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HDCD

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HDCD (Abk. für High Definition Compatible Digital) ist eine 1995 eingeführte Technologie für die Kodierung bzw. Dekodierung von Audiodaten. Sie wurde zwischen 1986 und 1991 von den Audioingenieuren Keith Johnson und Michael Pflaumer entwickelt.

Das Verfahren soll laut den Entwicklern für einen hochwertigeren Klang mit größerer Detailfülle und besserer Dynamik digitaler Audioaufnahmen, vor allem auf CD oder DVD, sorgen und somit bisherige Nachteile insbesondere herkömmlich kodierter CDs verringern. Der Effekt eines größeren Detailreichtums wird laut den Entwicklern unter anderem dadurch erreicht, dass die Audioinformationen nicht mehr wie üblich mit einer Auflösung von 16 Bit, sondern mit 20 Bit kodiert werden.

HDCD-fähige Endgeräte sind eher eine Seltenheit auf dem Markt für Endkonsumenten. Deshalb ist das Verfahren von vornherein so konzipiert worden, dass HDCD-kodierte Tonträger kompatibel zu herkömmlichen Wiedergabegeräten sind. HDCD-CDs sind also hybride Datenträger. Um HDCD-Tonträger in speziellen Endgeräten abspielen zu können, muss auf dem Tonträger zusätzlich ein Datenstrom gespeichert werden, der die HDCD-Signale enthält, die ein spezieller Soundprozessor im Endgerät für die Klangdarstellung dekodiert und weiterverarbeitet.

Das Verfahren hat bisher nur eine geringe Marktabdeckung erreicht. Momentan sollen gerade einmal ca. 5000 verschiedene HDCD-kodierte CDs bzw. DVDs erhältlich sein. Zudem erscheinen die HDCD-Tonträger meist nur von bereits etablierten und bekannten Künstlern.

Im September 2000 kaufte Microsoft das Unternehmen Pacific Microsonics Inc., das Keith Johnson und Michael Pflaumer 1996 zur besseren Vermarktung des Verfahrens gegründet hatten, auf. Microsoft konnte die Verbreitung der Dekodertechnologie aufgrund seiner Marktstellung und dem Eingehen von Partnerschaften mit Endgeräteherstellern, die die Technologie lizenzierten, erhöhen. Mittlerweile sind auch Audio/Video-Receiver, Digital-Analog-Konverter, Soundprozessoren und digitale Vorverstärker mit integrierten HDCD-Dekoder erhältlich. Microsoft setzt das Verfahren nun auch im eigenen Windows Media Player für die Wiedergabe digitaler Audioformate ein.

Die Durchsetzungsfähigkeit des Systems bei Tonträgern bleibt allerdings fraglich. Die Neuentwicklungen Super Audio Compact Disc (SACD) und DVD-Audio, die bereits jetzt einen deutlich höheren Marktanteil als HDCD-kodierte CDs besitzen, bieten eine noch höhere Detailfülle. Die DVD-Audio verwendet im Vergleich zur CD höhere Samplingraten von 48–192 kHz mit einer maximalen Auflösung von 24 Bit. Die SACD hat ein komplett anderes Datenformat (Direct Stream Digital) und lässt sich technisch daher nur schwer mit der DVD-Audio bzw. der herkömmlichen CD vergleichen. (Die Auflösung der SACD beträgt 1 Bit und die Samplingrate 2,8224 MHz.) Da die CD voraussichtlich in geraumer Zeit – insbesondere im Interesse der Tonträgerindustrie – von technisch überlegenen Tonträgern endgültig abgelöst wird und der Einsatz von HDCD auf SACD und DVD kaum sinnvoll ist, scheinen die Tage des Verfahrens auf Tonträgern gezählt.