochum. Der Stream kann nur über das Internet empfangen werden.

Öffentliche Einrichtungen

Gesundheitswesen

Einige Krankenhäuser liegen in der Innenstadt, während sich andere in den ehemaligen Gemeinden und heutigen Stadtteilen befinden:

Einige von ihnen sind im Rahmen des Bochumer Modells auch Universitätsklinikum der Ruhr-Universität.

Hochschulen

In Bochum befinden sich die folgenden sieben Hochschulen:

Schulen

In Bochum gibt es neben 61 Grundschulen, neun Hauptschulen und vierzehn Förderschulen

elf Gymnasien:

sowie die fünf Gesamtschulen

und 8 Realschulen

Zudem gibt es zwei Waldorfschulen


Das Louis-Baare-Berufskolleg wird von über 3.000 Schülern besucht. An der Musikschule Bochum werden derzeit ungefähr 7.000 Schüler unterrichtet.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

siehe Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Bochum

Söhne und Töchter der Stadt

Sonstige

Darüber hinaus sind die folgenden Personen untrennbar mit Bochum verbunden, jedoch anderenorts geboren:

Literatur

 Wikinews: Bochum – Nachrichten
 Wiktionary: Bochum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
 Commons: Bochum – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Bochum – Zitate

Einzelnachweise

  1. Stadt Bochum
  2. vgl. www.ngw.nl Seite über Bochumer Heraldik (engl.)
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